Susanne Kessler (* 31. Oktober 1955 in Wuppertal) ist eine deutsch-italienische Malerin, Zeichnerin und Installationskünstlerin.
Leben und Leistungen Susanne Kessler studierte von 1975 bis 1982 Malerei und Grafik an der Hochschule der Künste (UdK) in Berlin und am Royal College of Art (RCA) in London. 2022 wurde sie mit dem Von der Heydt-Kulturpreis ausgezeichnet.„Von der Heydt-Kulturpreis für bildende Künstlerin“ In: Die Zeit vom 10. Juni 2022. 1992 gewann sie den Paul-Strecker-Preis der Stadt Mainz. Neben Stipendien und Arbeitsaufenthalten führten sie mehr als 50 Einzelausstellungen und zahlreiche Gruppenausstellungen durch Europa sowie nach Indien, Pakistan, Mali, Äthiopien, Guatemala, Iran, Lettland und die USA (Turlock/CA, Washington/DC, New York/NY, Charlottesville/VA). 2001/2002 wurde sie als Gastprofessorin an die California State University, Stanislaus eingeladen. Danach folgten weitere Lehrtätigkeiten, so 2010 an der Akademie der Künste in Riga (Lettland) und 2011 an der City University of New York.
Susanne Kessler ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund.Mitglieder "K" / Susanne Kessler. kuenstlerbund.de; abgerufen am 9. September 2015 Sie lebt in Berlin und Rom.
Werk Bekannt wurde Susanne Kessler mit ihren raumgreifenden, organisch wirkenden Installationen. Vorrangig von der Zeichnung ausgehend beschäftigt sie sich seit vielen Jahren mit naturgemäßen, lebendigen Strukturen. Einige ihrer Arbeiten widmen sich Darstellungen des Inneren, z. B. der Struktur des menschlichen Gehirns, dessen sichtbare Erscheinung als auch sein innerer komplexer Aufbau thematisiert wird. Dabei steht das Gehirn als Ursprung für alles, was in der Welt entsteht und existiert, für alles Wahrnehmbare und als Quelle des menschlichen Bewusstseins. Erst die Limitation auf das eigene Gehirn, auf das eigene Denken und Visualisieren, fördert laut Kessler eine „Ich-Konstruktion“, die sich von der Wissenschaft entfernt und in eine künstlerische Welt führt.
Oftmals werden Gedankenfragmente, auch Gedankenzüge, die sich fortwährend mit biologischen Vorbildern beschäftigen, in ein zeichnerisches System eingebunden und bilden ein vielschichtiges Gewebe von sich überlappenden Mustern und poetischen Inhalten. Durch die Verbindung von wissenschaftlichen Zeichnungen und eigenen Assoziationen und Vorstellungen vermitteln ihre Installationen das Bild eines organischen Netzwerks. „Das verzweigte Leben bleibt rätselhaft und explosiv, geheimnisvoll wie ein Kokon…“, beschrieb sie es einmal. Im Zentrum ihres Schaffens wird das Prinzip des Lebens als Fluss der Lebensenergie, als Wandlungsprozess sichtbar gemacht, der gleichermaßen den Arbeitsprozess der Künstlerin abbildet. Zeichnungsserien werden immer wieder neu in Installationen eingebunden, um sie aus sich heraus zu erneuern. Es entstehen Räume mit grafischen Zeichen und Symbolen, die zum Teil die kinetische Energie des Raumes mit aufnehmen. Jedes Environment wird direkt an den Ort angepasst. Ausgangspunkt ist dabei das Flüchtige, denn nur in der zeitlich begrenzten Existenz wird das Lebensrad sichtbar. Alles beginnt, entsteht und vergeht. Durch immer wieder neue Raumbedingungen und die ortsspezifische Dynamik versinnbildlicht das Konzeptuelle der Arbeit von Susanne Kessler die Auffassung von Evolution.
Als Zeichnerin sieht sich Susanne Kessler am Schnittpunkt zwischen aktuellen und antiken Verhältnissen, zu beiden Seiten hin in gleicher Entfernung, die zwar immer wieder beeinflusst von Ort und Material sind, aber innerlich unabhängig bleiben.
