Serena Jameka Williams (* 26. September 1981 in Saginaw, Michigan) ist eine US-amerikanische Tennisspielerin.

Williams ist hinsichtlich der Grand-Slam-Erfolge im Einzel die erfolgreichste Tennisspielerin der sogenannten Open Era seit 1968. In ihrer Karriere gewann sie 23 Grand-Slam-Turniere im Einzel, 14 im Doppel und zwei im Mixed. Williams ist neben Steffi Graf und Margaret Court die einzige Spielerin, die zweimal (2002/03 sowie 2014/15) alle vier Grand-Slam-Turniere hintereinander gewinnen konnte. Allerdings gelang ihr im Gegensatz zu Graf und Court nur ein sogenannter „unechter Grand Slam“, was bedeutet, der Gewinn der vier aufeinanderfolgenden Grand-Slam-Turniere erfolgte nicht in einem Kalenderjahr. Außerdem ist sie eine von nur drei Spielerinnen, die bei jedem Grand-Slam-Turnier mindestens dreimal erfolgreich waren. 2012 gewann sie olympisches Gold im Einzel; drei weitere Goldmedaillen gewann sie in den Jahren 2000, 2008 und 2012 an der Seite ihrer älteren Schwester Venus Williams im Doppel. Fünfmal beendete Williams eine Saison auf Platz 1 der Tennisweltrangliste, sechsmal wurde sie von der ITF zur Spielerin des Jahres gekürt. (wtatennis.com vom 22. Dezember 2015, abgerufen am 1. Januar 2016)

Ferner ist Williams neben Martina Hingis die einzige Tennisspielerin, welche die bedeutendsten fünf Auszeichnungen der WTA gewonnen hat. (wtatennis.com vom 10. Dezember 2015, abgerufen am 1. Januar 2016) Sie erhielt 2015 die drei weltweit bedeutendsten Sportmedien-Ehrungen von Associated Press (Athlete of the Year), L’Équipe (Weltsportler des Jahres) und Sports Illustrated (Sportler des Jahres). Williams hat mit rund 95 Millionen US-Dollar außerdem die höchste Karrierepreisgeldsumme aller Tennisspielerinnen erspielt. Zwischen Juni 2014 und Juni 2015 war sie mit 24,6 Mio. US-Dollar nach Marija Scharapowa die Sportlerin mit dem zweithöchsten Einkommen; davon entfielen 11,6 Mio. US-Dollar auf Preisgelder und rund 13 Mio. auf Werbehonorare und sonstige Einnahmen. (forbes.com vom 12. August 2015, abgerufen am 1. Januar 2016)

Werdegang Als Kinder zogen die Williams-Schwestern mit ihren Eltern nach Compton in der Nähe von Los Angeles. Venus und Serena Williams trainierten dort und hatten schon in ihrer Schulzeit Erfolge im Tennis. 1991 wurde Serena von ihrem Vater Richard Williams in der Tennisschule von Rick Macci, der schon Jennifer Capriati und Mary Pierce trainiert hatte, untergebracht. Die Familie zog nach West Palm Beach.

Karriere Beginn der Profikarriere (1995–1998) Im Oktober 1995 begann Serena Williams im Alter von 14 Jahren ihre Profikarriere mit der Qualifikationsrunde bei den Canadian Open in Québec, wo sie ihr erstes Match mit 1:6, 1:6 verlor. Erst im März 1997 machte sie einen erneuten Anlauf bei einem Profiturnier, scheiterte aber in Indian Wells erneut in der ersten Runde der Qualifikation. Im November 1997 gelang ihr dann der Durchbruch in Chicago, als sie nacheinander die Top-Ten-Spielerinnen Mary Pierce und Monica Seles besiegte und erst im Halbfinale ausschied. Damit gelang ihr erstmals der Sprung unter die Top 100 der WTA-Weltrangliste. Sie beendete die Saison auf Position 99.

1998 nahm sie erstmals an allen vier Grand-Slam-Turnieren teil. Ihr bestes Abschneiden erzielte sie bei den French Open, wo sie sich im Achtelfinale mit einer Dreisatzniederlage gegen die spätere Siegerin Arantxa Sánchez Vicario verabschiedete. Für mehr Aufsehen sorgten ihre Saisonleistungen im Doppel und im Mixed. So gewann sie an der Seite ihrer Schwester ihre ersten beiden Turniere in der Doppelkonkurrenz. Im Mixed erreichte sie sogar bei drei Grand-Slam-Turnieren das Finale. Ging das Endspiel bei den French Open an der Seite von Luis Lobo noch verloren, konnte sie mit Maks Mirny in Wimbledon und bei den US Open jeweils den Turniersieg feiern. Bis heute sind dies ihre einzigen Titel in der Mixed-Konkurrenz. Mit insgesamt sechs Viertelfinalteilnahmen im Saisonverlauf beendete Williams die Saison auf Platz 20 der Einzel- und auf Platz 36 der Doppelweltrangliste.

