Der Hermannsberger Weiher ist ein mit Verordnung vom 21. Dezember 1973 des Regierungspräsidiums Tübingen ausgewiesenes Naturschutzgebiet (NSG-Nummer 4.065) im Westen der baden-württembergischen Gemeinde Achberg im Landkreis Ravensburg in Deutschland.

Lage Das rund 17 Hektar große Naturschutzgebiet Hermannsberger Weiher gehört zum Naturraum Westallgäuer Hügelland. Es liegt zwischen den Achberger Ortsteilen Siberatsweiler im Norden, Liebenweiler im Osten und Gunderatweiler im Süden sowie dem zu Tettnang gehörenden Rudenweiler im Westen auf einer Höhe von rund .

Geologie In der Würm-Eiszeit, vor etwa 20.000 Jahren, prägte der Rhein-Vorlandgletscher die Landschaft um den Hermannsberger Weiher. Die Drumlins stellen hier heute die typische Geländeform dar.

Geschichte Am Anfang des 18. Jahrhunderts war die Bezeichnung „Hergensperger Weyer“ auf Karten, Urkunden und in der Literatur gebräuchlich. Nach Trockenlegung mit nachfolgender Streunutzung der Feucht- und Nasswiesen auf dem ehemaligen Weiherboden bürgerte sich vorübergehend der Flurname „Hergensperger Moos“ ein. Heute wird nur noch die Bezeichnung Hermannberger Weiher benutzt. Die Torfschicht des Weihers über feinsandigem Kalk ist heute teilweise bis zu zehn Meter mächtig.

Vom Mittelalter bis vor etwa 150 Jahren diente der Hermannsberger Weiher der Fischzucht und der Wiesenbewässerung.

Schutzzweck Wesentlicher Schutzzweck ist die Erhaltung und Aufwertung des abgelassenen ehemaligen Weihers, dessen Boden heute von einem Flachmoor mit einer Vielzahl bemerkenswerter Pflanzengesellschaften bedeckt wird.

Flora und Fauna

Flora Aus der schützenswerten Flora sind folgende Pflanzenarten (Auswahl) zu nennen: Doldenblütler Kümmelblättrige Silge (Selinum carvifolia) Sumpf-Haarstrang (Peucedanum palustre) oder Ölsenich Enziangewächse Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea) Fieberkleegewächse Fieberklee (Menyanthes trifoliata) oder Bitterklee Hahnenfußgewächse Akeleiblättrige Wiesenraute (Thalictrum aquilegiifolium), auch Amstelraute genannt Wald-Hahnenfuß (Ranunculus nemorosus), auch Hain-Hahnenfuß genannt Heidekrautgewächse Besenheide (Calluna vulgaris), auch Heidekraut genannt Hülsenfrüchtler Berg-Klee (Trifolium montanum) Kardengewächse Gewöhnlicher Teufelsabbiss (Succisa pratensis), auch einfach Abbiss oder Teufelwurz und Teufelsbiss genannt Korbblütler Färber-Scharte (Serratula tinctoria) Gewöhnliches Katzenpfötchen (Antennaria dioica) Niedrige Schwarzwurzel (Scorzonera humilis) Sumpf-Pippau (Crepis paludosa) Weidenblättriger Alant (Inula salicina) oder Weiden-Alant Kreuzblumengewächse Gewöhnliche Kreuzblume (Polygala vulgaris), auch Gewöhnliches Kreuzblümchen Sumpf-Kreuzblume (Polygala amarella), auch Sumpf-Kreuzblümchen Lippenblütler Heil-Ziest (Stachys officinalis), auch Echte Betonie, Flohblume, Pfaffenblume, Zahnkraut oder Zehrkraut genannt Orchideen Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), auch Breitblättrige Fingerwurz genannt Großes Zweiblatt (Listera ovata) Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea), auch Langsporn-Händelwurz, Fliegen-Händelwurz oder Große Händelwurz genannt Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris), auch als Weiße Sumpfwurz, Echte Sumpfwurz oder Sumpf-Sitter bekannt Zweiblättrige Waldhyazinthe (Platanthera bifolia), auch Weiße Waldhyazinthe Primelgewächse Mehlprimel (Primula farinosa) oder Mehlige Schlüsselblume Rötegewächse Nordisches Labkraut (Galium boreale) Rosengewächse Blutwurz (Potentilla erecta), auch Dilledapp, Durmentill, Natter(n)wurz, Rotwurz, Ruhrwurz, Siebenfinger oder Tormentill genannt Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) Sauergrasgewächse Alpen-Rasenbinse (Trichophorum alpinum) Blaugrüne Segge (Carex flacca), auch als Schlaffe Segge, Blau-Segge oder, in älteren Werken, als Meergrüne Segge bezeichnet Bleiche Segge (Carex pallescens) Breitblättriges Wollgras (Eriophorum latifolium) Davalls Segge (Carex davalliana), auch als Torf-Segge oder Rau-Segge bezeichnet Faden-Segge (Carex lasiocarpa) Floh-Segge (Carex pulicaris) Hirse-Segge (Carex panicea) Igel-Segge (Carex echinata) Pillen-Segge (Carex pilulifera) Rostrotes Kopfried (Schoenus ferrugineus) Saum-Segge (Carex hostiana) Schlamm-Segge (Carex limosa) Schmalblättriges Wollgras (Eriophorum angustifolium) Schnabel-Segge (Carex rostrata) Schuppenfrüchtige Gelb-Segge (Carex lepidocarpa) Steife Segge (Carex elata) Sumpf-Segge (Carex acutiformis), oft auch als Scharfkantige Segge bezeichnet Zweihäusige Segge (Carex dioica) Schachtelhalmgewächse Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile) oder Schlamm-Schachtelhalm Schwertliliengewächse Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus), auch Gelbe Schwertlilie genannt Simsenliliengewächse Gewöhnliche Simsenlilie (Tofieldia calyculata) Sonnentaugewächse Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia), auch Himmelstau, Herrgottslöffel, Himmelslöffelkraut, Spölkrut oder Widdertod genannt Spindelbaumgewächse Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris), auch Studentenröschen genannt Veilchengewächse Hunds-Veilchen (Viola canina), auch Roßveilchen genannt Sumpf-Veilchen (Viola palustris) Wasserschlauchgewächse Gemeines Fettkraut (Pinguicula vulgaris), auch Blaues Fettkraut, Gewöhnliches Fettkraut oder Kiwitzfettkraut Kleiner Wasserschlauch (Utricularia minor)

Fauna Unter den zu beobachtenden Libellen gibt es sowohl auf Moore wie auch auf Fließ- und Stillgewässer spezialisierte Arten. Das Naturschutzgebiet ist zudem ein wichtiges Brut-, Rast- und Durchzugsgebiet für Vögel.

Siehe auch Liste der Naturschutzgebiete im Landkreis Ravensburg Liste der Naturschutzgebiete in Baden-Württemberg

Literatur

Weblinks

Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Naturschutzgebiet im Landkreis Ravensburg Kategorie:Moor in Baden-Württemberg Kategorie:Schutzgebiet in Achberg Kategorie:Schutzgebietsgründung 1973