Dies ist eine Liste Innsbrucker Straßennamen. Es sind auch Namen öffentlicher Brücken im verbauten Stadtgebiet über den Inn und die Sill angegeben.
Zu jedem Eintrag sind die Katastralgemeinde (KG) und fallweise der statistische Bezirk (vereinfacht), der einer Stadtteiluntergliederung entspricht, vermerkt.
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Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Brücken
Geschichte und Systematik der Straßennamen Seit der Gründung der Innsbrucker Altstadt im Jahr 1180 dauerte es noch 150 Jahre bis zu den ersten Namensgebungen. Das Stadtgebiet umfasste damals die Altstadt, St. Nikolaus und Mariahilf. Die ersten Straßennamen wiesen auf die Lage in der Stadt oder auf bedeutende Einrichtungen an der Straße hin. Heutige Zeugen davon sind die Seilergasse und die Schlossergasse in der Altstadt, die auf dort ehemals ansässige Handwerker zurückzuführen sind.
Um 1775 wurde der Maria-Theresianische Steuerkataster angelegt. Es galten weiterhin die Straßennamen, zusätzlich wurde für jedes Haus eine fortlaufende Nummer, die Katasternummer, vergeben. 1787 wurde am Eingang und Ende jeder Straße und Gasse eine Tafel mit dem Straßennamen angebracht.
1873 beschloss der Bürgerausschuss die Vergabe von straßenweisen Hausnummern anstatt der fortlaufenden Katasternummern, die mit der Zeit zu unübersichtlich wurden.
Wilten hatte bereits bei der Eingemeindung 1904 Straßennamen aufzuweisen, in den später eingemeindeten Orten Arzl, Amras, Vill und Igls wurden erst Mitte des 20. Jahrhunderts die alten Katasternummern durch Straßennamen ersetzt.
Bisweilen wurden Straßennamen geändert. Dies geschah zum Beispiel aus politischen Motiven, wie beim Margarethenplatz, der 1923 den Namen Bozner Platz erhielt (siehe weiter unten). Der Platz zwischen Landestheater und Hofburg hieß nach 1934 Dollfußplatz und danach, unter der Herrschaft der Nationalsozialisten, Adolf-Hitler-Platz. Heute ist er ein Teil des Rennwegs. In anderen Fällen werden verdiente Persönlichkeiten an bisher unbenannten oder nach örtlichen Einrichtungen benannten Straßen geehrt, wie etwa Dr.-Sigismund-Epp-Weg (früher Kindergartenweg) oder Helga-Krismer-Platz (früher ein unbenannter Platz an der Eduard-Bodem-Gasse). Etwas missverständliche Namen erhalten einen Zusatz, wie Schrottstraße in Alois-Schrott-Straße oder Fickerweg in Prof.-Ficker-Weg. Umbenennungen führen manchmal zu Protesten betroffener Anrainer (wegen damit nötiger Adressänderungen), weshalb auch Straßen ohne postalische Zustelladresse benannt werden.
Die Benennung der Straßen und Plätze in Innsbruck folgt keiner durchgehenden Systematik, dennoch treten in manchen Stadtgebieten bestimmte „Themen“ gehäuft auf. So erinnern etwa in der Innenstadt der Südtiroler Platz und verschiedene, nach Südtiroler Städten benannte Straßen wie die Meraner Straße, Salurner Straße, Brixner Straße, Brunecker Straße und Bozner Platz an die Abtrennung des südlichen Teils von Tirol durch die Verträge von St. Germain im Jahr 1919.
Das gehäufte Auftreten zoologischer Namen in der Höttinger Au, wie etwa Rehgasse oder Fischottersteig, weist auf den von Kaiser Maximilian I. dort eingerichteten ehemaligen Tiergarten hin. Die Reichenau hat mehrere Namen mit militärischem Bezug, wie die Radetzkystraße oder General-Eccher-Straße. Das Olympische Dorf/Neu-Arzl erinnert an Schlachtorte in der Geschichte Tirols (Pasubiostraße, Pontlatzer Straße) oder Tiroler Freiheitskämpfer (Kajetan-Sweth-Straße, Josef-Kerschbaumer-Straße).
Alte Namen werden auch beibehalten, wenn sich die Situation, auf die sie hinweisen, geändert hat. So sind der Hohe Weg und der Lange Weg heute Durchzugsstraßen, der Hauptplatz liegt in Mühlau nordöstlich des Stadtzentrums und die Dorfgasse weist auf das noch recht dörflich erhaltene Ortsbild im Zentrum von Hötting hin.
Bei der Neuanlage oder Neubenennung von Straßen wird oftmals auf alte Flurnamen zurückgegriffen, die auf Geländeformen oder historische Begebenheiten hinweisen (Am Rain, Höttinger Rain, Am Roßsprung, Burgweg) oder unbekannter Bedeutung sind (Gsturnsteig).
