American Idiot ist ein Broadway MusicalMehr Infos beim Verlag Musik und Bühne. Die Show ist eine Adaption von Green Days Konzeptalbum des gleichen Namens. Zusätzliche Green-Day-Songs wurden in das Stück integriert, wie vom Album 21st Century Breakdown, B-Seiten und das zuvor unveröffentlichte Lied When It's Time. Das Buch wurde von Green Days Frontsänger und Songwriter Billie Joe Armstrong geschrieben, Regie führt Michael Mayer. Die Liedtexte stammen von Armstrong und wurden für die deutsche Fassung von Titus Hoffmann übertragen. Die Musik wurde von Armstrong und seinen Bandkollegen Mike Dirnt und Tré Cool komponiert.

Die Geschichte basiert auf der des Konzeptalbums und handelt von Johnny, einem unzufriedenen Jugendlichen, der vor einer erdrückenden Vorstadt und den Einschränkungen seiner Eltern flüchtet, um nach dem Sinn des Lebens zu suchen und die Freiheit und den Reiz der Stadt zu erleben. Einer seiner Freunde bleibt zu Hause, um die Beziehung mit einer schwangeren Freundin auf die Reihe zu bekommen. Ein weiterer Freund ist im Irak stationiert. Johnny entdeckt einen Teil an sich, den er nicht mag, hat eine Liebesbeziehung und erfährt verlorene Liebe.

Nach den Vorführungen am Berkeley Repertory Theatre 2009 zog das Musical an den Broadway, mit einer ersten Vorschau im St. James Theatre am 24. März 2010 und dem offiziellen Start am 20. April 2010. Green Day als Band nahm nicht an der Vorstellung teil, Billie Joe Armstrong spielte jedoch teilweise die Rolle des St. Jimmy. Das Stück hatte jedoch eine Band auf der Bühne. Am 24. April 2011 lief die letzte Aufführung nach 422 Shows. Die deutschsprachige Erstaufführung fand am 17. Januar 2018 in Frankfurt am Main statt.

Das Stück erhielt durchwachsene bis positive Kritiken, bekam jedoch eine wichtige begeisternde Rezension von der New York Times. American Idiot gewann 2010 zwei Tony Awards: Best Scenic Design of a Musical für Christine Jones und Best Lighting Design of a Musical für Kevin Adams. Es wurde ebenfalls als Best Musical nominiert.

Hintergrund Green Day veröffentlichte das Konzeptalbum American Idiot im Jahr 2004. Nach Aussagen von Frontsänger Billie Joe Armstrong, wurde das Album bewusst mit einem Handlungsbogen erschaffen und einige Inspirationen kamen von Musicals wie The Rocky Horror Show und West Side Story. Armstrong sagte ebenfalls, dass sie davon ausgingen, „dass es auf die Bühne kommt oder ein Film daraus wird […] Wir fühlten uns als würden wir Musik für einen Film schreiben.“ Regisseur Michael Mayer hörte das Album und äußerte Interesse an einer Bühnenadaption. Als er an die Band wegen einer Zusammenarbeit herantrat, stimmten sie dieser zu. Die Band gab Mayer viel Spielraum für seine Adaption, nachdem sie sein vorheriges Werk Frühlings Erwachen gesehen hatten. Obwohl zusätzliche Green Day Lieder eingefügt wurden, fügte Mayer nur wenige Dialoge hinzu. Er empfand, dass die Musik und die Liedtexte für sich aussagekräftig genug waren und entfernte sogar weitere Dialoge, die Teile der Berkeley-Produktion waren, für den Umzug zum Broadway.

Produktionsgeschichte Berkeley Das Musical feierte im Berkeley Repertory Theatre Premiere. Die erste Vorschau lief am 4. September 2009 und die erste offizielle Vorstellung war am 15. September 2009. Nachdem es zum erfolgreichsten Stück in der Geschichte des Theaters wurde, verlängerten die Produzenten die Spielzeit zwei Mal bis zum 15. November 2009. Zum Ensemble gehörten John Gallagher Jr. als Johnny, Matt Caplan als Tunny, Michael Esper als Will, Tony Vincent als St. Jimmy, Rebecca Naomi Jones als Whatsername, Mary Faber als Heather und Christina Sajousals The Extraordinary Girl.

Berkeley-Repertory-Besetzung John Gallagher, Jr. – Johnny Tony Vincent – St. Jimmy Matt Caplan – Tunny Michael Esper – Will Rebecca Naomi Jones – Whatsername Christina Sajous – The Extraordinary Girl Mary Faber – Heather

Weitere Auftritte hatten Declan Bennett, Andrew Call, Gerard Canonico, Miguel Cervantes, Joshua Henry, Brian Charles Johnson, Lorin Latarro, Omar Lopez-Cepero, Chase Peacock, Theo Stockman, Ben Thompson, Alysha Umphress, Morgan Weed und Libby Winters.

