Die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ) geht auf eine von dem Zukunftsforscher und Journalisten Robert Jungk 1985 gegründete Stiftung zurück und ist eine staatlich anerkannte gemeinnützige Einrichtung,Vgl. z. B. Robert Jungk: Internationale Bibliothek für Zukunftsfragen: Damit Zukunftsforschung nicht ein Privileg der Mächtigen bleibt. In: K. Burmeister, W. Canzler, R. Kreibich (1991): Netzwerke, Vernetzungen und Zukunftsgestaltung. Weinheim und Basel. S. 73ff. die sich in der österreichischen Landeshauptstadt Salzburg befindet.Karlheinz Steinmüller, Rolf Kreibich, Christoph Zöpel: Zukunftsforschung in Europa. Nomos, 2000. S. 69f. Das Institut ist Mitglied im Dachverband Salzburger Kulturstätten und wurde für ihre Bildungsarbeit unter anderem mit dem Österreichischen Umweltzeichen für Bildungseinrichtungen ausgezeichnet.

Die Finanzierung erfolgt über öffentliche Mittel, Aufträge und Projekte sowie Mitgliedsbeiträge und Spenden. In der JBZ arbeiten Expertinnen und Experten unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen.

Am 17. November 2025 erhielt die JBZ den internationalen Hauptpreis für Kunst und Kultur 2025 des Kulturfonds Salzburg.

Ziele Die JBZ versteht sich als „Informationszentrale für alle die Zukunft betreffenden Fragen und Probleme werden. Ziel ist die Sammlung und Vermittlung von zukunftsrelevanten Informationen an die breite Öffentlichkeit, die Förderung interdisziplinären und zukunftsoffenen Denkens und die Schaffung von Möglichkeiten zur Begegnung“.

Programmbereiche Die zur Stiftung gehörende Referenzbibliothek umfasst 18.000 Medien (Stand 2026). Vierteljährlich wird das Buchmagazin pro zukunft herausgegeben. Mehrmals im Monat findet eine Diskussionsveranstaltung, die JBZ-Montagsrunde, statt. Bei JBZ-Projekte des Wandels werden zivilgesellschaftliche Initiativen zur Diskussion gestellt. Seit 2012 werden JBZ-Arbeitspapiere publiziert, den Podcast Drei Generationen. Eine Zukunft gibt es seit 2020. Jedes Jahr findet die JBZ-Herbstschule statt, ein mehrtägiger Workshop, um klimatische Herausforderungen und Perspektiven gemeinsam mit Expertinnen und Experten zu diskutieren. Mit der FH Salzburg organisiert die JBZ außerdem das jährliche Festival Science meets Fiction. Regelmäßig werden auch Zukunftswerkstätten-Ausbildungen angeboten.

Buchmagazin Das Buchmagazin pro zukunft wurde 1987 von Robert Jungk gegründet. Im vierteljährlichen Rhythmus stellt das Magazin über 30 Neuveröffentlichungen aus dem Sachbuchbereich vor. Alle Rezensionen seit 1987 finden sich in der digitalen Datenbank pro zukunft. Beiträge aus aktuellen Ausgaben werden einige Wochen nach Erscheinungsdatum eingespeist und der Öffentlichkeit kostenfrei zur Verfügung gestellt.

JBZ-Montagsrunde 2010 gründete Stefan Wally das Format der JBZ-Montagsrunde. Mehrmals im Monat können in diesem Rahmen Interessierte kostenfrei an Diskussionen zu wechselnden Themen sowohl online als auch vor Ort teilnehmen. Der zweistündige Ablauf ist stets gleich: Eine eingeladene Person hält einen Impulsvortrag und bietet damit den Ausgangspunkt für die anschließende Diskussion. Auch werden die konkreten Inhalte der jeweiligen Veranstaltung in einem separat aufgenommenen Video festgehalten und auf Youtube veröffentlicht. Themen und Vortragsgästen waren bisher unter anderem: Anton Thuswaldner: Mit dem Barock fing alles an. Warum Salzburg so ist wie es ist Helga Amesberger: Sexarbeit in Österreich Jutta Ditfurth: Nach Pegida? Patsy l’Amour laLove: Identität und Kollektiv im aktuellen Diskurs Robert Misik und Srećko Horvat: Das Ende des Kapitalismus Oliver Rathkolb: Vor einem neuen autoritären Zeitalter? Rosa Lyon: Ungleichheiten - Zeit für einen genauen Blick Barbara Prainsack: Wofür wir arbeiten - Wie wollen und werden wir zukünftig arbeiten?

JBZ-Projekte des Wandels Die Veranstaltungsreihe JBZ-Projekte des Wandels stellt Initiativen sowie praktische Neuansätze für eine sozialökologische Transformation und einen Gesellschaftswandel zur Diskussion. Unter den eingeladenen Personen waren etwa: Maria Kapeller: Verantwortlich reisen Noomi Anyanwu u. a.: Antirassismus. Politik & Praxis Patrick Fuchs u. a.: (Wie) geht Energiegemeinschaft? Kathrin Trattner & Helene Czifra: Zurück an den Herd? Warum der Tradwife-Hype polarisiert Heike Merschitzka u. a.: Teilen bringt uns weiter: Gerätesharing als Zukunftsmodell Silvia Traunwieser & Rainer Pusch: Assistierter Suizid: Freiheit auf Rezept?

JBZ-Arbeitspapiere Die JBZ-Arbeitspapiere werden seit 2010 von der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen herausgegeben. Wissenschaftliche Themen werden darin in regelmäßigen Abständen aufgearbeitet und sollen zu gesellschaftlichen Diskussionen anregen. Abwechselnd schreiben renommierte Wissenschaftler aus unterschiedlichen Fachgebieten, auch junge Forscher werden bewusst integriert und gefördert. Fast alle Publikationen können kostenlos heruntergeladen werden. Eine Auswahl der JBZ-Arbeitspapiere findet sich hier: Ernestine Depner-Berger, Stefan Wally: Wer sich von der politischen Teilhabe verabschiedetWer sich von der politischen Teilhabe verabschiedet Helga Embacher: Aber zuerst bin ich Weltbürger, dann erst Jude -Robert Jungks Judentum Aber zuerst bin ich Weltbürger, dann erst Jude -Robert Jungks Judentum Elmar Altvater: Was uns Robert Jungk bei der Suche nach Optionen für ein anderes Wirtschaften auf den Weg geben kannWas uns Robert Jungk bei der Suche nach Optionen für ein anderes Wirtschaften auf den Weg geben kann Stefan Wally, Markus Pausch und Katharina Kiening: Salzburg Morgen. Welche Entwicklungen werden Salzburg im Jahr 2040 prägen? Die Szenariostudie Johannes Schmidl: Wie weit wagen wir zu denken? Stefan Wally: Salzburg bleibt anders – Die neue Salzburger Milieulandschaft Isabella Hermann: Wozu Science-Fiction? Sascha Mamczak: Die Zukunft als kulturelles Artefakt

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Einzelnachweise

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