Die 24. Handball-Weltmeisterschaft der Männer wurde vom 15. Januar bis 1. Februar 2015 in Katar ausgetragen. Weltmeister wurde das französische Team, das die Mannschaft des Gastgebers im Finale mit 25:22 besiegte.
Gastgeber Am 27. Januar 2011 wurde in Malmö durch den Rat der Internationalen Handballföderation (IHF) Katar als Gastgeber bestimmt.
Bewerber um die Austragung der Weltmeisterschaft waren die Handballverbände Norwegens, Polens, Südkoreas, Katars und Frankreichs. Der Handballverband von Katar hatte seine Bewerbung im Dezember 2010 bekanntgegeben. Südkorea hatte sich um die Austragung sowohl der Herren-Weltmeisterschaft als auch der Weltmeisterschaft der Damen beworben, seine Kandidatur für die Herren-WM aber Anfang Januar 2011 zurückgezogen. Somit standen im Januar 2011 vier Bewerber zur Auswahl.
Der Österreichische Handballverband hatte nach der Ausrichtung der Handball-Europameisterschaft der Männer 2010 auch eine Bewerbung für die Weltmeisterschaft 2015 erwogen, dann aber sein Interesse für die Austragung der Handball-Weltmeisterschaft der Männer im Jahr 2017 angemeldet.
Austragungsorte Die Spiele der Vorrunde fanden bei den Gruppen A und B in allen drei Hallen, die der Gruppe C in der Duhail Sports Hall sowie der Ali Bin Hamad Al Attiya Arena und die der Gruppe D in der Lusail Multipurpose Hall bzw. der Duhail Sports Hall statt. LusailDohaDohaLusail Multipurpose HallAli Bin Hamad Al Attiya ArenaDuhail Sports HallKapazität: Kapazität: Kapazität: 220px
Teilnehmer
Qualifikation
An dem Turnier nahmen 24 Mannschaften teil. Automatisch qualifiziert waren Spanien als Weltmeister 2013 und Katar als Gastgeber.
Ausschluss Australiens
Laut der IHF wurde der Ozeanischen Kontinentalen Handball-Föderation OCHF vor der Qualifikation der ozeanischen Teams am 11. April 2014 mitgeteilt, dass über den zukünftigen Status des Kontinentalverbandes am 8. Juli 2014 in Zagreb vom IHF Konzil entschieden werde, und gebeten, die Qualifikationstermine zu verschieben. Die Austragung der Qualifikation erfolgte dennoch, jedoch entschied am 8. Juli 2014 das IHF-Konzil gegen eine Anerkennung der OCHF als Kontinentalverband. Begründet wurde der Verlust der Anerkennung der OCHF als Kontinentalverband mit §10 Abs. 2 der Statuten der IHF, laut dem ein Kontinentalverband „über mindestens zehn Mitglieder verfügen“ muss. Die Aberkennung des Status eines Kontinentalverbandes führte zum Verlust des Startplatzes für die Weltmeisterschaft. Dementsprechend wurde die Mannschaft Australiens von der Teilnahme ausgeschlossen.
Wildcard für Deutschland
Ursprünglich war die deutsche Mannschaft in der Qualifikation für die WM 2015 im Playoff an Polen gescheitert. Der durch die Aberkennung des Statuts der OCHF als Kontinentalverband frei gewordene Platz wurde der deutschen Handballmannschaft zugesprochen. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass diese von den nichtqualifizierten Mannschaften die bestplatzierte der Weltmeisterschaft 2013 war. Diese Entscheidung wurde mit dem am 30. Mai 2014 geänderten §2 Abs. 8 der Regelungen für IHF Wettbewerbe begründet:
In der Öffentlichkeit wurde dieses Verfahren der IHF kritisiert. Der deutsche Ex-Welthandballer Daniel Stephan nannte die Entscheidung des IHF „äußerst fragwürdig“. Der ehemalige Torschützenkönig der deutschen Liga Konrad Wilczynski bezeichnete diese Vorgehensweise sportlich als Katastrophe, aus sportpolitischer Sicht jedoch nachvollziehbar.
Auch Island kritisierte diese Entscheidung, da die Änderung der Regelung für IHF-Wettbewerbe nach der europäischen Qualifikation erfolgte und laut der vorherigen Version des §2 Abs. 8 dem Kontinentalverband, welcher den amtierenden Weltmeister stellt, zugesprochen wird:
Vor der Änderung hätte der Platz der isländischen Handballmannschaft zugesprochen werden müssen, die zusammen mit der ungarischen und serbischen Mannschaft als mögliche Nachrücker von der EHF an die IHF am 6. Juni 2014 gemeldet wurden.
Rückzug von Bahrain und Vereinigten Arabischen Emiraten Die über Platz 2 und 4 bei der Asien-Meisterschaft qualifizierten Verbände der Mannschaften aus Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten gaben am 8. November 2014 bekannt, dass sie nicht an der Weltmeisterschaft teilnehmen werden. Die Mannschaft der Vereinigten Arabischen Emirate gab als Grund eine unzureichende Vorbereitung an. Bei beiden Mannschaften wurde über einen Boykott aus politischen Gründen spekuliert. Kurz danach wollten die beiden Länder doch teilnehmen, wurden dann aber von der IHF ausgeschlossen und mit einer Geldstrafe belegt.
