mini|Luftbild von Mischelbach aus Richtung Westen (September 2021) Mischelbach ist ein Gemeindeteil des Marktes Pleinfeld im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Mischelbach hat eine Fläche von 13,430 km². Sie ist in 1031 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 13026,04 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Heinzenmühle, Kemnathen, Kleinweingarten, Sandsee und Utzenmühle.

Lage Das Kirchdorf liegt drei Kilometer östlich des Kernortes Pleinfeld in einem Tal. Durch Mischelbach fließt der Iglseebach, nördlich des Ortes entspringt der Rote Graben, beides Zuflüsse der Schwäbischen Rezat. Die Freileitungstrasse zwischen Mischelbach und Röttenbach ist im Rahmen der Sandachse Franken als bedeutender Lebensraum geschützt. Etwa einen Kilometer nordwestlich verläuft die Bundesstraße 2.

Namensherkunft Der Ortsname bedeutet so viel wie „zum Bach an dem die Misteln wachsen“. In Urkunden des 13. und 14. Jahrhunderts hieß der Ort „Mistelbach“. Der heutige Name dürfte eine Dialektform des früheren Namens sein.100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Mischelbach 16.-18. Juli 2004. Pleinfeld 2004, S. 35.

Geschichte Mischelbach ist wahrscheinlich fränkischen Ursprungs und entstand im 8. oder 9. Jahrhundert. 1264 wurde Mischelbach erstmals urkundlich erwähnt. 1302 wurde der Ort zusammen mit Pleinfeld und dem Schloss Sandsee vom Grafen von Hirschberg an das Bistum Eichstätt verkauft und blieb 500 Jahre lang bis 1802 eichstättisch. Im Schmalkaldischen Krieg sowie im Dreißigjährigen Krieg wurden das Schloss und vermutlich auch der Ort Mischelbach schwer beschädigt.

1496 wurde Margreth Henstaub von Mischelbach zusammen mit zwei Töchtern wegen Zaubereiverdacht in Sandsee verhaftet. Die Mutter und eine Tochter wurden hingerichtet, während die andere Tochter namens Margreth aus der Haft entlassen wurde.Stürzl, Zur Hexenverfolgung im Oberen Stift des Hochstifts Eichstätt. Nachtrag zu Hinrichtungen wegen Hexerei in Eichstätt. In: Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde. Selbstverlag, München, 2016, S. 135 f.

1802 wurde Mischelbach infolge des Reichsdeputationshauptschluss bayerisch. 1808 entstand der Steuerdistriukt Mischelbach. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die eigenständige Gemeinde Mischelbach. Bis zur Gemeindegebietsreform in Bayern blieb Mischelbach eine Gemeinde mit den Gemeindeteilen Heinzenmühle, Kemnathen, Kleinweingarten, Sandsee und Utzenmühle. 1972 entschloss sich die Gemeinde, sich freiwillig der Gemeinde Pleinfeld anzuschließen. Diese Eingemeindung wurde am 1. Juli 1972 wirksam.

Baudenkmäler Die katholische St.-Otto-Kirche wurde im Jahr 1922 erbaut. Das Kirchenschiff ist in barockähnlichem Stil gehalten. Der Kirchturm wurde mit einer Glocke aus dem Jahr 1886 bestückt. 1949 wurde die Kirche erweitert. Oberhalb von Mischelbach liegt das Schloss Sandsee.

Siehe auch Liste der Straßennamen von Pleinfeld#Mischelbach

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Pleinfeld Kategorie:Ort im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen) Kategorie:Fränkisches Seenland Kategorie:Ersterwähnung 1264 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen