mini|Transponder eines Privatflugzeuges mit eingestelltem Code 1200
Der Transpondercode (umgangssprachlich auch ) ist im Luftverkehr eine durch den Piloten einstellbare vierstellige Oktalzahl (Ziffern jeweils 0 – 7), die der Luftfahrzeugtransponder (TPX oder XPDR) bei der Abfrage durch das Sekundärradar der Bodenstation aussendet. Der Transpondercode wird mit dem Radarecho zusammen auf den Radarschirmen der Flugsicherung dargestellt und dient in einem Fluginformationsgebiet zur eindeutigen Identifizierung eines Luftfahrzeugs. Seit 2006 zählt der Transponder gemäß Flugsicherungsausrüstung-Verordnung zur Pflichtausstattung von motorbetriebenen Flugzeugen in Deutschland.
Prozedere Der Transpondercode wird dem Piloten vom Fluglotsen meist per Funk genannt. Der Pilot stellt die vierstellige Ziffernfolge am Transponder ein. Empfängt der Transponder eine Abfrage von einem Abfragesender (), so sendet er je nach Inhalt dieser Abfrage seinen Code, die Flughöhe und bei Instrumentenflügen auch weitere Daten wie die Flugnummer an die Bodenstation, die diese Daten in ein Rechensystem einspeist. Genauer: Im sogenannten LDB-Modus (Limited data block) übermittelt ein Transponder lediglich die Transponder-Kennung und Flughöhe, im FDB-Modus (Full data block) zusätzlich Position, Geschwindigkeit über Grund und Flugplan. Als Folge sieht der Lotse auf seinem Bildschirm, wo die Maschine fliegt, wie hoch und auch – aufbereitet durch das System – wie schnell. Der Transpondercode dient also der Unterscheidbarkeit der einzelnen Luftfahrzeuge auf dem Bildschirm des Lotsen.
Bei Flügen in den Lufträumen C und D wird der Transpondercode per Sprechfunk dem Luftfahrzeug von der Luftverkehrskontrolle zugewiesen, bei Flügen nach Instrumentenflugregeln erhält der Pilot seinen Transpondercode in der Regel mit der Streckenfreigabe.
Während früher unter bestimmten Bedingungen das Einschalten eines Transponders nicht Pflicht war, führte unter anderem der Zusammenstoß 1998 des Proteus-Airlines-Flug 706 mit einer Cessna 177 mit ausgeschaltetem Transponder dazu, dass auch Flugzeuge der allgemeinen Luftfahrt nach VFR-Regeln ihre Transponder, sofern vorhanden, stets einschalten müssen (VFR-Transpondercode 7000; 1200 in den USA, Kanada und Australien).
Somit gilt für alle Flüge, dass bei Vorhandensein eines Transponders dieser auch in Betrieb zu setzen ist; in eine TMZ (Transponder Mandatory Zone) darf nur eingeflogen werden, wenn das Luftfahrzeug mit einem Transponder ausgestattet ist.. SERA.13001: Betrieb eines SSR-Transponders. Bis zum 15. März 2007 galten in Deutschland davon abweichend die Transpondercodes 0021 und 0022.
Operationsmodi eines Mode-C-Transponders Modus Beschreibung OFF Der Transponder ist ausgeschaltet SBY, STBY (standby) Der Transponder ist eingeschaltet, überträgt aber keine Daten ON Der Transponder überträgt den Transpondercode ALT (altitude), NORM (normal mode) Der Transponder überträgt den Transpondercode und die Flughöhe (Mode C) ID, IDENT Diese Taste wird im Modus „ON“ oder „NORM“ nach Aufforderung durch den Lotsen betätigt. Es wird dann für die nächsten etwa 20 Sekunden in den Transponder-Antworten ein zusätzliches Bit (SPI, Special Pulse Indication) gesetzt. Am Radar-Bildschirm des Lotsen wird dadurch das Flugzeug hervorgehoben dargestellt, so dass eine eindeutige Identifizierung möglich ist.
