Renate Franziska Seids, genannt Nate Seids, (* 6. Mai 1942 in Steyr; † 2008 in München) war eine österreichische Schauspielerin.
Leben und Werk Nate Seids wuchs in Münichholz und Linz auf und machte am Linzer Gymnasium 1960 ihr Abitur. Sie studierte daraufhin zunächst Malerei in Wien, anschließend vier Semester Theaterwissenschaft. Ihr Bühnendebüt gab sie 1963 am Theater Experiment am Liechtenwerd in Wien. Ihre Ausbildung zur Schauspielerin absolvierte sie von 1965 bis 1969 am renommierten Max Reinhardt Seminar.Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart, Wien 1986 (auch Theaterrollen).
Weitere Stationen ihrer umfangreichen Theaterlaufbahn waren u. a. die Städtischen Bühnen Augsburg, die Staatstheater Braunschweig und Kassel, das Schauspielhaus Bochum, das Nationaltheater Mannheim sowie verschiedene Bühnen in München, wie die Kammerspiele und das Volkstheater.
Im Fernsehen war Nate Seids ab 1967 sporadisch zu sehen, überwiegend in Serien wie Das Haus mit der Nr. 30, Der Androjäger oder Forsthaus Falkenau. Außerdem wirkte sie in drei Derrick-Episoden mit und hatte Gastrollen in sieben Tatort-Folgen, darunter in Schimanskis erstem Fall Duisburg-Ruhrort.
Privates Zu ihrem Vater, dem Sport- und Werbefotografen Friedrich Seids, bestand ein schwieriges Verhältnis. So verbrannte sie nach seinem Tod 1989 seinen gesamten fotografischen Nachlass, obwohl er geschichtlich für ihre Geburtsstadt von Bedeutung gewesen wäre.Steyrer Schauspielerin Nate Seids gestorben, abgerufen am 9. Februar 2015.
Der Tod Nate Seids' im Spätsommer 2008 blieb von der Öffentlichkeit offensichtlich weitgehend unbemerkt. So berichteten die Oberösterreichischen Nachrichten erst im April 2009 von ihrem Ableben.
Filmografie (Auswahl) 1967: Ostwind 1969: Die Enthüllung 1969: Die Geschichte der 1002. Nacht 1977: Das Haus mit der Nr. 30 1980: Familienfest 1981: Frau über vierzig – Tochter einer Mutter 1981: Anderland – Manuel und die verheimlichte Freundschaft 1982: Der Androjäger – Baue nie ein Tier zum Scherz! 1981: Tatort – Duisburg-Ruhrort 1981: Derrick – Tod eines Italieners 1982: Tatort – Kuscheltiere 1982: Tatort – Der unsichtbare Gegner 1983: Derrick – Der Täter schickte Blumen 1983: Die Krimistunde (Fernsehserie, Folge 8, Episode: „Willkommen in unserer Bank“) 1984: Landluft 1984: Tatort – Verdeckte Ermittlung 1984: Tatort – Geburtstagsgrüße 1985: Anderland – Anna und ihr Hund 1985: Die Krimistunde (Fernsehserie, Folge 18, Episode: „Ein Verbrechen für Mütter“) 1985: Der eiserne Weg 1985: Brigade verte 1987: Tatort – Die Macht des Schicksals 1988: Derrick – Eine Art Mord 1989: Ein Heim für Tiere – Samson und Susi 1991: Forsthaus Falkenau – Sorgen 1995: Verkehrsgericht – Gefährliche Transporte 1996: Der König – Frank Steins Braut 2000: Tatort – Viktualienmarkt
Theaterrollen (Auswahl) Städtische Bühnen Augsburg Die heilige Johanna von George Bernard Shaw (Titelrolle) Der Bettelstudent von Carl Millöcker
Theater Oberhausen Lulu von Frank Wedekind (Titelrolle) Kabale und Liebe von Friedrich von Schiller Floh im Ohr von Georges Feydeau
Staatstheater Braunschweig Der Widerspenstigen Zähmung von William Shakespeare Die Frau vom Meer von Henrik Ibsen (Titelrolle) Die Dreigroschenoper von Bertolt Brecht und Kurt Weill Staatstheater Kassel Der Talisman und Der Zerrissene von Johann Nestroy
Münchner Kammerspiele Kein Platz für Idioten von Felix Mitterer Cyankali von Friedrich Wolf
Modernes Theater München Die Pfarrhauskomödie von Heinrich Lautensack
Schauspielhaus Bochum Karneval in Venedig von Carlo Goldoni
Münchner Volkstheater Koralle Meier von Martin Sperr
Auszeichnungen 1966: Preis der Stadt Wien 1978: AZ-Stern der Münchner Abendzeitung
Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 865.
Weblinks
Bericht über Nate Seids Tod
Einzelnachweise
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