Odorheiu Secuiesc (; , ) ist eine Stadt im Kreis Harghita in der Region Siebenbürgen in Rumänien.
In dialektischen Varianten wird die Stadt auch manchmal Odderhällen oder Hofmarkt genannt.
Geographische Lage Odorheiu Secuiesc liegt östlich des Siebenbürgischen Beckens, in den Westausläufern des Harghita-Gebirges (Munții Harghita), eines Gebirgszugs der Ostkarpaten. An der Mündung des Baches Sărat in den Oberlauf der Târnava Mare, der Bahnstrecke Vânători–Odorheiu Secuiesc und dem Drum național 13A, liegt die Stadt etwa 50 Kilometer südwestlich von der Kreishauptstadt Miercurea Ciuc (Szeklerburg) entfernt.
Geschichte Odorheiu Secuiesc ist das kulturelle Zentrum des Szeklerlandes. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt erfolgte im Jahr 1330 in einem päpstlichen Pflichtregister, besiedelt ist die Gegend aber schon seit der Steinzeit. Die Burg Udvarhely („Hofstelle“) ist seit dem 13. Jahrhundert das Zentrum der Szekler im Westen des Harghita-Gebirges.Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.
Im August 2005 waren Odorheiu Secuiesc und einige umliegende Dörfer von schweren Überschwemmungen betroffen.
Demografie VolkszählungVarga E. Árpád: Volkszählungen 1880–2002 bei kia.hu, letzte Aktualisierung am 1. November 2008 (PDF; 513 kB; ungarisch). Ethnie Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche Andere 1850 4.789 117 4.355 71 246 1920 11.554 211 11.015 154 174 1941 13.550 52 13.311 130 57 1977 28.738 866 27.688 47 137 1992 39.959 837 38.937 39 146 2002 36.948 1.077 35.357 25 489 2011 34.257 861 31.665 9 1.722 (509 Roma) 2021 31.335 721 27.351 10 3.253 (495 Roma)
Sehenswürdigkeiten Die Jesus-Kapelle stammt nicht wie angenommen aus dem 13. Jahrhundert, sondern aus dem 16. Jahrhundert. Es handelt sich als Vierkonchenanlage um ein seltenes Denkmal romanischen Stils in Siebenbürgen. Die Kapelle steht unter Denkmalschutz.Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert (PDF; 7,10 MB). Rezső-Haáz-Museum Wissenschaftliche Bibliothek, die Grundlagen konnten aus Buchspenden von Fürst Michael I. Apafi und seinem Kanzler, dem Schulgründer János Bethlen, gelegt werden. Zahlreiche Gebäude in den Straßen Bethlen Gábor, Cetății, Kossuth Lajos und Tompa László, im 18. und 19. Jahrhundert errichtet, stehen unter Denkmalschutz.
Sport Der HC Odorheiu Secuiesc spielt seit 2007 in der ersten rumänischen Handball-Liga.
Partnerstädte Odorheiu Secuiesc pflegt Partnerschaften mit der serbischen Stadt Subotica, der slowakischen Stadt Dunajská Streda, den ungarischen Ortschaften Barcs, Békéscsaba, Cegléd, Hajdúdorog, Keszthely, Tatabánya, Tihany, Törökbálint, Vác und den Budapester Bezirken Budavár und Soroksár..
Persönlichkeiten
Gábor Ugron (1847–1911), Politiker und Reichstagsabgeordneter Anton Lipošćak (1863–1924), Feldmarschalleutnant der Österreichisch-ungarischen Armee Endre Rajk (1899–1960), faschistischer Politiker László Rajk (1909–1949), kommunistischer Politiker Ferenc Dobos (1912–1992), ungarischer Ruderer Éva H. Balázs (1915–2006), Historikerin und Hochschullehrerin Cornelia Tăutu (1938–2019), Redakteurin und Filmkomponistin Péter Eötvös (1944–2024), Komponist und Dirigent Zoltan Fejer-Konnerth (* 1978), Tischtennis-Nationalspieler
Siehe auch Liste der Städte in Rumänien
Weblinks
Oderhellen bei siebenbuerger.de Odorheiu Secuiesc bei ghidulprimariilor.ro Touristische Informationen über die Stadt
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1330