Ein Teil der Namen bezeichnet Persönlichkeiten im Zusammenhang mit der älteren Innsbrucker und Tiroler Geschichte, wie Andechsstraße, Maximilianstraße oder Andreas-Hofer-Straße. Weiterhin finden sich Namen österreichischer Herrscher, Landesfürsten, Landeshauptleute, Bürgermeister, Stadtpolitiker und Gemeindevorsteher ehemals selbständiger Gemeinden, sowie verdienter Bürger der Stadt. Viele Straßenbezeichnungen erinnern auch an österreichische und deutsche Künstler, Musiker und Schriftsteller.
In jüngster Zeit wurden Straßennamen Opfern des Nationalsozialismus gewidmet, wie Otto-Neururer-Straße, Pater-Reinisch-Weg oder Christoph-Probst-Platz.
In den letzten Jahren wird von den linken Parteien im Gemeinderat kritisiert, dass bei den nach Personen benannten Straßen die Männernamen überwiegen.
Namen von Brücken leiten sich zum Teil von Partnerstädten oder mit Innsbruck verbundenen Städten ab (Grenobler Brücke, Freiburger Brücke, New-Orleans-Brücke, Trienter Brücke).
A
Achselkopfweg, KG Hötting (Hörtnaglsiedlung) Der Achselkopfweg zweigt von der Schneeburggasse ab. Die Bezeichnung geht auf den nördlich der Straße gelegenen 1560 m hohen Achselkopf zurück, am Südabhang des Brandjochs.
Adamgasse, KG Innsbruck, KG Wilten Die Adamgasse führt vom Bozner Platz zur Michael-Gaismair-Straße. Der südliche Abschnitt auf Wiltener Gebiet wurde nach Franz Josef Adam (gest. 1830), dem Gründer des Adambräu, benannt, der Innsbrucker Abschnitt nach seinem Sohn Karl Adam (1821–1898), Bürgermeister von Innsbruck.
Adele-Obermayr-Straße, KG Pradl Die Straße zweigt vom Sillufer ins neu bebaute Tivoli-Areal ab. Adele Obermayr (1894–1972) war Gemeinderätin, Landtagsabgeordnete und Bundesrätin. Als Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime war sie von 1943 bis 1945 im KZ Ravensbrück interniert.
Adolf-Kolping-Weg, KG Mühlau (Mühlau-Dorf) Der Weg zweigt von der Holzgasse ab. Adolph Kolping (1813–1865), „Gesellenvater“, Schuhmachergeselle aus Nordrhein-Westfalen, wurde mit 33 Jahren Priester, gründete 1852 den Gesellenverein in Innsbruck.
Adolf-Pichler-Platz, KG Innsbruck (Innenstadt) Der Platz im Zentrum bildet die Verlängerung der Fallmerayerstraße und wurde im Zuge des Rathausneubaus 2001 umgestaltet. Bis 1930 hieß der Platz Karl-Ludwig-Platz.Der Adolf-Pichler-Platz und seine bewegte Geschichte. In: Innsbruck informiert, August 2000, Sonderbeilage Rathausprojekt Innsbruck, S. 10 (Digitalisat) Das 1909 enthüllte Denkmal für Adolf Pichler wurde restauriert und wieder aufgestellt. Adolf Pichler aus Erl, seit 1877 Ritter von Rautenkar, kämpfte als Hauptmann der akademischen Schützenkompanie 1848 gegen Italien. Er war Gymnasiallehrer, Professor für Mineralogie und Geologie, Heimatdichter und Ehrenbürger von Innsbruck.
Ahornhof, KG Pradl Hofstraße in der ehemaligen Südtirolersiedlung (der Südtiroler Umsiedler der Option). Benannt nach den Ahornbäumen im Hof.
Aldranser Straße, KG Amras Teil der Straße in die Gemeinde Aldrans, nach der Schloßstraße.
Algunder Straße, KG Amras Die Straße zweigt von der Amraser-See-Straße ab und ist nach der Südtiroler Gemeinde Algund in der Nähe von Meran benannt.
Allerheiligenhofweg, KG Hötting (Hörtnaglsiedlung) Benannt nach dem alten Bauernhof, der seinen Namen von der ersten Allerheiligenkirche (1376–1786) hat (der Neubau von Clemens Holzmeister wurde 1963–1965 gebaut). Allerheiligenhöfe ist auch eine Haltestelle der Mittenwaldbahn.
Alois-Schrott-Straße, KG Arzl Die Straße wurde von Schrottstraße in Alois-Schrott-Straße umbenannt. Alois Schrott (1838–1902) war Gründer des „Ersten Innsbrucker Verschönerungsvereins“ und des Verkehrsvereins. Der Verschönerungsverein kümmert sich heute um die Erhaltung des Spazierwegenetzes in und um Innsbruck, so sie nicht in die Zuständigkeit des Alpenvereins fallen.
Amberggasse, KG Hötting (Höttinger Au) Sie zweigt vom Fürstenweg ab. Johannes Amberg (1802–1882) war Weihbischof von Brixen, langjähriger Schulinspektor und Dekan in Innsbruck, Gründer des Taubstummeninstituts von Tirol.