Broadway Das Musical zog an den Broadway in das St. James Theatre. Die erste Voraufführung lief am 24. März 2010 und die erste Vorstellung wurde am 20. April 2010 gezeigt. Die Produktion soll zwischen acht und zehn Millionen US-Dollar kosten. Laut einem Bericht der New York Times war das Stück auch nach sechsmonatiger Aufführung „weit davon entfernt einen Gewinn zu erzielen“.

Zur Broadway-Besetzung gehören John Gallagher Jr. als Johnny, Michael Esper als Will, Stark Sands als Tunny, Tony Vincent als St. Jimmy, Rebecca Naomi Jones als Whatsername, Mary Faber als Heather und Christina Sajous als Extraordinary Girl.

Tom Kitt ist der Music-Supervisor und Orchestrator für die Berkeley- und Broadway-Produktionen. Die Produzenten des Stücks sind Ira Pittelman und Tom Hulce. Das Kreativteam von American Idiot ist größtenteils dasselbe wie bei Frühlings Erwachen: Michael Mayer, Regisseur, Christine Jones, Bühnendesignerin und Kevin Adams, Lichtgestalter. Andrea Lauer ist die Kostümbildnerin.

Am 26. September 2010 schrieb Billie Joe Armstrong beim offiziellen Green Day Twitter-Konto, dass er vom 28. September bis zum 3. Oktober die Rolle des St. Jimmy übernehmen wird. Diese Ankündigung führte zu einem schnellen Anstieg der verkauften Tickets im St. James Theatre. Es gab in der Zeit insgesamt 77 % mehr Ticketverkäufe, einen Preisanstieg pro Karte um durchschnittlich 22 % und eine Steigerung des Bruttoumsatzes von 127 % im Vergleich zu den vorherigen Wochen. Der Singer-Songwriter ersetzte Tony Vincent, der aus persönliches Gründen eine Auszeit genommen hatte. Die Woche darauf wurde er durch Andrew Call und Joshua Kobak ersetzt. Am 30. November 2010 gaben die Produzenten bekannt, dass Armstrong für weitere 50 Auftritte, in der Zeit vom 1. Januar bis 27. Februar 2011, die Rolle des St. Jimmy spielen wird.>

Armstrongs Broadway-Auftritte gehören zu einer Reihe von Werbemaßnahmen für das Stück. Das Ensemble trat bei den Grammy Awards am 31. Januar 2010 zusammen mit Green Day auf.

Broadway-Besetzung RollePremiereDernièreJohnnyJohn Gallagher, Jr.Van HughesSt. JimmyTony VincentBillie Joe ArmstrongTunnyStark SandsDavid LarsenWillMichael EsperJustin GuariniWhatsernameRebecca Naomi JonesThe Extraordinary GirlChristina SajousLibby WintersHeatherMary FaberJeanna de Waal

Weitere Rollen hatten Krystina Alabado, Declan Bennett, Jennifer Bowles, Andrew Call, Gerard Canonico, Miguel Cervantes, Joshua Henry, Brian Charles Johnson, Jason Kappus, Joshua Kobak, Lorin Latarro, Omar Lopez-Cepero, Leslie McDonel, Sean Michael Murray, Chase Peacock, Theo Stockman, Ben Thompson, Alysha Umphress, Aspen Vincent, Mikey Winslow und Libby Winters.

Vertretungen Wallace Smith ersetzte Joshua Henry in der Rolle des Favorite Son am 20. Juli 2010 Billie Joe Armstrong spielte für Tony Vincent die Rolle des St. Jimmy vom 27. September 2010 bis zum 3. Oktober 2010 Jeanna de Waal vertrat Mary Faber in der Rolle der Heather am 14. Dezember 2010 Billie Joe Armstrong ersetzte Tony Vincent in der Rolle des St. Jimmy am 1. Januar 2011 und zudem für 50 weitere Auftritte zwischen dem 1. Januar und dem 27. Februar. Vertreten wurde er zwischen dem 11. und 16. Januar von Andrew Call und Chase Peacock. Jason Kappus ersetzte Theo Stockman am 31. Januar 2011. Armstrong nahm dieselbe Rolle ebenfalls in den letzten drei Wochen des Musicals am Broadway ein. Melissa Etheridge vertrat Billie Joe Armstrong vom 1. bis 6. Februar 2011 und Chase Peacock vom 7. bis zum 9. Februar. Davey Havok, Sänger der Band AFI, spielt St. Jimmy zwei Wochen lang ab dem 1. März 2011.

