PHILOTAX-Katalog ist die Bezeichnung für eine Reihe deutscher Briefmarkenkataloge und Kataloganwendungen der PHILOTAX GmbH. Die Kataloge erscheinen als gedruckte Spezialkataloge, als DVD- beziehungsweise Download-Kataloge und als Online-Katalog. Schwerpunkte bilden unter anderem deutsche Sammelgebiete, Plattenfehler, Abarten, Ganzsachen, Markenheftchen, Zusammendrucke und weitere philatelistische Besonderheiten.
Anbieter und Ausgabeformen Die PHILOTAX GmbH hat ihren Sitz in Waldaschaff; Geschäftsführer ist Karl-Heinz Hommer. Das Unternehmen bietet seine Kataloge als gedruckte Kataloge, DVD-Kataloge, Download-Kataloge und Online-Katalog an.
Die DVD-Kataloge werden vom Anbieter als unter Windows 98SE bis Windows 11 lauffähig beschrieben; für Linux und macOS verweist der Anbieter auf die Nutzung über einen Windows-Emulator. Die elektronischen Kataloge enthalten nach Anbieterangaben Such-, Auswahl- und Druckfunktionen sowie Funktionen zur Bestandserfassung und zur Gestaltung von Alben- und Ausstellungsblättern. Neben der PHILOTAX-Nummer wird bei einzelnen Katalogen die MICHEL-Nummer als Referenznummer angegeben.
Inhalte PHILOTAX-Kataloge behandeln vor allem deutsche Sammelgebiete und Spezialthemen. Dazu gehören Kataloge zu Deutschland, Deutschem Reich, deutschen Kolonien, deutschen Auslandspostämtern, alliierter Besetzung, Saargebiet und Saarland, Berlin, DDR und Bundesrepublik Deutschland. Weitere Kataloge behandeln unter anderem Österreich, die Schweiz, Liechtenstein und Ausgaben der Vereinten Nationen.
Ein Schwerpunkt liegt auf Spezialkatalogen zu Plattenfehlern und Abarten. Der Anbieter nennt als erfasste Ausgabeformen unter anderem Marken mit Unterarten, Dienstmarken, Zusammendrucke, Rollenmarken, Ersttagsbriefe, Ganzsachen, Jahrbücher, Maximumkarten, Markenheftchen, Kleinbögen, Numisbriefe und Marken mit Leer- und Nebenfeldern. Die Spezialkataloge erfassen je nach Ausgabe auch Druckzufälligkeiten, Farbabarten, Mehrfachdrucke, Zähnungsabarten, Wasserzeichen, Papiersorten, Typen, Auflagen und Gummierungen.
Zu den angebotenen gedruckten Katalogen gehören unter anderem der Plattenfehler-Katalog Bund + Berlin, der Plattenfehler-Katalog DDR, der Briefmarken-Spezial-Katalog Deutsche Auslandspostämter & Deutsche Kolonien und der Katalog Saar – Saarland Spezial 1920–1959. Diese Titel werden auch im philatelistischen Fachhandel neben Katalogen anderer Anbieter wie MICHEL, ANK und Battenberg/Gietl geführt.
Online-Katalog Der PHILOTAX-Online-Katalog enthält nach Angaben des Anbieters einen kostenlosen Bereich mit Bildern von mehr als sechs Millionen philatelistischen Besonderheiten ab der Klassik weltweit. Die Online-Kataloge sind nach Anbieterangaben mit Angeboten wichtiger Auktionshäuser sowie mit eBay-Angeboten verknüpft; aus Angebots- und Zuschlagspreisen werden sogenannte PHILOTAX-Marktpreise errechnet.
Der Online-Katalog wird laut Anbieter mit Hilfe von Experten, darunter Prüfer des Bundes Philatelistischer Prüfer, sowie spezialisierten Sammlern ergänzt. Zum Angebot gehört außerdem ein Forum für Plattenfehler und Abartenfunde.
Marktstellung und Rechtsstreit um Katalognummern PHILOTAX ist im deutschsprachigen Markt als Spezial- und Softwarekatalog neben etablierten Standardkatalogen wie dem MICHEL-Katalog einzuordnen. Eine besondere Rolle spielte dabei die Frage, ob und in welchem Umfang MICHEL-Nummern in anderen Katalogen oder Katalogprogrammen als Referenznummern verwendet werden dürfen.
Der Bundesgerichtshof entschied am 3. November 2005 im Verfahren MICHEL-Nummern über ein als CD-ROM erschienenes Briefmarkenkatalogprogramm. Der Schwaneberger Verlag hatte unter anderem beanstandet, dass Nutzer des Philotax-Programms MICHEL-Nummern in Gesamtlistenform importieren konnten. Der BGH verneinte einen Anspruch, den Vertrieb des Programms aus diesem Grund zu verbieten. Er stellte unter anderem darauf ab, dass auf Nutzerseite ein erhebliches Interesse bestehen könne, PHILOTAX- und MICHEL-Nummern synoptisch gegenüberzustellen; zudem sei eine drohende Urheberrechtsverletzung durch die Programmfunktion nicht ersichtlich.
Ein weiterer Rechtsstreit betraf den 2006 erschienenen Markenheftchen-Spezial-Katalog BUND 2006 von PHILOTAX. In diesem Katalog wurden hinter PHILOTAX-Klassifizierungsnummern MICHEL-Nummern beziehungsweise Markenheftchennummern als Klammerzusätze angegeben. Der BGH entschied im Verfahren Markenheftchen II am 20. Juni 2013 zugunsten des beklagten PHILOTAX-Vertriebsverantwortlichen und wies die Klage gegen ihn ab.
Der Bundesverband des Deutschen Briefmarkenhandels berichtete 2015, der BGH habe in diesem Zusammenhang zugunsten der PHILOTAX GmbH und der Verwendung von MICHEL-Nummern als Referenznummern in einem gedruckten Markenheftchen-Katalog entschieden. Zugleich wies der Beitrag darauf hin, dass der Schwaneberger Verlag das Urteil nicht als allgemeinen „Freibrief“ für jede Verwendung von MICHEL-Nummern verstanden wissen wollte. Auch die Schweizer Briefmarken-Zeitung griff 2013 die Auseinandersetzung auf und ordnete die Verwendung von MICHEL-Nummern als Referenznummern in eigenen Katalogen als unstrittig ein, warnte aber vor einer vorschnellen Verallgemeinerung der Urteile.
Ausgewählte Kataloge Zu den von PHILOTAX angebotenen beziehungsweise vertriebenen Katalogen gehören unter anderem: Briefmarken-Katalog Deutschland Bund + Berlin Spezial Abarten-Katalog Bund + Berlin Plattenfehler-Katalog Bund + Berlin Plattenfehler-Katalog DDR Briefmarken-Spezial-Katalog Deutsche Auslandspostämter & Deutsche Kolonien Saar – Saarland Spezial 1920–1959 Plusbrief-Katalog Markenheftchen-Spezial-Katalog BUND
Siehe auch Briefmarkenkatalog Liste der Briefmarkenkataloge Philatelistische Literatur Michel-Katalog Schwaneberger Verlag
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Briefmarkenkatalog