mini|hochkant|Wappen derer von Oppenfeld Die Familie von Oppenfeld wurde mit der Person des Berliner Bankiers Georg Moritz Oppenfeld am 16. Mai 1859 durch Prinzregent Wilhelm von Preußen in den erblichen preußischen Adelsstand erhoben. Die Begründer der Linie waren vom jüdischen zum christlichen Glauben konvertiert. Mit preußischer Kabinettsorder vom 28. Februar 1827 war die Erlaubnis erteilt worden, statt des bisherigen Namens Oppenheim nunmehr den Namen Oppenfeld zu führen.
Geschichte mini|Oppenfeld-Mausoleum Berlin Im Sommer 1753 stellte Veitel Ephraim(Bearb.) Meta Kohnke (Hrsg.) Bernd Braun, Manfred Jehle, Andreas Reinke, Stefi Jersch-Wenzel, Reinhard Rürup: Quellen zur Geschichte der Juden in den Archiven der neuen Bundesländer. Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Teil 1. de Gruyter Saur, 1999, ISBN 3-598-22442-7, S. 447 (1703–1775) beim König Friedrich II. das Gesuch, das Privileg für seinen zweiten Sohn Joseph Ephraim auf Mendel Joseph übertragen zu lassen, im Dezember 1755 erteilte Friedrich II. dem Handelsmann Mendel Joseph (* um 1720; † um 1758 in Königsberg)Jacob Jacobson: Die Judenbürgerbücher der Stadt Berlin 1809–1851. Mit Ergänzungen für die Jahre 1791–1809. De Gruyter, 1962, ISBN 3-11-000448-8, S. 53 aus SchotenE. Meyer: Die livländische Reimchronik von Dittlieb von Alnpeke. Franz Kluge, Reval 1848, S. 136, 358, 360 an der Memel, Kurland, der ein Vermögen von 12.000 Talern nachweisen konnte, ein Schutzprivilegium für Königsberg (Preußen), gegen eine Zahlung von 1000 Talern an die Chargenkasse.H. Jolowitcz: Geschichte der Juden in Königsberg i. Pr. Ein Beitrag zur Sittengeschichte des preussischen Staates. Joseph Jolowitcz, Posen 1867, S. 81
Mendel Joseph ehelichte Rahel (* um 1734–1790), sie heiratete in zweiter Ehe Isaac David, in dritter Ehe Süßkind Oppenheim (* um 1732 in Hamburg; † 9. September 1809 in Königsberg), Kaufmann, Gemeindevorsteher und Schutzjude mit Generalprivileg in Königsberg vom 28. Oktober 1779.Jacob Jacobson: Jüdische Trauungen in Berlin 1759–1813. Mit Ergänzungen für die Jahre von 1723 bis 1759 (= Band 4 von Quellenwerke, Band 28 von Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, Historische Kommission). De Gruyter, 1968, S. 275 Aus der dritten Ehe ging Marianne „Mirjam“ Oppenheim (um 1767 bis 1836) hervor, verehelicht mit Salomon Joseph Wertheim (1757–1834), der gemeinsame Sohn war Josef von Wertheimer (1800–1887), Philanthrop, Humorist, Autor und Vorkämpfer der Judenemanzipation in Österreich.Benjamin Franklin Peixotto, Moritz Ellinger. B'nai B'rith – The Menorah, Vol. II, January to June 1887, Menorah Publishing Company, New York 1887, S. 237 ff. (Nr. 5, May 1887)
Die erste Ehe von Rahel mit Mendel Joseph begründete die Königsberger Linie der Oppenheim, die später die Oppenfeld hervorbrachte. Die gemeinsamen Söhne waren Wolff Mendel Oppenheim (13. März 1753 in Königsberg; † 17. Januar 1828 ebenda) → weiter bei Oppenheim Berlin und:
Mendel OppenheimJacob Jacobson: Die Judenbürgerbücher der Stadt Berlin 1809–1851. Mit Ergänzungen für die Jahre 1791–1809. De Gruyter, 1962, ISBN 3-11-000448-8, S. 53 (* 12. März 1758 in Königsberg i. Pr.; † 17. Januar 1820 in Berlin), Bankier, er nahm den Namen des Stiefvaters an. Verehelicht mit Henriette „Jüttche“ (* 11. Juni 1767 in Berlin; † 16. Dezember 1842 in Berlin, bestattet auf dem Alten Jüdischen Friedhof),Jacob Jacobson: Jüdische Trauungen in Berlin 1759–1813. Mit Ergänzungen für die Jahre von 1723 bis 1759 (= Band 4 von Quellenwerke, Band 28 von Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin beim Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin, Historische Kommission). De Gruyter, 1968, S. 343 Tochter des Daniel Itzig (1723–1799), Bankier. Ihre Schwester Caroline „Kela“ († 8. April 1856 in Berlin) ehelichte den Buchhalter und Teilhaber