Erebos ist ein Jugendbuch von Ursula Poznanski, das erstmals am 10. Januar 2010 im Loewe Verlag erschien. Der Titel soll an Erebos, den Gott der Finsternis in der griechischen Mythologie, erinnern. Der Roman erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Deutschen Jugendliteraturpreis der Jugendjury 2011, und wurde rund 850.000 Mal verkauft und in 38 Sprachen übersetzt.Irene Prugger: Spannung statt Geschwurbel bei Ursula Poznanski in Wiener Zeitung vom 22. März 2020, abgerufen am 3. Juli 2020 ursula-poznanski.de. Abgerufen am 7. Juli 2015.
Am 14. August 2019 erschien mit Erebos 2 eine Fortsetzung, die von der nicht zu steuernden Einflussnahme von Künstlicher Intelligenz mit Hilfe von Handys handelt. Der zweite Teil stieg gleich nach seiner Veröffentlichung auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste in den Sparten Hardcover und Jugendbuch und verblieb dort jeweils mehrere Monate.buchreport.de Abgerufen am 3. September 2020 Erebos 3 erschien am 14. August 2025.
Handlung An Nicks Schule (West London School of English) werden geheimnisvolle Päckchen herumgegeben, doch nur die, die sie erhalten, kennen deren Inhalt. Seit dem Auftauchen der Päckchen zeigen etliche Schüler verändertes Verhalten, sind müde und unkonzentriert. Nicks Freund Colin erscheint nicht mehr zum Basketballtraining und kommt nicht in die Schule. Schließlich erreicht ein Päckchen auch Nick; er wird aufgefordert, wie alle anderen Besitzer Stillschweigen über dessen Inhalt zu wahren. Zu Hause stellt Nick fest, dass es sich um eine DVD handelt, auf der sich ein Computerspiel namens Erebos befindet. Das Spiel fesselt Nick sofort.
Kurz nach Eintritt in die virtuelle Welt warnt ihn ein an einem Feuer sitzender Mann davor weiterzugehen, was Nick jedoch nicht aufhält. Im Spielverlauf begegnet ihm der sogenannte „Bote“, ein Mann mit gelben Augen. Dieser repräsentiert gewissermaßen das Spiel und erteilt Aufgaben, die die Spieler in der Realität erfüllen müssen, um im Spiel weiterzukommen. Nick ist erstaunt darüber, dass der Bote und alle anderen NPCs wie Menschen reden und komplexe Sätze verstehen und formulieren können. Noch mehr verunsichert wird er dadurch, dass der Bote persönliche Dinge über ihn weiß und ihm nach einiger Zeit einen Auftrag gibt, den er in der realen Welt erfüllen muss, um weiterzukommen. Bis zur Erfüllung der Aufgabe wird Nick aus dem Spiel ausgeschlossen. Nick muss eine Kiste mit der Aufschrift „Galaris“ an der Kirche St. Andrew suchen, darauf stehen ferner die Zahlen „18.03.“, sein Geburtsdatum. Er versteckt die Kiste wie vorgeschrieben an einem anderen Ort und erhält vom Boten daraufhin in der realen Welt ein T-Shirt seiner Lieblingsband. Dass er sich dieses T-Shirt wünscht, hat er allerdings nur seinem Bruder erzählt. Nick soll immer wieder Aufträge in der Wirklichkeit erledigen. So muss er einen Mann beschatten, ein anderes Mal mit einem Mädchen ausgehen. Schließlich wird er aufgefordert, seinem Englischlehrer Mr. Watson eine lebensgefährliche Dosis eines Medikaments in den Tee zu geben. Nick kann sich gerade noch bremsen und versucht, das Scheitern des Auftrags vor dem Boten geheim zu halten. Dieser hat aber bereits über alles Kenntnis und tötet Nicks Online-Charakter, woraufhin Nick Erebos nicht mehr starten kann.
Sein Freund Jamie versucht immer wieder, Nick dazu zu überreden, mit dem Spielen von Erebos aufzuhören. Deshalb erhält dieser einen anonymen Drohbrief, was Nick zunächst für einen Scherz hält. Als Nick und Jamie erneut über Erebos sprechen, gehen sie im Streit auseinander. Jamie fährt mit dem Fahrrad davon und ungebremst auf eine Kreuzung, wo er von einem Auto überfahren wird. Er erleidet lebensbedrohliche Verletzungen, wie in dem Drohbrief angekündigt wurde. Jamie wird ins Krankenhaus gebracht und in ein künstliches Koma versetzt. Kurz drauf sieht Nick, wie Colin einer Schülerin einen Zettel in die Jacke steckt, der sich als ein Drohbrief herausstellt, ähnlich dem, den Jamie bekommen hat. Er konfrontiert Colin noch in der Schule damit. Dadurch macht er sich zum offiziellen Feind von Erebos.
