Die PlayStation Vita (offizielle Abkürzung: PS Vita) ist die zweite Handheld-Konsole der PlayStation-Marke von Sony Computer Entertainment Inc. (seit April 2016: Sony Interactive Entertainment LLC) und Nachfolger der PlayStation Portable. Die Konsole wurde am 27. Januar 2011 im Rahmen einer Presseveranstaltung angekündigt und erschien in Japan am 17. Dezember 2011 und in Europa und Nordamerika am 22. Februar 2012. Im März 2019 gab Sony schließlich bekannt, die Auslieferung und Produktion der PS Vita einzustellen und keinen Nachfolger veröffentlichen zu wollen. Bis zum Produktionsstopp im November 2019 konnten insgesamt 16,21 Millionen Vita-Einheiten abgesetzt werden, deutlich weniger als ihr Vorgängermodell und die direkte Konkurrenzplattform des Mitbewerbers Nintendo, der Nintendo 3DS.
Mit ihrer leistungsfähigen Hardware und der Anbindung an die stationären PlayStation-Konsolen PS3 und PS4 stieß die Vita von Beginn an auf wohlwollendes Interesse in der Berichterstattung. Allerdings erfüllte sie von Anfang an nicht die Absatzerwartungen des Konzerns. Statt der im ersten Verkaufsjahr erhofften zehn Millionen Geräte, verkaufte sich das Vita-Handheld-System nur ca. 4,5 Millionen Mal. Im Konkurrenzumfeld mit Nintendos 3DS und den wesentlich günstigeren mobilen Spielen für Smartphones konnte sich die Konsole insbesondere in den westlichen Märkten langfristig nicht durchsetzen. 2015 stellte Sony die Produktion eigener Spiele für die Konsole ein und überließ dies ab diesem Zeitpunkt ausschließlich unabhängigen Drittentwicklern. Durch die fehlende Unterstützung Sonys und der großen westlichen Publisher wurde das System allmählich zu einer Nischenplattform für japanische und Indie-Titel, die lokalisiert hauptsächlich noch über den Onlineshop des PlayStation Networks vertrieben wurden, während Sony die Produktion von Spielen auf Datenträgern 2018 final einstellte.
Eigenschaften Der Begriff „Vita“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ‚Leben‘. Der Name soll die Einbindung der Konsole auf Basis sozialer Konnektivität in das echte Leben beziehungsweise den realen Alltag betonen. Ferner wird eine lange Lebensspanne der Konsole mit der Bezeichnung „Vita“ verbunden.Tech Interview: Wipeout 2048 eurogamer.com, 31. März 2012, abgerufen am 1. April 2012
Im Gegensatz zu den diversen Modell-Generationen der PlayStation Portable ist die Vita vollständig neu entwickelt und unterscheidet sich damit deutlich von der PSP. So wird bei der PlayStation Vita, wie auch bei der PlayStation Portable Go, auf UMDs verzichtet, stattdessen kommen die sogenannten NVG Cards zum Einsatz. Sie ist in zwei Ausführungen erhältlich, nämlich einem Modell mit 3G-Modem und WiFi und einem, welches nur über das Wifi-Modul verfügt. Außerdem bietet Sony die beiden PlayStation-Vita-Modelle noch in verschiedenen Bundles an. So sind in Japan bereits weiße, rote und blaue Variationen der PS Vita erhältlich. Die 3G-Variante der PS Vita verfügt außerdem über einen GPS-Sensor. Alle PS Vitas haben gyroskopische 6-Achsen-Sensoren ähnlich denen der Controller Sixaxis und PlayStation Move für die PlayStation 3 eingebaut. Für bekannte Spielereihen von Sony wie z. B. Uncharted und Wipeout wurde pünktlich zum Release des Handhelds eine Neuauflage für PS Vita veröffentlicht.
