Die Liste der Bürgermeister der Stadt Brilon listet die bekannten Bürgermeister der sauerländischen Stadt Brilon, ihre Amtszeit und weiterführende Bemerkungen auf.

mini|hochkant|Vorderansicht des Briloner Rathauses mini|hochkant|Mittelalterliches Stadtsiegel mit dem Bild des Stadtgründers Engelbert

Entwicklung und Kompetenzen Seit der Stadtgründung 1220 durch den Kölner Erzbischof (und Herzog von Westfalen) Engelbert von Köln existierte in Brilon ein Stadtrat. Zwei Bürgermeister () als Vorsitzende des Rates sind seit 1248 bezeugt. Erwähnt ist auch das Vorhandensein eines regierenden Bürgermeisters () sowie zweier Mitbürgermeister ().Alfred Bruns: Inventar des Stadtarchivs Brilon, Bestand A. Hrsg. vom Landesamt für Archivpflege, Verlag Aschendorff, Münster 1970, S. 215.

Das Recht zur jährlichen Wahl der Bürgermeister und des Rates blieb auf die Vollbürger beschränkt. Das Wahlgremium, der sogenannte Kürrat, bestand aus zwölf Männern und setzte sich zusammen aus je einem Bürger der vier Quartale, je einem Mitglied der Bauernschaft der Quartale und jeder Berufsstand (Kramer, Schneider, Schumacher und Schmiede) stellte einen Mann aus seinen Reihen. Diese zwölf Wahlmänner wählten zwölf neue Ratsherren und die vier Zysherren, die für die Finanzen in der Stadt verantwortlich waren. Die Ratsherren, die gemeinsam den Magistrat bildeten, wählten aus ihren Reihen den neuen und die .Josef Rüther: Heimatgeschichte des Landkreises Brilon. Regensberg Verlag, Münster 1957. Die Wahl fand alljährlich am 11. November auf St. Martin statt. An diesem Tag trat der bisherige regierende Bürgermeister zurück und der neue wurde anschließend in sein Amt eingeführt.

Der Bürgermeister war nicht nur im Stadtrat, sondern vereinte Rechte der Legislative, der Jurisdiktion und der Exekutive in seiner Person. Er konnte mit dem Rat im Rahmen der städtischen Privilegien Gesetze erlassen, war Vorsitzender des Ratsgerichts und oberster Befehlshaber der städtischen Milizen bei bewaffneten Auseinandersetzungen. In seinem Namen wurden Stadtrechnungen geführt, er verwahrte den Stadttorschlüssel und hatte das Recht zur Begnadigung bei durch das Stadtgericht verurteilten Straftätern.

Die Bürgermeister und ehemaligen Bürgermeister wurden in Schatzungslisten und anderen Akten üblicherweise als (Herr) bezeichnet, was ein Hinweis auf ihr hohes Ansehen ist. Die gewesenen Bürgermeister wurden auch einfach nur genannt, im Gegensatz zu den regierenden Bürgermeistern, die man an der Bezeichnung erkennt. Für das Amt war ein Vermögen von Vorteil; denn es konnte vorkommen, dass die Amtsinhaber der Stadtkasse zur Begleichung von Rechnungen Geld vorstrecken mussten.

Nach dem Ausscheiden der Stadt Soest aus dem Herzogtum Westfalen im Jahr 1449 galt Brilon bald als erste Hauptstadt unter den Quartalen des Herzogtums. Dadurch wurde der Bürgermeister während des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit Vorsitzender („Direktor“) der Städtekurie auf dem Landtag des Herzogtums Westfalen.

Kurfürst Maximilian Franz verordnete 1797 eine Änderung des bisher üblichen Wechsels von Jahr zu Jahr; es wurde ein ständiger Rat mit nur sechs Ratsherren und zwei Bürgermeistern eingeführt. Wenige Jahre nach der Übernahme der Landesherrschaft durch das Großherzogtum Hessen beendeten die neuen Herren im Jahr 1810 die Selbstverwaltung der Städte im Herzogtum Westfalen. Die Bürgermeister wurden ab jetzt vom Staat ernannt.Johann Engemann: Die Bürgermeister. In: Stadt Brilon (Hrsg.): 750 Jahre Stadt Brilon 1220 bis 1970. Brilon 1970, S. 81f.

In der preußischen Zeit bis hinein in die Zeit des Nationalsozialismus gab es gewählte hauptamtliche Bürgermeister. Neben ihnen existierten der Magistrat als kollegiales Leitungsgremium und die Stadtverordnetenversammlung als Vertretung der Bürgerschaft. Während der Zeit der Diktatur wurde dieses System nicht abgeschafft, aber gleichgeschaltet und das Amt des Bürgermeisters mit regimetreuen Personen besetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Brilon Teil des Landes Nordrhein-Westfalen. Nach Vorstellungen der ehemaligen britischen Besatzungsmacht wurde in Nordrhein-Westfalen die norddeutsche Ratsverfassung eingeführt. Danach war der nun ehrenamtliche Bürgermeister Vorsitzender des Stadtrates und Repräsentant der Stadt nach innen und außen. Die Verwaltung wurde von einem Stadtdirektor geleitet. Seit der Kommunalwahl 1999 gilt eine modifizierte Form der süddeutschen Ratsverfassung. Danach wurde die Doppelspitze aus Bürgermeister und Stadtdirektor abgeschafft. Der Bürgermeister ist seither ein hauptamtlicher, direkt gewählter Wahlbeamter und gleichzeitig Vorsitzender des Stadtrates; das Amt des Stadtdirektors existiert nicht mehr.

Anmerkungen zur Liste Es sind unterschiedliche Schreibweisen für identische Persönlichkeiten möglich. Da ehemalige Bürgermeister teilweise ihre Titel beibehielten, ist eine Entscheidung zugunsten des regierenden Bürgermeisters nicht immer belegbar. Diese Liste basiert hauptsächlich auf zwei Verzeichnissen von Johann Suibert Seibertz und von Nikolaus Hesse. Trotzdem ist diese Liste nicht vollständig.

Mittelalter 13. Jahrhundert Amtszeit Name Bemerkung Bild 1248–1250 Johannes de Piscina 1250–1258 Siffridus de Ponte 1258–1259 1259–1260 Godefridus de Mescede 1260–1277 1277 erwähnt Gottfried von Lederke Er wurde in einer Urkunde von 1277 als Zeuge bei einem Immobiliengeschäft erwähnt. Der Witwer Pape verkaufte dem Knappen Arnulf von Almen ein Gut in Dorslon.Josef Rüther: Heimatgeschichte des Landkreises Brilon. Regensberg Verlag, Münster 1957, S. 325. 1282–1283 Heinricus 1283–1288 Wichmannus dictus de Givelinchusen 1288–1289 Arnd von Hildebrinkhusen 1289–1290 Henricus de Visbeke 1290–1291 Hermannus de Hoyshusen 1291–1299 Godefridus de Henelare 1299–1306 Wird auch Gerbodo Grube genannt.

14. Jahrhundert Amtszeit Name Bemerkung Bild 1306–1308 Engelbert von Brilon 1308–1310 Arnoldus de RoebekeMagnus Müller, Theodor Tochtrop: 750 Jahre Stadt Brilon. 1220 bis 1970. Hrsg. Stadt Brilon, 1970, S. 83–90. 1310–1311 Godefriedo de Brilon 1311 erwähnt Arnoldus de Rosebike 1312 erwähnt Arnoldus de Rosebike 1316 erwähnt Godefridus juvenis pistor, 1323 erwähnt Arnoldus de Rosebike, 1324 erwähnt Henricus Wesceli, 1360 erwähnt Dirich Kalft, 1366 erwähnt Conradus Wesceli 1368 erwähnt Johann Lisegangh 1382 erwähnt Johan Lizeganch 1388 erwähnt Sweder van Hottepe

