Lothar Barke (* 20. Januar 1926 in Berlin; † 4. November 2010 in Dresden) war ein deutscher Animationsfilmregisseur und Drehbuchautor, sowie Mitbegründer des in Dresden beheimateten DEFA-Studios für Trickfilme.

Leben Nach amerikanischer und französischer Kriegsgefangenschaft wurde Barke 1948 in der Trickfilmklasse der Meisterschule für das Kunsthandwerk Berlin-Charlottenburg aufgenommen.vgl. Ralf Schenk: Nachruf zu Lothar Barke. In: film-dienst, Nr. 1/2011, Seite 26 Im Jahr 1950 kam er zur DEFA, wo er Titel und Tricks für populärwissenschaftliche Filme entwarf. Zudem schrieb er das Drehbuch für einen satirischen Kurzfilm namens Katzenmusik, dessen Adaption DEFA-Direktor Sepp Schwab befürwortete. Der Trickfilm lief schließlich im August 1954 als erster DEFA-Animationsfilm in den Lichtspielhäusern der DDR an.

Im Jahr 1955 gehörte Barke zu den Gründungsmitgliedern des DEFA-Studios für Trickfilme in Dresden, dem er mit einjähriger Unterbrechung bis 1991 als Animator und Regisseur angehörte. Zu den Gründern des Studios gehörten weiterhin die Burg-Giebichenstein-Absolventen Christl und Hans-Ulrich Wiemer sowie Katja und Klaus Georgi und Otto Sacher, die das Studio bis zur Liquidation 1990 prägten. Aus Potsdam-Babelsberg kamen neben Lothar Barke noch Kurt Weiler, Johannes Hempel sowie Bruno J. Böttge und Erich Hammer.

Mehrfach verfilmte Barke in seiner Zeit im Trickfilmstudio Kinderbücher, so 1960 "Alarm im Kasperletheater" nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Nils Werner, in dem er der Hauptfigur des Teufels seine Stimme lieh,Sein Vorbild war Disney. In: Super-Illu, Nr. 15, 4. April 2007, S. 26. sowie 1965 Der fliegende Großvater nach einem Kinderbuch von Heinz Behling und Heinz Kahlow. Alarm im Kasperletheater erhielt zahlreiche, auch internationale Preise, darunter 1962 die Silberne Lotusblume des International Film Festival of India.

Barke, der mit dem Prager Frühling sympathisierte, kündigte seinen Vertrag, als sich die DDR 1968 indirekt am Einmarsch in die ČSSR beteiligteLothar Barke. In: Ralf Schenk, Sabine Scholze (Red.), DIAF, DEFA-Stiftung (Hrsg.): Die Trick-Fabrik. DEFA-Animationsfilme 1955–1990. Bertz, Berlin 2003, S. 498. und er sich für seine Haltung vor der Belegschaft des Studios rechtfertigen musste. Nachdem er ein Jahr lang freischaffend tätig gewesen war, wurde er 1969 zurück ins DEFA-Studio für Trickfilme geholt, dem er schließlich bis zur Abwicklung 1991 angehörte. Barke verstarb 2010 und wurde auf dem Neuen Annenfriedhof in Dresden beigesetzt.

Filmografie Regie und Drehbuch (Animations-Kurzfilme) 1954: Katzenmusik (DEFA-Studio f. populärwiss. Filme) 1956: Katz und Maus 1956: Vom Hasen, der nicht lernen wollte 1956: Das Strichmännchen 1958: Kann ein Huhn so was tun? 1959: Sechse kommen durch die ganze Welt 1959: Tante Minna und der polytechnische Unterricht 1960: Alarm im Kasperletheater 1963: Miau 1964: Aprikosenbäumchen 1965: Pardon 1965: Der fliegende Großvater 1965: Ich bin doch wer 1967: Der kleine Angsthase 1971: Vater und die VMI 1971: Der arme Müllerbursch und das Kätzchen 1971: Spann mal aus, Liebling 1972: Die geflügelte Schlange 1973: Heurekas Abenteuer – Im Gebirge 1973: Heurekas Abenteuer – Beim Angeln 1975: Heurekas Abenteuer – Die Flaschenpost 1977: Das gibt es nicht 1978: Vor dem Tag 1979: Rosaura 1985: Das gestohlene Gesicht 1988: Vom Knaben, der das Hexen lernen wollte 1990: Das Geheimnis des alten Schlosses

Auszeichnungen 1962: International Film Festival of India, Silberne Lotusblume, für Alarm im Kasperletheater 1975: Artur-Becker-Medaille in Silber 1986: Kunstpreis der DDR für seine Verdienste als Regisseur 1987: Goldener Spatz 1987, „Goldener Spatz“ in der Kategorie Animation für Das gestohlene Gesicht 1987: Goldener Spatz 1987, Ehrenpreis der Kinderjury in der Kategorie Animation für Das gestohlene Gesicht 1989: Goldener Spatz 1989, Ehrenpreis in der Kategorie Animation für Vom Knaben, der das Hexen lernen wollte

Literatur Lothar Barke. In: Ralf Schenk, Sabine Scholze (Red.), DIAF, DEFA-Stiftung (Hrsg.): Die Trick-Fabrik. DEFA-Animationsfilme 1955–1990. Bertz, Berlin 2003, S. 498.

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Einzelnachweise

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