Giuseppe (Josef) Brioschi (* 12. Dezember 1802 in Trezzano sul Naviglio; † 24. November 1858 in Wien) war ein italienisch-österreichischer Dekorationsmaler. Ab 1838 gestaltete er Bühnenbilder für das Theater am Kärntnertor.

Leben und Werk Giuseppe Brioschi war der Sohn von Carlo Giuseppe Stefano Brioschi und Gaetana Fontana, die aus einer Künstlerfamilie stammte. Von 1820 bis 1829 studierte er mit Hilfe eines Stipendiums Architektur an der Accademia di Belle Arti di Brera, wo er zudem auch die Fächer Perspektive (1824–1826) und Ornamentik (1830–1834) belegte. Zu seinen Lehrern gehörte Alessandro Sanquirico, dem er bei der Ausmalung des Mailänder Domes half. Sanquirico wirkte als Bühnenbildner an der Mailänder Scala und als deren Impresario, Bartolomeo Merelli, zusammen mit Carlo Balochino das Theater am Kärntnertor pachtete, brachte er Sanquiricos Schüler Brioschi und Pioni mit nach Wien. Brioschi wurde im Jahre 1838 von Metternich als Hoftheatermaler an das Kärntnertor-Theater berufen, wo er bis zu seinem Tode im Beamtenstatus tätig war.

Brioschi malte Bühnenbilder für Opern und Ballette, häufig in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern wie Antonio de Pian und Theodor Jachimowicz, ab 1854 zunehmend mit seinem Sohn und Schüler Carlo Brioschi. Er schuf unter anderem die Bühnenbilder für eine Reihe Wiener Erstaufführungen von Opern Gaetano Donizettis wie Lucrezia Borgia (1843), Giuseppe Verdis Nabucco (1843) und Attila (1851) sowie französisch- und deutschsprachige Erstaufführungen wie Giacomo Meyerbeers Les Huguenots (1839) und Friedrich von Flotows Martha (1847). Er gestaltete die Entwürfe in Form von Aquarellen auf Bleistiftvorzeichnung mit zarter, biedermeierlicher Farbgebung. Architekturen stellte er meistens unspezifisch dar und machte sie nur an wenigen charakteristischen Elementen erkennbar, bei Natur- und Gartenszenerien griff er auf Eindrücke aus Landschaftsgärten zurück. Im Gegensatz zu Sanquirico tendierte er zum Malerischen und zur Schlichtheit, die im Zusammenhang mit der zu dieser Zeit bescheidenen technischen Einrichtung des Kärntnerthortheaters stand. Neben Bühnenbildentwürfen schuf er auch Veduten und Historienbilder, mit denen er an den Ausstellungen der Wiener Akademie teilnahm.

Giuseppe Brioschi starb 1858 in Wien und wurde auf dem später aufgelassenen Hundsturmer Friedhof beerdigt. Eine Reihe seiner Bühnenbilder-Entwürfe befinden sich in der Sammlung des Wiener Theatermuseums.

Literatur

Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts. Ergänzungsband 1. K 70/71, Wien 1978.

Weblinks

Bühnenbilder von Giuseppe Brioschi in der Sammlung des Wiener Theatermuseums

Einzelnachweise

Kategorie:Bühnenmaler Kategorie:Maler (Österreich) Kategorie:Person (Kaisertum Österreich) Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren 1802 Kategorie:Gestorben 1858 Kategorie:Mann