Erster Grand-Slam-Erfolg und Etablierung als Top-Ten-Spielerin (1999–2001) Die Saison 1999 sollte ihr die ersten großen Einzelerfolge bringen. Bereits im Februar gelang ihr der erste Turniererfolg, als sie in Paris den Titel gewann. Einen Monat später gelang ihr bei dem etwas größeren Turnier in Indian Wells der nächste, als sie im Finale Steffi Graf in drei Sätzen besiegte. Nach einer eher durchwachsenen Sandplatzsaison und einer Verletzung kehrte sie in Los Angeles auf die Tour zurück und gewann den dritten Saisontitel. Einen noch größeren Erfolg brachten aber die US Open. Dort schlug sie die Top-5-Spielerinnen Lindsay Davenport und Monica Seles und erreichte ihr erstes Endspiel bei einem Grand-Slam-Turnier. Im Finale traf sie auf die Weltranglistenerste Martina Hingis, die sie mit 6:3, 7:6 besiegte und damit ihren ersten Einzeltitel bei einem Grand-Slam-Turnier perfekt machte. Williams ist bis heute die jüngste Spielerin in der Open Era, die in einem Turnier vier Grand-Slam-Siegerinnen bezwingen konnte (Martínez, Seles, Davenport und Hingis). Im Doppel sicherte sie sich dort ihren zweiten Major-Erfolg, nachdem sie bereits die French Open zusammen mit ihrer Schwester Venus gewonnen hatte. Zum Ende der Saison gewann sie beim Grand Slam Cup in München noch ihren fünften Saisontitel und trug auch einen Doppelerfolg gegen Russland zum Gewinn des Fed Cups der USA bei. Die Saison beendete sie auf Platz 4 der Weltrangliste, im Doppel reichten drei Saisontitel am Ende zu Position 10.

Die Saison 2000 brachte Williams drei weitere Turniersiege und die endgültige Etablierung unter den Top Ten. Die ganz großen Erfolge bei den Grand-Slam-Turnieren blieben ihr jedoch verwehrt. Am weitesten kam sie in Wimbledon, wo sie sich im Halbfinale ihrer Schwester Venus geschlagen geben musste. So verlor sie im Ranking gegenüber dem Vorjahr zwei Plätze und beendete die Saison auf Position 6. Mehr Erfolg hatte sie im Doppel; sie gewann mit Venus nicht nur zum ersten Mal die Doppelkonkurrenz in Wimbledon, sondern im September bei den Olympischen Spielen in Sydney auch die Goldmedaille. Die Williams-Schwestern konnten dort das Endspiel gegen die Vertreterinnen der Niederlande klar mit 6:1, 6:1 für sich entscheiden.

2001 verlief ähnlich erfolgreich. Erneut konnte Williams drei Turniere für sich entscheiden, darunter erstmals auch die WTA Tour Championships zum Saisonabschluss. Nach vier Viertelfinalniederlagen in Folge auf Grand-Slam-Ebene erreichte sie bei den US Open zum zweiten Mal das Finale. Erstmals in der Open Era trafen dabei mit Venus und Serena Williams zwei Schwestern in einem Major-Finale aufeinander. Mit 6:2, 6:4 behielt die ältere Schwester die Oberhand. Erfolgreich war sie erneut im Doppel; auch bei den Australian Open gelang den Williams-Schwestern der Erfolg. Damit hatten sie als zehntes Damendoppel in der Tennisgeschichte alle vier Major-Titel mindestens einmal gewonnen.