Am Bichl, KG Igls Nach einer alten Flurbezeichnung (Bichl ist die oberdeutsche Bezeichnung für Hügel).
Am Gießen, KG Hötting (Höttinger Au) Parallelstraße zur Kranebitter Allee bzw. zum Fürstenweg. Nach dem Gießenbach, der hier kanalisiert und unterirdisch als Fortsetzung des Lohbachs (siehe Lohbachweg) fließt und unterhalb der Universitätsbrücke in den Inn mündet. Der Name Gießen ist schon seit 1365 aus Urkunden bekannt.
Ampfererstraße, KG Hötting (Höttinger Au) Zweigt beiderseits von der Bachlechnerstraße ab. Otto Ampferer (1875–1947) aus Innsbruck war Chefgeologe in Wien und Verfasser von Geländeführern und kartografischen Werken.
Am Rain, KG Pradl An der Türingstraße Benannt nach der nahen, nach Osten abfallenden Geländestufe (im Volksmund „Dotterbichl“ genannt). Ein Rain ist auch eine Ackergrenze.
Amraser-See-Straße, KG Amras Teil der B 174 und Autobahnzubringer zur Inntalautobahn, als Fortsetzung der Burgenlandstraße. Benannt nach dem einstigen Amraser See.
Amraser Straße, KG Innsbruck (Dreiheiligen), KG Pradl, KG Amras Führt als Fortsetzung der Museumstraße bis zum Tummelplatzweg. Benannt nach dem 1938 eingemeindeten Dorf Amras.
Am Roßsprung, KG Pradl Zweigt von der Türingstraße ab. Der Name bezieht sich auf ein Ereignis aus der Zeit Erzherzog Siegmunds. An dieser Stelle soll ein Edelknabe mit dem Pferd seines Herrn einen 40 Werkschuh (etwa 12 Meter) breiten Graben übersprungen haben. Die Flurbezeichnung existiert seit 1625.
Am See, KG Igls Der Weg führt parallel angrenzend an die Lanser Straße. Der Name bezieht sich auf den ehemaligen Viller See nördlich von Igls, der seit 1270 urkundlich erwähnt ist und von 1328 bis 1807 oder 1808 dem Stift Wilten gehörte.
Amthorstraße, KG Pradl An der Kreuzung Pembaurstraße/Langstraße. Eduard Amthor (1820–1884), Verfasser und Verleger alpiner Literatur.
Andechsstraße, KG Pradl (Reichenau), KG Amras Sie führt von der Kreuzung mit der Reichenauer Straße/Prinz-Eugen-Straße zum Autobahnzubringer zur Inntalautobahn (B 174) Die bayrischen Grafen von Andechs gründeten 1180 auf dem Gebiet der heutigen Altstadt im Tauschhandel von Stift Wilten einen Markt und gelten damit als Begründer der Stadt Innsbruck. Otto II., der letzte männliche Andechser, verlieh 1239 das Stadtrecht. Nach seinem Tod 1248 fiel Innsbruck an die Grafen von Tirol.
An der Furt, KG Pradl Liegt parallel zur Sill. Sie erinnert an eine Furt über den Fluss.
An-der-Lan-Straße, KG Mühlau, KG Arzl (Olympisches Dorf) Sie zweigt von der Schützenstraße ab und führt bis zum Kugelfangweg an der Grenze zur Nachbargemeinde Rum. Gotthard Freiherr von An der Lan (gest. 1934), war im Ersten Weltkrieg Führer des Innsbrucker Standschützenbataillons. Die Freiwilligeneinheit verteidigte Tirol an der Dolomitenfront so lange, bis die Kaiserjäger von der Ostfront nach Tirol zurückgeholt wurden.
Andreas-Dipauli-Straße, KG Hötting (Kranebitten) Sie verbindet die Klammstraße mit der Hans-Untermüller-Straße. Andreas Dipauli von Treuheim (1761–1839) war Jurist, Heimatforscher und Mitbegründer des Tiroler Landesmuseums. Er spendete dem Museum seine eigene Bibliothek mit vielen Handschriften (Dipauliana).
Andreas-Hofer-Straße, KG Wilten Sie führt von der Maximilianstraße zur Egger-Lienz-Straße. Andreas Hofer (1767–1810), Viehhändler und Gastwirt vom „Sandhof“ in Passeier, war Anführer des Tiroler Freiheitskampfes von 1809 und wurde 1810 in Mantua erschossen.
Andreas-Hofer-Weg, KG Wilten Ein Spazierweg von der Mentlberg-Siedlung bis zum Sonnenburgerhof an der Brennerstraße.
Angergasse, KG Hötting (Höttinger Au) Fortsetzung der Amberggasse, führt vom Fürstenweg zum Mitterweg. Benannt nach dem Höttinger Anger, einer Viehweide.
Angerzellgasse, KG Innsbruck (Innenstadt) Sie verbindet die Museumstraße mit der Universitätsstraße. Durch Gemeinderatsbeschluss 1873 von Kugelgasse umbenannt. Nach einem alten Adelssitz, bewohnt u. a. von den Grafen von Wolkenstein.