15. Jahrhundert Amtszeit Name Bemerkung Bild 1400 erwähnt Hernan Erps 1400 erwähnt Hermann Wessel 1401 erwähnt Herman Erps 1402 erwähnt Herman Wessel 1415 erwähnt Guntram Conemans 1422 erwähnt Heinrich Guntram 1423 erwähnt Heynemann Hoffnagel 1428 erwähnt Johan von Neyen Auch als Johann von Nehen erwähnt.Briloner Heimatbuch. Band V, S. 56, Seibertz UB 3, 924 Er erteilte zusammen mit dem Rat der Stadt Brilon den Gilden der Gerber und Schumacher ein Statut.Alfred Bruns: Inventar des Stadtarchivs Brilon, Bestand A. hrsg. vom Landesamt für Archivpflege, Verlag Aschendorff, Münster 1970, S. 38. 1431 erwähnt Johan Teppen Tyleke Vlogels, Hans Hake, Cord Snoydels und Henke Hudekole wollten im Hospital eine Bruderschaft des Heiligen Geistes und des Heiligen Jost beginnen. Johann Teppen und die Ratsmitglieder erlaubten dies. Im Hospital sollten zu jeder Messe Kerzen brennen.Gerhard Brökel, Geschichtliche Aufzeichnungen über Brilon, Podszun Verlag Brilon, ISBN 3-86133-259-0, S. 40 1437 erwähnt Heyneman Hoffnagel und Lambert Wessel 1438 erwähnt Bruyn Winterberg (auch Bruyn Wynterberch) Er besiegelte den Verkauf von sieben Scheffelsaat Land vor dem Teteler.Alfred Bruns: Inventar des Stadtarchivs Brilon, Bestand A. hrsg. vom Landesamt für Archivpflege, Verlag Aschendorff, Münster 1970, S. 23. 1442 erwähnt Johan van Nehen Im Ratsgericht des Rathauses verkauften Ernst Bynnerwijs und seine Ehefrau Druydeke ihre Walkemühle an der Aa, neben der Mühle des Hospitals im zehntfreien Land, an Johan Schemeren und dessen Ehefrau Gertrud. Johan van Nehen nahm mit anderen Ratsherren an den Verhandlungen teil. 1444 erwähnt Johan van Nehen 1449 erwähnt Johan Wessel Wessel und die Briloner Ratsherren verkauften dem Konventualen Bruder Johann Weymanne eine jährliche Rente zu Ostern, zahlbar aus dem Stadteinkommen.Alfred Bruns: Inventar des Stadtarchivs Brilon, Bestand A. hrsg. vom Landesamt für Archivpflege, Verlag Aschendorff, Münster 1970, S. 48. 1452 erwähnt Johan van Nehen 1454 erwähnt Johan van Thülen 1455 erwähnt Johan van Neyhen 1458 erwähnt Brun Winterbergh Er wickelte am 5. November 1458 zusammen mit Briloner Ratsherren den Verkauf einer jährlichen Rente an Abt Essinchusen und den Konvent des Klosters Bredelar ab.Alfred Bruns: Inventar des Stadtarchivs Brilon, Bestand A. hrsg. vom Landesamt für Archivpflege, Verlag Aschendorff, Münster 1970, S. 54. 1459 erwähnt Johan van Neen 1462 erwähnt Johan von Thulen 1467 erwähnt Brun Wyntersberg Er zahlte an einen Mathei gnt. Rock aus Eversberg zehn rheinische Gulden, die dieser seit 1465 vom Bürgermeister und vom Rat zu bekommen hatte.Alfred Bruns: Inventar des Stadtarchivs Brilon, Bestand A. hrsg. vom Landesamt für Archivpflege, Verlag Aschendorff, Münster 1970, S. 57 1482 erwähnt Helyas 1484 erwähnt Johan van Tulen 1485 erwähnt Henemann Hofnagel Unter seinem Vorsitz und im Beisein der Ratsherren Henrich Pipekanne, Henrich Noverad, Berthold Weseberch, Lambert Tulens, Hans Koetters gen. Lilkenlo, Brun Winterberch, Herman Nuten, Johan Rebber, Henrich Clauwes und Steffen Strake bezeugte er einen Grundstücksverkauf. Verkäufer waren der Briloner Ratsherr Hans Koetters und seine Frau Else, Käufer war die Bruderschaft St. Joest. Es wurden neun Scheffelsaat zehntfreies Eigenland in der Nähe der Bliekaulen (Bleikaule) und angrenzend an das Land des Hospitals verkauft.Alfred Bruns: Inventar des Stadtarchivs Brilon, Bestand A. hrsg. vom Landesamt für Archivpflege, Verlag Aschendorff, Münster 1970, S. 66. 1487 erwähnt Brun Winterberg Am 4. März 1487 besiegelte er (hier als Brun Winterberch benannt) ein Grundstücksgeschäft zwischen Mertin Gogreven und der Gemeinschaft der Ackerknechte.Alfred Bruns: Inventar des Stadtarchivs Brilon, Bestand A. hrsg. vom Landesamt für Archivpflege, Verlag Aschendorff, Münster 1970, S. 68. 1490 erwähnt Johann Huffnagel und Konrad Bademoder 1491 erwähnt Konrad Badermoer 1496 erwähnt Cort Bademder Am 22. März 1496 wickelte er (hier erwähnt als Cort Bademor) zusammen mit anderen Ratsherren ein Grundstücksgeschäft ab.Alfred Bruns: Inventar des Stadtarchivs Brilon, Bestand A. hrsg. vom Landesamt für Archivpflege, Verlag Aschendorff, Münster 1970, S. 72, 73. 1497 erwähnt Gobbel Tüppen Als amtierender Bürgermeister 1497 erwähnt Heynemann Hupfnagel Als ehemaliger Bürgermeister 1497 erwähnt Schwiker von Tullen Als ehemaliger Bürgermeister 1497 erwähnt Herman Olen 1498 erwähnt Johan van Thulen

Frühe Neuzeit 16. Jahrhundert