Surtur Rising ist das achte Studioalbum der schwedischen Melodic-Death-Metal-Band Amon Amarth. Es erschien am 25. März 2011 in Deutschland, Österreich und der Schweiz über Metal Blade Records Europe, den europäischen Ableger des US-amerikanischen Plattenlabels Metal Blade Records. Am 28. März erschien es in den übrigen europäischen Ländern, in den Vereinigten Staaten am 29. März.
Die Headliner-Tournee zum Album fand zwischen dem 13. und 29. Mai zusammen mit The Black Dahlia Murder und Evocation statt und führte durch Nord- und Mitteleuropa.
Entstehungsgeschichte Songwriting-Prozess Das Songwriting zu Surtur Rising fand über einen Zeitraum von rund acht Monaten vom Frühjahr bis zum Herbst 2010 statt.Rubrik „Gear of the Dark“: Nordischer Metal Gladiator – Johan Söderberg im Interview. In: Metal Hammer. Ausgabe März 2011, Axel Springer Mediahouse, Berlin 2011, S. 112f. Wie auch auf dem Vorgängeralbum Twilight of the Thunder God wurden die Lieder auf Surtur Rising fast ausschließlich von den beiden Gitarristen Olavi Mikkonen und Johan Söderberg komponiert. Von Anfang an hatte man sich zum Ziel gesetzt, „ein härteres, […] wütender[es], trauriger[es], melancholischer[es] und gleichzeitig monströser[es]“ Album zu schreiben, da Twilight of the Thunder God nach Meinung der Band auch aufgrund der „power-metallische[n]“ Produktion (siehe dazu auch Power Metal) teils zu freundlich klang.Anzo Sadoni: Interview mit Amon Amarth: Neulich in Muspelheim. In: Metal Hammer. Ausgabe März 2011, Axel Springer Mediahouse, Berlin 2011, S. 22–27.
Die Arbeits- und Herangehensweise blieb dennoch dieselbe. Mikkonen und Söderberg entwickelten zuerst jeweils unabhängig voneinander Gitarrenriffs, Hooklines und vorläufige Arrangements, die sie dann in ihren Heimstudios aufnahmen, und sich anschließend zum gegenseitigen Review und Verbessern zusandten. Zu den fertigen Stücken wurden die so entstandenen Liedfragmente im letzten Schritt durch das gemeinsame Ausarbeiten der Band im Proberaum. Dazu wurden beim gemeinsamen Proben erneut Demoaufnahmen angefertigt, die dann von den Musikern zu Hause reflektiert und gegebenenfalls um Details verbessert wurden. So wurden alle Lieder des Albums basierend auf kleinen Fragmenten Stück für Stück ausgearbeitet.
Da alle Mitglieder von Amon Amarth mittlerweile vollberuflich Musiker sind, stand der Band wesentlich mehr Zeit als früher zum Proben zur Verfügung. So finden laut Mikkonen rund fünf Mal in der Woche, jeweils von etwa 10 Uhr bis 15/16 Uhr Proben statt, so dass der Songwriting-Prozess effektiver und kürzer vonstattenging als bei früheren Alben.
Während der Stil des Albums nach außen relativ einheitlich wirkt, weisen die einzelnen Teile der Lieder nach Meinung Söderbergs teils signifikante Unterschiede im Kompositionsschema auf. Söderberg spielt vor allem mit Gegensätzen, so dass Strophe und Refrain oftmals gänzlich verschieden ausfallen und seine Lieder eher death-metal-orientiert sind. Mikkonen bevorzugt hingegen die Einheit und Kontinuität innerhalb eines Liedes, und findet seine Inspiration insbesondere im traditionellen Heavy Metal der 1980er Jahre. So basieren seine Lieder meist nur auf einem einzigen Riff, welches in unterschiedlichen Variationen immer wieder aufgegriffen wird. Gelegentlich findet sich noch eine weitere Melodie oder es finden Tonartwechsel statt; die Grundstruktur wird dennoch stets beibehalten. Nicht selten werden aber die Ideen der beiden Musiker zu nur einem Lied vereint.
Ein genaues Schema, in welcher Reihenfolge Text und Musik zusammengefügt wurden, gab es nicht. Teilweise wurde auf ein Textfragment Heggs von Mikkonen oder Söderberg passend die Musik dazu komponiert, andere Texte entstanden hingegen erst basierend auf der fertigen Musik.
