War-Schiffe (englisch: War-ships oder War-standards) bezeichnet eine Gruppe von Fracht- und Hilfsschiffen, die während und nach dem Ersten Weltkrieg gebaut wurden und im Dienst der britischen Regierung standen. Die Bezeichnung leitet sich von den Schiffsnamen ab, die mit wenigen Ausnahmen mit „War“ begannen.

Geschichte Die Gruppe der War-Schiffe setzt sich zum Großteil aus verschiedenen standardisierten Neubauten zusammen, die in staatlichen Bauprogrammen in Großbritannien, Hongkong und China entstanden, beziehungsweise im Ausland (Vereinigten Staaten, Kanada und Japan) gebaut und angekauft wurden. Im Einzelnen umfasste das Bauprogramm zahlreiche Schiffsarten und -typen, angefangen von kleinen Schleppern über alle Bauarten von Frachtern und Küstenschiffen bis hin zu Tankern. Darüber hinaus fanden sich Hilfsschiffe sowie Leichter und Bargen verschiedener Größen im Programm. Im weiteren Sinne zählen auch eine Reihe von Betonschiffsentwürfen zum War-Bauprogramm, aufgrund ihrer besonderen Bauart erhielten diese aber abweichend von der normalen Benennung das Namenspräfix „Crete“. Der Löwenanteil der War-Schiffe unterstand dem Shipping Controller, der eigentliche Betrieb der Schiffe wurde in den meisten Fällen aber bestehenden Reedereien übertragen. Insgesamt wurden 821 Schiffe geordert (Bauten aus den Vereinigten Staaten nicht mitgezählt), von denen 416 in den Jahren 1917 bis 1920 im Regierungsauftrag fertiggestellt wurden. 279 begonnene Schiffe wurden während des Baus an private Auftraggeber übertragen, die restlichen Aufträge annulliert.

Eine Reihe von Werften fuhr auch in späteren (oft zahlreichen) Jahren mit dem Bau von Schiffen nach den standardisierten War-Entwürfen fort, diese Bauten zählen aber, obgleich vom selben Typ, im engeren Sinne nicht zur eigentlichen Gruppe der War-Schiffe.

Die britischen Standard-Seeschiffstypen Typ „A“ Der Typ „A“ war ein Schüttgut-Frachtdampfer ohne Zwischendeck in Dreiinsel-Auslegung. Er wurde von der Werft D. and W. Henderson and Company in Glasgow entworfen und von zahlreichen Werften in Großbritannien und Nordirland gebaut.

Herkunft/Bauwerften: Vereinigtes Königreich: John Brown & Company, Clydebank, Caird & Company, Greenock, Cammell, Laird & Company, Birkenhead, Charles Connell & Company, Glasgow, Sir Raylton Dixon and Company, Middlesbrough, William Doxford & Sons, Sunderland, William Gray & Company, West Hartlepool, Greenock & Grangemouth Dockyard Company, Greenock, Harland & Wolff, Belfast und Govan, Hawthorn, Leslie & Company, Hebburn, D. and W. Henderson and Company, Clyde, Sir James Laing and Sons, Sunderland, A. McMillan & Sons, Dumbarton, Napier & Miller, Old Kilpatrick, Northumberland Shipbuilding Company, Howden on Tyne, William Pickersgill & Sons, Sunderland, Richardson, Duck & Co. Ltd., Stockton-on-Tees, Ropner & Sons, Stockton-on-Tees, Swan Hunter & Wigham Richardson, Sunderland, Joseph L. Thompson and Sons, Sunderland, Robert Thompson and Sons, Sunderland

+ Typ „A“ Länge Breite Tiefgang Tragfähigkeit Bauzeit Anzahl Bemerkung 125,58 m 15,85 m 7,62 m 8175 ts 1917 bis 1920

Typ „B“ Der Typ „B“ war ein Dreiinsel-Frachtdampfer mit zwei Decks. Er wurde ebenfalls von der Werft D. and W. Henderson and Company entworfen und entsprach bis auf das zusätzliche Zwischendeck dem Typ „A“, wodurch er besser für den Transport von gemischten und Stückgutladungen geeignet war. Dieser Typ wurde von der größten Anzahl an Werften, darunter auch solchen in Hongkong und China gebaut.

