Der Grüne Kugelfisch (Dichotomyctere nigroviridis, Synonym: Tetraodon nigroviridis) ist ein Vertreter der Kugelfische, der in küstennahen Süßgewässern und Brackwasserhabitaten von Sri Lanka bis Südostasien verbreitet ist.

Merkmale Der Grüne Kugelfisch wird maximal 17 cm lang. Er hat die typische plumpe Gestalt aller Kugelfische. Kopf und Rumpf sind mit winzigen, dicht stehenden Stacheln bedeckt, die in seltenen Fällen auch ganz fehlen können und sich beim Aufblähen aufrichten. In Färbung und Zeichnung ist er recht variabel. Die Rücken und Seiten sind gelbgrün bis smaragdgrün und dicht mit großen, braunen bis schwarzen, runden Flecken bedeckt. Sie sind oft hell umrandet und können auf dem Rücken zu balkenartigen Strukturen verschmelzen. Der Bauch ist weiß, bei älteren Fischen grau oder gelblich und nur gelegentlich gefleckt. An den Nasenöffnungen befinden sich zwei gegabelte kurze Tentakel. Der Grüne Kugelfisch wird leicht mit Dichotomyctere fluviatilis verwechselt und wurde in älteren Aquaristikfachbüchern unter diesem Namen ebenfalls als Grüner KugelfischVgl. auch Manfred Klinkhardt: Tetraodon fluviatilis (Hamilton, 1822). Grüner Kugelfisch. In: Claus Schaefer, Torsten Schröer (Hrsg.): Das große Lexikon der Aquaristik. 2 Bände, Eugen Ulmer, Stuttgart 2004, ISBN 3-8001-7497-9, Band 2, S. 932. beschrieben. Ein sicheres Unterscheidungsmerkmal ist die Augenfarbe, die bei Dichotomyctere nigroviridis gelb und bei Dichotomyctere fluviatilis rot ist.

Flossenformel: Dorsale 12–16, Anale 11–15, Pectorale 17–22.

Lebensweise Grüne Kugelfische ernähren sich von Weich- und Krebstieren, anderen wirbellosen Tieren und pflanzlichem Material. Sie laichen im Brackwasser. Das Weibchen heftet die Eier an Steine. Sie werden bis zum Schlupf der Jungfische vom Männchen bewacht.

Aquaristik Der Grüne Kugelfisch wird im Zierfischhandel angeboten, ist aber bekannt dafür, aggressiv gegenüber seinen Mitbewohnern zu sein. Zudem benötigt er aufgesalztes Wasser, ist also im Heimaquarien nicht einfach zu halten.

Karyotyp und Genom Die genetische Information von D. nigroviridis liegt im Zellkern in 21 Chromosomen sowie im Kern der Mitochondrien vor. Das Genom wurde im Jahr 2004 erstmals vollständig analysiert; es besteht aus 340 Millionen Basenpaaren und geschätzten 28.000 Genen. Es ist damit das kleinste bekannte Genom eines Wirbeltiers. Der Grüne Kugelfisch ist daher ein genetischer Modellorganismus.NCBI-Eintrag GenomprojektIntegr8 entry

Literatur Neale Monks: Brackish Water Fishes. TFH 2006, ISBN 0793805643. Günther Sterba (Hrsg.), Gert Brückner: Enzyklopädie der Aquaristik und speziellen Ichthyologie. Neumann-Neudamm, Melsungen u. a. 1978, ISBN 3-7888-0252-9. Helmut Stallknecht: Lebendgebärende Zahnkarpfen. Neumann Verlag, 1989, ISBN 3-7402-0055-3. Marion de Procé: Sur plusieurs espèces nouvelles de poissons et de crustacés observées dans un voyage de France à Manille. In: Bulletin de la Société Philomathique de Paris Sci. 1822: 129–134. [Offenbar auch als J. Phys. Paris, v. 95: 235–240.] (Erstbeschreibung)

Einzelnachweise

Weblinks

dt. Übers.

Kategorie:Kugelfischartige Kategorie:Organismus mit sequenziertem Genom Kategorie:Aquarienfisch (Brackwasser) Kategorie:Aquarienfisch (Süßwasser)