263x263px|mini|Das 80. Deutsche Derby, 1949 mini|264x264px|Deutsches Derby 2015 Das Deutsche Derby ist ein Galopprennen der Gruppe I. Der Leistungsvergleich für dreijährige Vollblutpferde wird jährlich am ersten oder zweiten Sonntag im Juli auf der Galopprennbahn Hamburg-Horn über 2400 Meter ausgetragen und ist mit 650.000 € das höchstdotierte deutsche Grupperennen.Weltstar gewinnt das Deutsche Derby. Am 9. Juli 2018 auf ndr.de, abgerufen am 10. Juli 2018 Vergleichbare Veranstaltungen werden auch im Ausland durchgeführt.
Geschichte Nachdem der Norddeutsche Bund 1867 eine Verfassung erhalten hatte und bei Berlin die Galopprennbahn Hoppegarten unter Regie des Union-Klubs (benannt nach dem Union-Rennen einer seit 1834 ausgetragenen Leistungsprüfung unter klassischen Bedingungen) entstanden war und in Wien seit 1868 der Preis des Jockey-Clubs (Österreichisches Derby) stattfand, wurde am 11. Juli 1869 nach einer Stiftung des preußischen Landstallmeisters Ernst von Schwichow in Hamburg – quasi als gesellschaftliches Gegengewicht – das Norddeutsche Derby erstmals ausgetragen. Der erste Sieger war das Pferd Investment aus dem Besitz von Ulrich von Oertzen.
Nur wenige Male wurde das Deutsche Derby (so seit 1889 genannt) nicht in Hamburg gelaufen. Dies war 1919 auf der Rennbahn Grunewald bei Berlin, 1943 und 1944 in Hoppegarten (nahe Berlin), 1946 München und 1947 Köln. Lediglich 1945 wurde das Derby nicht gelaufen. mini|268x268px|Weltstar – Sieger im Deutschen Derby 2018 Das Derby wurde 1940 bis 1944 als „Großer Deutschlandpreis der Dreijährigen“ ausgetragen und das Wiener Derby 1940–1944 als Großer Preis von Wien gelaufen. Das Derby kehrte 1948 nach Hamburg zurück und der Große Deutschlandpreis der Dreijährigen verblieb im Programm der sowjetischen Besatzungszone. Dieser wurde später als Derby der Deutschen Demokratischen Republik gelaufen.
Erfolgreich im Galopp-Derby Der erfolgreichste Trainer im deutschen Derby war mit neun Siegen George Arnull (* Newmarket 1880, † Köln 1960), ein Neffe der beiden Hamburger Vereinstrainer William King Arnull und Ernest Nevill Arnull, deren Großvater Bill Arnull dreimal als Jockey das englische Derby gewann.
George Arnull errang alle Derbysiege als Privat-Trainer in Diensten des Gestüt Schlenderhan, das mit Wiener Walzer 2009 seinen 18. Erfolg buchen konnte – 101 Jahre nach dem ersten Sieger (1908 „Sieger“). An zweiter Stelle folgt mit zwölf Erfolgen bis 1944 das staatliche Hauptgestüt Graditz.
Erfolgreichste Jockeys sind Gerhard Streit und der noch aktive Andrasch Starke mit acht Siegen gefolgt von Otto Schmidt. An vierter Stelle folgt Tom Busby, der bis 1896 fünf Mal das Deutsche Derby gewann, dazu drei Mal das Derby in Wien und zwei Mal in Kopenhagen.
Lediglich drei Aktive haben das Deutsche Derby sowohl als Reiter als auch als Trainer gewonnen. Hein Bollow, der als Reiter 1953, 1954, 1956 und 1962 erfolgreich war, gewann 1974 mit Marduk das Derby noch einmal als Trainer. Harro Remmert gewann 1973 das Derby auf Athenagoras als Reiter und 1995 mit All My Dreams als Trainer. 1937 gewann Ernst Florian Grabsch mit Abendfrieden als Trainer-Jockey für das Gestüt Graditz. Eine Konstellation, die heute nicht mehr möglich ist. Entweder ist ein Aktiver Trainer oder Reiter, aber nicht mehr beides in Personalunion.
