Die SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) ist ein öffentliches Verkehrsunternehmen, das Eisenbahnstrecken, Schienenpersonen- und Güterverkehr sowie Busverkehr betreibt. Die SWEG ist Mitglied im Deutschlandtarifverbund.
Geschichte Am 10. Dezember 1962 wurde in Ettlingen die Südwestdeutsche Eisenbahn-Gesellschaft mbH (SWEG) vom Land Baden-Württemberg als Auffanggesellschaft für die von der Stilllegung bedrohten süddeutschen Strecken der privaten Deutsche Eisenbahn-Betriebsgesellschaft (DEBG) gegründet. Nachdem die DEBG ihre zehn noch in Baden-Württemberg betriebenen Bahnen an die neue Gesellschaft veräußert hatte, nahm diese am 1. Mai 1963 mit folgenden Bahnen den vollen Geschäftsbetrieb auf: Achertalbahn Bruchsal – Ubstadt – Odenheim (– Hilsbach) und Ubstadt Ort – Menzingen Harmersbachtalbahn Jagsttalbahn Kandertalbahn Münstertalbahn Neckarbischofsheim Nord – Hüffenhardt Oberschefflenz – Billigheim Orschweier – Ettenheimmünster Wiesloch–Meckesheim und Wiesloch Stadt–Waldangelloch
Am 1. Oktober 1971 vereinigte das Land Baden-Württemberg die ebenfalls in seinem Eigentum befindliche Mittelbadische Eisenbahnen (MEG) mit der SWEG und wandelte diese in die Südwestdeutsche Eisenbahnen Aktiengesellschaft mit Hauptsitz in Lahr/Schwarzwald um. Dadurch kamen folgende MEG-Strecken und Buslinien zur SWEG: Betrieb Schwarzach (Umspurung der ehem. MEG-Schmalspurstrecke Bühl–Stollhofen, Verzweigung nach Söllingen und Greffern) Kaiserstuhlbahn Bregtalbahn Verkehrsbetrieb Müllheim-Badenweiler
Da inzwischen der Omnibusbetrieb einen größeren Anteil am Gesamtbetrieb erlangt hatte, erfolgte im Jahr 1984 die Änderung der Firma in Südwestdeutsche Verkehrs-AG, wobei die bisherige Abkürzung „SWEG“ beibehalten wurde. Dem Gewinn von Ausschreibungen bzw. der freihändigen Vergabe von Nahverkehrsleistungen durch das Land Baden-Württemberg an die Ortenau-S-Bahn und Breisgau-S-Bahn stehen verlorene Ausschreibungen über Leistungen auf der Wiesentalbahn (in Kooperation mit den Basler Verkehrsbetrieben, Vergabe an die Schweizerischen Bundesbahnen) bzw. auf der Badischen Schwarzwaldbahn (in Kooperation mit der SBB GmbH, Albtal-Verkehrs-Gesellschaft und der HzL, Vergabe an die Schwarzwaldbahn GmbH, eine 100-Prozent-Tochter der Deutschen Bahn) gegenüber. Mit der Auflösung der Ortenau-S-Bahn GmbH 2014 übernahm die SWEG Personenverkehr deren Zugleistungen auf der Renchtalbahn, der Bahnstrecke Hausach–Schiltach, der Bahnstrecke Eutingen im Gäu–Schiltach im Abschnitt Freudenstadt–Schiltach und der Bahnstrecke Appenweier–Strasbourg, mit der Auflösung der Breisgau-S-Bahn GmbH 2017 jene auf der Breisacher Bahn und der Elztalbahn. Anfang Oktober 2016 gliederte das Unternehmen die Eisenbahninfrastruktur aufgrund eisenbahnrechtlicher Vorgaben in die SWEG Schienenwege GmbH aus.
Zum 1. Januar 2018 fusionierte die SWEG Südwestdeutsche Verkehrs-Aktiengesellschaft mit der Hohenzollerischen Landesbahn, die schon seit Juni 2000 einen personengleichen Vorstand hatte, zur SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG. Diese änderte Anfang Oktober 2021 die Gesellschaftsform und firmiert seither als SWEG Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH.