Nick versucht Informationen über Erebos zu sammeln, wobei Emily ihm hilft, indem sie entgegen den Regeln gemeinsam mit der Disc spielen, die Emily erhalten hat. Sie stellt ihm auch Victor vor, der mehrere Onlineidentitäten sowie Computer besitzt und in dessen Haus sie sich treffen, um dem Spiel nach und nach auf die Spur zu kommen.
Wie sie entdecken, enthält das Spiel eine extrem entwickelte KI (künstliche Intelligenz), die alles bisher Dagewesene übertrifft. Zum System des Spiels gehört, dass es Spieler so lange aus dem Spiel ausschließt, bis sie eine gewisse Aufgabe in der Realität erledigt haben. Gleichzeitig gibt es anderen Spielern – wieder unter temporärem Ausschluss – die Aufgabe, zu überwachen, ob die Mitspieler ihre Aufgabe erfüllen. Zur Belohnung erhalten Spieler unter anderem die sogenannten Wunschkristalle, mit denen sie sich Dinge im Spiel oder in der realen Welt wünschen können. Ein Wunsch eines Spielers wird von einem anderen – vom Spiel dazu gezwungenen – Spieler ausgeführt. Da das Spiel sich weit verbreitet und viele Spieler davon abhängig werden, funktioniert dieses System sehr gut.
Aus Victor, Nick und Emily entwickelt sich eine Widerstandsgruppe. Während das Spiel immer weiter fortschreitet, dürfen sich alle Spieler miteinander messen und in Arenakämpfen entscheiden, wer der Beste ist, um die finale Schlacht gegen den großen Feind Ortolan führen zu dürfen. Die fünf Besten, der sogenannte „Innere Kreis“, erhalten das Privileg, den Turm von Ortolan zerstören zu dürfen.
In Wirklichkeit soll der Innere Kreis den Spieleentwickler Andrew Ortolan töten. Denn Erebos wurde nur zu diesem Zweck von Larry McVay programmiert. Dieser hatte vor Jahren ein Spiel entwickelt, das eine künstliche Intelligenz besaß und wie ein Mensch denken konnte. Ortolan wollte dieses Programm kaufen, McVay lehnte jedoch ab, woraufhin Ortolan versuchte, ihm das Spiel zu stehlen. Ortolan bezichtigte den wahren Erfinder des Diebstahls, damit dieser keine Rechte geltend machen könne. McVay wurde zu einer Haftstrafe verurteilt und erhängte sich bald nach dem Prozess. Doch vor seinem Tod programmierte er Erebos, um Rache zu üben. Unabhängig davon, ob dies gelingt oder nicht, ist das Spiel danach nicht mehr zu spielen, da die Mission erfüllt bzw. gescheitert ist. Nick, Emily, Victor und Adrian McVay, der Sohn von Larry McVay, können die Ermordung Ortolans in dessen Büro nur knapp verhindern. Adrian berichtet, dass er zwei Jahre nach dem Tod seines Vaters von dessen Notar eine Nachricht erhalten habe, in der sein Vater ihn dazu aufforderte, zwei Erebos-DVDs in Umlauf zu bringen, jedoch niemals selbst zu spielen.
Nachdem Ortolans Tod verhindert worden ist, bricht das Spiel zusammen und die Gruppe um Nick versucht, allen Erebosspielern die Augen für den wahren Hintergrund des Spiels zu öffnen und ihre Fragen zu beantworten. Am Ende spielt Adrian McVay Erebos, von dem nur noch die Startsequenz läuft. Adrian erkennt, dass der Startpunkt des Spiels eine Stelle im Wald ist, an der sein Vater und er oft gewesen sind. Der Mann am Feuer, den Nick zu Beginn des Spieles gesehen hat, ist ein Abbild von Larry McVay. Dieser hat auch für den Fall, dass Adrian kommen würde, Antworten vorprogrammiert. Adrian wirft ihm vor, seine Familie im Stich gelassen und sich nur noch auf seine Rache konzentriert zu haben. Larrys Abbild beginnt sich zu entschuldigen, was offenbar die zentrale Nachricht des Gespräches ist. Nick fährt ins Krankenhaus, um Jamie zu besuchen, der aus dem Koma erwacht ist und wieder komplett gesund wird. Emily und Nick sind nun ein Paar, und auch sie lässt sich wie Nick einen Raben auf den Nacken tätowieren.