Vielen großen und erfolgreichen Reitern fehlte es einfach am nötigen Glück, einen Sieger im Derby zu reiten. Dazu gehören Peter Remmert, Fritz Drechsler und der Europa-Rekordler Peter Schiergen. Als Trainer hat Peter Schiergen dafür schon fünf Derbysieger gesattelt: 2001 Boreal, 2006 Schiaparelli, 2008 Kamsin. 2013 Lucky Speed und 2015 Nutan.
Das Derby ist ein klassisches Rennen und damit ausschließlich für dreijährige Hengste und Stuten offen. Wallache sind ausgeschlossen. Weiterhin müssen die Starter in einem anerkannten Gestütbuch der Rasse Vollblut eingetragen sein. Deswegen können Pferde das Derby nur einmal gewinnen, was sie nicht daran hindert, mehrere verschiedene Derbys zu gewinnen. So hatten vor ihrem Sieg im Deutschen Derby folgende Pferde bereits das Derby in Wien gewonnen: 1883 Tartar, 1887 Zsupan, 1905 Patience, 1942 Ticino, 1943 Allgäu, 1944 Nordlicht, 1954 Kaliber und 1964 Zank. Birkhahn gewann 1948 in Hamburg das Deutsche Derby und in Hoppegarten den Großen Preis der Dreijährigen – das Derby der DDR.
Bisher gelang es drei Trainern, die drei Erstplatzierten im selben Deutschen Derby zu satteln: 1967 Sven von Mitzlaff mit Luciano, Norfolk und Presto 1985 Heinz Jentzsch mit Acatenango, Pontiac und Lirung 2000 Andreas Schütz mit Samum, Subiaco und Acamani 2002 Andreas Schütz mit Next Desert, Salve Regina und Tomori
Es gibt bislang sechs Stuten, die Mutter von jeweils zwei Derbysiegern sind: Kirschfliege mit Kaliber (1954) und Kilometer (1956) Ordinale mit Orofino (1981) und Ordos (1983) Laurea mit Lando (1993) und Laroche (1994) Britannia mit Borgia (1997) und Boreal (2001) Sacarina mit Samum (2000) und Schiaparelli (2006) Wellenspiel mit Windstoß (2017) und Weltstar (2018)
Samum und Schiaparelli (von Monsun aus der Sacarina) sind die bislang einzigen Vollbrüder, die beide das Deutsche Derby gewannen.
Väter von drei oder mehr Derby-Siegern: Name Abkömmlinge Hannibal (St. Leger 1894) 1906 Fels 1908 Sieger 1909 Arnfried 1912 Gulliver II Prunus (St. Leger 1918) 1927 Mah Jong 1932 Palastpage 1938 Orgelton Herold (Derby 1920) 1928 Lupus 1931 Dionys 1933 AlchimistTicino (Derby 1942) 1950 Niederländer 1951 Neckar 1955 Lustige 1957 OrsiniNeckar (Derby 1951) 1958 Wilderer 1964 Zank 1965 Waidwerk (1968 Hogarth im Ital. Derby)Orsini (Derby 1957) 1966 Ilix 1968 Elviro 1969 Don Giovanni 1974 MardukSurumu (Derby 1977) 1985 Acatenango 1989 Mondrian 1991 Temporal (2003 Osorio im Ital. Derby)Acatenango (Derby 1985) 1993 Lando 1997 Borgia 2005 Nicaron (2. Night Tango) (2004 Blue Canari im Frz. Derby)Monsun (Derbyzweiter 1993) 2000 Samum 2004 Shirocco 2006 Schiaparelli (2006 Gentlewave im Ital. Derby)
Schnellste Zeiten mini|Teilnehmerfeld des 148. Deutschen Derbys beim Start