der Bank ihres Vaters, Michael WolffJacob Jacobson: Die Judenbürgerbücher der Stadt Berlin 1809–1851. Mit Ergänzungen für die Jahre 1791–1809 De Gruyter, 1962, ISBN 3-11-000448-8, S. 54 (* 22. April 1771 in Dessau; † 1856) Moses OppenheimJacob Jacobson: Die Judenbürgerbücher der Stadt Berlin 1809–1851. Mit Ergänzungen für die Jahre 1791–1809. De Gruyter, 1962, ISBN 3-11-000448-8, S. 142 (* 17. Oktober 1793 in Berlin; † 1861, bestattet auf dem Berliner Dreifaltigkeitskirchhof II des Vereins für die Geschichte Berlins e. V. gegr. 1865 im Oppenfeld-Mausoleum), Kaufmann einer Tuch- und Seidenhandlung, Bankier, Rittergutsbesitzer, Mitinhaber der Firma M. Oppenheims Söhne Komptoir und Eisenlager. Am 22. Mai 1822 in der Jerusalemkirche christlich getauft auf den Namen Georg Moritz Oppenheim, ab 22. September 1827 „von Oppenfeld“.Jacob Jacobson: Die Judenbürgerbücher der Stadt Berlin 1809–1851. Mit Ergänzungen für die Jahre 1791–1809. De Gruyter, 1962, ISBN 3-11-000448-8, S. 142 Die „Georg Moritz von Oppenfeld’sche Familienstiftung zur Unterstützung von Familienangehörigen“ geht auf ihn zurück. (PDF; 1,3 MB) Stand: 1. Juli 2015, S. 165. Er ehelichte am 14. Dezember 1817 Wilhelmine Miniette Ebers (* 1799), Tochter des Victor Ebers. Dieser war ein Vetter des Vaters von Georg Ebers (1837–1898), dem deutschen Ägyptologen und Schriftsteller.Georg Ebers: Die Geschichte meines Lebens. Vom Kind bis zum Manne. Stuttgart 1893, S. 11 Carl Friedrich Emanuel Leopold von Oppenfeld auf Reinfeld (Bierzwnica) (* 1818; † 21. November 1871 auf Reinfeld), königlich preußischer Leutnant, ehelichte 1850 Klara Eugenie von der Osten (* 24. Juni 1827 auf Witzmitz; † 1912)Gothaisches genealogisches Taschenbuch der adeligen Häuser, 1900, Erster Jahrgang. Justus Perthes Gotha, S. 682 Minette Mora Sophie Helene Eleonore Viktoria Emilie von Oppenfeld (* 13. März 1857 auf Reinfeld) ehelichte Eduard Otto von dem Hagen (* 4. November 1851 in Berlin; † 30. Januar 1906 in Boltenhagen), PremierleutnantGothaisches genealogisches Taschenbuch der uradeligen Häuser. Neunter Jahrgang. Justus Perthes, Gotha 1908, S. 274 Rittergutsbesitzer Moritz von Oppenfeld (* 3. Mai 1858 in Reinfeld; † Dezember 1941 auf Reinfeld), als Fideikommissherr von Reinfeld war er Mitglied des Preußischen Herrenhauses von 1901 bis 1918, 1928 BrennereibesitzerDeutsches Reichs-Adressbuch für Industrie, Gewerbe, Handel, und Landwirtschaft, Band IV: Adressen-Verzeichnis, 4. Teil, 1928 in Rheinfeld. Seine Fischerei im Klanziger See von Klanzig, Donatowo (Ostrowice) war seinerzeit sehr bedeutend, das Rittergut Nadrensee mit 888 Hektar gehörte ihm ebenfalls. Als Rittmeister diente er unter Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff,Bryan Mark Rigg: Hitlers jüdische Soldaten. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2006, S. 169–170, Interview Horst von Oppenfeld 5. Januar 1995 der studierte Jurist war Berater für Landwirtschaft und Ernährung und Ehrensenator der Universität Greifswald.Rehabiliert: Uni Greifswald gibt von NS-Regime entzogene Akademische und Ehrengrade posthum zurück Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, 26. Januar 2001 Er war verehelicht mit Augusta Weber von Treuenfels. Oberleutnant Karl Ludwig Axel Eduard von Oppenfeld, (†× 21. November 1916 bei Ciurari nahe Ciolănești, Kreis Teleorman), 5. Eskadron des 2. Kürassierregiments unter Rittmeister Alfred von Borcke Fähnrich Lothar (Lothaar) Karl von Oppenfeld (†× 29. Mai 1915) Leopold „Leo“ von Oppenfeld (* 1. April 1892 auf Reinfeld; † 1954 in Ravensburg), in den letzten Jahren vor 1945 bewirtschaftete er das Gut Reinfeld mit den Vorwerken Alt Ritzerow (Rycerzewo), Neu Ritzerow (Rycerzewko) und Karlshof. Er war in erster Ehe verheiratet mit Viola von Flemming (* 13. August 1900 in Kolberg (Kołobrzeg); † 11. Juli 