Aufnahmen Nachdem alle Lieder bis September 2010 fertigkomponiert worden waren,Dennis Piller: Interview/Bericht mit/über Amon Amarth: Und die Welt brennt. In: Legacy. Nr. 71, 02-2011. Devil Presseverlag, Saarbrücken 2011, S. 22–25. begannen am 1. Oktober 2010, mit dem Einspielen der Schlagzeugspuren, die Aufnahmen zum Album in den Stockholmer Park Studios.Thor Wanzek: Amon Amarth Studiobericht. In: Legacy. Nr. 70, 01-2011. Devil Presseverlag, Saarbrücken 2010, S. 183.Veröffentlichung der Tracklist (12. Januar 2011), stormbringer.at, abgerufen am 4. März 2011. Nach Abschluss der Schlagzeug-Aufnahmen unterbrach Amon Amarth die Arbeit am Album für einen Liveauftritt auf dem Loud Park Festival am 16. OktoberBilling des LPF 2010, loudpark.com, abgerufen am 21. Januar 2011 (englisch/japanisch). in Japan, der den ersten Auftritt Amon Amarths überhaupt in Japan darstellte. Anschließend setzte man die Aufnahmen in den Fascination Street Studios im schwedischen Örebro mit dem Einspielen der Bass- und Gitarrenspuren fort,Beginn der Aufnahmen zum Album, Ankündigung auf dem Myspace-Blog der Band (16. November 2010), myspace.com, abgerufen am 21. Januar 2011 (englisch) und schloss mit dem Gesang ab. Die Bonuslieder wurden nach erneutem Studiowechsel im südwestschwedischen Varberg aufgenommen. Endgültig konnten die Aufnahmen (ohne Mastering und weitere Produktionsschritte) am 15. Dezember 2010 abgeschlossen werden. Der Endmix wurde von Jens Bogren übernommen und dauerte bis Mitte Januar 2011.
Weitere Entwicklung und Promotion Das Albumcover wurde zusammen mit der Titelliste als Albumvorschau bereits am 18. Januar 2011 veröffentlicht. Neun Tage später, am 27. Januar 2011 wurde War of the Gods als erstes Lied des Albums über den YouTube-Channel von Metal Blade Records veröffentlicht.Vorveröffentlichung von War of the Gods auf YouTube, youtube.com, abgerufen am 1. Februar 2011. Mit Slaves of Fear wurde ein weiteres Lied des Albums vorveröffentlicht. Es erschien am 14. Februar 2011 exklusiv zum kostenlosen Streamen auf der Website des amerikanischen Decibel-Magazins.Vorveröffentlichung von Slaves of Fear beim Decibel-Magazin, decibelmagazine.com, abgerufen am 15. Februar 2011. Einen weiteren Exklusivpartner fand man mit dem deutschen Metal Hammer, auf dessen Website am 10. März als drittes und letztes Lied For Victory or Death vorveröffentlicht wurde., metal-hammer.de, abgerufen am 10. März 2011.
Die ersten beiden genannten Lieder wurden auch auf mehreren Samplern diverser Musikmagazine veröffentlicht. Dazu gehörten unter anderem die CD-Beilagen Metal Hammer – Maximum Metal Vol. 161, Rock Hard – Lauschangriff Vol. 009, Terrorizer 207 – Fear Candy 91 und Zero Tolerance – Issue 040.Detaillierte Amon Amarth Diskografie, musik-sammler.de, abgerufen am 24. März 2011.
Versionen Von Surtur Rising gibt es mehrere Editionen, die sich teils deutlich unterscheiden.
„Normale“ CD-Version (mit 16-seitigem Booklet), surturrising.com, abgerufen am 1. Februar 2011. CD & DVD Limited Edition Die DVD enthält die Aufzeichnungen der „Bloodshed over Bochum“-Konzertreihe, bei der Amon Amarth zwischen dem 28. und 31. Dezember 2008 an vier Abenden hintereinander jeweils eines ihrer ersten vier Alben komplett spielten. Dazu kommt noch ein 28-seitiges Booklet. 2-LP Limited Edition Dieser Version liegt ein Poster des Albumcovers bei, zudem enthält sie einen Bonustrack. 2-LP Coloured Edition Diese Version ist mit der 2-LP Limited Edition inhaltlich identisch, sie unterscheidet sich lediglich durch das "farbige Vinyl in rot-schwarzer Splatteroptik". Erhältlich exklusiv bei EMP., emp.de, abgerufen am 22. Januar 2011. Limited Edition Box Set Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine exklusive EMP-Mailorder-Edition. Neben der CD und der DVD, die mit der Limited Edition identisch sind, liegt bei dieser Version noch eine 1 × 1,5 Meter große Flagge, und eine rund 14 Zentimeter hohe Surtur-Action-Figur bei., emp.de, abgerufen am 22. Januar 2011. Amazon Limited Edition Bei dieser Version ist das Booklet im LP-Format gestaltet. Enthalten ist neben der Audio-CD auch die „Bloodshed over Bochum“-Konzertreihe auf DVD sowie ein A1-Poster des Albumcovers.