Herkunft/Bauwerften: Vereinigtes Königreich: Armstrong-Whitworth, Newcastle, Ayrshire Dockyard Company, Ayrshire, Bartram & Sons, Sunderland, John Brown & Company, Clydebank, Caird & Company, Greenock, Caledon Shipbuilding & Engineering Company, Dundee, Cammell, Laird & Company, Birkenhead, Charles Connell & Company, Glasgow, Craig, Taylor & Company, Stockton on Tees, W. Dobson & Company, Walker on Tyne, William Doxford & Sons, Sunderland, Earles Shipbuilding & Engineering Company, Hull, William Gray & Company, West Hartlepool und Sunderland (EGIS Shipyard), Harland & Wolff, Belfast, Greenock und Govan, Hawthorn, Leslie & Company, Hebburn, D. and W. Henderson and Company, Clyde, Irvine’s Shipbuilding & Dry Docks Company, Hartlepool, Sir James Laing and Sons, Sunderland, A. McMillan & Sons, Dumbarton, Northumberland Shipbuilding Company, Howden on Tyne, Palmers Shipbuilding and Iron Company, Hebburn on Tyne und Jarrow, William Pickersgill & Sons, Sunderland, John Priestman & Company, Sunderland, John Readhead and Sons, South Shields, Richardson, Duck & Company, Stockton-on-Tees, Ropner & Sons, Stockton-on-Tees, Scotts Shipbuilding and Engineering Company, Greenock, Short Brothers, Pallion, Sunderland Shipbuilding Company, Sunderland, Swan Hunter & Wigham Richardson, Sunderland, Robert Thompson and Sons, Sunderland, Workman, Clark, BelfastHongkong: Hong Kong & Whampoa Dock Co., Taikoo DockyardChina: Shanghai Dock Co., Shanghai

+ Typ „B“ Länge Breite Tiefgang Tragfähigkeit Bauzeit Anzahl Bemerkung 125,58 m 15,85 m 7,64 m 8075 ts 1917 bis 1920

Typ „C“ Der Entwurf zum Typ „C“ stammte von der Tyne Iron Shipbuilding Company aus Newcastle. Es war, verglichen mit dem Typ „A“, ein geringfügig kleinerer und für den Transport von Massengütern ausgelegter Eindeck-Frachtdampfer im Dreiinsel-Design. Auch dieser Typ wurde von Werften in Großbritannien, Nordirland, Hongkong und China gebaut.

Herkunft/Bauwerften: Vereinigtes Königreich: Armstrong-Whitworth, Newcastle, John Blumer and Company, Sunderland, Blyth Dry Docks & Shipbuilding Company, Blyth, Craig, Taylor & Company, Stockton on Tees, Sir Raylton Dixon and Company, Middlesbrough, W. Dobson & Company, Walker on Tyne, Dublin Dockyard Company, Dublin, Robert Duncan and Company, Glasgow, E. Finch & Company, Chepstow, William Gray & Company, West Hartlepool, Greenock & Grangemouth Dockyard Company, Greenock, Irvine’s Shipbuilding & Dry Docks Company, Hartlepool, Lloyd Royal Belge (G.B.) Ltd., Whiteinch, North of Ireland Shipbuilding Company, Londonderry, John Priestman & Company, Sunderland, Ramage & Ferguson, Leith, Ropner & Sons, Stockton-on-Tees, Joseph L. Thompson and Sons, Sunderland, Robert Thompson and Sons, Sunderland, Tyne Iron Shipbuilding Company, Newcastle, Wood, Skinner & Co., GatesheadHongkong: Hong Kong & Whampoa Dock Co.China: Shanghai Dock Co., Shanghai

+ Typ „C“ Länge Breite Tiefgang Tragfähigkeit Bauzeit Anzahl Bemerkung 104,24 m 14,17 m 6,60 m 5050 ts 1917 bis 1921

Typ „C“ (modifiziert) Die Burntisland Shipbuilding Company lieferte einen geringfügig abgewandelten Entwurf des Typ „C“ der ab August 1918 ausschließlich auf einer neuangelegten Werft nahe Rossend Castle am Firth of Forth erstellt wurde.

+ Typ „C“ Länge Breite Tiefgang Tragfähigkeit Bauzeit Anzahl Bemerkung 104,24 m 14,17 m 6,60 m 5400 ts August 1918 bis Februar 1920 3

Typ „D“ Im Februar 1917 beauftragte der Shipping Controller die Werft S. P. Austin & Sons in Sunderland damit, einen Collier-Typ zu entwerfen, der später als Typ „D“ geführt wurde.