Installationen
Auszeichnungen und Stipendien 1982 DAAD-Stipendium, Royal College of Art, London 1983 Royal College of Art Éxchange Scholarship 1984 Stipendium des Deutsch-Französischen Jugendwerks, Paris 1992 Paul-Strecker-Preis, Mainz 1995 Kaiserringstipendium der Stadt Goslar 1995–1996 Artist in Residence, Lalit Kala Akademie, Neu Delhi 1996 Max Mueller Bhavan, Hyderabad, Mumbai, Chennai (Indien) 1996 Goethe-Institut Lahore (Pakistan) 2001–2002 Gastprofessorin und Artist in Residence, California State University, Stanislaus CA/USA 2003 Artist in Residence, Fadjr Festival, Teheran (Iran) 2005 Mitglied des „Viewing programs, Artist registry“ und Einladung zum “Artist Talk”, The Drawing Center New York 2007 Artist in Residence, Second Street Galerie Charlottesville, VA/USA 2008 Internationales Symposium „Dialog“, Kunstakademie, Riga (Lettland) 2010 Gastdozentin und Artist in Residence, Kunstakademie, Riga (Lettland) 2011 Gastprofessorin und Artist in Residence City University of New York
x200px|mini|Susanne Kessler, installazione illuminata, Viterbo 2009 x200px|mini|Susanne Kessler, disegno spaziale, Galleria Dora Diamanti, Rom 200 2014 Ruth Katzman Award, New York 2014 Artist in Residence, Art Students League Sparkill, NY/USA 2016–2018 Artist in Residence, Museum Kunst der Westküste, Alkersum auf Föhr 2020 Scholarship Europa des Senats von Berlin 2022 Von der Heydt-Kulturpreis
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 2022: Ozean, Kunstverein Würzburg, Würzburg 2022: About Roots and Borders, Conseil de l’Europe, Strassburg 2021: Undated, Kunstverein Lippstadt, Lippstadt 2019: Kontinuum, (mit Guda Koster) Kunstforum der Sparkasse Wuppertal 2019: Wechselspiel, (mit Paolo Bielli), GAM, Galleria Arte Moderna, Rom 2019: Odissea, Galerie Neon, Geppert Academy of Art, Warschau 2018: Mappa Mundi, MACRO, Museo Arte Contemporaneo, Rom 2018: Odissea, Museum Kunst der Westküste, Alkersum auf Föhr 2016: Scudi, Sala Santa Rita, Rom 2015: Galerie Whiteconcepts, Berlin 2015: American University Museum at the Katzen Arts Center, Washington D.C./USA 2015: Schauspiel Köln, CARLsGARTEN, Köln 2015: Off Course / Galerie Antonio Nardone, Brüssel 2015: Santa Lucia del Gonfalone, Rom 2014: Galerie Rotunda, Uniwersytetu Artystucznego/Hochschule der Künste, Poznań 2014: Galerie Janzen, Düsseldorf 2014: Dominohaus, Reutlingen 2014: Kunstmuseum Solingen 2010: Museo Faina and Ex- convento di San Giovanni, Orvieto 2009: Galerie Epikur, Wuppertal 2008: Galleria Dora Diamanti, Rom 2008: John Jay University Galerie, City University New York 2007: Second Street Galerie Charlottesville, VA/USA 2005: American Association of the Advancement of Science, Washington D.C./USA 2003: Fadjr Festival, Taleghani Artist Forum, Teheran 2001: Gustav-Lübcke-Museum, Hamm 2000: Cantieri alla Zisa, Goethe-Institut in Palermo 1999: Beuys Archiv-Museum Schloss Moyland 1995: Mönchehaus-Museum für zeitgenössische Kunst, Goslar 1995: Von der Heydt-Museum, Wuppertal 1994: Städtische Galerie Albstadt 1992: Landesmuseum Mainz
Gruppenausstellungen 2021 "RAW, Rome Art Week", Rom, IT 2021 "Arteporto", Porto Flavio and Claudio (Aussenskulptur), Ostia Antica/Rom 2021 "NaturaViva", Hortus Conclusus, (Aussenskulptur) La Ginestra, Acqualagna (Italien) 2020 "Off Shore", Kunstmuseum Albstadt 2020 "Creative Contagion, Creative Alliance", Baltimore 2020 "Carte Blanche VIII", Forum für Kunst und Kultur im Bahnhof, Herzogenrath 2020 "Tiny Biennale", Temple University - Campus Rom 2020 "Fe-*Mail Art", Air Galerie, New York 2019 "RAW, Rome Art Week", Rom 2019 "Entasi", Casa dell’Architettura, Rom 2019 "Berlin - Rome", Galerie Verein Berliner Künstler, Berlin 2019 "Techne", Goethe-Institut in Porto Allegre (Brasilien) 2019 "Rome - Berlin", Centro Luigi di Sarro, Rom 2019 "Anyone Can Fly", Sugar Hill Children’s Museum of Art, Harlem, New York 2018 "Hand in Hand", Hongdei Museum, Chengdu, CN 2018 "Biennale Arte di Viterbo", Palazzo Priori, Viterbo 2018 "Wild and Connected", Galerie Verein Berliner Künstler, Berlin 2018 "Ricognizioni. Dai BoCs Art i linguaggi del contemporaneo", Museo BoCs Art, Cosenza 2017 „Macht Geld“, mit Franziska Rutishauser und Vadim