mini|Clericus´ Widmung Das Liederbuch der Albertina war eine illustrierte Sammlung von Studentenliedern, die 1850 von Ludwig Clericus in Königsberg i. Pr. herausgegeben wurde. Eduard Loch besorgte 1934 eine ausführlich kommentierte Neuausgabe, die 2005 und 2009 nachgedruckt wurde.In: Corps Masovia. Die 175jährige Geschichte von Königsbergs ältester und Potsdams erster Korporation im 21. Jahrhundert. München 2005, ISBN 3-00-016108-2, S. 591–660. Die kolorierten Originale des Liederbuchs sind verschollen.
Geschichte Herausgegeben und illustriert von „L. C., civis academiae Albertinae corporis Masurorum senior“, erschien das Liederbuch in Lithographie und Druck bei Adolph Wilutzky in Königsberg. Bekannt ist nur der erste Teil, der in acht Lieferungen 50 Lieder enthielt. Bis zum Zweiten Weltkrieg hatten sich beim Corps Masovia nur die ersten vier Lieferungen in mehreren Stücken erhalten. Die Lieferungen 5 bis 8 gelten als verloren. Die ersten drei Lieferungen wurden der Staats- und Universitätsbibliothek Königsberg 1933 geschenkt. Als einzige in Deutschland besaß sie dieses Unikat.
24 Lieder finden sich bereits im Liederbuch der Alma Albertina, das 1844 im Verlag der Königsberger Universitätsbuchhandlung erschienen war. Darunter waren auch weniger bekannte Lieder, wie Nr. 10 (Brüder, hier steht Bier statt Wein), Nr. 23 (Gesungen und gesprungen) und Nr. 32 (Lasset die verdammten Manichäer klopfen).
Die meisten übrigen finden sich auch in den anderen Kommersbüchern jener Zeit, z. B. im alten Leipziger Kommersbuch und in Karl Göpels Deutschem Lieder- und Commersbuch mit über 500 Liedern (Stuttgart 1847, 1858). Nur vier sind auch darin nicht enthalten: Nr. 2 (Allemal kann man nicht lustig sein), Nr. 28 (Ick und mein junges Weib), Nr. 24 (Heute schallen unsere Lieder, ein Text von Hempel zur Melodie einer polnischen Mazurka) und Nr. 18 (Erloschen ist der Sonne Licht, ein Polenlied von Gräfin Ida Hahn).
Von dem alten Königsberger Gesangsgut wurde bei Masovia das meiste noch um die Wende zum 20. Jahrhundert gesungen. Für das Corps bestimmt waren nur zwei der 50 Lieder, das Farbenlied (Nr. 37, siehe Bilder) und das Masurenlied (Nr. 48). Zu ihm hatte Clericus nur das alte Wappen der Masovia gestellt, um es als Bundeslied seines Corps zu kennzeichnen.
Lieder Alles schweige Allemal kann man nicht lustig sein Allons enfants Als Noah aus dem Kasten war An des Pregels Strand Auf, Brüder, laßt uns lustig leben Aus Feuer ward der Geist geschaffen Bekränzt mit Laub den lieben vollen Becher Bringt mir Blut der edlen Reben Brüder, hier steht Bier statt Wein Ça ça geschmauset Der Bursch von echtem Schrot und Korn Der Papst lebt herrlich in der Welt Die Binschgauer wollten wallfahrten gehn Ein Grobschmied saß in guter Ruh Ein Heller und ein Batzen Ein niedliches Mädchen Erloschen ist der Sonne Licht Es bildeten drei Gesellen Es ward einmal geschlagen bei Belle-Alliance die Schlacht Es zogen drei Burschen Gaudeamus Gesungen und gesprungen Heute schallen unsere Lieder Ja, das schönste Leben Ich bin der Doktor Eisenbart Ich weiß nicht was soll es bedeuten Ick und mein junges Weib Ihren Liebsten zu erwarten Im kühlen Keller sitz ich hier In des Waldes finstern Gründen Lasset die verdammten Manichäer klopfen Mihi est propositum Mit Männern sich geschlagen Noch ist Polen nicht verloren Schöne Minka ich muß scheiden Seht her, wie stolz ich um mich schau (Farbenlied) Sind wir nicht zur Herrlichkeit geboren Steh ich in finstrer Mitternacht Stoßt an, Albertina soll leben Studio auf seiner Reise Viola, Baß und Geigen Vom hoh'n Olymp herab ward uns die Freude War einst ein jung jung Zimmergesell Was ist des Deutschen Vaterland Was kommt dort von der Höh Wenn das Atlantische Meer Wild flutet der See (Masurenlied) Wohlauf, Kameraden Wohlauf noch getrunken den funkelnden Wein
Illustrationen Kulturgeschichtlich sind die Illustrationen noch wichtiger als die Lieder. Aus den zwei Jahreszahlen – „Michaeli 1850“ im Vorwort und „Mai 1851“ auf der Rückseite des Umschlags – ist zu ersehen, dass sich die endgültige Herausgabe noch über ein halbes Jahr nach dem ersten Entwurf hingezogen hatte. Während dieser Zeit besuchte Clericus schon die Kunstakademie Königsberg. Zu vergleichen sind die Zeichnungen nur mit den „Werkchen“ von Franz Pocci und Ludwig Richter.Franz Pocci: Alte und neue Studentenlieder mit Bildern und Singweisen. Landshut 1844L. Richter, A. E. Marschner: Alte und neue Studentenlieder mit Bildern und Singweisen. Leipzig 1844.Georg Scherer (Hg.): Studentenlieder mit Bildern und Singweisen. Illustriert von Franz Pocci und Ludwig Richter. Leipzig o. J., wohl 1856
Siehe auch Masurenlied Corps Masovia Königsberg zu Potsdam Heinrich Christian Schnoor Königsberger Bierreich Hermann Wollheim
Literatur Das illustrierte Liederbuch der Albertina. WJK Verlag, Hilden 2009, ISBN 978-3-940891-32-7 Wilhelm Erman, Ewald Horn: Bibliographie der deutschen Universitäten. Systematisch geordnetes Verzeichnis der bis Ende 1899 gedruckten Bücher und Aufsätze über das deutsche Universitätswesen. 3 Bände. Leipzig 1904 und 1905 Hans-Heinrich Müller-Dieckert: Ludwig Clericus Masoviae und das illustrierte Liederbuch der Albertina. In: Einst und Jetzt. 23 (1978), S. 309–321.
Weblinks
WJK 2009 Kommersbücher (zeno.org)
Einzelnachweise
Kategorie:Liederbuch Kategorie:Königsberger Studentengeschichte Kategorie:Studentengeschichte (19. Jahrhundert)