Bassum (plattdeutsch: Bassen) ist eine Stadt im Landkreis Diepholz in Niedersachsen mit Einwohnern.

Geografie Lage Bassum liegt im Südosten des Naturparks Wildeshauser Geest etwa 25 km südlich von Bremen und wird vom Klosterbach durchflossen. Der Bassumer Ortsteil Nordwohlde liegt am Hombach; Neubruchhausen, der östlichste Ortsteil, befindet sich am Oberlauf der Hache. Der Bassumer Utkiek ist ein 87 Meter hoher, künstlich aufgeschütteter Berg im Ortsteil Wedehorn. Er befindet sich auf dem Gelände der AbfallWirtschaftsGesellschaft (AWG) mbH – Entsorgungszentrum Bassum und ist die höchste Erhebung im Landkreis Diepholz.

Stadtgliederung Die Stadt besteht aus den folgenden Ortschaften (Einwohnerzahlen vom März 2024)

OrtschaftFlächeEinwohnerOrtsvorsteherbassum.deParteiAlbringhausen7,01 km²283Jürgen LaschinskiBürger-Block Apelstedt mit Pannstedt218Hans-Hagen BöhringerCDU Bramstedt mit Bünte und Röllinghausen2077Julian ZurmühlenCDU Eschenhausen179Wilhelm WortmannCDU Groß Henstedt109Malte DannemannCDU Groß Ringmar mit Klein Ringmar297André BartelsCDU Hallstedt236Arne Engelke-DenkerCDU Hollwedelmit Dimhausen, Möhlenhof, Hilken, Katenkamp, Nüstedt, Klein u. Groß Hollwedel572Heimke MöhlenhofCDU Neubruchhausen mit Freidorf1133Werner WislohBürger-Block Nienstedt111Dorothee BinderCDU Nordwohlde mit Stütelberg, Fesenfeld, Kastendiek, Steinforth,Högenhausen, Kätingen und Pestinghausen1532Birgit KattauCDU Osterbinde772Helma SchöpeSPD Schorlingborstel mit Ebersheide, Lowe und Kolloge5 km²132Hermuth StraßburgBürger-Block Stühren mit Döhren8,33 km²287Carsten JägerWedehorn199Horst Hussmann Bassum mit seinen alten Stadtteilen Bassum, Loge und Freudenberg sowie Hassel, Klenkenborstel,Nienhaus und WichenhausenCathleen SchorlingCDU

Nachbargemeinden Im Norden grenzt die Stadt Bassum an die Gemeinde Stuhr, im Nordosten an die Stadt Syke. Im Osten teilt sich die Stadt Bassum eine Grenze mit der Gemeinde Bruchhausen-Vilsen, die zur Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen gehört, und im Süden mit den Gemeinden Schwaförden, Scholen und Neuenkirchen, die zur Samtgemeinde Schwaförden gehören. Im Südwesten grenzt Bassum an die Stadt Twistringen und im Nordwesten an die Gemeinden Beckeln, Dünsen und Kirchseelte, die zur Samtgemeinde Harpstedt im Landkreis Oldenburg gehören.

Flächennutzung +Katasterflächen nach Nutzungsarten der tatsächlichen Nutzung (ALB)Nutzung Fläche (ha)19791989200120102015 Gebäude- und Freifläche 827 867 961 1047 1086 Wohnfläche 374 432 530 581 601 Gewerbe- und Industriefläche 64 49 71 91 91 Betriebsfläche 40 49 78 111 99 Abbauland 26 29 46 75 46 Erholungsfläche 39 78 56 52 55 Grünanlage 25 39 25 52 55 Verkehrsfläche 880 880 895 933 885 Straße, Weg, Platz 829 829 849 800 658 Landwirtschaftsfläche 12731 12740 12462 12204 12174 Moor 5 5 4 4 4 Heide 7 - 1 1 - Waldfläche 2217 2131 2263 2324 2415 Wasserfläche 82 87 106 118 128 Flächen anderer Nutzung 13 22 32 33 17 Unland 13 15 14 15 7 Friedhöfe (ab 1989) - 7 7 7 7 Gesamt 16828 16854 16855 16857 16858