Zakharov, VBK - Verein Berliner Künstler, Berlin 2015 "flux", Winterausstellung15, VBK - Verein Berliner Künstler, Berlin 2015 "Open Studio", The Arlington Art Center, Arlington, VA/USA 2015 “6. Herbstsalon 2015”, Kunstverein Artlantis, Bad Homburg 2015 “L’Arte Magica”, XLVIII Premio Vasto, Vasto (Italien) 2015 “Insieme”, Cittadellarte - Fondazione Pistoletto, Biella (Italien) 2015 “Scultura II”, Galleria Monserrato Arte, Rom 2014 “Open Studios”, The League Residency at Vyt, Sparkill, NY/USA 2014 “ACFF 2014”, Open Center, New York 2014 “Premio Pio Alferano 2014”, Castello dell’Abate, Belvedere, Castellabate (Italien) 2014 “Arte Contemporanea nel segno del Sacro”, Basilica di San Giovanni a Cimitile, Nola (Italien) 2014 “OSTRALE’014”, Dresden 2014 “just fair”, Galerie Whiteconcepts, Berlin 2014 “Socks for Life”, European Parliament, Altiero Spinelli Building, Brüssel 2013 "Extra Ordinary Day", MAAM (Museo dell’Altro e dell’Altrove di Metropoliz), Rom 2013 “Le donazioni 2013”, Galleria Civica d’Arte Contemporanea, Casacalenda 2013 "In Simbiosi", Accademia di Romania, Rom 2013 "Any One Can Fly", ACA Galleries, New York, NY/USA 2013 “A Women Call for Peace”, Anya und Andrew Shiva Galerie, New York 2013 “Mapping. Ridisegnare luoghi”, Il Frantoio, Capalbio (Italien) 2013: "aus ernst wird spaß - das ironische in der kunst", Deutscher Künstlerbund Berlin 2013: "La città duplice - mappe e visioni", Bibliothé Galleria d’Arte Contemporanea, Rom 2013: Projektraum Deutscher Künstlerbund Berlin 2013: The Manchester Science Festival, Victoria Warehouse, Manchester 2011: Washington Project for the Arts, Washington 2010: Ex-GIL, Rom 2010: Galerie Whiteconcepts, Berlin 2009: Galerie Inga Kondeyne, Berlin 2005: Nassauischer Kunstverein Wiesbaden
Literatur Wolfgang Venzmer: Die Karusselle von Susanne Kessler. In: Berthold Roland (Hrsg.): Susanne Kessler – Malbücher, Bilder, Zeichnungen und Raumobjekte. Ausstellung Landesmuseum Mainz, Mainz 1989, . 1991 Achille Bonito Oliva: 100 e uno arie pensose verso la scultura. In Arie. Ausstellung: Festival dei Due Mondi. Fonti del Clitunno, Spoleto/Italien. Edizione Carte Segrete (Hrsg.) 1991 Carmelo Strano: L’ambiente o arte ambientale. In: Arte e Architettura. Mailand 1991. Ausstellung 4e Salone Internazionale dell’Architettura. Mailand/Italien Zeichnungen und Konstruktionen. Städtische Galerie Albstadt, Albstadt 1992, ISBN 3-923644-43-4. 1993 Achille Bonito Oliva: Gran Delubro, L’Arte. Edizione Carte Segrete (Hrsg.), Ausstellung Erice, La Salerniana, Ex Convento di San Carlo/Italien Antje Birthalmer: Arme Kunst zwischen Tempeln und Antennen. In: Sabine Fehlemann (Hrsg.): Susanne Kessler, Werke 1984–1994. Von der Heydt-Museum, Wuppertal 1994, ISBN 3-89202-024-8 (anlässlich der Ausstellung „Susanne Kessler“ im Von-der-Heydt-Museum Wuppertal, Oktober bis Dezember 1994). Franz Joseph van der Grinten: Vom Ursprung der Dinge. In: Susanne Kessler; Zeichnungszyklus - 41 Teerarbeiten. Verlag Galerie Epikur, Wuppertal 1994. 1995 Adolf Smitmans: Form als Lebensgebärde. In: Susanne Kessler, Goslaer Kaiserringstipendium, Mönchehaus Museum für zeitgenössische Kunst, Goslar 1995 Wolfgang Becker: The Burden of the Bunker – transforming a line of defense. In: Elle-Mie Ejdrup Hansen (Hrsg.): Fredsskulptur 1995. Ausstellung dänische Westküste 1996 Petra Matusche: Inner Energies and Outer Spaces. In: Susanne Kessler in India and Pakistan 1995–1996. Ausstellung Max Mueller Bhavan, Hyderabad, Madras, Lait Kala Academi, New Delhi, Indien, Goethe-Institut Lahore, Pakistan; Museum Abtei Liesborn / ISBN 81-900739-0-7. 1998 Dieter Ronte: An Elbe und Rhein, Einführung in die Ausstellung, Raschke-Stuwe, Ingrid. In: An Elbe und Rhein (1. und 2. Teil) Elisabeth Montag Stiftung (Hrsg.), Dresden 1999 Ute Haug: zeichnerisch gemalt – malerisch gezeichnet. In: Susanne Kessler, Bilder Konstruktionen, Arbeiten auf Papier. Ausstellung Museum Schloss Moyland, Joseph Beuys Archiv. Bedburg-Hau, ISBN 3-929042-25-8. 2001 Silke Eikermann: Von Bildern und Büchern. In: Bilder und Gebilde Ausstellungsreihe. Galerie der Stadt Remscheid, Gustav Lübke Museum Hamm, Stadtgalerie im Elbeforum, Brunsbüttel, ISBN 3-931279-21-9.