LATAM Airlines ist eine chilenische Fluggesellschaft mit Sitz in Santiago de Chile und Basis auf dem Flughafen Santiago de Chile. Sie ist die größte Fluggesellschaft Südamerikas. Im Jahr 2012 fusionierte LAN Airlines mit der brasilianischen TAM Linhas Aéreas. Beide Gesellschaften führen ihren Flugbetrieb unter den Namen LATAM Airlines und LATAM Airlines Brasil fort und gehören der Holding LATAM Airlines Group. LATAM ist die einzige Fluggesellschaft, die Linienflüge auf die Osterinsel durchführt.
Geschichte Erste Jahre – Línea Aeropostal Santiago-Arica miniatur|Zwei De Havilland DH.60 Gipsy Moth der Línea Aeropostal Santiago im Jahr 1933
Die Gesellschaft wurde am 5. März 1929 in Santiago de Chile unter dem Namen Línea Aeropostal Santiago – Arica im Auftrag des chilenischen Präsidenten Carlos Ibáñez del Campo von Heeresflieger (Aviación Militar) Comodoro Arturo Merino Benítez gegründet.Latin Glory, Airlines of South America, Michael Magnusson, Zenith Press 1995, ISBN 978-0-7603-0024-4. Ziel war es, in Chile einen Passagier- und Posttransport in der Luft zu etablieren und den chilenischen Luftraum mit einer eigenen chilenischen Fluggesellschaft zu erschließen. Die neue Fluggesellschaft wurde durch den Bereich Servicio Aéreo der Heeresstreitkräfte unter dem Kommando von Arturo Merino Benítez betrieben, nach dem der Flughafen Santiagos heute benannt ist.
Die erste Flugroute führte 1929 von Santiago de Chile über Ovalle, Copiapó, Antofagasta und Iquique nach Arica. Die ersten Flugzeuge waren vom Typ De Havilland DH.60 Gipsy Moth. Die neue Fluggesellschaft erlangte sehr schnell große Popularität und so konnten im ersten Jahr schon 762 Passagiere befördert werden. Im Jahr 1930 wurde dann die zweite Flugroute von Santiago de Chile über Concepción, Chillán und Temuco nach Puerto Montt eröffnet und Flugzeuge vom Typ Ford 5 AT-C mit einer Kapazität von 17 Passagieren beschafft. Dadurch nutzen im zweiten Jahr des Bestehens schon über 5000 Passagiere die neue Fluggesellschaft.
1930er und 1940er Jahre – Línea Aérea Nacional Am 21. Juli 1932 verabschiedete die chilenische Regierung das Gesetz Nr. 247, nach dem die Línea Aeropostal Santiago - Arica eine staatliche Firma mit dem Namen Línea Aérea Nacional, LAN Chile wurde. In den folgenden Jahren beschaffte LAN Chile neue Flugzeuge vom Typ Potez 56, Curtiss T-32 Condor II, Fairchild FC-2 und 1938 Junkers Ju 86. Im Jahr 1936 übernahm LAN Chile die Flugzeugfabrik der Firma Curtiss Wright Export Company am Flughafen Los Cerillos in Santiago, die LAN Chile danach für viele Jahre als Instandhaltungsbasis diente. Im Jahr 1941 erweiterte LAN Chile ihre Flotte um die zweimotorige Lockheed Electra L-10A, um den Liniendienst nach Concepción und in andere Städte zu intensivieren. Im Jahr 1943 folgten dann die ersten Maschinen des Typs Lockheed Lodestar C-60, und erstmals flog LAN Chile mit diesem Typ am 7. Oktober 1943 von Santiago nach Antofagasta. Im Jahr 1945 kam die Flugroute nach Punta Arenas in Patagonien hinzu. Weiterhin Kurzstreckenflüge von Punta Arenas nach Porvenir auf Feuerland, später auch nach Puerto Natales und Springhill (Feuerland). Im Jahr 1946 erhielt LAN Chile die Douglas DC-3 und eröffnete die erste internationale Route nach Buenos Aires in Argentinien und später bis Montevideo in Uruguay. Weiterhin wurde die Flotte bis 1950 um die zweimotorige Martin 2-0-2 und die De Havilland DH.104 Dove erweitert.
Entwicklung in den 1950er und 1960er Jahren miniatur|Douglas DC-6B bei der LAN Chile im Jahr 1965 Im Jahr 1953 wurden neue internationale Flugrouten nach Lima in Perú und La Paz in Bolivien sowie nationale Verbindungen nach Palena, Futaleufú, Chile Chico und Cochrane eröffnet.
