miniatur|Kowalewski (rechts) mit Antoine Fortuné Marion
Alexander Onufrijewitsch Kowalewski (, * auf dem Gute WorkowoAlexander Kowalewski, in: Sitzungsberichte der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu München. München: Verlag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, 1903. S. 288., damals Gouvernement Witebsk, Russisches Reich; † in Sankt Petersburg, Russisches Reich) war ein russischer Zoologe. Er gilt als Begründer der komparativen Embryologie und experimentellen Histologie in Russland.
Leben und Wirken Kowalewski studierte an der Universität Heidelberg Medizin und wurde an der Universität Sankt Petersburg promoviert. Er war ein Schüler von Ernst Haeckel. 1867 forschte er gemeinsam mit Ilja Iljitsch Metschnikow in Neapel.Bernardino Fantini: Ilya Illich Metschnikow. In: Wolfgang U. Eckart, Christoph Gradmann (Hrsg.): Ärztelexikon. Von der Antike bis zur Gegenwart. 3. Auflage. Springer Verlag, Heidelberg/Berlin / New York 2006, S. 226 f. Ärztelexikon 2006, . 1868/69 wurde er Professor in Kasan, ab 1869 in Kiew, ab 1874 in Odessa und ab 1891 an der Russischen Akademie der Wissenschaften und Professor an der Universität in Sankt Petersburg (1891–1893).
Er zeigte, dass alle Tiere als Embryonen durch ein Gastrulations-Stadium gehen, was damals die Darwin’sche Evolutionstheorie unterstützte, die er wesentlich in Russland förderte. Davor war die Gastrulation vor allem bei Wirbeltieren untersucht worden. Haeckel hebt in diesem Zusammenhang die Entdeckung Kowalewskis von 1866 hervor, dass die Gastrulations-Entwicklung bei primitiven Wirbeltieren wie dem Lanzettfisch ähnlich abläuft wie bei Manteltieren (Seescheide). Er erkannte die Bedeutung der Chorda dorsalis für die Stammgeschichte und schlug die Zusammenfassung von Tieren mit Chorda zu Chordatieren vor.
1890 wurde er als ordentliches Mitglied in die Russische Akademie der Wissenschaften aufgenommen; bereits seit Dezember 1883 gehörte er der Akademie als korrespondierendes Mitglied an. Die Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique nahm ihn im Dezember 1882 als assoziiertes Mitglied auf. 1885 wurde er in die Accademia delle Scienze di Torino, 1887 in die Accademia Nazionale dei Lincei, 1895 in die Académie des sciences in Paris und 1896 in die American Academy of Arts and Sciences sowie die Königlich Niederländische Akademie der Wissenschaften gewählt.
Kowalewski entstammte einer adligen polnischen Familie, er war der Sohn von Onufri Ossipowitsch und Polina Petrowna Kowalewski. Er ist der Bruder des Paläontologen Wladimir Onufrijewitsch Kowalewski.
Ihm zu Ehren wurde die Alexander-Kowalewski-Medaille benannt, die Anfang des 20. Jahrhunderts vor der Revolution und danach erst wieder ab 2001 von der St. Petersburger Gesellschaft der Naturforscher für Leistungen in Entwicklungs- und Evolutionsbiologie verliehen wird.
Schriften Entwicklungsgeschichte des Amphioxus lanceolatus, 1867 Embryologische Studien an Würmern und Arthropoden, 1871
Weblinks Biographie Biographie von Haas,
Einzelnachweise
Kategorie:Zoologe Kategorie:Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Königlich Niederländischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Korrespondierendes Mitglied der Académie des sciences Kategorie:Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien Kategorie:Mitglied der Accademia dei Lincei Kategorie:Mitglied der Accademia delle Scienze di Torino Kategorie:Träger des Pour le Mérite (Friedensklasse) Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1840 Kategorie:Gestorben 1901 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Daugavpils)