Rauna ()Stefan Hartmann: Aspekte der Außenbeziehungen Livlands im Spiegel der Korrespondenz Herzog Albrechts von Preußen (1525–1570). In: Norbert Angermann, Karsten Brüggemann, Inna Põltsam-Jürjo (Hrsg.): Die baltischen Länder und Europa in der frühen Neuzeit. Böhlau, Köln 2015, ISBN 978-3-412-50118-1, S. 131–163, hier S. 134. ist eine Ortschaft im Norden Lettlands und Zentrum der Gemeinde Rauna (Raunas pagasts).

Geschichte Die Ronneburg wurde 1262 unter dem Erzbischof von Riga Albert II. Suerbeer erbaut. Durch die Lage an der Handelsstraße von Riga nach Pleskau und Nowgorod war der Ort eines der wichtigsten Zentren des Erzbistums. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg erweitert. Nach dem Livländischen Krieg verlor die Burg Ronneburg ihre strategische Bedeutung an Wenden. Im Polnisch-Schwedischen Krieg wurde Ronneburg noch einmal zum Kriegsschauplatz, als der litauische Großhetman Krzysztof Mikołaj Radziwiłł und der litauischen litauische Feldhetman Jan Karol Chodkiewicz im Juli 1601 versuchten, die Burg und den Ort einzunehmen. Die schwedische Besatzung konnte der Belagerung standhalten, bis ein groß schwedisches Heer schließlich Ronneburg entsetzte.Stanislaw Herbst: Wojna inflancka 1600–1602. Inforteditions, Zabrze 2006, ISBN 83-89943-14-X, S. 119–120.

, der Ort aber nach dem Livländischen Krieg seine strategische Bedeutung an Wenden. Im Zweiten Nordischen Krieg wurde die Burg zerstört.

Als Vorsitzender der landwirtschaftlichen Genossenschaft und der Sparkasse sorgte der örtliche Pastor Adam Jende, der 1918 von Bolschewiki getötet wurde, im Jahre 1909 für die Bebauung des Zentrums von Rauna.Harald Schultze, Andreas Kurschat, Claudia Bendick (Hrsg.): „Ihr Ende schaut an ...“. Evangelische Märtyrer des 20. Jahrhunderts. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig, 2., erweiterte und verbesserte Aufl. 2008, ISBN 978-3-374-02370-7, S. 539.

Die Gemeinde sollte im Zuge einer Verwaltungsreform 2009 zum Bezirk Priekuļi kommen, bildete aber stattdessen eine Verwaltungsgemeinschaft mit Drusti, obwohl beide Gemeinden nicht direkt aneinandergrenzen. 2021 ging dieser Bezirk Rauna im Bezirk Smiltene auf.

Sehenswürdigkeiten Die heutige evangelisch-lutherische Kirche wurde Ende des 13. Jahrhunderts erbaut und beherbergt Bildwerke aus dem 14. Jahrhundert. Hier bestand eine Gemeinde der Herrnhuter Brüdergemeine. Von der Ronneburg sind die Mauern des Hauptbaus erhalten. Unweit von Rauna am gleichnamigen Fluss Rauna befindet sich eine Tuffsteinquelle, genannt Raunas Staburags. Sie ist das einzige Naturobjekt dieser Art in Lettland, nachdem das Nationalsymbol Daugavas Staburags 1965 infolge des Baus eines Hydroelektrischen Werkes in der Düna versank.

Persönlichkeiten Jānis Cimze (1814–1881), Komponist, Folklorist und Pädagoge Paul Sokolowski (1860–1934), baltendeutscher Jurist und Hochschullehrer

Literatur

Astrīda Iltnere (Red.): Latvijas Pagasti, Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 2002, ISBN 9984-00-436-8.

Weblinks

Fußnoten

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