Spezielle Codes (SUC) in Deutschland 0020 – Hubschrauber-Rettungsflüge 0023 – Einsatzflüge der Bundespolizei 0024 – Militärische Flüge im Nachttiefflugsystem, die Geländefolgeflüge durchführen 0025 – Absetzluftfahrzeug 0027 – Kunstflüge 0030 – Vermessungsflüge 0031 – „Open-Skies“-Flüge 0032 – VFR-Flüge von zivilen Luftfahrzeugen in der Identifizierungszone 0033 – VFR-Flüge von militärischen Luftfahrzeugen zwischen GND und FL 100 0034 – SAR-Einsätze 0035 – VFR/IFR-Wechselverfahren 0036 – Einsatzflüge der Polizei 0037 – Einsatzflüge der Polizei mit Restlichtverstärker 1000 – IFR-/Mode-S-Transponder-Code 2000 – Militärische Flüge im Nachttiefflugsystem 3701 – FMC im Testgebiet Langen 7000 – VFR-Flüge ziviler Luftfahrzeuge
Der Squawk 0000 ist durch technische Unzulänglichkeiten bei älteren Anlagen nicht nutzbar.
Regional werden zum Teil von den Fluginformationsdiensten und Flugverkehrskontrollstellen für erfasste, auf der jeweiligen Frequenz befindliche VFR-Flüge feste sogenannte Gruppen-Codes vergeben. Hierbei erhalten mehrere Luftfahrzeuge einen identischen Code zugewiesen, zum Beispiel:
4450 … 4452 – Fluginformationsdienst der Deutschen Flugsicherung, FIS Langen 4643 – Einflug in die Kontrollzone des Verkehrsflughafens Hamburg-Fuhlsbüttel 4447 – Einflug in die Kontrollzone von Frankfurt 4441 – Einflug in die Aerodrome Traffic Zone des Flugplatzes Egelsbach östlich des Flughafens Frankfurt/Main
Spezielle Codes in der Schweiz 0061 … 0064 – Sion VFR 0065 … 0067 – Locarno (Para Base) 0070 … 0071 – Grenchen (Parabase) 0072 – Einsatz Polizei (D) & Grenzwachtkorps (CH) 0073 – Altenrhein TWR 0074 – Tech Service 0075 – Friedrichshafen TWR 0076 – Para D allgemein 0077 – Para Base Saulgau
1401 … 1437 – ZRH TWR 1440 … 1477 – ZRH ACC
1557 – Testtransponder Homberg
2740 … 2777 – ZRH ACC 3001 … 3077 – ZRH TWR
5101 … 5127 – GVA Flight Information Center (FIC) 5160 … 5167 – TWR Bern 5170 … 5176 – APP Bern 5177 – Para Biel 5701 … 5777 – GVA ACC
6201 … 6277 – ZRH ACC 6301 … 6305 – ZRH APP 6303 – Ju-Air 6306 – Para Schwenningen (D) 6307 – Para Speck-Fehraltorf 6310 … 6367 – ZRH TWR 6370 … 6377 – Passing TMA Bern
6100 – Militärische VFR-Flüge 7100 – Zivile und/oder militärische Such- und Rettungsflüge (SAR)
Internationale Notfallcodes Mit den Codes 7500, 7600 und 7700 werden Informationen über die Art einer Luftnotlage übermittelt. Gebräuchliche Merksprüche sind angefügt: 7500 – Flugzeugentführung (hijacking; seven-five – man with a knife) 7600 – Funkausfall (radio failure; seven-six – hear nix / radio nix / need a radio fix) 7700 – Luftnotfall (emergency; seven-seven – going to heaven / falling from heaven / pray to heaven / close to heaven)
Geschichtlicher Hintergrund Im Zweiten Weltkrieg entwickelten die Engländer für ihre Flugabwehr ein elektronisches System zur Freund-Feind-Erkennung, denn deutsche Fernnachtjäger verfolgten britische Bomber oft bis nach England zurück, um sie kurz vor der Landung abzuschießen. Die englische Luftabwehr hatte nun das Problem, eigene und deutsche Maschinen auseinanderzuhalten. Das geheime System trug den Codenamen (engl. für „Papagei“). Wenn Lotsen die Besatzung aufforderten, den „Ur-Transponder“ einzuschalten, um sie zu identifizieren, übermittelten sie: , also in etwa: „Lass Deinen Papagei kreischen!“Fliegermagazin 08/2005
Quellen
Kategorie:Flugsicherung Kategorie:Identifikator Kategorie:Funksignal