Sprung an die Weltspitze und der „Serena Slam“ (2002–2003) mini|Serena Williams im Jahr 2002 Die Saison 2002 wurde eine der erfolgreichsten ihrer gesamten Karriere. Das Jahr begann allerdings mit einem Rückschlag, als sie aufgrund einer Verletzung die Australian Open verpasste. Ende Februar gab sie ihr Comeback und gewann die beiden Turniere in Scottsdale und Miami. Dabei bezwang sie nacheinander die Spielerinnen auf Position 3, 2 und 1 der Weltrangliste. Noch erfolgreicher verlief die Sandplatzsaison, sie konnte in Rom den dritten Saisontitel feiern und ins Finale der French Open einziehen. Gegnerin war dort ihre Schwester, gegen die sie sich mit 7:5, 6:3 durchsetzte und damit mehr als zwei Jahre nach ihrem ersten Triumph bei den US Open ihr zweites Grand-Slam-Turnier gewann. Mit einer Siegesserie von 12 Partien im Rücken trat sie in Wimbledon an und spielte sich ohne Satzverlust bis ins Finale. Dort besiegte sie Venus diesmal mit 7:6, 6:3 – ihr erster Einzelerfolg auf dem Rasen von Wimbledon, auf dem sich die Schwestern auch ihren zweiten gemeinsamen Doppeltitel sicherten. Damit wurde Serena Williams am 8. Juli 2002 erstmals auf Platz 1 der Weltrangliste geführt. Ihre Siegesserie endete zwar nach 21 Partien im Viertelfinale von Los Angeles; bei den US Open spielte sie sich jedoch ohne Satzverlust ins Endspiel, in dem sie erneut ihre Schwester bezwingen konnte. Drei Grand-Slam-Turniere in Folge innerhalb einer Saison zu gewinnen, das war zuletzt Steffi Graf 1996 gelungen. Zum Ende der Saison startete Williams eine neue Siegesserie, die nach 18 Partien ihr Ende im Finale der WTA Championships fand, das sie gegen Kim Clijsters verlor. Mit insgesamt acht Saisontiteln und einer Matchbilanz von 56:5 beendete sie erstmals eine Saison auf Platz 1.

Bei den Australian Open wollte sie 2003 in die Geschichte eingehen als fünfte Spielerin, die alle vier Grand-Slam-Turniere hintereinander gewonnen hat. Nachdem sie ihre letzten beiden Major-Turniere ohne Satzverlust gewonnen hatte, wurde sie in Melbourne gleich in Runde eins von Émilie Loit über drei Sätze gefordert. Ohne Probleme erreichte sie dann das Halbfinale, in dem sie gegen Clijsters im entscheidenden Satz einen 1:5-Rückstand noch drehen konnte. Finalgegnerin war erneut Venus, gegen die sie sich ebenfalls in drei Sätzen durchsetzte. Damit hatte Serena Williams den unechten Grand Slam gewonnen, der von Journalisten und ihr selbst als „Serena Slam“ bezeichnet wurde. Auch im Doppel (mit ihrer Schwester) war sie in Melbourne erfolgreich – es sollte ihr letzter Major-Erfolg in dieser Disziplin für die nächsten fünf Jahre sein. Ihre Siegesserie baute sie in den kommenden Wochen und Monaten durch Turniererfolge in Paris und Miami auf 21 Partien aus, bevor sie im Finale von Charleston gegen Justine Henin die erste Niederlage im Jahr 2003 hinnehmen musste. Die Sandplatzsaison verlief nicht ganz so erfolgreich; im Halbfinale der French Open verlor sie erneut gegen Henin und musste damit auf Grand-Slam-Ebene nach 33 Siegen in Folge erstmals wieder eine Niederlage hinnehmen. Doch in Wimbledon gelang ihr mit einem 4:6-, 6:4- und 6:2-Finalerfolg über ihre Schwester der insgesamt sechste Major-Erfolg. Es war allerdings ihr letztes Match des Jahres; eine Knieoperation zwang sie zu einer längeren Pause, wegen der sie im August 2003 nach rund 13 Monaten auch die Führung in der Weltrangliste verlor. Sie beendete die Saison nach nur sieben Turnierteilnahmen auf Position 3.

Wechselhafte Ergebnisse, Verletzungen und Absturz in der Weltrangliste (2004–2006) Nach acht Monaten Turnierpause gab Serena Williams im März 2004 ihr Comeback beim Tier-I-Turnier in Miami, das sie gleich für sich entscheiden konnte. Weitere Turniersiege blieben zunächst aber aus. Bei den French Open musste sie sich im Viertelfinale Jennifer Capriati geschlagen geben; damit schied sie nach sieben Teilnahmen bei einem Grand-Slam-Turnier erstmals wieder vor dem Halbfinale aus. In Wimbledon gelang ihr dagegen der dritte Finaleinzug in Serie, gegen die 17-jährige Marija Scharapowa verpasste sie jedoch den Titel-Hattrick. Damit fiel Serena Williams erstmals seit 1999 wieder aus den Top Ten der Weltrangliste. Bei den US Open unterlag sie im Viertelfinale erneut Capriati. Dank ihres zweiten Saisontitels in Peking war sie für die WTA Championships qualifiziert, bei denen sie das Finale erreichte, aber erneut gegen Scharapowa verlor. Die Saison beendete sie auf Platz 7 der Rangliste.