1955 erwarb LAN Chile für ihre Flotte die viermotorige Douglas DC-6 mit einer Kapazität von 80 Passagieren, mit der es erstmals möglich wurde, längere Strecken als Direktflüge von Santiago in den Norden nach Arica und Antofagasta sowie in den Süden nach Punta Arenas anzubieten. Mit diesem Flugzeugtyp war es LAN Chile auch möglich, als erste Fluggesellschaft einen kommerziellen Flug über der Antarktis durchzuführen.
Im August 1958 erfolgte der erste Langstreckenflug nach Miami in den USA, mit Zwischenstopps in Lima und Panama-Stadt. Nach dem großen Erdbeben in Chile 1960 errichtete LAN Chile eine Luftbrücke in den Süden Chiles, um Hilfsgüter schnell in die betroffenen Gebiete zu befördern.
mini|Eine Boeing 707 der LAN, 1981 Im März 1964 erhielt LAN Chile mit der Sud Aviation Caravelle VI-R ihr erstes strahlgetriebenes Passagierflugzeug. Der 3. April 1967 stellte mit dem ersten Flug auf die Osterinsel einen Meilenstein der chilenischen Luftfahrtgeschichte dar, da erstmals das chilenische Festland mit den chilenischen Inseln im Südpazifik verbunden wurde. Ein Jahr später verlängerte man diese Route nach Tahiti in Französisch-Polynesien. Im April 1967 erhielt LAN Chile auch ihre erste Boeing 707-330B, mit der der Liniendienst nach New York aufgenommen wurde. Die Boeing 707 war der deutschen Lufthansa abgekauft worden. Im August 1967 erweiterte LAN Chile ihre Flotte um die britische Hawker Siddeley HS 748. 1968 kam die Boeing 727 hinzu, mit der 1969 die internationalen Routen nach Rio de Janeiro, Asunción und Cali eröffnet wurden.
Entwicklung in den 1970er und 1980er Jahren mini|Boeing 727-116 der LAN Chile, 1972
Im Jahr 1970 ersetzte man auf der Südpazifikroute nach Tahiti die Douglas DC-6 durch neue Boeing 707. Im Zuge dessen eröffnete man auch die ersten Internationalen Verbindungen nach Europa mit den Zielen Madrid, Paris, Frankfurt sowie Zürich. Seitdem fliegt LAN täglich von Frankfurt aus nach Santiago de Chile mit einem Zwischenstopp in Madrid.
Am 10. Februar 1974 erreichte LAN Chile einen weiteren Meilenstein in der Luftfahrtgeschichte, als man zum ersten Mal von Punta Arenas in Südamerika nonstop (Transpolar-Route) nach Sydney in Australien flog. In den frühen 1980er Jahren erneuerte man die Flotte mit Boeing 737-200 und McDonnell Douglas DC 10-30. Im Rahmen von wirtschaftlichen Reformen in den 1980ern in Chile wurde entschieden, LAN Chile zu privatisieren. Somit wurde die Fluggesellschaft zum 30. Dezember 1983 zuerst in eine sociedad de responsabilidad limitada umgewandelt, am 20. August 1985 dann in eine sociedad anónima (S.A.).
Im Jahr 1986 wurden die alten DC-10, die die Strecken in die USA bedienten, durch neue Boeing 767-200ER ersetzt. Im Dezember 1988 leaste LAN Chile eine Boeing 747-100 und eröffnete eine neue Route nach Los Angeles. Im September 1989 schließlich wurde LAN Chile endgültig privatisiert und 51 % der Aktienanteile verkauft.
Entwicklung in den 1990er Jahren miniatur|Eine Boeing 767-200 der LAN im Jahr 1994
Im Jahr 1990 rutschte das Unternehmen in eine schwere Krise, so dass ihre Boeing-707-Flotte gepfändet und einige Flugzeuge an die chilenische Luftwaffe und an Fast Air Carrier S.A. verkauft wurden.
Infolgedessen setzte im Unternehmen ein großer Modernisierungsprozess ein. Am 31. Mai 1994 stimmten die Aktionäre für eine Kapitalerhöhung von 20 Mio. US-Dollar, um dem Unternehmen neue, flüssige Mittel beschaffen zu können. In diesem Jahr begannen die Operationen der Airline wieder zuzunehmen, das Unternehmen wurde reorganisiert, Finanzverbindlichkeiten neu angepasst und die Leasingverträge für die Flugzeuge neu verhandelt. Im Zuge dieser Entwicklung beschaffte LAN Chile den Flugzeugtyp BAe 146-200, mit dem dann ein großer Teil der innerchilenischen Routen bedient wurde. Auch unterschrieb man im Februar 1994 ein Kooperationsabkommen mit Air New Zealand, um über Papeete auf Tahiti Verbindungen nach Australien, Neuseeland und den Südpazifik anbieten zu können. Im selben Jahr wurde das Liniennetz weiter verdichtet.