Die Flächennutzung in der Stadt Bassum ist landwirtschaftlich geprägt. Die landwirtschaftlichen Flächen sind seit 1979 um über 550 Hektar kleiner geworden. Die Gebäude- und Freiflächen und Waldflächen sind in diesem Zeitraum gewachsen. Die Betriebs-, Erholungs- und Verkehrsflächen in zwischenzeitlich größer geworden, danach aber wieder kleiner geworden. +Katasterflächen nach Nutzungsarten der tatsächlichen Nutzung (ALKIS)NutzungKatasterfläche (ha)201520202022Siedlung1.2501.2761.302 - Wohnbaufläche600623629 - Industrie- und Gewerbefläche233235239 - Sport-, Freizeit- und Erholungsfläche697082Verkehr869843844 - Straßenverkehr482477479Vegetation14.63414.65014.617 - Landwirtschaftsfläche12.17712.16012.126 - Waldfläche2.2722.2762.276 - Heide000 - Moor444 - Unland272525Gewässer119116122 - stehendes Gewässer (See/Teich)535257Gesamt16.87216.88516.885

Klima Im Mittel erreichte die Lufttemperatur in Bassum 9,6 °C und es fielen 693 Millimeter Niederschlag.

Natur- und Landschaftsschutzgebiete Im Bassumer Stadtgebiet gibt es sechs ausgewiesene Naturschutzgebiete (NSG): NSG Schlattbeeke (zwischen Apelstedt und Wedehorn; 45 ha), seit 1998 NSG Garbeeke (südwestlich der Ortschaft Bassum an der B 51; 60 ha), seit 1999 NSG Geestmoor-Klosterbachtal (südlich der Ortschaft Bassum, teilweise in der Gemeinde Neuenkirchen; 356 ha), seit 2009 NSG Hachetal und Freidorfer Hachetal (südlich und nördlich von Neubruchhausen, größtenteils im Bereich der Stadt Syke; rund 260 ha), seit 2018 NSG Kammmolch-Biotop bei Bassum (westlich der Ortschaft Bassum; 5,1 ha), seit 2015

Außerdem gibt es sieben ausgewiesene Landschaftsschutzgebiete (LSG): LSG Siekholz (westlich von Stühren; 14,0 ha), seit 1939 LSG Westermark (nördlich von Bramstedt, größtenteils in der Stadt Syke; 701,0 ha), seit 1964 LSG Hombach – Finkenbach – Klosterbach (in den Ortschaften Stühren, Nordwohlde und Bramstedt; 2302,0 ha), seit 1967 LSG Mühlenbach – Wedehorner Holz (südlich der Ortschaft Bassum; 671,1 ha), seit 1969 LSG Freidorf (südlich von Neubruchhausen; 269,0 ha), seit 1971 LSG Harpstedter Geest (nördlich von Dimhausen; 206,0 ha), seit 1973 LSG Hachetal II (nördlich von Neubruchhausen, größtenteils in Syke; 350,3 ha), seit 1996

Geschichte links|mini|Bassumer Thingstätte in der Nähe der Freudenburg mini|Closter Bassen in Freudenberg – Matthäus Merian, 1654

Das Gebiet der heutigen Stadt Bassum war schon früh besiedelt, worauf die Hügelgräber in Stühren und die Thingstätte in der Nähe der Freudenburg hindeuten.

Die Edelfrau Liutgart gab 858 ihr gesamtes väterliches Erbe, um damit ein Kanonissenstift zu gründen. Dieses Stift wurde von Erzbischof Ansgar von Bremen als Kloster Birxinon (Bassum) geweiht. 1541 wurde durch Graf Jobst I. von Hoya die Reformation eingeführt.