Figuren Figuren im Buch
Nick Dunmore. Nick ist der Protagonist. Er ist ein 16-jähriger Schüler, lebt mit seinen Eltern in London und hat einen älteren Bruder Finn. Die beiden haben das gleiche Tattoo, einen Raben im Nacken; das Tattoo wird meist von seinen langen schwarzen Haaren verdeckt. Sein Vater wünscht sich, dass er Arzt wird, woran er auch Interesse zeigt. Im Gegensatz zu seinem Bruder Finn, der Tätowierer geworden ist. Heimlich ist er in Emily Carver verliebt, mit der er auch zusammenkommt. Sein bester Freund ist Jamie, mit dem er genauso wie mit Colin in einer Basketballmannschaft spielt.
Finn Dunmore und Becca. Finn ist der Bruder von Nick und lebt mit seiner Freundin Becca zusammen. Sein Vater wollte, dass er Arzt wird, das wollte er zu Beginn auch, hat sich dann aber doch dazu entschieden, mit Becca ein Tattoo-Studio zu eröffnen. Nun ist er mit seinem Vater zerstritten, und Nick muss Arzt werden.
Emily Carver. Emily ist ein Scheidungskind und lebt bei ihrer Mutter. Sie ist eine gute Schwimmerin und geht auf dieselbe Schule wie Nick. Ihr großer Bruder ertrank unter ungeklärten Umständen beim Schwimmen, und sie vermisst ihn sehr. Auf deviantart besitzt sie, aufgrund ihres Zeichentalents und ihrer Liebe für Poesie, einen Account, über den Nick sie ohne ihr Wissen beobachtet. Sie macht Nick mit ihrem Freund Victor bekannt, fängt nach anfänglichem Widerstand auch an zu spielen und schließt sich Nick an, um dem Geheimnis von Erebos auf die Spur zu kommen. Sie und Nick werden ein Paar. Sie hat außerdem dunkles Haar. Am Ende entscheidet sie sich für ein ähnliches Tattoo wie das von Nick, als sie als Paar auftreten. Sie lässt sich von Nicks Bruder Finn einen Raben in den Nacken tätowieren.
Jamie Gordon Cox. Jamie ist der beste Freund von Nick und spielt mit ihm in einer Basketballmannschaft. Er weigert sich Erebos zu spielen. Er wird lebensgefährlich verletzt, als er versucht, Nick vom Spielen abzuhalten, und dabei aufgrund eines sabotierten Fahrrades in einen Autounfall verwickelt wird. Brynne Farnham bzw. Erebos sind für diesen tragischen Unfall, den er ohne bleibende Schäden übersteht, verantwortlich. Er wird als braunhaarig und mit schiefen Zähnen beschrieben. Er ist heimlich in Darleen Pemper verliebt.
Adrian McVay. Adrian lebt bei seiner Mutter, sein Vater hat sich erhängt. Er ist ein 13-jähriger Mitschüler von Nick, dessen blonde, kurze Haare in alle Richtungen abstehen. Er hat Erebos verbreitet, ohne zu wissen, was es ist, um dem letzten Willen seines Vaters Larry McVay zu entsprechen. Er hilft Nick, Emily und Victor dabei, den Tod von Andrew Ortolan zu verhindern.
Larry McVay. Larry ist der Vater von Adrian. Er erhängt sich, nachdem Andrew Ortolan ihn um sein Spiel Götterfunken (Beethovens Sinfonie bringt Nick weitere Hinweise auf das Vorhaben des Spiels) gebracht hat, auf seinem Dachboden. Von seinem Notar hat Adrian an McVays zweitem Todestag zwei Kopien des Spiels Erebos erhalten, an dem dieser bis zu seinem Selbstmord gearbeitet hat. Erebos ist das veränderte Götterfunken, mit dem Spieler angeworben werden sollen, die in der finalen Mission Andrew Ortolan töten. Im Spiel sind viele Hinweise aus der griechischen Mythologie versteckt.
Andrew Ortolan. Ortolan soll durch das Spiel Erebos getötet werden, weil er Larry McVay um das Spiel Götterfunken gebracht hat. Er hat jedoch nie das komplette Spiel gefunden. Adrian, Nick, Emily und Victor können ihn nur knapp vor dem Tod retten. Er ist geschieden, Larry McVay ist allerdings tot.
Victor Lansky. Victor ist ein pummeliger Fachmann für Computer und Spiele, der bereits wegen Graffiti-Sprühens erwischt worden ist. Er ist ein guter Freund von Emily, Speedy und Kate. Trotz seiner 23 Jahre ist er kleiner als Nick, an seinen Fingern trägt er viele Silberringe mit Totenköpfen und Schlangen sowie Totenkopfstecker in den Ohren und eine Engelshalskette. Er hat einen Musketierbart und liebt Tee. Zusammen mit Nick, Emily und Adrian entschlüsselt er die Herkunft des Spiels und rettet Ortolan vor dem auf ihn geplanten Anschlag.