Frühchristliche und byzantinische Bauten in Thessaloniki () ist die zusammenfassende Bezeichnung für eine Reihe von Bauten im Zentrum von Thessaloniki, die seit 1988 zum UNESCO-Welterbe gehören.

Zur seriellen Stätte gehören neben der Stadtmauer und einem Bad dreizehn Kirchen- und Klosterbauten, die zwischen dem 4. und 15. Jahrhundert errichtet wurden. Die Kirchenbauten dokumentieren die Entwicklung der byzantinischen Kirchenarchitektur. Ihre Mosaiken und Wandmalereien gelten als bedeutende Zeugnisse frühchristlicher und spätbyzantinischer Kunst. Die Eintragung in die Welterbeliste erfolgte unter den Kriterien (i), (ii) und (iv).

Bestandteile Zum Welterbe gehören die folgenden 15 Bestandteile:

Nummer Name Bauzeit Flächein ha Koordinaten Bild 456-001 Stadtmauer 4./5. Jh. – zentriert|80px|Stadtmauer in der Nähe des Trigoniou-Turms 456-002 Rotunde 4. Jh. 0,587 zentriert|80px|Rotunde 456-003 Panagia Acheiropoietos 5. Jh. 0,375 zentriert|80px|Panagia Acheiropoietos 456-004 Hagios Demetrios 7. Jh. 1,160 zentriert|80px|Fassade von Hagios Demetrios 456-005 Latomos-Kloster 5./6. Jh. 0,058 zentriert|80px|Apsismosaik im Latomos-Kloster 456-006 Hagia Sophia 7. Jh. 0,820 zentriert|80px|Hagia Sophia 456-007 Panagia Chalkeon 11. Jh. 0,249 zentriert|x80px|Panagia Chalkeon 456-008 Kirche des Heiligen Pandeleimon 14. Jh. 0,174 zentriert|80px|Kirche des Heiligen Panteleimon 456-009 Kirche der Heiligen Apostel 14. Jh. 0,160 zentriert|80px|Kirche der Heiligen Apostel 456-010 Hagios Nikolaos Orfanos 14. Jh. 0,227 zentriert|80px|Fresken des Hagios Nikolaos Orfanos 456-011 Kirche der Agia Ekaterini 13. Jh. 0,083 zentriert|80px|Kirche der Agia Ekaterini 456-012 Kapelle der Verklärung des Erlösers 14. Jh. 0,027 zentriert|80px|Verklärungskapelle 456-013 Vlatades-Kloster 14. Jh. 1,160 zentriert|80px|Vlatades-Kloster 456-014 Kirche des Propheten Elias 14. Jh. 0,198 zentriert|80px|Kuppel der Kirche des Propheten Elias 456-015 Byzantinisches Bad 13. Jh. 0,049 zentriert|80px|Byzantinisches Bad

Beschreibung und Bedeutung Das Welterbe umfasst 15 Denkmäler mit religiöser, weltlicher und militärischer Funktion, darunter die etwa vier Kilometer lange Stadtmauer. Die Bauten entstanden über einen langen Zeitraum vom 4. bis zum 15. Jahrhundert und zeigen eine durchgehende Entwicklung der Kirchenarchitektur – von Zentralbauten über dreischiffige Basiliken bis hin zu Übergangsformen. Diese Bautypen übten zunächst auf die byzantinische und später auf die serbische Monumentalkunst erheblichen Einfluss aus. Auf dieser Grundlage wurde die Stätte 1988 unter den Kriterien (i), (ii) und (iv) in die Welterbeliste eingetragen.

Die Mosaiken der Rotunde, der Kirche des Heiligen Demetrios und des Latomos-Klosters (Hosios David) zählen zu den Hauptwerken frühchristlicher Kunst (Kriterium i). Die Tradition der Monumentalmalerei setzt sich nach den frühchristlichen Anfängen in der Zeit unmittelbar nach dem Bilderstreit (belegt etwa in der Hagia Sophia) fort und reicht über die Komnenenära (Fresken im Hosios David) bis in die Palaiologische Renaissance. Zu dieser späten Phase gehören neben der Apostelkirche, dem Vlatades-Kloster und der Kirche Hagios Nikolaos Orfanos auch die Kirchen des Heiligen Pandeleimon und des Propheten Elias, die Verklärungskapelle, die Kirche der Agia Ekaterini sowie die Euthymios-Kapelle in der Demetrios-Kirche.

Das 315 v. Chr. gegründete Thessaloniki war einer der ersten Ausgangspunkte der Ausbreitung des Christentums und ein Kulturzentrum, das in den künstlerischen Strömungen seiner Zeit eine aktive, zu Konstantinopel sogar konkurrierende Rolle spielte.

Erhaltung und Gefährdung Alle 15 Denkmäler sind vollständig erhalten, nur die Stadtmauer weist geringfügige Verluste auf. Für einen Teil der Bauten bestehen Pufferzonen. Die durchgehende Nutzung seit ihrer Entstehung hat sich nach Einschätzung der UNESCO günstig auf den Erhaltungszustand ausgewirkt.

Mit der planmäßigen Restaurierung der Denkmäler wurde im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts begonnen. Minderwertige neuzeitliche Anbauten wurden entfernt, darunter die Vorhalle der Kirche der Heiligen Apostel und die Strebepfeiler der Kirche des Propheten Elias. Nach dem verheerenden Stadtbrand von 1917 wurde Hagios Demetrios in einer Großrestaurierung wiederhergestellt. Mit der Erneuerung des Dachs von Hosios David (Latomos-Kloster) und der Gestaltung seines Umfelds begann 2002 eine weitere Serie von Erhaltungsmaßnahmen. In deren Verlauf wurden unter anderem Mosaiken in der Rotunde, in Hagios Demetrios und in der Kirche der Heiligen Apostel konsolidiert sowie die Kirche des Heiligen Pandeleimon restauriert. Letztere Maßnahme wurde mit dem Europa-Nostra-Preis ausgezeichnet.

Die Denkmäler stehen unter dem Schutz des griechischen Archäologengesetzes 3028/2002. Betreut werden sie von der Ephorie für Altertümer der Stadt Thessaloniki. Die Nutzung der Kirchengebäude ist der Kirche von Griechenland und dem Ökumenischen Patriarchat übertragen. Als wesentliche Gefährdungsfaktoren nennt die UNESCO das Erdbebenrisiko sowie den Druck der sich wandelnden Stadtentwicklung.

Literatur Eutychia Kourkoutidou-Nikolaïdou, Anastasia Tourta: Spaziergänge durch das byzantinische Thessaloniki. Editionen Kapon, Athen 1997, ISBN 960-7254-48-1.

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Einzelnachweise

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