Die Grafen von Hoya, zu deren Herrschaftsbereich auch das Amt Freudenberg gehörte, wurden erstmals 1202 urkundlich erwähnt. Um 1230 wurde die Burg Freudenberg durch die Grafen von Hoya errichtet, die erstmals 1388 als „Slot Vroydenbergh“ urkundliche Erwähnung fand. Als 1582 die Grafen von Hoya ausstarben, fiel das Amt Freudenberg mit den Flecken Bassum, Freudenberg und Loge und siebzehn Dörfern an die Landgrafschaft Hessen-Kassel, das Stift Bassum fiel hingegen an Calenberg und Wolfenbüttel, während Neubruchhausen an Celle fiel.

+ Politische Zugehörigkeit Bassums Staat/Staatenbund Gliedstaat/Mitgliedsstaat Verwaltungseinheit von – bis Grafschaft HoyaAmt Freudenberg bis 1582 Landgrafschaft Hessen-Kassel 1582–1807 Departement der Weser Kanton Freudenberg(im Distrikt Rinteln) 1807–1810 Departement der Wesermündungen Kanton Bassum(im Arrondissement Nienburg) 1811–1814 Deutscher Bund Amt Freudenberg 1814–1866 1867–1871 1871–1885Kreis Syke 1885–1919 1919–1932Landkreis Grafschaft Hoya 1932–1933 1933–1945 1945–1946 20px Land Hannover 1946 1946–1949 1949–1977 Landkreis Diepholz seit 1977 mini|Das Bassumer Amtsgericht hatte ab 1879 hier seinen Sitz; heute Volksbank

1726 wurde Bassums erste Apotheke in dem Haus Kirchstraße 18 eingerichtet. Durch den Wiener Kongress wurde 1815 die ehemalige Grafschaft Hoya ein Teil des Königreichs Hannover. Die Gebiete der ehemaligen Grafschaft Hoya wurden 1816 der neuen Provinz Grafschaft Hoya und 1823 der Landdrostei Hannover zugeordnet. Im Statistischen Handbuch des Königreichs Hannover wurden 1824 die Gebiete der heutigen Stadt Bassum den herrschaftlichen Ämtern Freudenberg, Harpstedt, Syke und Bruchhausen zugeordnet. Zum Amt Freudenberg gehörten die Flecken Bassum mit Stift, Freudenberg mit Haft und Helldiek und Loge, sowie die Dörfer Albringhausen, Apelstedt, Döhren, Eschenhausen, Hallstedt, Hassel, Groß Hollwedel, Klenkenborstel, Nienhaus, Nienstedt, Osterbinde, Klein Ringmar, Schörlingborstel, Stühren, Wedehorn und Wichenhausen. Der Amtsvogtei Böhrde im Amt Harpstedt zugeordnet waren u. a. die Dörfer Diek, Dimhausen, Groß Henstedt, Klein Hollwedel, Nüstedt und Groß Ringmar. Das Kirchspiel Nordwohlde im Amt Syke bestand aus den Bauerschaften Nordwohlde mit den Dörfern Castendeich, Fesenfeld, Gräffinghausen, Hoyenhausen, Kätingen, Pestinhausen, Steinforth und Stütelberg sowie Groß Bramstedt mit den Dörfern Klein Bramstedt, Bünte und Röllinghausen. Der Flecken Neubruchhausen war dem Amt Bruchhausen zugeordnet. Das Königreich Hannover wurde 1867 zur preußischen Provinz Hannover, in der 1885 die Landdrosteien in Regierungsbezirke umgewandelt wurden und neue Kreise anstelle der Ämter gegründet wurden, seitdem gehörte Bassum zum Kreis Syke im Regierungsbezirk Hannover.