1979)Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser, Band 115. Justus Perthes, Gotha 1942, S. 220 und in zweiter Ehe mit Barbara Emmerich. Dr. Michael von Oppenfeld, Legal Director Urenco ltd. England, Sohn von Leopold von Oppenfeld und Barbara von Oppenfeld geb. Emmerich. Horst von Oppenfeld (* 16. Juli 1913 in Berlin; † 23. August 2010 in Chevy Chase, Montgomery, Maryland, USA),Obituary Rapp Funeral and Cremation Services Horst von Oppenfeld (1913–2010) Ordonnanzoffizier bei Claus Schenk Graf von Stauffenberg.Peter Hoffmann: Stauffenberg: a family history, 1905–1944. McGill-Queen’s University Press, 2003, ISBN 0-7735-2595-5, S. 164 Er wuchs auf dem Gut Reinfeld auf, da seine beiden älteren Brüder bereits im Ersten Weltkrieg gefallen waren, sollte er später das zweite Familiengut Nadrensee übernehmen.[ old man looking back at life] Mit elf Jahren kam er auf das Joachimsthalsche Gymnasium in Templin. Er machte seine landwirtschaftliche Ausbildung auf dem Gut Nadrensee, welches er nach der Wende besuchte und beim Neuaufbau unterstützte. Im Zweiten Weltkrieg war er bei Offizier der 10. Panzerdivision, später im deutschen Afrika-Corps, dort wurde er der Adjutant von Stauffenberg. Im Jahre 1943 geriet er in Kriegsgefangenschaft, die Lager befanden sich in Kansas und Rhode Island, wo er Englisch lernte. Nach seiner Entlassung arbeitete er für das Landwirtschaftsministerium als Verbindungsmann zu den amerikanischen Besatzungstruppen. Dort lernt er die Amerikanerin Judith Pownall kennen, heiratete sie 1948 und ging mit ihr in die USA. Er blieb seinem Beruf in der Landwirtschaft treu und unterrichtete an der Cornell University als Professor, die ihn auch auf die Philippinen schickte. Als Berater war er in späteren Jahren bei der Weltbank, dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen, dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung in Rom, der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit. Dazu kommt seine Tätigkeit für die türkische Stiftung für die Entwicklung in Ankara und die Zusammenarbeit mit der Grameen Bank, deren Kreditprogramm Muhammad Yunus' mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Im Jahre 1979 war er für die Vereinten Nationen in Kabul, als die sowjetischen Truppen einmarschierten. Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Anita von Oppenfeld Rolf von Oppenfeld Daniel Oppenheim (* 11. Juni 1800 in Berlin), Negotiant, Bankier, Rittergutsbesitzer, Mitinhaber der Firma M. Oppenheims Söhne Komptoir und Eisenlager.Jacob Jacobson: Die Judenbürgerbücher der Stadt Berlin 1809–1851. Mit Ergänzungen für die Jahre 1791–1809. De Gruyter, 1962, ISBN 3-11-000448-8, S. 176 Er wurde einige Zeit nach seinem Bruder ebenfalls getauft auf den Namen Carl Daniel, das war Bedingung für die Nobilitierung. Die Auguste-Luisen-Stiftung an das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Baden, aus deren jährlichen Zinsen zwei arme Mädchen von dort erzogen werden sollten, und die Stiftung an den evangelischen Schulfond zu Baden, dessen Zinsenertrag für das Gehalt eines evangelischen Volksschullehrers verwendet werden sollte, beide vom 28. Oktober 1856, gehen auf ihn zurück.Grossherzoglich-Badisches Regierungs-Blatt, Nr. XLVIII, Karlsruhe 25. November 1856, S. 423 Er wurde Ehrenbürger der Stadt Baden im Jahre 1861 und war Mitglied der Gesellschaft der Freunde, einem jüdischen Hilfsverein in Berlin. Er ehelichte Auguste Hermine Dittbauer. Emilie Elise Alma von Oppenfeld (* 11. November 1844 auf Reinfeld) ehelichte Baron Louis Robert Christian Weber von Treuenfels, Konsul von Österreich-UngarnLa Noblesse Belge, Annuaire de 1897. Bruxelles 1897, Teil 1, S. 352 Hans Emil Carl von Oppenfeld (1848–1915), verehelicht mit Margarethe von Eisenmann
Von Oppenfeld mini|Gutshaus Reinfeld, Sammlung Alexander Duncker mini|Laurahütte um 1840