1999 stellte Belenus im Derby die derzeitige in Deutschland über 2400 m gültige Rekordzeit von 2:25,81 Minuten auf.Derbysieger Belenus im Alter von 16 Jahren gestorben, turf-times.de, 12. April 2023 Die 10 schnellsten Zeiten im Derby waren: 2:25,8 (59,26 km/h) 1999 Belenus v. Lomitas – Beaute (Lord Udo) 2:26,8 (58,86 km/h) 1993 Lando v. Acatenango – Laurea (Sharpman) 2:27,9 (58,46 km/h) 2013 Lucky Speed v. Silvano – Lysuna (Monsun) 2:28,4 (58,22 km/h) 1994 Laroche v. Nebos – Laurea (Sharpman) 2:28,8 (58,06 km/h) 1936 Nereide v. Laland – Nella Da Gubbio (Grand Parade) 2:28,8 (58,06 km/h) 1973 Athenagoras v. Nasram – Avenida (Neckar) 2:29,1 (57,95 km/h) 1976 Stuyvesant v. Priamos – Sabeera (Fast Fox) 2:29,4 (57,95 km/h) 1961 Baalim v. Mangon – Blaue Adria (Ladro) 2:29,4 (57,83 km/h) 1985 Acatenango v. Surumu – Aggravate (Aggressor) 2:29,5 (57,79 km/h) 2009 Wiener Walzer v. Dynaformer – Walzerkoenigin (Kingmambo) 2:29,5 (57,79 km/h) 2010 Buzzword v. Pivotal – Bustling (Danehill)
Das sogenannte Sumpfderby von 1927 war mit einer Zeit von 3:03,2 das mit Abstand langsamste Derby der Geschichte.
Siegerliste + SiegerlisteSiegerliste im Deutschen Derby. Auf sieger.de, abgerufen am 6. Juli 2018JahrListe aller Derbysieger, galopp-hamburg.dePferdTrainerJockeyBesitzerZeit des RennensRennvideo2026DardanosAndreas WöhlerWladimir PanowStall Bergholz20262025Hamburg - IDEE 156. Deutsches Derby 06.07.2025 deutscher-galopp.deHochkönigYasmin AlmenräderNina BaltromeiStall Cloverleaf20252024PalladiumHenk GreweThore Hammer-HansenLiberty Racing 20222:37,1820242023Fantastic MoonSarah SteinbergRene PiechulekLiberty Racing 20212:39,1120232022SammarcoPeter SchiergenBauyrzhan MurzabayevGestüt Park Wiedingen2:32,9520222021 Sisfahan Henk Grewe Andrasch Starke Darius Racing 20212020 In Swoop Francis-Henri Graffard Ronan Thomas Gestüt Schlenderhan 20202019 Laccario Andreas Wöhler Eduardo Pedroza Gestüt Ittlingen 2019 2018 Weltstar Markus Klug Adrie de Vries Gestüt Röttgen 2018 2017 Windstoß Markus Klug Maxim Pecheur Gestüt Röttgen 2017 2016 Isfahan Andreas Wöhler Dario Vargiu Darius Racing 2016 2015 Nutan Peter Schiergen Andrasch Starke Stall Nizza 2015 2014 Sea the Moon Markus Klug Christophe Soumillon Gestut Görlsdorf 2014 2013 Lucky Speed Peter Schiergen Andrasch Starke Stall Hornoldendorf 2013 2012 Pastorius Mario Hofer Terence Hellier Stall Antanando 2012 2011 Waldpark Andreas Wöhler Jozef Bojko Gestüt Ravensberg 2011 2010 Buzzword Mahmood Al Zarooni Royston Ffrench Godolphin 2010 2009 Wiener Walzer Jens Hirschberger Frederik Johansson Gestüt Schlenderhan 2009 2008 Kamsin Peter Schiergen Andrasch Starke Stall Blankenese 2008 2007 Adlerflug Jens Hirschberger Frederik Johansson Gestüt Schlenderhan 2007 2006 Schiaparelli Peter Schiergen Andrasch Starke Stall Blankenese 2006 2005 Nicaron Horst Steinmetz