Am 21. November 2014 entschied die IHF, dass die somit freigewordenen asiatischen Plätze nicht alleine durch Nachrücker aus Asien aufgefüllt, sondern den Verbänden aus Europa und Asien zur Verfügung gestellt werden. Diese nominierten Island bzw. Saudi-Arabien als Nachrücker.
Liste der Teilnehmer Die nachfolgend aufgeführten Mannschaften nahmen an der Weltmeisterschaft in Katar teil. Die Tabelle zeigt zudem das Datum der Qualifizierung, den Kontinentalverband und die Anzahl der bisherigen Weltmeisterschaftsteilnahmen.
Land Kontinent (Verband) Qualifiziert als Datum der Qualifikation Bisherige Teilnahmen an Weltmeisterschaften Asien (AHF) Gastgeber 4 (2003, 2005, 2007, 2013) Europa (EHF) Weltmeister 2013 17 (1958, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 1993, 1995, 1997, 1999, 2001, 2003, 2005, 2007, 2009, 2011, 2013) Europa (EHF)Europameister 2014 19 (1954, 1958, 1961, 1964, 1967, 1970, 1978, 1990, 1993, 1995, 1997, 1999, 2001, 2003, 2005, 2007, 2009, 2011, 2013) Europa (EHF) 2. der Europameisterschaft 2014 20 (1938, 1954, 1958, 1961, 1964, 1967, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1993, 1995, 1999, 2003, 2005, 2007, 2009, 2011, 2013) Europa (EHF) 3. der Europameisterschaft 2014 10 (1995, 1997, 1999, 2001, 2003, 2005, 2007, 2009, 2011, 2013) Afrika (CAHB) Afrikameister 2014 13 (1974, 1982, 1986, 1990, 1995, 1997, 1999, 2001, 2003, 2005, 2009, 2011, 2013) Afrika (CAHB) 2. der Afrikameisterschaft 2014 11 (1967, 1995, 1997, 1999, 2001, 2003, 2005, 2007, 2009, 2011, 2013) Afrika (CAHB) 3. der Afrikameisterschaft 2014 12 (1964, 1993, 1995, 1997, 1999, 2001, 2003, 2005, 2007, 2009, 2011, 2013) Asien (AHF) 3. der Asienmeisterschaft 2014 0 Europa (EHF) Play-off-Sieger 5 (2001, 2003, 2005, 2007, 2013) Europa (EHF) Play-off-Sieger 21 (1938, 1954, 1958, 1961, 1964, 1967, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 1993, 1995, 1997, 1999, 2001, 2003, 2005, 2009, 2011) Europa (EHF) Play-off-Sieger 13 (1958, 1967, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 2003, 2007, 2009, 2011, 2013) Europa (EHF) Play-off-Sieger 3 (1999, 2009, 2013) Europa (EHF) Play-off-Sieger 6 (1993, 1995, 1997, 2001, 2005, 2007) (11 unter Tschechoslowakei: 1954, 1958, 1961, 1964, 1967, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990) Europa (EHF) Play-off-Sieger 18 (1964, 1967, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 1993, 1995, 1997, 1999, 2001, 2003, 2005, 2007, 2009, 2013) Europa (EHF) Play-off-Sieger 0 Europa (EHF) Play-off-Sieger 4 (1938, 1958, 1993, 2011) Europa (EHF) Play-off-Sieger 2 (1995, 2013) Panamerika (PATHF) Panamerika-Meister 2014 9 (1997, 1999, 2001, 2003, 2005, 2007, 2009, 2011, 2013) Panamerika (PATHF) 2. der Panamerika-Meisterschaft 2014 11 (1958, 1995, 1997, 1999, 2001, 2003, 2005, 2007, 2009, 2011, 2013) Panamerika (PATHF) 3. der Panamerika-Meisterschaft 2014 2 (2011, 2013) Europa (EHF) Wildcard 22 (1938, 1954, 1958, 1961, 1964, 1967, 1970, 1974, 1978, 1982, 1986, 1990, 1993, 1995, 1999, 2001, 2003, 2005, 2007, 2009, 2011, 2013) Asien (AHF) Nachrücker für Bahrain 6 (1997, 1999, 2001, 2003, 2009, 2013) Europa (EHF) Nachrücker für VAE 17 (1958, 1961, 1964, 1970, 1974, 1978, 1986, 1990, 1993, 1995, 1997, 2001, 2003, 2005, 2007, 2011, 2013)
Gruppenauslosung Die Auslosung der Vorrundengruppen der Handball-Weltmeisterschaft 2015 fand am 20. Juli 2014 in Doha statt. Die 24 qualifizierten Mannschaften wurden in vier Gruppen mit jeweils sechs Teams aufgeteilt. Dadurch ergeben sich folgende Gruppen: auf der offiziellen Homepage der Handball-WM 2015.
Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D
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→
Die Plätze von Island und Saudi-Arabien hatten ursprünglich die Vereinigten Arabischen Emirate bzw. Bahrain eingenommen.
Spielplan Die Vorrunde begann am 15. Januar 2015 mit dem Eröffnungsspiel Katar gegen Brasilien in der Lusail Multipurpose Hall in Lusail. Für die restlichen 22 Teams begann das Turnier einen Tag später. Die Vorrunde wird in vier Gruppen à sechs Mannschaften gespielt; die einzelnen Gruppen spielen in der Lusail Multipurpose Hall, in der Al Sadd Sports Hall und im Qatar Handball Association Complex. Die Vorrunde endet am 24. Januar 2015.
Die Teams, die nach den Vorrundenspielen die Plätze 1 bis 4 in ihrer Gruppe belegten, qualifizierten sich für die Finalrunde. Die Mannschaften auf den Plätzen 5 und 6 spielten im President’s Cup weiter.
Vorrunde Die Uhrzeiten der Vorrunden-Spiele sind hier in MEZ angegeben und wurden von der IHF in GMT veröffentlicht.Match Schedule der IHF, abgerufen am 30. Dezember 2014.
Wertungskriterien Bei Punktgleichheit von zwei oder mehr Mannschaften entschieden nach Abschluss der Vorrunde folgende Kriterien über die Platzierung:
höhere Anzahl Punkte in den Direktbegegnungen der punktgleichen Teams; bessere Tordifferenz in den Direktbegegnungen der punktgleichen Teams; höhere Anzahl Tore in den Direktbegegnungen der punktgleichen Teams; bessere Tordifferenz aus allen Gruppenspielen; höhere Anzahl Tore aus allen Gruppenspielen; das Los.
Legende
Gruppe A
Gruppe B
Gruppe C
Gruppe D
Finalrunde Ab der Finalrunde werden die Spiele im K.-o.-System ausgetragen. Im Falle eines Unentschiedens nach regulärer Spielzeit findet eine Verlängerung mit 2x5min Spielzeit statt. Endet auch die 1. Verlängerung mit einem Unentschieden, wird eine 2. Verlängerung mit ebenfalls 2x5min gespielt. Sollte dann immer noch keine Mannschaft in Führung liegen, wird das Spiel in einem Siebenmeterwerfen entschieden.
Übersicht
Platzierung
Achtelfinale
Viertelfinale
Platzierungsspiele Platz 5–8
Spiel um Platz 7
Spiel um Platz 5
Halbfinale
Spiel um Platz 3
Finale
President’s Cup Übersicht
Platzierungsspiele
Spiel um Platz 23
Spiel um Platz 21
Spiel um Platz 19
Spiel um Platz 17
Schiedsrichter
Schiedsrichter Jesus MenezesRogério Pinto Matija GubicaBoris Milošević Václav HoráčekJiří Novotný Martin GjedingMads Hansen Mohamed RashedTamer Elsayed Óscar RaluyÁngel Sabroso Laurent ReveretStevann Pichon Lars GeipelMarcus Helbig Kiyoshi HizakiTomokazu Ikebuchi
Schiedsrichter Koo Bon-okLee Se-ok Mindaugas GatelisVaidas Mažeika Gjorgji NačevskiSlave Nikolov Duarte SantosRicardo Fonseca Saleh BamutrefMansour Al-Suwaidi Nenad KrstičPeter Ljubič Nenad NikolićDušan Stojković Michael JohanssonJasmin Kliko Samir KricheneSamir Makhouf
Die Schiedsrichterleistungen wurden im Laufe des Turniers z. T. erheblich kritisiert.
Abschlussplatzierungen Rang Team Sp. S U N Tore Diff. 20px|Gold 9 8 1 0 259:215 +44 20px|Silber 9 7 0 2 245:227 +18 20px|Bronze 9 6 0 3 241:222 +19 4. 9 7 0 2 265:226 +39 5. 9 6 2 1 272:234 +38 6. 9 7 0 2 258:224 +34 7. 9 6 1 2 250:221 +29 8. 9 4 0 5 273:271 +2 9. 6 4 0 2 181:168 +13 10. 6 3 1 2 157:133 +24 11. 6 2 1 3 152:165 −13 12. 6 2 1 3 152:156 −4 13. 6 2 1 3 174:169 +5 14. 6 2 1 3 151:148 +3 15. 6 2 1 3 152:161 −9 16. 6 2 0 4 171:169 +2 17. 7 4 0 3 209:199 +10 18. 7 2 0 5 215:216 −1 19. 7 2 0 5 205:191 +14 20. 7 1 0 6 175:207 −32 21. 7 2 0 5 185:225 −40 22. 7 1 0 6 136:216 −80 23. 7 1 0 6 165:224 −59 24. 7 0 0 7 162:218 −56
Der erste Platz berechtigt zur Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2016 und der Handball-Weltmeisterschaft der Männer 2017. Da Frankreich für die Weltmeisterschaft 2017 bereits als Gastgeber teilnahmeberechtigt war, qualifizierte sich stattdessen der Vizeweltmeister Katar für die Weltmeisterschaft 2017.