Wiesenfeld ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld in der Verwaltungsgemeinschaft Ershausen/Geismar. mini|hochkant=1.5|Ortsansicht von Nordwesten mini|Wiesenfeld im Winter Geographie Wiesenfeld liegt im Westen des Landkreises Eichsfeld nahe der hessischen Grenze zwischen den Gemeinden Rüstungen, Volkerode und Sickerode. Der „Wiesenbach“ (eigentlich „Wisentbach“) vereinigt sich bei Wiesenfeld mit dem Hesselbach und heißt unterhalb von Wiesenfeld Rode. Höchste Erhebungen in der Umgebung sind die Goburg (543,4 m) und der Rachelsberg (512,8) im Westen und der Thomaskopf (390,5 m) und der Lichtberg (385,8) Osten.
Geschichte Die Ortschaft wird im 9. Jahrhundert als „Wiesenfelt“ erstmals erwähnt, wo es im Besitz des Klosters Fulda ist. Ob es sich aber um das hiesige Wiesenfeld handelt ist nicht belegt. Später war es im Besitz der Herren von Weberstedt, die im Dorf eine Kemenate besaßen und Burgmänner auf der nahen Burg Greifenstein waren. Ab 1380 besaßen den Ort die Herren von Hanstein bis 1818.Hrsg. Ulrich Harteisen, Ansgar Hoppe et al.: Das Eichsfeld. Band 79 der Reihe Landschaften in Deutschland. Verlag Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2018, S. 335
Der erste urkundlich erwähnte Kirchenbau fand 1560 statt. Der barocke Hochaltar stammt aus dem Jahr 1703. Wiesenfeld gehörte bis zur Säkularisation 1802 zu Kurmainz. 1802 bis 1807 wurde der Ort preußisch und kam dann zum Königreich Westphalen. Von 1815 bis 1945 war er Teil der preußischen Provinz Sachsen. 1945 wurde das örtliche Rittergut „Hessel“ im Zuge der Bodenreform enteignet und aufgeteilt. Bis 1949 war der Ort der sowjetischen Besatzungszone zugeteilt und wurde ab 1949 Teil der DDR. Von 1961 bis zur Wende und Wiedervereinigung 1989/1990 wurde Wiesenfeld von der Sperrung der nahen innerdeutschen Grenze beeinträchtigt. Seit 1990 gehört der Ort zum wieder gegründeten Bundesland Thüringen. Drei bäuerliche Betriebe übernahmen als sogenannte Wiedereinrichter die Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse von der örtlichen LPG, so auch Gut Hessel.
Westlich der Ortslage im Tal des Hesselbaches befand sich das alte Gut Hessel, welches 1945 im Rahmen der Bodenreform enteignet wurde.
Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994: 263 1995: 277 1996: 270 1997: 268 1998: 267 1999: 263 2000: 260 2001: 258 2002: 255 2003: 256 2004: 256 2005: 263 2006: 268 2007: 255 2008: 250 2009: 251 2010: 242 2011: 239 2012: 241 2013: 239 2014: 230 2015: 224 2016: 225 2017: 223 2018: 223 2019: 218 2020: 220 2021: 225 2022: 226 2023: 230 2024: 229 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Wiesenfeld setzt sich aus sechs Gemeinderatsmitgliedern zusammen. Bei den Kommunalwahlen 2009, 2014, 2019 und 2024 lautete das Ergebnis jeweils: Wahlvorschlag Männer-Burschenverein: 6 Sitze
Bürgermeister Der ehrenamtliche Bürgermeister Udo Nolte wurde am 6. Juni 2010 gewählt und am 5. Juni 2016 sowie am 12. Juni 2022 wiedergewählt.
Wirtschaft und Infrastruktur Wasser und Abwasser Die Abwasserentsorgung wurde auf den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Obereichsfeld übertragen.
Sehenswürdigkeiten mini|St. Peter und Paul römisch-katholische Filialkirche St. Peter und Paul Herrenhaus des ehemaligen Rittergutes aus dem 17. Jahrhundert Zwei Eichen westlich des Gutes Hessels, wobei eine einen Brusthöhenumfang von 6,90 m (2014) hat.
Weblinks
Wiesenfeld bei der Verwaltungsgemeinschaft Ershausen/Geismar
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Eichsfeld Kategorie:Ort im Eichsfeld Kategorie:Ersterwähnung im 9. Jahrhundert