Durch die Kooperation zwischen Vodafone und Sony war das 3G-Modell der PS Vita in Deutschland auch inkl. Mobilfunk-Vertrag verfügbar. In Deutschland hat die PlayStation Vita 3G im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern wie den USA (AT&T) und Japan (NTT Docomo) keinen Simlock.Vodafone: Kooperation mit Sony in Deutschland
Hardware PlayStation-Vita-Spielkarten mini|Links eine NVG, rechts eine Memory Card
Für die PS Vita wurde eine eigene Spielkarte entwickelt: Die NVG Card. Sie ist der Nachfolger der optischen UMD. Durch den Wegfall eines optischen Laufwerkes konnte Sony den Geräuschpegel, den Stromverbrauch und die Größe der PS Vita verringern. Außerdem sind die neuen Speichermedien weniger anfällig gegen physische Schäden. Die NVG gibt es in zwei Fassungen: Einmal mit 2 und einmal mit 4 GB Speicherkapazität. 5–10 % des Speichers sollten für Patches und andere herunterladbare Inhalte reserviert sein. Die Karte ist von der Größe her etwa so groß wie eine SD-Karte.PSVita: Informationen zum Speichermedium der Spiele, planetvita.de (20. August 2011, abgerufen am 12. Dezember 2012). Auf der NVG-Karte steht vorne das Spiel, die Altersfreigabe und die Seriennummer. Jede PS Vita kann zu einer Zeit nur eine NVG beherbergen. Nach dem Einstecken der Karte wird eine Verknüpfung auf der PS Vita installiert, mit welcher sich das Spiel abrufen lässt. Entfernt man die Karte wieder, bleibt die Verknüpfung installiert, das Spiel lässt sich aber nicht starten. Die Spielstände werden auf der Speicherkarte gespeichert.
PlayStation Vita Memory Card Um sich besser vor Softwarepiraterie zu schützen, hat Sony eine eigene Speicherkarte entwickelt und bietet sie in Kapazitäten von 4 bis 64 GB an. Jede Speicherkarte war von Anfang an an ein PS-Vita-System gebunden, mit der Version 1.8 zusätzlich auch an ein PSN-System. Umgehen lässt sich das nur durch ein komplettes Formatieren der Karte. Im Dezember 2012 verkaufte Sony die Speicherkarten im Paket mit einem ausgewählten Spiel.
Seit Oktober 2013 bietet Sony auch eine 64-GB-Karte in Asien an, welche in weltweit allen PS-Vita-Systemen lauffähig ist.
PCH-2000-Revision Seit 2014 wird ein überarbeitetes Modell der PS Vita verkauft, das auch als PS Vita Slim bezeichnet wird. Das Modell PCH-2000 hat die gleiche Größe wie die originale PS Vita, ist aber dünner und leichter als das alte Modell und das Gehäuse ist etwas abgerundeter als vorher. Der OLED-Bildschirm wurde in der PCH-2000 durch einen kostengünstigeren Bildschirm mit LCD-Technik ersetzt, wodurch die Akkulaufzeit der PS Vita um etwa eine Stunde verlängert werden soll. Sie besitzt außerdem einen integrierten Flash-Speicher von 1 GB. Während die PCH-2000 in Japan und anderen Ländern in vielen verschiedenen Farben erhältlich ist, war sie in Deutschland anfangs ausschließlich in Schwarz erhältlich.
Technische Daten 300px|mini|„Sapphire Blue“-Version, nur in Japan veröffentlicht
Die Hardware wurde als System-on-a-Chip (SoC) realisiert und von Samsung im 45-nm-Fertigungsprozess produziert.Samsung to Manufacture PS Vita SoC, anandtech.com, 29. Juli 2011 (englisch), aufgerufen am 20. Mai 2012. Im Gegensatz zu proprietären Prozessoren in anderen Playstation-Geräten verzichtete Sony auf kostenintensive Eigenentwicklungen und lizenzierte Produkte von PowerVR Technologies sowie ARM Limited.Was PS Vita und iPad 2 eint … nexgam.de (aufgerufen am 20. Mai 2012).
Sofern nicht anders vermerkt, stammen sämtliche Informationen von der SCEI-Pressekonferenz 2011 in Tokio. (abgerufen am 27. Januar 2011).
CPU: ARM Cortex™-A9-Core (Quad-Core) symmetrische 32-Bit-Kerne vollständige Cache-Kohärenz zwischen den Kernen joystiq.com (englisch), abgerufen am 23. August 2011. für Anwendungen stehen noch 3 von 4 Kernen zur Verfügung die CPU kann laut Spezifikation bis zu 2 GHz getaktet werden, über den von Sony verwendeten Takt gibt es jedoch widersprüchliche Berichte mit 1,4 GHz, 800 MHz,PS Vita CPU clockspeed finally unearthed and it’s slower than we all expected on n4g.com 444 MHzSony underclocked PS Vita's CPU frequency to 444MHz on tweaktown.com by Derek Strickland (Oct 2, 2015) und 333 MHz.Vita Confirmed To Only Have CPU Frequency At 333 MHz by Oliver VanDervoort (October 1, 2015) on bitparade.co.uk by James (2015)
GPU: PowerVR SGX 543 MP4+ Quad-Core-GrafikprozessorInformationen zur PSP2-Hardware ps3center.net, 27. Januar 2011 (englisch), abgerufen am 27. Januar 2011. basierend auf der PowerVR-SGX-Architektur dynamische Lastverteilung Tile-Based Deferred Rendering (TBDR)
Arbeitsspeicher: 512 MB RAM sys-con.com, 16. August 2011 (englisch), abgerufen am 17. August 2011.