Von Januar bis Juni 2022 war Winfried Hermann, Landesverkehrsminister, Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrats.
Zur Saison 2024/25 wurde die SWEG Hauptsponsor des Fußballvereins Karlsruher SC. Das millionenschwere Sponsoring des hauptsächlich in öffentlicher Hand stehenden Unternehmens stieß auf Kritik, vor allem aus der Fraktion der FDP Baden-Württemberg im Landtag von Baden-Württemberg.
Die SWEG übernahm am 1. Juli 2025 gemeinsam mit ihrer Tochtergesellschaft Trapico die operative Betriebsführung des Stuttgart Airport Busterminals.
Verkehrsbetrieb mini|Bombardier Talent 2 der SWEG (2013) mini|Bombardier Talent 3 der SWEG (2021) mini|Mireo Plus B der SWEG (2024) mini|Solaris Urbino IV electric der SWEG Mittlerweile liegt der Geschäftsschwerpunkt auf dem Betrieb von Buslinien vornehmlich im Landesteil Baden. Die Betriebsführung erfolgt durch regionale Verkehrsbetriebe mit zugeordneten Busleitstellen.Verkehrsbetriebe der SWEG abgerufen am 27. Juli 2020
Verkehrsbetrieb Hohenlohe–Main/Tauber mit Sitz in Dörzbach: Betrieb von Buslinien im Hohenlohe- und Main-Tauber-Kreis, hervorgegangen aus der Jagsttalbahn. Verkehrsbetrieb Kraichgau–Wiesloch mit Sitz in Wiesloch mit Busleitstelle Sinsheim: Umfangreicher Busverkehr mit Schwerpunkt im nördlichen Kraichgau mit Stadtverkehr Walldorf/Wiesloch, hervorgegangen aus den Bahnstrecken Wiesloch–Meckesheim und Wiesloch Stadt–Waldangelloch. Verkehrsbetrieb Mittelbaden–Schwarzach mit Sitz in Schwarzach: Betrieb von Buslinien im Landkreis Rastatt und im Ortenaukreis sowie Güterverkehr zwischen Bühl und Greffern auf den umgespurten Gleisen eines ehemals umfangreichen Schmalspurnetzes. Verkehrsbetrieb Ortenau-S-Bahn mit Sitz in Offenburg: Schienenpersonennahverkehr unter anderem auf der Achertalbahn, der Harmersbachtalbahn, der Europabahn, der Renchtalbahn, der Bahnstrecke Hausach–Schiltach und der Bahnstrecke Eutingen im Gäu–Schiltach im Abschnitt Freudenstadt–Schiltach. Verkehrsbetrieb Mittelbaden–Lahr mit Sitz in Lahr mit den Busleitstellen Schutterwald und Kehl: Umfangreicher Busverkehr im Ortenaukreis sowie Stadtverkehr in Lahr, Kehl und Offenburg, teilweise erbracht durch die 80-Prozent-Tochter Ortenau-Regio-Bus GmbH. Der Ursprung des Betriebes geht auf die ehemalige MEG-Linie Kehl–Lahr–Seelbach zurück. Verkehrsbetrieb Breisgau–Kaiserstuhl mit Sitz in Freiburg: Von dort wird der Schienenpersonennahverkehr auf Kaiserstuhlbahn (Strecke Breisach–Riegel-Malterdingen), Münstertalbahn und Elztalbahn gesteuert. In Endingen a. K. befinden sich eine Bahnbetriebswerkstatt sowie die Busleitstelle (Betrieb von Busverkehr am Kaiserstuhl und in der Stadt Emmendingen). Verkehrsbetrieb Markgräflerland mit Sitz in Müllheim: Betrieb von drei Buslinien zwischen Neuenburg, Müllheim und Badenweiler im Markgräflerland. Der Betrieb geht auf die stillgelegte Müllheim-Badenweiler Eisenbahn zurück. Verkehrsbetrieb Weil am Rhein–Lörrach mit Sitz in Weil am Rhein: Betrieb von Buslinien mit Schwerpunkt auf den Stadtverkehren Weil am Rhein und Lörrach, die jedoch auch in Nachbargemeinden im Markgräflerland sowie nach Basel (beispielsweise Linie 16, die auf ihrer Strecke dreimal die Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz quert) führen. Ursprung des Betriebes ist die heute im Museumsverkehr befahrene Kandertalbahn. Verkehrsbetrieb Hohenzollerische Landesbahn mit Sitz in Immendingen: Betrieb des Ringzug-Netzes im Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar-Heuberg. Verkehrsbetrieb Hohenzollerische Landesbahn mit Busleitstelle in Gammertingen: Schienenpersonennahverkehr auf der Zollern-Alb-Bahn.
