Die Fricke Gruppe ist eine Unternehmensgruppe im Handel mit Ersatzteilen, Landmaschinen, Nutzfahrzeugen und Gartentechnik in 30 Ländern und 107 Standorten. In der inhabergeführten Unternehmensgruppe mit Hauptsitz im niedersächsischen Heeslingen sind über 4.000 Mitarbeiter beschäftigt.
Geschichte Der Schmiedemeister Dietrich Fricke gründete 1923 das Unternehmen in Heeslingen und bezog ein Jahr später die erste Werkstatt. 1933 wurden die ersten fünf Mitarbeiter eingestellt. Mit einer 240 Quadratmeter großen Halle baute das Unternehmen 1948 seine Kapazitäten aus, und Dietrich Fricke erweiterte sein Geschäft: Fortan gehörten Landmaschinen und Schlepper zum Angebot.
Nach dem Tod Dietrich Frickes übernahm 1953 sein damals 23-jähriger Sohn, Wilhelm Fricke († 2013), den Betrieb. 1958 verkaufte Wilhelm Fricke die ersten Claas-Mähdrescher, die die alten Mähbinder und Dreschmaschinen ablösten. Zudem erschloss Fricke mit Venezuela einen neuen Absatzmarkt für Mähbinder in Südamerika. In: Zevener Zeitung, 10. August 2009 1966 erfolgte der Umzug auf das heutige Firmengelände in Heeslingen. Auf dem bereits im Vorjahr erworbenen, 6000 Quadratmeter großen Grundstück fanden zunächst nur eine Werkstatt, ein Ersatzteillager und ein Büro Platz.
Nachdem 1972 die Hanomag Schlepperproduktion eingestellt worden war, kaufte die Fricke Gruppe große Mengen von Ersatzteilen aus der ausgelaufenen Hanomag-Produktion auf. Durch die Hanomag-Ersatzteile erweiterte das Unternehmen sein Sortiment und erlangte weltweite Absatzchancen. Später fertigte Fricke die gewünschten Teile auch in Kleinserien nach. Mit Beginn des Jahres 1973 vergab die Gruppe Produktionsaufträge für einfache Geräte wie Wiesenwalzen an polnische Firmen.
Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 übernahm Fricke in Wotenick bei Demmin eine ehemalige LPG-Werkstatt mit sechs Monteuren. Ein Jahr später gründete die Fricke Gruppe die Fricke Landtechnik GmbH. 1992 zog sich Wilhelm Fricke aus dem aktiven Geschäftsleben zurück. Die Firmenleitung wurde auf seinen Sohn Hans-Peter Fricke und auf Holger Wachholtz als weiteren Geschäftsführer übertragen.
Mit der Übernahme der DAF- und Fiat-Lkw-Vertretung erweiterte die Fricke Gruppe 1993 ihr Portfolio zusätzlich um Nutzfahrzeuge und Transporter. Seit 1996 baute Fricke den Handel mit Ersatzteilen unter der Handelsmarke Granit aus und errichtete in der Folge Niederlassungen in verschiedenen Ländern.
2004 begann das Unternehmen, seine Produkte auch online anzubieten, und machte nach Angaben von 2023 rund 97 % des Umsatzes über den firmeneigenen Webshop. 2013 wurde das Bremer Traditionsunternehmen Hofmeister & Meincke ein Teil der Fricke Gruppe. 2019 gründete die Fricke Gruppe zusammen mit Jungheinrich das Joint Venture Trex.Parts, einen Händler für Gabelstapler-Ersatzteile. Zum 1. Januar 2022 benannte sich die Tochtergesellschaft Gartenland GmbH, ein Großhändler für Garten-, Kommunal- und Landtechnik, in FORAS GmbH um. In dieser Zeit intensivierte das Unternehmen zudem seine Tätigkeiten in den Vereinigten Staaten.
2023 feierte die Heeslinger Unternehmensgruppe ihr 100-jähriges Bestehen. 2026 eröffnete die Fricke Gruppe, zusätzlich zum Ersatzteilzentrallager in Heeslingen, einen zweiten Logistikstandort im saarländischen Tholey. Von dort werden unter anderem die Märkte in Frankreich und Südeuropa beliefert.
Unternehmensstruktur Stand Juni 2026 sind in der Fricke Gruppe nach eigenen Angaben über 4.020 Vollzeitmitarbeitende, davon über 300 Auszubildende, an 107 Standorten in 30 Ländern beschäftigt. Hauptgesellschaft ist die Fricke Group SE & Co. KG mit Sitz in Heeslingen. Zum Unternehmensbereich Granit Parts gehören Niederlassungen und Einkaufsbüros in vielen europäischen Ländern, Nordamerika, Asien und Neuseeland.
Außerdem arbeitet die Fricke Gruppe mit mehreren Partnerunternehmen zusammen. Dazu gehören die Ilgenfritz Mechatronics GmbH als Reparateur und die Grammer AG sowie die Robert Bosch GmbH als Vertriebspartner.
Unternehmensbereiche Zur Unternehmensgruppe gehören:
Unternehmen Angebote Kunden Fricke Landmaschinen Neu- und Gebrauchtmaschinen, Werkstatt-Service Landwirte, Lohnunternehmer Fricke Nutzfahrzeuge DAF Nutzfahrzeuge, Fiat Transporter, ISUZU Pick-ups und Nutzfahrzeuge, neu und gebraucht, Werkstatt-Service Speditionen, Fuhrunternehmen, Handwerk Granit Parts Ersatzteile für Landtechnik, Baumaschinen, Garten- und Kommunaltechnik, Hydraulik und Industrie Landmaschinenhändler, Baumaschinenhändler, Motoristen, Industrie Saphir Maschinenbau Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Landtechnik Landmaschinenhändler FORAS, ehemals Gartenland Großhändler für Motoristen, Kommunaltechnik und Landmaschinenhändler Motoristen, Kommunaltechnik und Landmaschinenhändler Hofmeister & Meincke Nutzfahrzeugteile, Fahrzeugbausysteme und -komponenten Nutzfahrzeug-Werkstätten, Speditionen und Fuhrunternehmen, Kommunalbetriebe, Handelsunternehmen, Fahrzeugbaubetriebe, metallverarbeitende Betriebe Trex.Parts Ersatz- und Verschleißteile für Flurförderzeuge Gabelstaplerwerkstätten, Industriebetriebe (Joint Venture der Fricke Gruppe mit Jungheinrich)
Produkte Die Fricke Gruppe handelt über ihre Tochterunternehmen mit Landwirtschafts- und Nutzfahrzeugen sowie Ersatzteilen. Über Granit Parts vertreibt die Gruppe Ersatzartikel für Landmaschinen, Baumaschinen sowie Garten- und Kommunaltechnik. Der Teilehandel machte 2023 fast zwei Drittel des Umsatzes aus. Es werden Artikel von anderen Herstellern sowie Eigenmarken angeboten.
Auszeichnungen 2020 erhielt die Fricke Gruppe in der Kategorie „Großunternehmen“ den Niedersächsischen Außenwirtschaftspreis des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums. 2023 erhielt Hans-Peter Fricke die Auszeichnung als „Agrarunternehmer des Jahres“, vergeben durch die Agrarzeitung.
Weblinks Offizielle Website
Belege
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