Police grand-ducale 160px|neues Logo der Luxemburger Polizei. Aufsicht Ministerium für innere Angelegenheiten Gründung 1. Januar 2000 Reform 1. August 2018 Hauptsitz Findel Leitung GeneraldirektorPhilippe SchrantzBeigeordneter GeneraldirektorDonat DonvenGeneralsekretärinKristin Schmit Bedienstete 1838 (2019) Netzauftritt www.police.public.lu mini|Links Generaldirektor Philippe Schrantz mini|Motorrad der Großherzoglichen Polizei mit SpezialkennzeichenEs kennzeichnet alle Fahrzeugverbände, in welchen sich ein Mitglied des Großherzoglichen Hofs befindet. in den Farben der Dynastie.

Die Police grand-ducaleArmee und Großherzogliche Polizei bilden in Luxemburg gemeinsam die sogenannte Öffentliche Macht () im Sinne des ersten Artikels des Gesetzes über die Organisation des Militärs vom 23. Juli 1952. (; ), auch Police Lëtzebuerg genannt, ist ein Organ der Exekutive in Luxemburg. Sie untersteht dem Minister für innere Sicherheit und entstand in ihrer heutigen Form am 1. Januar 2000, als die vormalige Großherzogliche Gendarmerie und die dezentral organisierte staatliche Polizei fusionierten. Sie ist für die Innere Sicherheit, Aufrechterhaltung der Öffentlichen Ordnung sowie die Durchsetzung der Gesetze verantwortlich.Loi du 18 juillet 2018 sur la Police grand-ducale (franz.)

Geschichte Während die Geschichte der Gendarmerie aus der Zeit der französischen Besatzung im damaligen Département Forêts begann und damit vergleichsweise jung war, gehen die Wurzeln der Polizei bis ins 13. Jahrhundert zurück. (franz.) Gräfin Ermesinde II. konnte zu ihren Lebzeiten nicht nur ihr Herrschaftsgebiet verdreifachen, sie erhöhte durch eine umfassende Verwaltungsreform auch den Wohlstand und die Sicherheit. Unter Anwendung des Rechts von Beaumont „befreite“ sie viele Städte und Dörfer. Nach der heutigen Quellenlage waren die Hauptaufgaben der damaligen Polizei: Patrouille zur Verbrechensvorbeugung, Festsetzung von Deserteuren und Vagabunden, Überwachung der Sonn- und Feiertagsruhe, Überwachung der Schulpflicht.

Ab 1531 kamen die folgenden Aufgaben zur Gewährung von „Einheit und gegenseitigem Verständnis zwischen den Untertanen und Seiner Majestät“ hinzu: Währungs- und Zollüberwachung, Notare, Konkurswesen; Monopolwesen und Lebensmittel- und Preiskontrolle; Aufsicht von Obdachlosen, Armen, Landstreichern; Aufgaben des Standesamtes: Widmungen, Hochzeiten; Einschreiten bei Mord, Trunkenheit, Pferdediebstahl, Lästerer.

Mit der Einführung einer einheitlichen und funktionsfähigen Verwaltung nach der Französischen Revolution entfielen einige Aufgaben wieder. Fokus der Arbeit war jetzt „de veiller et tenir la main, dans l'étendue de chaque municipalité, à l'exécution des lois et règlements de police“ (etwa: „im Bereich jeder Gemeinde die Ausführung der Gesetze und Polizeiverordnungen zu überwachen und zu unterstützen“), bis heute Schwerpunkt der Polizeiarbeit.

Gründung der Gendarmerie Die Maréchaussée in Luxemburg wurde während der Herrschaft der Habsburger am 3. Februar 1733 gegründet. Von 1795/1801 bis 1814 geriet das Land als Département Forêts nach dem Einzug der französischen Revolutionstruppen unter französische Herrschaft. Die Maréchaussée wurde Teil der Gendarmerie nationale. Der Wiener Kongress legte 1815 fest, dass das nun zum Großherzogtum erhobene Land ein Bundesstaat des neu gegründeten Deutschen Bundes wurde. Gleichzeitig führten die Kongressbeschlüsse zu einer Personalunion mit dem Königreich der Vereinigten Niederlande. 1840 entstand die Maréchaussée royale grand-ducale, deren Name 1863 unter Wilhelm III. in Königlich Grossherzogliche Gendarmerie Kompagnie geändert wurde. Unter deutscher Besatzung ab 1940 wurde die Gendarmerie der deutschen Polizei eingegliedert. Das Gesetz vom 23. Juli 1952 legte die gesetzlichen Grundlagen für die Gendarmerie neu fest. Sie war ebenso wie die Armee und die Polizei Teil der Force publique.