David Bonilla Stall Nizza 2005 2004 Shirocco Andreas Schütz Andreas Suborics Georg Baron von Ullmann 2004 2003 Dai Jin Andreas Schütz Olivier Peslier WH Sport International 2003 2002 Next Desert Andreas Schütz Andrasch Starke Gestüt Wittekindshof 2002 2001 Boreal Peter Schiergen John Reid Gestüt Ammerland 2001 2000 Samum Andreas Schütz Andrasch Starke Stall Blankenese 2000 1999 Belenus Andreas Wöhler Kevin Darley Turf Syndikat 99 1999 1998 Robertico Andreas Schütz Andrasch Starke Gestüt Hof Vesterberg 1998 1997 Borgia Bruno Schütz Olivier Peslier Gestüt Ammerland 1997 1996 Lavirco Peter Rau Torsten Mundry Gestüt Fährhof 1996 1995 All My Dreams Harro Remmert Kevin Woodburn Stall Rheinwiese 1995 1994 Laroche Heinz Jentzsch Stephen Eccles Gestüt Ittlingen 1994 1993 Lando Heinz Jentzsch Andrzej Tylicki Gestüt Ittlingen 1993 1992 Pik König Andreas Wöhler William A. Newnes Albert Darboven 1992 1991 Temporal Bruno Schütz Lanfranco Dettori Stall Rosita 1991 1990 Karloff Bruno Schütz Mark Rimmer Stall Steigenberger 1990 1989 Mondrian Uwe Stoltefuß Kevin Woodburn Stall Hanse 1989 1988 Luigi Uwe Ostmann Walter R. Swinburn Stall Marcassargues 1988 1987 Lebos Bruno Schütz Lutz Mäder Stall Klingenstadt 1987 1986 Philipo H. Steguweit Dave Richardson Stall Surinam 1986 1985 Acatenango Heinz Jentzsch Andrzej Tylicki Gestüt Fährhof 1985 1984 Lagunas Heinz Jentzsch Georg Bocskai Gestüt Fährhof 1983 Ordos Sven von Mitzlaff Peter Alafi Gestüt Zoppenbroich 1983 1982 Ako Hans Günther Heibertshausen Erwin Schindler Frl. St. Seiler 1981 Orofino Sven von Mitzlaff Peter Alafi Gestüt Zoppenbroich 1980 Navarino Arthur P. Schlaefke Dave Richardson H. Einschütz 1979 Königsstuhl Sven von Mitzlaff Peter Alafi Gestüt Zoppenbroich 1978 Zauberer Heinz Jentzsch Bernd Selle Gestüt Bona 1977 Surumu Adolf Wöhler George Cadwaladr Gestüt Fährhof 1976 Stuyvesant Heinz Jentzsch Ralf Suerland Gestüt Schlenderhan 1975 Königssee Adolf Wöhler José Orihuel Gestüt Hohe Weide 1974 Marduk Hein Bollow Joan Pall Margit von Batthyány 1973 Athenagoras Sven von Mitzlaff Harro Remmert Gestüt Zoppenbroich 1972 Tarim Georg Zuber Geoff Lewis Fredi Ostermann 1971 Lauscher Herbert Cohn Dave Richardson Gestüt Rösler 1970 Alpenkönig Heinz Jentzsch Peter Kienzler Gestüt Schlenderhan 1969 Don Giovanni Heinz Jentzsch B. Taylor Gestüt Schlenderhan 1969 1968 Elviro Sven von Mitzlaff Peter Alafi Gestüt Waldfried 1967 Luciano Sven von Mitzlaff Lester Piggott Stall Primerose 1967 1966 Ilix Sven von Mitzlaff Oskar Langner Stall Gamshof 1965 Waidwerk Johannes Kuhr Johannes Starosta Gestüt Ravensberg 1964 Zank Andreas Hecker Joan Pall W. Vischer 1963 Fanfar A. Klimscha Lester Piggott Margit von Batthyány 1963 1962 Herero Arthur Lochow Hein Bollow Gestüt Römerhof 1961 Baalim Valentin Seibert