Von 1852 bis 1879 hatte das Amtsgericht in der Burg Freudenberg seinen Sitz, es wurde 1879 nach Bassum verlegt, sie blieb aber bis 1966 Amtswohnung des Amtsrichters. 1875 wurde die Schule Bremer Straße 16 gebaut. Am 1. Juni 1896 vereinigten sich die drei Flecken Bassum, Loge und Freudenberg zum Gesamtflecken Bassum. Seit dem 24. September 1927 darf der Flecken Bassum ein Wappen und ein Amtssiegel führen. Die Stadtrechte bekam der Flecken Bassum am 16. November 1929 vom preußischen Staatsministerium verliehen.

1959 wurde am Rande der Gemeinde, auf dem Gelände der ehemaligen Lungenheilstätte Bassum (Koordinaten= ), eines von zehn bundesdeutschen Warnämtern, das Warnamt II, in Betrieb genommen. Diese Zivilschutzbehörde war bis in die 1990er Jahre, das Warnamt II bis zur Schließung 1996, mit der Warnung und Alarmierung der Bevölkerung vor Gefahren im Frieden und Verteidigungsfall betraut. Der Bunker und die darin enthaltene Ausstattung sind erhalten geblieben und werden von einem Verein der Öffentlichkeit zugängig gemacht.

Durch die Gemeindegebietsreform von 1974 wurden die bis dahin selbständigen Umlandgemeinden zu Ortschaften der Einheitsgemeinde Stadt Bassum. Bis zur preußischen Kreisreform 1932 gehörte Bassum zum Kreis Syke, danach zum Landkreis Grafschaft Hoya, seit der Kreisreform 1977 zum Landkreis Diepholz.

Eingemeindungen Durch einen Beschluss des Preußischen Staatsministeriums wurden zum 17. Oktober 1928 die Gemeinden Hassel, Klenkenborstel, Nienhaus und Wichenhausen mit dem Flecken Bassum vereinigt.

Am 1. März 1974 wurden die bisher selbständigen Gemeinden Albringhausen, Apelstedt, Bramstedt, Eschenhausen, Groß Henstedt, Groß Ringmar, Hallstedt, Hollwedel, Neubruchhausen (Flecken), Nienstedt, Nordwohlde, Osterbinde, Schorlingborstel, Stühren und Wedehorn in die Stadt Bassum eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Jahr 17.5.1939 13.9.1950 1968 1978 1988 1998 2007 2010 2012 2013 2014 Einwohner 9.654 17.461 13.843 13.968 13.859 15.643 16.176 15.870 15.442 15.529 15.634 (jeweils am 31. Dezember)LSKN-Online. Abgerufen am 6. Mai 2014.

Politik

Stadtrat Der Rat der Stadt Bassum besteht aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000 Einwohnern., abgerufen am 12. November 2014 Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Neben den 30 in der Stadtratswahl gewählten Mitgliedern ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister im Rat stimmberechtigt. mini|Rathaus Bassum Seit der ersten Kommunalwahl nach der Gemeindereform 1974 gab es im Rat der Stadt Bassum nur Fraktionen von CDU, SPD und FDP. 1986 kamen die Grünen als vierte Partei mit einem Sitz hinzu. Bei der Stadtratswahl 1991 trat die FDP erstmals seit 1952 nicht an, stattdessen der Bürger-Block mit vielen Personen, die zuvor für die FDP kandidiert hatten.

Die Partei Die Linke ist seit 2011 mit einem Sitz im Rat vertreten, damit hat seit 1946 erstmals wieder eine Partei links von SPD und Grünen einen Sitz im Stadtrat. Die FDP trat zwischen 1991 und 2016 nicht für den Bassumer Rat an und gewann 2016 einen Sitz.

Bei der letzten Stadtratswahl am 12. September 2021 wurde der Stadtrat für die Ratsperiode vom 1. November 2021 bis zum 31. Oktober 2026 gewählt.

Fraktionen /Grundmandatare Sitze 2006 Sitze 2011 Sitze KW 2011 Sitze2016 Sitze KW 2016 Sitze 2021Sitze