Am 26. Mai 1994 übernahm LAN Chile die Frachtfluggesellschaft Fast Air und wurde vollständig privatisiert. Am 30. Juli 1995 eröffnete man die neue Route nach La Serena und am 7. August nach Valdivia, die sofort täglich bedient wurden. Auch beschaffte man das erste Flugzeug vom Typ Boeing 767-300ER für die Flotte. Im Jahr 1996 eröffnete man die Verbindungen nach Asunción, Paraguay und Guayaquil, Ecuador, erneut, die man 1978 eingestellt hatte. Auch eröffnete man sich einen Zugang zum karibischen Raum mit neuen, touristischen Zielen wie Mexiko-Stadt und Cancún in Mexiko sowie Punta Cana in der Dominikanischen Republik. Im Jahr 1997 übernahm LAN Chile den größten Konkurrenten Ladeco, der ausschließlich innerchilenisch operierte. Im darauffolgenden Jahr fusionierte LAN Chile die Marken Ladeco und Fast Air und integrierte sie als Ladeco und Ladeco Cargo in das Unternehmen. Im 2001 wurden die Marken abgelöst durch LAN Express und LAN Cargo.
Im September 1997 unterzeichnete LAN Chile mit American Airlines ein Kooperationsabkommen, das sowohl ein Code-Sharing Abkommen zwischen den USA und Chile beinhaltete als auch die Möglichkeit für die Passagiere, die gegenseitigen Vielfliegerprogramme LANPASS und AAdvantage zu nutzen. Am 7. November 1997 verkaufte LAN 48.250.000 Aktien zum Preis von 1.172 CLP, was 2,80 US-Dollar pro Aktie entsprach. Davon wurden 35.750.000 Aktien in New York verkauft und 12.500.000 Aktien in Chile. Die Belegschaft kaufte LAN-Aktien im Wert von 4 Mio. US-Dollar. Damit wurde LAN die erste lateinamerikanische Fluggesellschaft, die an der NYSE gehandelt wurde.
Bis Ende 1997 bestand die Flotte aus 10 Boeing 767-300ER, 14 Boeing 737-200A, 1 Boeing 737-200C und 5 DC-8F. In diesem Jahr entschied sich das Unternehmen für eine Standardisierung der Flotte, um Kosten in Operation und Instandhaltung einzusparen. Die Kabinen wurden vereinheitlicht und die Boeing 767-300ER für die Langstrecken und die Boeing 737-200 für die Kurzstrecken eingesetzt. In den folgenden zwei Jahren beschaffte man weitere 5 Boeing 767-300ER.
Am 4. Juni 1998 verpasste man der gesamten Flotte ein neues Design und überholte die Einrichtung sämtlicher Flugzeugkabinen. Kontratiert wurde die Firma Davies & Baron aus England, die sich mit ihren Entwürfen unter anderem mit British Airways, Australian Airlines und Air New Zealand einen Namen gemacht hatte. Außerdem führte man einen neuen Wahlspruch ein: „El espíritu del sur del mundo“. In diesem Jahr entschied man sich auch für einen Strategiewechsel und beschaffte 20 Flugzeuge des Typs Airbus A320, um die alternden Boeing 737 zu ersetzen. Weiterführend entschied man sich auch für die Anschaffung von sieben Airbus A340-300 für Langstreckenflüge und Optionen für weitere 14 Maschinen dieses Typs. Dies erlaubte der Fluggesellschaft, ihren Passagieren drei Klassen anzubieten, so wurden die Flugzeuge mit 5 Sitzen in der First Class, 36 Sitzen in der Business Class und 228 Sitzen in der Economy Class ausgerüstet.
Am 2. Juli 1999 gründete LAN Chile ihre erste internationale Tochter, LAN Perú, mit Regionalflügen innerhalb Perus und am 19. November auch mit internationalen Verbindungen ab Lima.
Geschichte seit 2000 In den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts gründete LAN Chile weitere Tochtergesellschaften: LAN Ecuador, LAN Argentina und LAN Dominicana. Bis auf letztere bieten beide Tochterunternehmen bis heute Inlandsdienste sowie inzwischen auch Nonstop-Verbindungen in die USA und nach Spanien an. Eine enge Kooperation mit American Airlines ebnete LanChile den Weg in die Oneworld-Allianz, Codesharing betreibt LAN mit den Oneworld-Mitgliedern American Airlines, British Airways, Iberia und Qantas Airways und darüber hinaus mit Alaska Airlines, Mexicana und Aeroméxico.miniatur|Ein Airbus A320-200 im Farbschema der damaligen LAN mini|Das „Edificio Huidobro“, die 2003 eingeweihte Firmenzentrale