Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ist eine Bundesbehörde der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Es ist ein Fachamt des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) der Schweizer Bundesregierung (Bundesrat). Das Amt versteht sich als Fachstelle für den Agrarsektor und ist in sechs Direktionsbereiche aufgeteilt (Direktion, Märkte und Internationales, Direktzahlungen und Ländliche Entwicklung, Digitalisierung und Datenmanagement, Produktionsgrundlagen, natürliche Ressourcen und Forschung und der letzte Bereich ist Recht, Ressourcen und Integrale Sicherheit). Ausserdem unterstehen dem BLW die drei eidgenössischen landwirtschaftlichen Forschungsanstalten (Agroscope) und das Nationalgestüt in Avenches. Das BLW überwacht zum Beispiel den Kohlenstoffgehalt der Böden in der Schweiz und eruiert ihr Potential für Speicherpotential für Kohlenstoff.

Bezeichnungen 1879–1882 Kanzlei des Eidgenössischen Handels- und Landwirtschaftsdepartement (HLD) 1883–1887 Abteilung für Landwirtschaft (unter dem HLD) 1888–1895 Abteilung für Landwirtschaft (unter dem Eidgenössischen Industrie- und Landwirtschaftsdepartement ILD) 1896–1914 Abteilung für Landwirtschaft (unter dem Eidgenössischen Handels-, Industrie- und Landwirtschaftsdepartement HILD) 1915–1979 Abteilung für Landwirtschaft (unter dem Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement EVD) 1979Die Angaben bis und mit 1979 entstammen der – 2012 Bundesamt für Landwirtschaft (unter dem EVD) 2013- Bundesamt für Landwirtschaft (unter dem WBF)

Geschichte 1878 wurde das Eisenbahn- und Handelsdepartement als Handels- und Landwirtschaftsdepartement neu strukturiert, dem 1881 eine «Abteilung Landwirtschaft» angegliedert wurde. Daraus wiederum ging 1979 das Bundesamt für Landwirtschaft hervor.

Kritik Für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln war lange Zeit das Bundesamt für Landwirtschaft zuständig. Bundesamt für Landwirtschaft, abgerufen am 12. November 2017. Eine Allianz von 13 verschiedenen Organisationen forderte 2017 in einem offenen Brief Bundesrat Johann Schneider-Ammann auf, das Zulassungsverfahren einer unabhängigen Stelle zu übertragen. Vertreter des BLW hätten in den letzten Monaten mehrfach Aussagen zu Pestiziden gemacht, die eine Befangenheit des Amtes befürchten lasse, heisst es im Schreiben. Zu den 13 Organisationen, die den Brief mitverfasst haben, gehören unter anderem: Bio Suisse, Vision Landwirtschaft, Pro Natura, Greenpeace und WWF. In: www.bauernzeitung.ch vom 31. Oktober 2017, abgerufen am 31. Oktober 2017. Auch Kantonschemiker werfen dem Bundesamt seit Jahren Intransparenz und Abhängigkeit vor. Im Juni 2019 wurde bekannt, dass der Bund das Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel von der externen KPMG überprüfen lässt. Der Bericht der KPMG wurde im November 2019 veröffentlicht.

Im November 2019 hat sich auch die Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein (AWBR), ein Zusammenschluss von über 60 Wasserversorgungsunternehmen im Einzugsgebiet der Aare, des Rheins, der Alpenseen und des Bodensees, in einem offenen Brief an das Bundesamt für Landwirtschaft und das zuständige Departement gewandt. Unter anderem wurde ein sofortiges Verkaufs- und Anwendungsverbot für Chlorthalonil gefordert, da Rückstände dieses Pestizids immer mal wieder im Grund- und Trinkwasser nachgewiesen werden konnten. Des Weiteren soll das Grundwasser-Monitoring auf Pestizide und Pestizidabbauprodukte über Gebühren auf Pestizidverkäufe finanziert werden (→ Verursacherprinzip).

Per 1. Januar 2022 wurde die Zulassungsstelle für Pflanzenschutzmittel dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen zugeordnet. Das Bundesamt für Umwelt wird die Hauptverantwortung bei der Beurteilung der Risiken von Pflanzenschutzmitteln für die Umwelt übernehmen. Das Bundesamt für Umwelt ist jedoch dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) von Bundesrat Albert Rösti (SVP) unterstellt, wodurch es bei der Festlegung von Grenzwerten im Gewässerschutz landwirtschaftspolitische Argumente höher gewichtet als wissenschaftliche.

Direktoren 1884–1912: Franz Müller 1912–1913: Ulrich Weidmann 1913–1938: Josef Käppeli 1939–1946: Ernst Feisst 1946–1957: Jakob Landis 1957–1969: Walter Clavadetscher 1969–1992: Jean-Claude Piot 1992–2000: Hans Burger 2000–2011: Manfred Bötsch 2011–2019: Bernard Lehmann 2019–: Christian Hofer

Quelle: Archiv für Agrargeschichte

Personalbestand ab 2001

Literatur

Weblinks

Website des Bundesamtes für Landwirtschaft

Siehe auch Geschichte der Landwirtschaft in der Schweiz

Einzelnachweise

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