Kirchhasel ist ein Stadtteil von Hünfeld im osthessischen Landkreis Fulda. Zum Ort gehören die Weiler Stendorf und Neuwirtshaus.

Geographie Der Stadtteil Kirchhasel liegt am nördlichen Ausläufer der Rhön und gehört zum Biosphärenreservat Rhön. Der Ort liegt drei Kilometer nordöstlich von Hünfeld. Im Süden verläuft die Bundesstraße 84.

Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Kirchhasel erfolgte unter dem Namen Hasalaha im Jahr 815. Als in einer Urkunde die strittigen Zehntansprüche zwischen dem Bischof Wolfger von Würzburg und dem Abt Ratger des Reichsklosters Fulda geregelt wurden.

Bereits im 9. Jahrhundert wurde eine Wehrkirche erwähnt. Neben der Wehrkirche entstand die Pfarrkirche St. Georg. Die alte Wehrkirche erstrahlt heute noch neben der Pfarrkirche und es werden noch Taufen und Gottesdienste in der Wehrkirche gehalten.

Zum 31. Dezember 1971 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Kirchhasel im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Hünfeld eingemeindet. Für Kirchhasel wurde, wie für die übrigen bei der Gebietsreform nach Hünfeld eingegliederten Gemeinden, ein Ortsbezirk gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Kirchhasel angehört(e):

vor 1803: Heiliges Römisches Reich, Hochstift Fulda, Amt/Oberamt Haselstein 1803–1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Oranien-Fulda, Fürstentum Fulda, Amt Kirchhasel 1806–1810: Kaiserreich Frankreich, Fürstentum Fulda (Militärverwaltung) 1810–1813: Großherzogtum Frankfurt, Departement Fulda, Distrikt Kirchhasel ab 1816: Kurfürstentum Hessen, Großherzogtum Fulda, Amt Hünfeld ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis HünfeldVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 75.1822: Trennung zwischen Justiz (Justizamt Hünfeld) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Fulda ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Fulda, Kreis Hünfeld ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Hünfeld ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Hünfeld ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Hünfeld ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Fulda, Stadt Hünfeld

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Kirchhasel 645 Einwohner. Darunter waren 3 (0,5 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 123 Einwohner unter 18 Jahren, 282 zwischen 18 und 49, 123 zwischen 50 und 64 und 117 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 246 Haushalten. Davon waren 63 Singlehaushalte, 54 Paare ohne Kinder und 105 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 45 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 159 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung 1812: 55 Feuerstellen, 417 Seelen (zusammen mit Neuwirtsbach)

Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 506 katholische (= 100 %) Einwohner • 1961: 21 evangelische (= 3,39 %), 599 katholische (= 96,61 %) Einwohner

Politik Für Kirchhasel besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Kirchhasel) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 63,78 %. Es erhielten die „Bürger-Union Kirchhasel“ mit 77,78 % sieben Sitze, und die CWE „Christliche Wähler-Einheit“ mit 22,22 % zwei Sitze. Der Ortsbeirat wählte Jürgen Ruschke zum Ortsvorsteher.

Infrastruktur Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die lokale Nahverkehrsgesellschaft Fulda mit der Buslinie 87 sicher. In Kirchhasel gibt es den katholischen Kindergarten St. Georg und die Kindertagesstätte Kirchhasel mit dem Natur- und Waldkindergarten „Haselmäuse“.

Literatur Adrian Seib: Kulturdenkmäler in Hessen. Landkreis Fulda II. Burghaun, Eiterfeld, Hünfeld, Nüsttal, Rasdorf. Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Herausgeber und Verlag), Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-8062-2607-2, S. 309–320.

Weblinks Die Stadtteile. In: Webauftritt der Stadt Hünfeld.

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Fulda Kategorie:Ortsteil von Hünfeld Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Fulda) Kategorie:Ersterwähnung 1290 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971