Für den amerikanischen Markt bestand darüber hinaus die Möglichkeit, für einen Aufpreis von 10 US-Dollar bei der Vorbestellung des Albums ein T-Shirt mitzuerwerben. Der Verkauf des T-Shirts, auf dem Surturs Flammenschwert abgebildet ist, endete mit dem Erscheinungsdatum des Albums in Amerika, dem 29. März 2011. Es ist seitdem nicht mehr aus erster Hand im Handel erhältlich., surturrising.com, abgerufen am 1. Februar 2011.
Titelliste Die folgende Tabelle gibt die reguläre Titelliste wieder, die bei allen Versionen identisch ist.
#Titel Länge 1 War of the Gods 4:33 2 Töck’s Taunt – Loke’s Treachery Part II 5:58 3 Destroyer of the Universe 3:40 4 Slaves of Fear 4:25 5 Live Without Regrets 5:03 6 The Last Stand of Frej 5:37 7 For Victory or Death 4:29 8 Wrath of the Norsemen 3:44 9 A Beast Am I 5:14 10 Doom over Dead Man 5:55
Bonus-Lieder Über die normale Titelliste hinaus veröffentlichte Amon Amarth auch drei Coverversionen von Liedern bekannter Metal-Bands als Bonustitel. Zwar gibt es beim limitierten Box-Set zwei Bonuslieder, eine Version mit allen drei Bonusliedern gibt es jedoch nicht. Die folgende Tabelle gibt daher Auskunft über die veröffentlichten Bonuslieder:
#Titel Länge Enthalten auf * 11 * 12 Balls to the Wall (Accept-Cover) 3:38 * 2-LP Limited Edition * Limited-Edition-Box-Set 11 War Machine (Kiss-Cover) 5:21 Limited-Edition-Box-Set 11 Aerials (System-of-a-Down-Cover) 3:39 iTunes-Download
Inhalte und Hintergründe der Lieder War of the Gods: Das Lied handelt vom Wanenkrieg, bei dem die beiden Göttergeschlechter der Asen und Wanen gegeneinander kämpfen und schließlich, metal-hammer.de, abgerufen am 2. Februar 2011. um den nach dem Krieg entstandenen Frieden zu sichern, Geiseln austauschen. Dennoch köpfen die Wanen den Riesen Mimir und senden seinen abgetrennten Kopf an Odin.Lied-für-Lied-Interview mit Johan Hegg zu Surtur Rising via Metal Blade TV, youtube.com, abgerufen am 18. Februar 2011 (englisch) Töck’s Taunt – Loke’s Treachery Part II: Protagonist der Liedtext-Handlung ist hier der Gott Loki, der die Gestalt einer alten Riesin namens Töck angenommen hat. Nachdem Loki sich für den Tod Balders verantwortlich gemacht hat, will Hel diesen erst zurückkehren lassen, wenn alle Dinge ihm nachweinen. Töck jedoch verweigert dies. Stattdessen verhöhnt sie die Asen für deren Versuch, Balder zu befreien, und versucht sie auch davon abzubringen, mit den Rettungsversuchen fortzufahren. Destroyer of the Universe: Ursprünglich sollte Destroyer of the Universe das Titellied sein. Letztlich entschied sich die Band für den Namen Surtur Rising, jedoch behielt das Lied Destroyer of the Universe seinen Namen. Das Lied handelt von Surtur, der im Zuge des Weltenuntergangs Ragnarök alles durch seinen Zorn und sein Feuer- und Flammenschwert zerstört. Er stirbt dabei auch selbst.
Slaves of Fear stellt thematisch gesehen eine Ausnahme im Schaffensprozess der Band dar. Es beschreibt die Unterdrückung von Menschen durch die großen Weltreligionen, und wie diese das Denken für ihre Anhänger übernehmen, und Vorurteile sowie Hass gegen andere religiöse Gruppen schüren. Insbesondere wird auch auf religiöse Fanatiker angespielt, die versuchen, Menschen über deren Ängste zu kontrollieren. Inspiriert wurde Sänger und Texter Johan Hegg durch ein Streitgespräch, in dem sein Diskussionspartner die These aufstellte, dass es gut wäre, sich von einem Gott leiten zu lassen, und dass nur der freie Wille eines jeden die Welt schlecht mache. Hegg ist jedoch vom Gegenteil überzeugt. Das Hauptriff stellt, laut Schlagzeuger Fredrik Andersson, ein Tribut an den 2010 verstorbenen Sänger Ronnie James Dio dar, da Andersson seine Inspiration zu der Melodie durch Dios Lied Holy Diver fand.