mini|„Russenluster“
Das Wort Russenluster, auch RussenlampenWolfgang Teuschl: Wiener Dialekt-Lexikon. Residenz Verlag, Wien 2011, ISBN 978-3-7017-1464-3, S. 271. oder russischer Luster,Teuschl: Wiener Dialekt-Lexikon. S. 187. bezeichnet im österreichischen Sprachgebrauch eine Baufassung, also die Raumbeleuchtung mittels einer Glühlampe, die in einer einfachen Fassung ohne Lampenschirm direkt am Stromkabel von der Zimmerdecke hängt.Walter Koschatzky: Faszination Kunst: Erinnerungen eines Kunsthistorikers. 2001, S. 286 Robert Sedlaczek: Wörterbuch des Wienerischen. Haymon, Innsbruck/Wien 2011, ISBN 978-3-85218-891-1, S. 218.
Die Bezeichnung nimmt die im Österreichischen Luster genannte Deckenlampe auf und wertet sie ab: Einerseits bedeutet in der Wiener Mundart „etwas russisch machen“ eine schlampige bzw. nur provisorische Arbeitsausführung,Sagen.at: Russen in Wien.Im übertragenen Sinn für etwas Halbfertiges auch für den Stephansdom verwendet, dessen Nordturm nicht fertiggestellt wurde: Christina Böck: Wachstumsschmerz. In: Tageszeitung Kurier, Ausgabe Wien, 19. März 2026, S. 1. andererseits kann mit dem Wort „Russenluster“ auch die (angenommene) spartanische Ausstattung russischer Haushalte gemeint sein.standard.at: Russenluster: ein Gruß aus dem Osten 31. Jänner 2006. Im Wiener Dialekt-Lexikon wird es mit „nackte Glühbirne“ erklärt.
Ende des 19. Jahrhunderts war die Bezeichnung „russisches Licht“ für die nach Entwürfen des russischen Erfinders Pawel Nikolajewitsch Jablotschkow angefertigten elektrischen Lampen üblich, möglicherweise hat auch diese Bezeichnung zur Entstehung des Begriffs Russenluster beigetragen.
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Kategorie:Kultur (Österreich) Kategorie:Elektrische Leuchte