SPNV-Linien der SWEG Die folgenden Linien des SPNV werden von der SWEG betrieben: +LinieLinienwegFahrplanAusschreibungsnetzLaufzeitFahrzeugeRS 1Offenburg – Biberach – Hausach – FreudenstadtstündlichNetz 8a Ortenau-S-Bahn und Hermann-Hesse-BahnDez. 2023 – Dez. 2038Siemens Mireo+B (563)RS 11Hausach – Gutach Freilichtmuseum – Hornbergstündlich, nur im SommerNetz 8a Ortenau-S-Bahn und Hermann-Hesse-BahnDez. 2023 – Dez. 2038Siemens Mireo+B (563)RS 12(Offenburg –) Biberach – Zell am Harmersbach – Oberharmersbach-RiersbachstündlichNetz 8a Ortenau-S-Bahn und Hermann-Hesse-BahnDez. 2023 – Dez. 2038Siemens Mireo+B (563)RS 2Offenburg – Oberkirch – Bad Peterstal-GriesbachstündlichNetz 8a Ortenau-S-Bahn und Hermann-Hesse-BahnDez. 2023 – Dez. 2038Siemens Mireo+B (563)RS 3(Offenburg –) Achern – Kappelrodeck – OttenhöfenstündlichNetz 8a Ortenau-S-Bahn und Hermann-Hesse-BahnDez. 2023 – Dez. 2038Siemens Mireo+B (563)RS 4Offenburg – Kehl – Strasbourgalle 30 MinutenNetz 8b EuropabahnDez. 2023 – Dez. 2027Alstom/CAF Régiolis (B85500), Stadler Regio-Shuttle (650)RS 3Ulm – Herrlingen – Munderkingenwerktags alle 30 Minuten bis Herrlingen, sonst stündlichNetz 12 Ulmer SternJuni 2019 – Dez. 2032Alstom Coradia Lint 54 (622)RS 5Ulm – Langenau – AalenstündlichNetz 12 Ulmer SternJuni 2019 – Dez. 2032Alstom Coradia Lint 54 (622)RS 51Ulm – Langenau (– Aalen)stündlichNetz 12 Ulmer SternJuni 2019 – Dez. 2032Alstom Coradia Lint 54 (622)S 2Freiburg – Denzlingen – Waldkirch – Bleibach – Elzachbis Bleibach alle 30 Minuten, sonst stündlichNetz 9b Freiburger YDez. 2019 – Juni 2032Bombardier Talent 3 (8442)S 3Bad Krozingen – Staufen – Münstertalbis Staufen alle 30 Minuten, sonst stündlichNetz 9b Freiburger YDez. 2019 – Juni 2032Bombardier Talent 3 (8442)S 5Riegel-Malterdingen – Endingen am Kaiserstuhl – BreisachstündlichNetz 9b Freiburger YDez. 2019 – Juni 2032Bombardier Talent 3 (8442)RB 42Rottweil – Trossingen Bf – Villingen – Donaueschingen – BräunlingenstündlichNetz 15 Ringzugseit Dez. 2002Stadler Regio-Shuttle (650)RB 42aTrossingen Bf – Trossingen StadtstündlichNetz 15 Ringzugseit Dez. 2002Stadler Regio-Shuttle (650), historische TE-FahrzeugeRB 43Rottweil – Spaichingen – Tuttlingen – Immendingen – Blumberg-ZollhausstündlichNetz 15 Ringzugseit Dez. 2002Stadler Regio-Shuttle (650)RB 43aImmendingen – Tuttlingen – Fridingen – Sigmaringeneinzelne FahrtenNetz 15 Ringzugseit Dez. 2002Stadler Regio-Shuttle (650)RB 59aEngstingen – Gammertingen – Sigmaringeneinzelne Fahrten im FreizeitverkehrNetz 14 ZollernalbbahnDez. 