miniatur|Skulptur Nobody im Garten des Jüdischen Museums Berlin Die Skulptur Nobody (dt.: ‚Niemand‘) ist ein Werk des israelischen Künstlers Micha Ullman im Garten des Jüdischen Museums Berlin. Ullman ist unter anderem bekannt durch sein Denkmal zur Erinnerung an die Bücherverbrennung auf dem Berliner Bebelplatz.

Standorte miniatur|Skulptur Nobody von Micha Ullman am ehemaligen Standort in der Lindenstraße in Berlin-Kreuzberg Die Skulptur stand ursprünglich am Rand eines Parkplatzes vor dem Martin-Gropius-Bau, „dem »Niemandsland« der Berliner Mauer benachbart“.Heimatkunde: Micha Ullman. Niemand. In: Jüdisches Museum Berlin. Abgerufen am 9. Mai 2026 Im Jahr 2004 wurde das Werk aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin für die Berlinische Galerie erworben und vor der ehemaligen Blumengroßmarkthalle gegenüber dem Jüdischen Museum in der Lindenstraße 91/92 im Berliner Ortsteil Kreuzberg aufgestellt.Micha Ullman. In: Jüdisches Museum Berlin. Abgerufen am 9. Mai 2026 Dort war sie Bestandteil einer elfteiligen Ausstellung mit dem Titel Kunst – Stadt – Raum der Berlinischen Galerie, die im öffentlichen Raum zu sehen ist.Jörn Merkert: KUNST – STADT – RAUM. Ein Ensemble von elf Kunstwerken zwischen Berlinischer Galerie und Jüdischem Museum. Druckhaus Berlin-Mitte, Berlin 2005 (, Skuplturenfaltplan der Berlinischen Galerie, abgerufen am 16. Februar 2011).

Der Standort gegenüber dem Jüdischen Museum war ausgewählt worden, weil es in der Südlichen Friedrichstadt bereits seit vielen Jahren Spuren jüdischer Kultur gab. Durch eine Akkulturation des preußischen Königs Friedrich Wilhelm wurde die südliche Friedrichstadt zu einem bevorzugten Wohngebiet des liberalen Judentums.Horst Zeitler: auf dem Bildungsserver Berlin Brandenburg. Abgerufen am 17. Februar 2011. In diesem Umfeld entstand beispielsweise zwischen 1889 und 1891 in der Lindenstraße 48–50 eine Synagoge (heute: Axel-Springer-Straße), die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Heute erinnert dort das Werk Blatt des Künstler-Trios Micha Ullman, Zvi Hecker und Eyal Weizmann an das einstige Gebäude. Auch dieses Werk gehört zu dem Ensemble Kunst – Stadt – Raum. In diesem Zusammenhang sind auch die Stolpersteine von Gunter Demnig zu sehen, die ein weiteres Element dieses Ensembles darstellen und an die jüdische Kultur erinnern sollen.

Das Werk Nobody sollte ein „Gegenpol zur Synagogen-Gedenkstätte am anderen Ende dieser Achse im städtischen Raum“ sein.Micha Ullman, Nobody Informationen der Berlinischen Galerie zur Skulptur. Abgerufen am 17. Februar 2011. Die Ruhe, die der Körper durch seine Größe und sein Material ausstrahlt, sollte in einem Kontrast zur viel befahrenen Lindenstraße stehen. Hinzu kam, dass sich zum Zeitpunkt der Aufstellung des Werkes in unmittelbarer Nähe die Zufahrt zum Berliner Blumengroßmarkt befand. Durch die Schließung des Gebäudes im Mai 2010Thomas Loy: Kreuzberg: Einpacken am Blumengroßmarkt. In: Der Tagesspiegel. vom 15. Mai 2010. Abgerufen am 17. Februar 2011. und der angedachten Umwidmung ist es nun an dieser Stelle ein wenig ruhiger geworden.

Seit Juli 2020 steht das Werk im Museumsgarten des Jüdischen Museums.

Aufbau und Symbolik miniatur|hochkant|Details der Skulptur Nobody Das Werk besteht aus Stahl und hat die Abmessungen 320 × 320 × 260 cm. Es entstand 1989/90 in der Bildhauerwerkstatt des BBK. Zu dieser Zeit absolvierte Ullman ein Stipendium des Berliner Künstlerprogrammes des DAAD.. Abgerufen am 17. Februar 2011.

Der Kubus besteht aus Öffnungen, die nachträglich wieder verschlossen wurden. Diese Öffnungen „suggerieren Zugänglichkeit, die verwehrt bleibt: ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens“. Die „Wände gehen so hoch, daß die offene Decke nicht eingesehen werden kann. Die Einschnitte in jeder Wand bieten dem Auge eine ruhende Nische, fast Schutz vor der hermetischen Absurdität der Skulptur, aber Einblick ins Innere gewähren auch sie nicht. Diese Einschnitte verdeutlichen das Prinzip einer Tür oder eines Fensters, einer angesichts des beschirmten Innenraums bedeutungslos gewordenen Öffnung“.Marius Babias: Micha Ullman/Ernst Caramelle. In: Kunstforum International. 1990, Band 109: Bilder aus der DDR. Abgerufen am 9. Mai 2026

Weblinks

Eintrag der Skulptur auf dem Portal Bildhauerei in Berlin

Einzelnachweise

Kategorie:Berlin-Kreuzberg Kategorie:Kunstwerk im öffentlichen Raum in Berlin Kategorie:Skulptur (20. Jahrhundert) Kategorie:Lindenstraße (Berlin-Kreuzberg) Kategorie:Jüdisches Museum Berlin