Verstaatlichung der Polizei Den ersten Schritt zur Verstaatlichung der Polizei ging man 1930, wobei die vorher ausschließlich den jeweiligen Gemeindebehörden unterstellten Polizeibeamten unter nationalstaatliche Befehlsgewalt kamen.Tony Jungblut: Ein Interview mit Polizeidirektor J. M. Weis. In: Tony Jungblut (Hrsg.): FEINDE der Gesellschaft (= A-Z : Luxemburger illustrierte Wochenschrift. No. 30). Genossenschaftsdruckerei, Esch-sur-Alzette 1935.

In den folgenden Jahren unternahm man weitere Schritte im Sinne dieser Verstaatlichung: ab 1952 trug die Polizei – sicher auch wegen der unliebsamen deutschen Besatzung – nicht mehr die Bezeichnung Lokalpolizei, sondern Police. Außerdem wurde in diesem Jahr die Polizei der Armee und der Gendarmerie rechtlich gleichgestellt, was eine Ausweitung der Machtbefugnisse bedeutete.

Im Jahr 1968 nahm man mit einem weiteren Gesetz das Problem der Finanzierung in Angriff. Fortan wurden die Personalkosten zu 60 % durch den Staat und zu 40 % durch die Gemeinden getragen, während die Kosten für das Material der Polizei gänzlich durch den Staat übernommen wurden. Darüber hinausgehende Kosten mussten weiter durch die Gemeinden getragen werden.

1980 wurden die territorialen Einschränkungen die schutzpolizeilichen Zuständigkeiten betreffend abgeschafft.

Im Jahre 1989 wurden die gerichtspolizeilichen (kriminalpolizeilichen) Zuständigkeiten der Polizei auf das ganze Land ausgeweitet, wodurch für diese nunmehr keine territorialen Einschränkungen mehr bestanden.

Nach wie vor waren die meisten Teile der Ausbildung sowie die Dienstgrade bei Gendarmerie und Polizei identisch. Auch fanden Versetzungen von Beamten zwischen beiden Zweigen der Exekutive statt.

Kennzeichnungspflicht Siehe auch

Derzeit gibt es keine Verpflichtung für Polizeibeamte zum Tragen von Identifikationsnummern auf ihren Uniformen. Aktuell befasst sich das Luxemburger Parlament mit einem Gesetzentwurf zur Regelung der Kennzeichnungspflicht von Polizeibeamten.

Fusion am 1. Januar 2000 Am 1. Januar 2000 wurden die Großherzogliche Gendarmerie und die dezentral organisierte staatliche Polizei zur Police grand-ducale fusioniert. Die früher militärischen Dienstgrade der Gendarmerie wurden jedoch bei der heutigen Großherzoglichen Polizei durch zivilere Bezeichnungen ersetzt (z. B. Inspektor, Kommissar).

Im Jahr 2019 verfügte die Police grand-ducale über 1.838 Polizisten und 365 Zivilbeschäftigte.

Organisation mini|Regionen der Polizei seit der Reform von 2018 : Die nach der Reform vom 18. Juli 2018 gültige Organisationsstruktur der Police grand-ducale sieht wie folgt aus:

Generaldirektion 4 Zentraldirektionen Direction Centrale de Police Administrative (DCPA), Zentraldirektion der Verwaltungspolizei Direction Centrale de Police Judiciaire (DCPJ), Zentraldirektion der Kriminalpolizei Direction Centrale de Ressources et de Compétences (DCRC), Zentraldirektion für Ressourcen und Kompetenzen Direction Centrale des Stratégies et des Performances (DCSP), Zentraldirektion für Strategie und Leistung

