Wiesa ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Thermalbad Wiesenbad im Erzgebirgskreis.

Geografie Lage Wiesa liegt etwa 3 Kilometer nördlich von Annaberg im Erzgebirge. Die Ortslage erstreckt sich beiderseits der hier nahezu in West-Ost-Richtung verlaufenden Zschopau.Durch den Ort führt die Staatsstraße 261 Bundesstraße 95–Wiesenbad, über Kommunalstraßen bestehen zudem Anschlüsse an die südlich verlaufende Bundesstraße 101 Annaberg–Freiberg sowie an die Nachbarorte Schönfeld und Neundorf.

Nachbarorte

Geschichte mini|Blick aus Westen zur St.-Trinitatis-Kirche mini|Rittergut Wiesa (um 1860) mini|hochkant|Nahaufnahme von St. Trinitatis mini|St. Trinitatis, Jugendstil (1904) Die erste urkundliche Erwähnung datiert von 1452 als zcu der Weßen, bereits 1389 wird ein Henschyl von der Weßen erwähnt.vgl.

Im 15. Jahrhundert erfuhr Wiesa durch den Silberbergbau einen enormen Bevölkerungszuwachs. Relikte dieser Zeit, in Form von zahlreichen Stollen, sind noch heute im Ort sichtbar, so z. B. der Lindenstollen. 1539 kaufte der Rechenmeister Adam Ries das „Vorwerk bei der Wiesen“, die heute zu Annaberg-Buchholz gehörende „Riesenburg“., abgerufen am 12. Februar 2011. Am 30. Januar 1762 gründete sich die Berggrabebrüderschaft Wiesa, welche heute noch als Traditionsverein „Bergbrüderschaft Wiesa“ e. V. besteht. August Schumann nennt 1825 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Wiesa mit Wiesenbad betreffend u. a.:

Der Ort gehörte bis 1856 zum Amt Wolkenstein.Historisches Ortsverzeichnis Sachsen Die am 1. Februar 1866 eröffnete Zschopautalbahn führt zwar durch das Ortsgebiet, Wiesa erhielt aber an ihr keine eigene Bahnstation. Erst 1908 wurde die Stationsbezeichnung des Schönfelder Bahnhofs – von dem von 1888 bis 1967 die Schmalspurbahn nach Geyer abzweigte – in Schönfeld-Wiesa geändert. Der Bahnhof Schönfeld-Wiesa lag jedoch über 1 Kilometer westlich der Ortsmitte von Wiesa. mini|Rittergut, ehem. Wirtschaftsgebäude 2017 1902–04 wurde St. Trinitatis erbaut. Der Entwurf des im Jugendstil errichteten Baus stammt vom Dresdner Architekturbüro Schilling & Graebner. Die Orgel lieferte Jehmlich Orgelbau Dresden. Ehedem soll Wiesa bereits eine Kirche besessen haben.vgl.

1936 wurde dem Ort Wiesa das Rittergut Wiesa von der Gemeinde Schönfeld zugeordnet.

Der ortsansässige VEB Geräte- und Werkzeugbau Wiesa, der Anfangs zum Gerätebaukombinat Königswartha und später ab 1979Rainer Karlsch: Die Rüstungsbetriebe der DDR im Überblick in: Hans Gotthard Ehlert, Matthias Rogg: Militär, Staat und Gesellschaft in der DDR: Forschungsfelder, Ergebnisse, Perspektiven, Ch. Links Verlag 2004, 740 Seiten, Seite 180 zum VEB Kombinat Spezialtechnik gehörte, fertigte während der DDR-Zeit Handfeuerwaffen.

Zum 1. April 1998 erfolgte die Umgliederung von 154,16 ha Gemeindegebiet mit 62 Einwohnern zur Stadt Annaberg-Buchholz.Gebietsänderungen ab 1. Januar 1998 bis 31. Dezember 1998 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen, S. 2 (PDF; 21 kB), abgerufen am 12. Februar 2011. Am 1. Januar 1999 erfolgte der Zusammenschluss der bis dahin eigenständigen Gemeinden Neundorf, Schönfeld, Wiesa und Wiesenbad zur neuen Gemeinde Wiesa.Gebietsänderungen ab 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 1999 auf der Internetpräsenz des Statistischen Landesamtes des Freistaats Sachsen, S. 2 (PDF; 39 kB), abgerufen am 12. Februar 2011. Am 1. Januar 2005 erfolgte die Umbenennung der Gemeinde in Thermalbad Wiesenbad.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005

Zum 1. April 2007Bilderstrecke zum Bahnhof Schönfeld-Wiesa, abgerufen am 12. Februar 2011. wurde der Bahnhof zugunsten des wenig später etwa in Ortsmitte neu eingerichteten Haltepunktes „Wiesa (Erzgeb)“ aufgelassen, heute existiert von den ehemals umfangreichen baulichen Anlagen nur noch das Empfangsgebäude.

Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1551 89 besessene Mann und Häusler, 43 Inwohner1764 30 besessene Mann, 45 Häusler, 17 ¾ Hufen1834 11361871 17221890 2451 Jahr Einwohnerzahl1910 29051925 29791939 30181946 30791950 2072 Jahr Einwohnerzahl1964 20161990 15521998 1419

Söhne und Töchter des Ortes Otto Fiedler (1931–2013), Physiker Martha Weber (1904–1998), erzgebirgische Dichterin Christoph Wonneberger (* 1944), evangelischer Pfarrer

Literatur

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Weblinks

STREIFZÜGE durch die Geschichte des oberen Erzgebirges: Kartografische Darstellung unserer Heimat – Wiesa

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Erzgebirgskreis Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Erzgebirgskreis) Kategorie:Thermalbad Wiesenbad Kategorie:Ersterwähnung 1452 Kategorie:Gemeindeauflösung 1999