Le Faouët () ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Morbihan in der Region Bretagne. Le Faouët gehört zum Arrondissement Pontivy.
Lage Le Faouët liegt im äußersten Nordwesten des Departements Morbihan, in der Landschaft Cornouaille, auf einem Höhenrücken über den 100 m tiefer liegenden Tälern der Flüsse Ellé und Inam, die sich im Süden des Gemeindegebiets vereinigen. Im nordöstlichen Gemeindegebiet mündet der Langonnet in den Ellé. An der westlichen Gemeindegrenze verläuft der Moulin du Duc und mündet in den Inam.
Nachbargemeinden sind Meslan, Priziac, Langonnet, Le Saint, Guiscriff und Lanvénégen. Wichtigster Ortsteil neben dem Hauptort Le Faouët ist das Dorf Saint-Fiacre, in dem sich eine sehenswerte gotische Kirche befindet.
Durch das Gemeindegebiet führt die D 769, eine Schnellstraße, die Lorient mit Roscoff verbindet.
Geschichte Die Gemeinde gehört historisch zur bretonischen Region Kernev (frz. Cornouaille) und innerhalb dieser Region zum Gebiet Aven (frz. ebenso) und teilt dessen Geschichte. Seit 1793 ist Le Faouët Hauptort des gleichnamigen Kantons.Le Faouët auf Cassini.ehess.fr (französisch)
Bevölkerungsstruktur
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2019Einwohner 3057 3048 3149 3177 2869 2808 2901 2793
Altersstruktur (2007) Altersklasse 19 Jahre oder jünger 20–64 Jahre 65 Jahre oder älter Anteil der Einwohner pro Altersklasse 19,4 % 49,6 % 31,0 % (Quelle: INSEE)Le Faouët auf der Website des Insee
Sehenswürdigkeiten Markthalle Im Ortszentrum von Le Faouët steht die imposante, aus Holz erbaute Markthalle mit einer sehenswerten Dachkonstruktion. Ende des 15. / Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut, ist die Markthalle heute immer noch in Nutzung.Faire son marché bei lefaouet.fr
Kapelle Sainte-Barbe Nördlich des Ortes befindet sich auf einem Bergrücken die spätgotische Kapelle Sainte-Barbe, die zwischen 1489 und 1512 erbaut wurde. Zur Kapelle, die sich knapp unterhalb des Gipfelplateaus befindet, führt eine sehenswerte Renaissancetreppe hinab.Frank und Almut Rother: Die Bretagne. Im Land der Dolmen, Menhire und Calvaires, S. 250
Kapelle Saint-Fiacre Im Ortsteil Saint-Fiacre befindet sich die gleichnamige, 1480 erbaute Kapelle Saint-Fiacre. Sehenswert ist der farbige, reich mit Schnitzereien geschmückte Holzlettner.Frank und Almut Rother: Die Bretagne. Im Land der Dolmen, Menhire und Calvaires, S. 250 Der Erschaffer des Lettners, Olivier Le Loergan, wurde für dieses Werk in den Adelsstand erhoben.Fleury de Bellinger, "Les Premiers Essays des proverbes", 1653, cité par Sophie Duheim, "Impudeurs et effronteries dans l'art religieux breton (xve siècle - xviiie siècle), éditions Le Télégramme, 2012, (ISBN 978-2-84833-288-8). Siehe auch das Fenster Heilige Sippe, Wurzel-Jesse-Fenster (Le Faouët) u. a.
Weitere Sehenswürdigkeiten Kirche Notre-Dame-de-l'Assomption von Ende 15. Jahrhundert Ursulinenkloster, heute Kunstschule und Musée des Beaux Arts (Museum der Schönen Künste), aus dem Jahr 1690 Kapelle Saint-Adrien in Lambelleguic aus dem 16. Jahrhundert Kapelle Saint-Fiacre aus dem 17. Jahrhundert beim Ursulinenkloster Kapelle Saint-Jean aus dem 15.–17. Jahrhundert (vier Kilometer nordwestlich von Le Faouët) Kapelle Saint-Sébastien aus den Jahren 1598–1608 im gleichnamigen Ort Maison de Garde, Haus aus dem 17. Jahrhundert in Saint-Barbe Beinhaus bei der Kapelle Saint-Barbe Fontaine de dévotion (Brunnen der Anbetung) aus dem Jahr 1708 alte Wassermühlen in Barrigan, Diarnelez, Guel, Le Mur und Rerzen, Papiermühle in Le Grand-Pont ehemalige Herrenhäuser in Barregan, Diarnelez, Kerdudou (15. Jahrhundert) und Keryhuel
Wirtschaft Im Jahr 2007 arbeiteten ca. 3 % der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft und ca. 27 % in der Industrie oder im Baugewerbe. Die restlichen 70 % der Erwerbstätigen waren im Dienstleistungsbereich tätig.
Im Jahr 2008 waren 12 % der ortsansässigen Betriebe in der Landwirtschaft tätig, sowie 16 % im Sekundärsektor. Die restlichen 72 % der Betriebe gehörten zum Dienstleistungssektor. (Quelle: INSEE)Le Faouët auf der Website des Insee
Literatur Frank und Almut Rother: Die Bretagne. Im Land der Dolmen, Menhire und Calvaires. DuMont Kunst-Reiseführer, Dumont Buchverlag, Köln 1978, ISBN 3-7701-0933-3. Le Patrimoine des Communes du Morbihan. Flohic Editions, Band 1, Paris 1996, ISBN 2-84234-009-4, S. 241–255.
Weblinks
Infos zur Geschichte und den Sehenswürdigkeiten bei infobretagne.com
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Bretagne Kategorie:Gemeindegründung 1790