Siemens Mobile war ein Tochterunternehmen von Siemens und über lange Zeit hinweg der letzte verbliebene deutsche Mobiltelefonhersteller. 2005 wurde das Unternehmen an das taiwanische Unternehmen BenQ verkauft und in BenQ Mobile umbenannt. Ein Jahr später musste BenQ Mobile Insolvenz anmelden.

Geschichte 1985 stieg Siemens mit dem Mobiltelefon C1 ins Mobilfunkgeschäft ein. 1992 konnte mit dem 2 kg schweren Koffermobiltelefon P1 im D-Netz telefoniert werden. 1994 begann Siemens mit dem Verkauf des S1, des ersten eigenen GSM-Handys. Drei Jahre später (1997) begann der Verkauf des S10, des weltweit ersten Handys mit Farbbildschirm.CHIP Online: Das S10 konnte vier verschiedene Farben anzeigen. 1999 war Siemens wieder Vorreiter und brachte das SL10 auf den Markt, das erste Handy der Welt im „Slider“-Format sowie eines der ersten Endnutzerprodukte, die weiße LEDs verwendeten.

Im Jahr 2000 übernahm Siemens die Handysparte der Robert Bosch GmbHMarco Dalan: Siemens will Bosch-Handy-Sparte übernehmen in Die Welt, 27. Dezember 1999 und konnte den eigenen Marktanteil noch einmal steigern. Gleichzeitig wurde das Handygeschäft in ein eigenes Unternehmen ausgegliedert. 2003 verkaufte Siemens mit dem SX1 das erste eigene Handy mit dem Symbian-Betriebssystem.

Insbesondere ab 2004 fiel der Marktanteil von Siemens im Handygeschäft jedoch deutlich und die Handysparte rutschte in die Verlustzone.telespiegel.de – Siemens verkauft Handy-Sparte – BenQ übernimmt Herstellung der Mobiltelefone, abgerufen am 14. Januar 2018 Zurückgeführt wurde dies vor allem auf das Verpassen wichtiger Markttrends und teils erhebliche Software-Fehler in den Produkten"Das war unser Elch-Test" Focus online, 9. September 2004, abgerufen am 30. August 2015.. Der Anteil am Weltmarkt stürzte zuletzt von 8 % auf 5,5 % ab, Siemens war zu diesem Zeitpunkt aber noch immer der fünftgrößte Handyhersteller weltweit. Noch 2004 betonte Siemens, wie wichtig es sei, weiterhin im Wachstumsmarkt der Handys und Mobiltelefone präsent zu sein.Spiegel Online: IG Metall kritisiert Verkauf der Siemens-Handy-Sparte Siemens Mobile war zuletzt Teil der Siemens-Sparte „Communications“. Siemens-Vorstand Heinrich von Pierer erklärte noch im Januar 2005, dass die Handysparte vorerst nicht verkauft, sondern saniert werden solle und einigte sich mit den Arbeitnehmern unter anderem auf längere Arbeitszeiten.heise.de: Pierer will Siemens-Handysparte aus den roten Zahlen holen

Kurz nachdem Klaus Kleinfeld der neue Vorstandsvorsitzende bei Siemens geworden war, wurde im Juni 2005 der Verkauf der Handysparte an das taiwanische Unternehmen BenQ bekanntgegeben., Pressemitteilung, BenQ, 7. Juni 2005 Siemens mobile wurde in BenQ Mobile, eine Tochtergesellschaft von BenQ mit Sitz in München, umgewandelt. Insbesondere von Arbeitnehmerseite wurde der plötzliche und vollständige Ausstieg von Siemens aus dem schnell wachsenden Handygeschäft kritisiert. Auch Der Spiegel nannte den Verkauf einen „schweren Rückschlag für die deutsche Wirtschaft“.Teurer Abschied – Siemens verschenkt Handy-Sparte. Spiegel online, 7. Juni 2005. Das Abstoßen der Handysparte kostete Siemens noch einmal über 350 Millionen Euro.

Das letzte Handy, das unter der Marke Siemens erschien, war das SXG75. Alle künftigen Eigenentwicklungen wurden unter dem Namen BenQ-Siemens verkauft. BenQ hatte sich zuvor die Namensrechte an Siemens für fünf Jahre gesichert. Unter der Regie von BenQ brach der Marktanteil jedoch noch einmal um 40 % ein.BenQ – Klingeltod. Manager Magazin, 5. September 2006 BenQ führte die ehemalige Handysparte nur etwa ein Jahr weiter.

Nachdem der Mutterkonzern BenQ die Zahlungen einstellte, musste BenQ Mobile am 29. September 2006 einen Insolvenzantrag stellen. Die Produktion und der Betrieb wurden am 31. Dezember 2006 stillgelegt.Offizielles Insolvenzverfahren eröffnetHeise Online: BenQ-Handygeschäft in Deutschland am Ende. golem.de Am 24. Februar 2007 meldete die Süddeutsche Zeitung, dass der letzte potentielle Investor abgesprungen sei und das Unternehmen nun zerschlagen werde.Das Ende von BenQ Mobile. Süddeutsche Zeitung

Tausende Arbeitsplätze gingen daraufhin verloren, vor allem in München und im ehemaligen Werk in Kamp-Lintfort (Nordrhein-Westfalen).

Weil Siemens seine Mitarbeiter nicht ausreichend über die mit dem Verkauf einhergehenden Veränderungen informiert hatte, wurde das Unternehmen knapp vier Jahre später vom Bundesarbeitsgericht verurteilt.

Produkte mini|hochkant|Eines der letzten Handys von Siemens, das Siemens S65 Auswahl:, abgerufen am 5. Januar 2018 1985: Siemens C1 1992: Siemens P1spiegel.de – 20 Jahre digitaler Mobilfunk, abgerufen am 8. Januar 2018 1994: Siemens S1 1995: Siemens S3, Siemens S3com, Siemens S4 1997: Siemens S6DComputermuseum: Siemens S6d from 1997, Siemens S6EDie große Siemens Handysammlung, Siemens S10 1999: Siemens SL10teltarif.de – Siemens SL10: Das erste Slider-Handy, abgerufen am 8. Januar 2018altehandys.de – Siemens SL 10, abgerufen am 8. Januar 2018, Siemens S25, Siemens C25 2000: Siemens C35, Siemens M35i, abgerufen am 14. Januar 2018, Siemens S35iStiftung Warentest - Internet-Handys Endlich da?, abgerufen am 9. November 2021 2001: Siemens S45, Siemens SL45, Siemens SX45, Siemens ME45 2002: Siemens S55, Siemens C55, Siemens M55, Siemens A50, abgerufen am 8. Januar 2018 2003: Siemens C60, Siemens MC60, Siemens A60, Siemens SX1, Siemens A55, abgerufen am 14. Januar 2018, Siemens A55, abgerufen am 8. Januar 2018 2004: Siemens S65, Siemens SL65, Siemens M65, Siemens A65,Siemens A51, abgerufen am 8. Januar 2018, Siemens CX70, abgerufen am 8. Januar 2018, Siemens CXi70, abgerufen am 8. Januar 2018, Siemens CXT70, abgerufen am 7. Januar 2018 2005: Siemens SXG75, Siemens CX75, Siemens M75, Siemens S75 abgerufen am 7. Januar 2018, Siemens A31 (Originallink abgerufen am 8. Januar 2018), Siemens A70 2006: BenQ Siemens A38, abgerufen am 8. Januar 2018, BenQ Siemens Q-fi EF51

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