Komyros () ist ein Epitheton des griechischen Gottes Zeus in Karien.
Der Kult des Komyros ist durch Lykophrons Alexandra in Halikarnassos bekannt, wo ihm Herakles ein Brandopfer darbringt,Lykophron, Alexandra 459 in einem Scholion von Tzetzes zu der Stelle wird das Epitheton dem Zeus zugeordnet.Tzetzes, Scholion zu Lykophron, Alexandra 459 Der Religionshistoriker Martin Persson Nilsson identifiziert das Epitheton mit dem inschriftlich in Bargylia bezeugten Beinamen des Zeus Kymorios ().Inschriften von Iasos, 632. Erstveröffentlichung: G. Cousin, Ch. Diehl: Inscriptions de Iasos et de Bargylia. In: Bulletin de correspondance hellénique. 13, 1889, S. 38–40.Martin Persson Nilsson: Griechische Feste von religiöser Bedeutung mit Ausschluss der Attischen. S. 28, Fußnote 1. Es ist davon auszugehen, dass es sich bei dem Beinamen um eine ursprünglich karische Lokalgottheit handelte, die dann mit Zeus identifiziert wurde.Karl Scherling: Komyros. Sp. 1304.
Ein zweitägiges Fest des Zeus Komyros, die Komyria, wurde im Bergdorf Panamara gefeiert, in dessen Nähe im 3. Jahrhundert v. Chr. von Antiochos I. die Stadt Stratonikeia gegründet wurde. In Panamara wurden im 19. Jahrhundert Ruinen eines Tempels des Zeus Panameros gefunden, der den kultischen Mittelpunkt verschiedener Gemeinden darstellte, die sich später zu einem Koinon zusammenschlossen.Karl Scherling: Komyros. Sp. 1305. Neben den Komyria wurden hier auch die Panamereia, das Fest des Zeus Panameros, und Heraia zu Ehren der Göttin Hera Teleia begangen. Neben dem Tempel befand sich ein separates, Komyrion genanntes Heiligtum.Martin Persson Nilsson: Griechische Feste von religiöser Bedeutung mit Ausschluss der Attischen. S. 28.
Literatur
Martin Persson Nilsson: Griechische Feste von religiöser Bedeutung mit Ausschluss der Attischen. Teubner, Leipzig 1906. Neudruck Teubner, Stuttgart 1995, ISBN 3-519-07254-8 (Digitalisat).
Einzelnachweise
Kategorie:Griechische Gottheit Kategorie:Kult des Zeus Kategorie:Männliche Gottheit Kategorie:Beiname einer Gottheit