4 Nationale Einheiten, die an die DCPA gegliedert sind (Unités nationales) Unité de la police de la route (UPR) Nationale Verkehrspolizei Unité de la police de l’aéroport (UPA) Flughafenpolizei Unité de Garde et d'Appui Opérationnel (UGAO) Wach- und Bereitschaftspolizei Unité Spéciale de la Police (USP) Spezialeinheit

4 Polizeiregionen (Régions de Police) Polizeiregion Nord (DR Diekirch) Polizeiregion Sud-Ouest (DR Esch/Alzette) Polizeiregion Centre-Est (DR Grevenmacher) Polizeiregion Capitale (DR Luxembourg)

Das Hauptquartier der Generaldirektion der Polizei befindet sich in der Nähe des Flughafens von Luxemburg (Ortschaft Findel der Gemeinde Sandweiler). Dort sind auch die vier Zentraldirektionen angesiedelt.

Die Direktionen der vier Polizeiregionen sind in Diekirch, Esch-an-der-Alzette, Grevenmacher und Luxemburg-Stadt angesiedelt. Jede von diesen vier Polizeiregionen setzt sich neben der Regionaldirektion aus „Commissariats à 3 roulements“ (kurz: C3R; auf 3 Schichten laufende Kommissariate, also rund um die Uhr) und den lokalen „Commissariats à 2 roulements“ (kurz: C2R; auf zwei Schichten laufende Kommissariate) (alles Schutzpolizei) zusammen. Jede Polizeiregion verfügt außerdem über einen „Service Régional de Police de la Route“ (Regionaldienst der Verkehrspolizei, SRPR) sowie einen „Service Régional de Police Spéciale“ (Regionaler Sonderpolizeidienst).

Region Kommissariat Schichtbetrieb Norden Commissariat Ettelbruck C2R Commissariat Ourdall - Site Clervaux C2R Commissariat Turelbaach Site Heiderscheid C2R Site Grosbous C2R Commissariat des Ardennes Site Bavigne C2R Site Wiltz C3R Commissariat Atert Site Rambrouch C2R Site Rédange C3R Commissariat Diekirch/Vianden Site Diekirch C3R Site Vianden C2R Commissariat Echternach C3R Commissariat Troisvierges C3R Süd-Westen Commissariat Käerjeng/Pétange Site Käerjeng C2R Site Pétange C2R Commissariat Belvaux C2R Commissariat Esch C3R Commissariat Esch Centre C2R Commissariat Kayldall Site Kayl C2R Site Rumelange C2R Commissariat Porte de l'Ouest Site Bertrange C2R Site Strassen C2R Commissariat Porte du Sud C2R Commissariat Réiserbann Site Roeser C2R Site Bettembourg C2R Commissariat Capellen/Steinfort Site Capellen C3R Site Steinfort C2R Commissariat Differdange C3R Commissariat Dudelange C3R Zentrum-Osten Commissariat Ernz Site Junglinster C2R Site Larochette C2R Commissariat Syrdall - Site Roodt/Syre C2R Commissariat Walferdange C2R Commissariat Mersch C3R Commissariat Museldall Site Grevenmacher C3R Site Wormeldange C2R Site Wasserbillig C2R Commissariat Remich/Mondorf Site Remich C3R Site Mondorf C2R Hauptstadt Commissariat Bonnevoie C2R Commissariat Gare/Hollerich C2R Commissariat Gasperich C2R Commissariat Hesperange C2R Commissariat Kirchberg/Cents Site Kirchberg C2R Site Cents C2R Commissariat Limpertsberg C2R Commissariat Merl C2R Commissariat Ville-Haute C2R Commissariat Luxembourg C3R Commissariat Luxembourg - Groupe Gare C3R

Die zentrale, landeseinheitliche Rufnummer lautet 113.

Bisherige Generaldirektoren 2000–2001: Charles Bourg 2001–2008: Pierre Reuland 2008–2015: Romain Nettgen 2015–2024: Philippe Schrantz seit 2024: Pascal Peters

Sonstiges Das Logo der Police Lëtzebuerg (vgl. Infobox) bekam 2020 den German Design Award in der Kategorie Excellent Communications Design/Corporate Identity.

Weblinks

Dienstgradabzeichen der Police grand-ducale

Einzelnachweise

Anmerkungen

! Kategorie:Behördengründung 2000