Herold ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Thum im Erzgebirgskreis.
Geografie
Lage Herold liegt etwa 3 Kilometer nördlich von Ehrenfriedersdorf im Erzgebirge. Die Ortslage erstreckt sich über etwa 2,5 Kilometer beiderseits der Wilisch, einem Nebenfluss der Zschopau. Ein kleiner Siedlungsteil zieht sich an der Straße nach Drebach ein kurzes Stück den Hang hinauf.Durch den Ort führt die Staatsstraße 232 Weißbach–Bundesstraße 95, von ihr zweigen innerhalb der Ortslage die S 233 nach Dorfchemnitz sowie die Kreisstraße 8106 ins benachbarte Drebach ab.
Nachbarorte
Geschichte mini|Hauptgebäude und Kalköfen des ehemaligen Kalkwerks Herold mini|Kirche zum heiligen Kreuz Herold mini|Bahnhof Herold (Erzgeb), Empfangsgebäude (2016) Die erste urkundliche Erwähnung als Herult datiert auf den 8. April 1386. Markgraf Wilhelm I. von Meißen wies der Witwe Anargs von Waldenburg die Herrschaft Scharfenstein mit dazugehörigen Dörfern, darunter Herold, als Witwensitz zu.Gerhard Reuter, Hermann Pährisch: Eine Urkunde aus dem Jahre 1386. In: Erzgebirgische Heimatblätter 2012/1, S. 16–18.vgl. August Schumann nennt 1817 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Herold betreffend u. a.:
1862 begann der Bau der Kirche „Zum Heiligen Kreuz“, welche 1864 geweiht wurde. Der Entwurf stammte vom Brandversicherungsinspektor Karl Friedrich Emil Gutwasser aus Zwickau. Die drei Glasfenster, die Christus, Paulus und Petrus zeigen, schuf Paul Händler. Kirchbau und Eigenständigkeit der Herolder Kirchgemeinde waren vor allen Dingen durch den Aufschwung der Baumwollspinnerei in Venusberg und dem damit verbundenen Bevölkerungswachstum möglich. Seit 1949 befinden sich zwei Glocken aus Stahl und eine kleine Glocke aus Bronze von 1864 im Turm. Die Orgel wurde zwischen 1865 und 1869 durch den Orgelbaumeister Carl Eduard Schubert gebaut, in den 1980er Jahren erhielt diese eine umfassende Sanierung.Kirche zum Heiligen Kreuz, abgerufen am 17. Februar 2011.
Mit dem Bau und Eröffnung der Schmalspurbahn Wilischthal–Thum erhielt Herold mit den Stationen „Unter-“, „Mittel-“ und „Oberherold“ Eisenbahnanschluss. Oberherold war bis 1906 Ausgangspunkt einer Stichstrecke nach Ehrenfriedersdorf, am 4. Mai 1942 erfolgte die Umbenennung in „Herold (Erzgeb)“. Am 29. Mai 1972 wurde der Betrieb auf dieser Strecke eingestellt, die Gleisanlagen später rückgebaut. In Oberherold existieren von baulichen Anlagen noch Empfangsgebäude, Güterschuppen, Lokschuppen und ein hölzerner Freiabtritt.Eisenbahnstationen in Sachsen, abgerufen am 17. Februar 2011. Die „IG Schmalspurbahn Thumer Netz“ e. V. bemüht sich um den Erhalt dieser Zeitzeugen.
Zum 1. Januar 1999 erfolgte der Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Herold und Jahnsbach mit der Stadt Thum.Gebietsänderungen ab 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 1999 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamts des Freistaats Sachsen, S. 2 (PDF; 39 kB), abgerufen am 15. Februar 2011.
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1551 12 besessene Mann, 39 Inwohner1764 12 besessene Mann, 7 Gärtner, 13 Häusler, 3 Hufen1834 4791871 8021890 1566 Jahr Einwohnerzahl1910 17381925 16871939 18721946 18961950 2070 Jahr Einwohnerzahl1964 18551990 14431998 1362
Persönlichkeiten Richard Barth (1883–?), Pädagoge, Hochschullehrer der Deutschen Christen und NSDAP-Mitglied Karl Hans Pollmer (1911–1987), Pfarrer, Mundartdichter und Heimatforscher Edgar Barth (1917–1965), Rennfahrer Rebekka Haase (* 1993), deutsche Leichtathletin Erik Löser (* 1999), deutscher Ringer
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Erzgebirgskreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Erzgebirgskreis) Kategorie:Gemeindeauflösung 1999 Kategorie:Thum