Hatten Schuyler Yoder (* 20. März 1921 in Cleveland, Ohio; † 2. August 2003 in Bethesda, Maryland) war ein Geophysiker und Petrologe, der Pionierarbeit auf dem Gebiet von Hochtemperatur- und Hochdruckmineralen im Aufbau der Erde leistete. Er war der vierte Direktor der geophysikalischen Abteilung der Carnegie Institution of Washington.
Leben Hatten absolvierte die Lakewood Highschool in Cleveland, Ohio. Danach trat er in die U.S. Navy ein und diente insgesamt 16 Jahre. Er studierte zwischenzeitlich an der University of Chicago, an der er 1941 seinen B.Sc. ablegte. Im Zweiten Weltkrieg war er von 1942 bis 1946 Meteorologe für die Navy im Pazifik und in Europa. Vor der geplanten alliierten Invasion von Japan arbeitete er in Sibirien in einem Team von russischen und amerikanischen Wissenschaftlern, die mit der Planung eines Netzes von Wetterstationen befasst war, das eine zuverlässige Wettervorhersage ermöglichen sollte.
1948 legte er die Prüfung zum Ph.D. am Massachusetts Institute of Technology ab, und begann noch im selben Jahr als Experimentalpetrologe im geophysikalischen Labor der Carnegie Institution for Science. 1971 wurde er zum vierten Direktor des Labors berufen,Hatten S. Yoder, Jr., 1921 – 2003. Carnegie Institution of Washington, Geophysical Laboratory er bekleidete diese Stelle bis 1986.Shaun Hardy, Ann Mulfort, Jennifer Snyder: Geophysical Laboratory General Files, 1900-Present. Carnegie Institution, September 2005 1986 wurde er emeritiert. Er war seit 1959 verheiratet mit Elizabeth Marie Bruffey und hatte mit ihr zwei Kinder. Er starb am 2. August 2003 in Bethesda, Maryland, an den Folgen einer Operation. American Philosophical Society
Wirken 1961 und 1962 veröffentlichte er mit Cecil E. Tilley Beiträge zum Übergang von Basalt in Eklogit mit zunehmender Tiefe im Erdmantel und der Entstehung von basaltischem Magma. 1976 erschien sein Lehrbuch The Generation of Basaltic Magma, das ihn als einen der führenden Experten in diesem Feld etablierte. Im Laufe seiner wissenschaftlichen Karriere befasste Yoder sich mit thematisch unterschiedlichen Gebieten, so etwa mit der physikalischen Chemie von Silikaten und Sulfiden, den gesteinsbildenden Mineralen Grossular, Analcim, Phlogopit, Muskovit und ternäre Feldspate oder der abiotischen Synthese organischer Verbindungen. Die Untersuchung von Basalt bildete jedoch den Schwerpunkt seiner Forschungen.
Preise und Ehrungen (Auswahl) 1958: Mitglied der National Academy of Sciences 1962: Arthur-L.-Day-Medaille 1972: Präsident der Mineralogical Society of America 1973: Abraham-Gottlob-Werner-Medaille 1981: Ehrendoktor der Universität Paris 1998: History of Geology Award 1979: Wollaston-Medaille 1992: Roebling-Medaille 1979: Aufnahme in die American Academy of Arts and Sciences und die American Philosophical Society
Nach Yoder wurde 1959 das Mineral Yoderit benannt.
Werke
als Herausgeber: Evolution of the Igneous Rocks, Princeton UP 1979 (darin von Yoder: Melilite-bering rocks and related Lamprophyres) Buchbesprechung. Geoscience World
Weblinks Hatten S. Yoder, Jr., 1921 – 2003. Carnegie Institution of Washington, Geophysical Laboratory
Einzelnachweise
Kategorie:Petrologe Kategorie:Geologe (20. Jahrhundert) Kategorie:Mitglied der Mineralogical Society of America Kategorie:Mitglied der National Academy of Sciences Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der American Philosophical Society Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1921 Kategorie:Gestorben 2003 Kategorie:Mann