Grafikspeicher: 128 MB VRAM
Bildschirme (Touchscreen): Das Front-Display verwendet eine Aktivmatrix und verzichtet auf eine gesonderte Anordnung der Subpixel im PenTile-Stil. Damit entspricht das als OLED beworbene Display Samsungs “Super AMOLED +”-Standard.PlayStation Vita Secrets, edepot.com (englisch), abgerufen am 20. Mai 2012. 12 cm / 5 Zoll (16:9), 960 × 544 Pixel (220 ppi), ca. 16,7 Millionen Farben, OLED-Multi-Touchscreen, kapazitiv.Display-Details, Pixeldichte der PSVita Rückseiten-Touchpad: 12-cm-Multi-Touchpanel auf der Rückseite, kapazitiv
Gewicht:Offizielle PlayStation-Website 3G/WiFi-Modell: ca. 279 g WiFi-Modell: ca. 260 g
Kameras: Je eine Kamera auf Vorder- und Rückseite Bildfrequenz: 120 fps bei 320 × 240 Pixeln (QVGA), 60 fps bei 640 × 480 Pixeln (VGA) Auflösung: max. 640 × 480 Pixel (VGA)
Ton: integrierte Stereolautsprecher integriertes Mikrofon
Sensoren: Sechs-Achsen-Sensorensystem (dreiachsiger Kreisel, dreiachsiger Beschleunigungssensor, dreiachsiger elektronischer Kompass)
Wireless-Mitteilungen: Mobilfunknetz-Konnektivität (3G) IEEE 802.11 b/g/n (n = 1 × 1) (Wireless) (Infrastruktur-Modus/Ad-hoc-Modus) Bluetooth® 2.1 + EDR (A2DP/AVRCP/HSP)
Positionsbestimmung: integriertes GPS (nur bei 3G-Version vorhanden) Unterstützung von WLAN-Positionsbestimmung
Eingabe: vier Richtungstasten (hoch/runter/links/rechts) zwei Analogsticks vier Eingabetasten (Kreis, Kreuz, Dreieck, Quadrat) zwei Schultertasten, je eine pro Seite PS-, Start-, Selecttaste, Powerschalter, Lautstärkeregler
Sonstiges: GPS-Modul (nur im 3G-Modell) fest verbauter Akku Akkulaufzeit beträgt um die 3–5 h externe Batterie für eine längere Akkulaufzeit (extra zu erwerben)
Unterstützte Audio- und Videoformate: Musik: MP3 MPEG-1/2 Audio Layer 3, MP4 (MPEG-4 AAC), WAVE (Linear PCM) Videos: MPEG-4 Simple Profile (AAC), H.264/MPEG-4 AVC Hi/Main/Baseline Profile (AAC) Fotos: JPEG (Exif 2.2.1), TIFF, BMP, GIF, PNG
Steckplätze/Anschlüsse: PlayStation-Vita-Kartensteckplatz Speicherkarten-Steckplatz SIM-Karten-Steckplatz (nur 3G-Modell) Multifunktions-Anschluss (für USB-Datenkommunikation, Gleichstromeingang) Audio (Stereo-Ausgang, Mono-Eingang), serielle Datenverbindung Kopfhörerbuchse (Mini-Stereo-Klinke) für Audio (Stereo-Ausgang/Mono-Eingang) Zubehöranschluss (Zurzeit noch kein Zubehör in Deutschland zu kaufen)
Software Firmware Die offizielle Firmware der PS Vita basiert auf der sogenannten LiveArea Benutzeroberfläche und nicht auf der von PS3, PSP und PSX genutzten XrossMediaBar-Schnittstelle. LiveArea ist eine touchbasierte Benutzerschnittstelle die verschiedene Social-Network-Funktionen über das PlayStation Network umfasst. Der Webbrowser unterstützt das proprietäre Adobe Flash nicht. Stattdessen verfügt dieser über HTML5- und JavaScript-Funktionen und kann Cookies anlegen. Die Firmware kann von Sony aktualisiert werden, um Funktionen hinzuzufügen, zu verbessern oder zu entfernen. Eine der letzten großen Änderungen erfolgte mit der Version 1.8, als unter anderem die Funktion zur Abspielung von PS1-Spielen hinzugefügt wurde. Mit dem letzten größeren Firmware Release 2.00 wurde der PlayStation Vita das PlayStation-Plus-Angebot und diverse Kleinigkeiten hinzugefügt.insidegames - Changelog Firmware 2.00 Die aktuellste System Version ist 3.74 und wurde am 10. Mai 2022 veröffentlicht.
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