2013/16 – Dez. 2032Alstom Coradia Lint 54 (622)RB 66Tübingen – Hechingen – Balingen – Albstadt-Ebingen – SigmaringenstündlichNetz 14 ZollernalbbahnDez. 2013/16 – Dez. 2032Alstom Coradia Lint 54 (622)RB 67Eyach – Haigerloch – Hechingeneinzelne Fahrten im FreizeitverkehrNetz 14 ZollernalbbahnDez. 2013/16 – Dez. 2032Alstom Coradia Lint 54 (622)RB 68Hechingen – Gammertingen – SigmaringenstündlichNetz 14 ZollernalbbahnDez. 2013/16 – Dez. 2032Alstom Coradia Lint 54 (622)RB 69Balingen – Schömbergeinzelne Fahrten im FreizeitverkehrNetz 14 ZollernalbbahnDez. 2013/16 – Dez. 2032Alstom Coradia Lint 54 (622)RB 76Weil der Stadt – Calwalle 30 MinutenNetz 8a Ortenau-S-Bahn und Hermann-Hesse-BahnDez. 2023 – Dez. 2038Siemens Mireo Plus B (563) Hinzu kommen folgende Strecken, auf denen die SWEG oder die HzL seit der Regionalisierung 1994 SPNV betrieben hat, dies aber gegenwärtig nicht mehr tun:
Freiburg – Gottenheim – Breisach / Endingen am Kaiserstuhl (1997–2019, Breisgau-S-Bahn, heute S1/11, DB Regio) Meckesheim – Neckarbischofsheim Nord – Aglasterhausen (bis 2009, heute S8 der S-Bahn Rhein-Neckar, DB Regio) Neckarbischofsheim Nord – Hüffenhardt (bis 2009, heute RB79, nur Freizeitverkehr, DB Regio) Singen – Stockach (HzL, 2009–2023, Seehäsle, heute S62, DB Regio) Stockach – Mengen (HzL, 2021–2023, Freizeitverkehr, heute DB Regio) Linien der SWEG Bahn Stuttgart im Zeitraum 2022–2025
Eisenbahninfrastruktur Die SWEG Schienenwege GmbH (SSG) betreibt als Eisenbahninfrastrukturunternehmen folgende Strecken mit einer Gesamtlänge von 210 Kilometern (km) in drei Teilnetzen:
SWEG-Netz mini|Regio-Shuttle der SWEG in Oberharmersbach (2017) Achertalbahn: Achern – Ottenhöfen (10,7 km) Bahnstrecke Bühl–Stollhofen: Bühl – Stollhofen – Greffern (nur Güterverkehr, 14,6 km) Harmersbachtalbahn: Biberach (Baden) – Oberharmersbach-Riersbach (10,6 km) Kaiserstuhlbahn: Gottenheim – Riegel a.K. – Breisach (40,2 km) Münstertalbahn: Bad Krozingen – Münstertal (10,9 km) Von April 2017 bis Ende November 2019 wurde die Kaiserstuhlbahn in drei Abschnitten ausgebaut und elektrifiziert.
HzL-Netz Seit dem 26. Juni 2018 gehört auch die Infrastruktur der ehemaligen Hohenzollerischen Landesbahn AG zur SWEG Schienenwege GmbH. Bahnstrecke Eyach–Hechingen (Zollern-Alb-Bahn 4, 27,9 km) Bahnstrecke Engstingen–Sigmaringen (42,9 km) Bahnstrecke Sigmaringendorf–Hanfertal (9,7 km) Bahnstrecke Hechingen–Gammertingen (Zollern-Alb-Bahn 2, 27,0 km) Bahnstrecke Balingen–Rottweil: Balingen (Württ) – Schömberg (Zollern-Alb-Bahn 3, 12,9 km) Bregtalbahn: Hüfingen – Bräunlingen (2,8 km)