Tour Das Musical ging ab 28. Dezember 2011 in Toronto auf Nordamerika-Tournee, internationale Auftritte beschränkten sich zunächst auf Großbritannien und Irland, sowie Südkorea und Japan. Nach einer Premiere im schwedischen Malmö 2015 folgte eine Produktion am Londoner Arts Theatre 2016. Im darauffolgenden Jahr wurde American Idiot in unterschiedlichen Inszenierungen in Brisbane, Buenos Aires und Kopenhagen nachgespielt.

Deutschsprachige Erstaufführung in Frankfurt Die deutschsprachige Erstaufführung von American Idiot fand am 17. Januar 2018 im Rockclub Batschkapp in Frankfurt am Main statt. Die Liedtexte wurden von Titus Hoffmann ins Deutsche übertragen. Regie führte Thomas Helmut Heep, die musikalische Leitung übernahm Dean Wilmington, die Choreografie stammte von Ludwig Mond. Im September 2018 war die Frankfurter Produktion auch im Berliner Admiralspalast zu sehen.Peter E. Müller: Green Day’s American Idiot beginnt mit Debakel, in: Berliner Morgenpost vom 1. September 2018 abgerufen am 7. November 2019

München Am 6. November 2019 inszenierte Johannes Reitmeier, Intendant am Tiroler Landestheater Innsbruck, das Musical für die Theaterakademie August Everding im Münchner Prinzregententheater. Stefanie Erb übernahm die Choreographie, es spielte die Band Vanden Plas unter Leitung von Günter Werno. Frontmann Andy Kuntz übernahm die Rolle des St. Jimmy. Die Inszenierung wurde später ans Tiroler Landestheater übernommen.

Besetzung der deutschsprachigen Erstaufführung RolleBesetzungJohnnyPhilipp BüttnerWillDennis HupkaTunnySebastian SmuldersSt. JimmyRobert LankesterWhatsernameLisa AntoniHeatherLaura Friedrich TejeroAbgefahr’ne FrauLena WeissLieblingssohnClaudio Gottschalk-SchmittAlyshaPaulina PlucinskiChelseaYvonne Braschke

Handlung Das Musical beginnt mit einer Gruppe von Jugendlichen, die unglücklich in einem Vorort (genannt Jingletown) in den Vereinigten Staaten wohnen. Deprimiert von der Lage der Nation, macht sich die Frustration in der Gemeinschaft breit (American Idiot). Das Stück fokussiert sich im Weiteren auf drei Freunde: Johnny, Will und Tunny. Die drei fühlen sich bedroht von ihren banalen Leben. Johnny (alias „Jesus of Suburbia“) bemitleidet sich zusammen mit Will (Jesus of Suburbia). Tunny schließt sich der Gruppe an. Als ihnen das Bier ausgeht, machen sie sich auf den Weg zu einem 7-Eleven, an dem Tunny den nichtstuenden, nirgendwo hingehenden Treibsand ihrer Leben herausstellt (City of the Damned). Sie werden geärgert, und Johnny fordert seine Freunde auf, einzugreifen (I Don't Care). Wills Freundin Heather erscheint. Sie ist schwanger und weiß nicht weiter (Dearly Beloved). Johnny leiht sich Geld von seiner Mutter und kauft Bustickets in die Stadt für sich und seine Freunde. Heather jedoch erzählt Will von ihrer Schwangerschaft mit seinem Kind, und er entschließt sich zu Hause zu bleiben (Tales of Another Broken Home). Johnny und Tunny machen sich auf den Weg in die Stadt mit einer Gruppe anderer Jugendlicher (Holiday).

Während Johnny in der Stadt herumwandert und nach einer Frau schmachtet, die er in einem Apartmentfenster sieht (Boulevard of Broken Dreams), fällt es Tunny schwer, sich ans städtische Leben anzupassen, und er wird von einem Fernsehspot für die Armee verführt (Favorite Son). Tunny stellt fest, dass seine Generation so betäubt und abgestumpft ist, dass noch nicht einmal die hellen Lichter der Stadt ihn erregen (Are We the Waiting). Er lässt sich bei der Armee verpflichten.

Frustriert von dem Abgang seiner Freunde und seiner Unfähigkeit, eine Freundin oder Spaß zu finden, beschwört Johnny eine rebellische starke Reflexion von sich namens „St. Jimmy“ herauf und spritzt sich zum ersten Mal Heroin (St. Jimmy). In Jingletown sitzt Will auf dem Sofa, während die Schwangerschaft seiner Freundin weiter voranschreitet. Er trinkt Bier und fleht nach seiner Freilassung. Währenddessen wird Tunny in ein Kriegsgebiet versetzt, wird kurz darauf angeschossen und verwundet (Give Me Novacaine).