Herkunft/Bauwerften: Vereinigtes Königreich: S. P. Austin & Sons, Sunderland, Blyth Dry Docks & Shipbuilding Company, Blyth, Caledon Shipbuilding & Engineering Company, Dundee, J. Crown & Sons, Sunderland, Dublin Dockyard Company, Forth Shipbuilding & Engineering Company, Alloa, William Gray & Company, West Hartlepool, W. Harkess & Son, Middlesbrough, Harland & Wolff, Belfast, C. Hill & Sons, Bristol, Osbourne Graham & Company, Hylton, Swan Hunter & Wigham Richardson, Sunderland, Wood Skinner & Company, Newcastle

+ Typ „D“ Länge Breite Tiefgang Tragfähigkeit Bauzeit Anzahl Bemerkung 86,87 m 12,72 m 5,79 m 2980 ts 1918 bis 1919 27

Typ „E“ Der Typ „E“ war ein Trampdampfer mit Zwischendeck. Entworfen von der Werft Robert Duncan and Company in Glasgow wurde er auch von zwei weiteren Werften erstellt. Herkunft/Bauwerften: Vereinigtes Königreich: Robert Duncan and Company, Glasgow, Earles Shipbuilding & Engineering Company, Hull, William Gray & Company, West Hartlepool

+ Typ „E“ Länge Breite Tiefgang Tragfähigkeit Bauzeit Anzahl Bemerkung 114,60 m 15,71 m 7,24 m 7020 ts 1918 bis 1920 5

Typ „F“ Der Typ „F“ war ein Trampdampfer mit Zwischendeck. Entworfen von der Werft Joseph L. Thompson and Sons in Sunderland, wurde er nur noch von der in derselben Stadt ansässigen Werft William Doxford & Sons gebaut.

+ Typ „F“ Länge Breite Tiefgang Tragfähigkeit Bauzeit Anzahl Bemerkung 124,42 m 16,91 m 8,72 m 10.795 ts Ende 1918 bis Anfang 1920 12

Typ „F1“ Der Typ „F1“ war ein Shelterdeck-Trampdampfer. Entworfen und gebaut wurde er ausschließlich von der Werft Northumberland Shipbuilding Company in Howden on Tyne.

+ Typ „F1“ Länge Breite Tiefgang Tragfähigkeit Bauzeit Anzahl Bemerkung 121,92 m 16,15 m 7,02 m 9000 ts Oktober 1918 bis Juni 1920 13

Typ „G“ Die als Typ „G“ gebauten Schiffe waren eine Konstruktion der nordirischen Werft Workman, Clark. Ursprünglich als Stückgutschiffe mit Kühleinrichtungen für den Fleischtransport entwickelt, variierten die einzelnen Einheiten in ihrer Ausstattung teils sehr stark, da sie bis auf eines erst nach dem Ende des Ersten Weltkrieges fertiggestellt wurden. Die begonnenen Schiffe wurden noch im Baustadium verkauft und so von ihren späteren Reedereien an deren eigene Bedürfnisse angepasst.

Herkunft/Bauwerften: Vereinigtes Königreich: Barclay, Curle and Company, Whiteinch, Harland & Wolff, Belfast, Alexander Stephen and Sons, Linthouse, Workman, Clark, Belfast

+ Typ „G“ Länge Breite Tiefgang Tragfähigkeit Bauzeit Anzahl Bemerkung 141,73 m 17,68 m 8,84 m 10.800 ts September 1918 bis Dezember 1920 22

Typ „H“ Der Typ „H“ war ein von S. P. Austin & Sons in Bishop’s Wearmouth, Sunderland entworfener Eindeck-Frachtdampfer. Die Konstruktionswerft wurde erst spät im Krieg vom Shipping Controller mit dem Entwurf beauftragt, so dass ein Großteil der Einheiten erst nach Kriegsende fertiggestellt wurde.

Herkunft/Bauwerften: Vereinigtes Königreich: Ardrossan Shipbuilding Company, Ardrossan, S. P. Austin & Sons, Bishop’s Wearmouth, Dunlop Bremner & Company, Port Glasgow, E. Finch & Company, Chepstow, Forth Shipbuilding & Engineering Company, Alloa, William Gray & Company, West Hartlepool, C. Hill & Son, Bristol, A. and J. Inglis, Glasgow, Monmouth Shipbuilding Company, Chepstow, Wood Skinner & Company, Newcastle

+ Typ „H“ Länge Breite Tiefgang Tragfähigkeit Bauzeit Anzahl Bemerkung 92,35 m 13,11 m 5,94 m 3860 ts Ende 1918 bis November 1920 32

„385 feet 'tweendecker“ Typ Der „385 feet 'tweendecker“ Typ wurde ausschließlich von der Werft Russel & Company in Port Glasgow gebaut, die den Trampdampfer mit Zwischendeck auch entworfen hatte.

+ „385 feet 'tweendecker“ Typ Länge Breite Tiefgang Tragfähigkeit Bauzeit Anzahl Bemerkung 117,35 m 15,85 m 7,32 m 7520 ts 1918 bis Dezember 1920 9

Typ National oder „N“ Der National oder „N“-Typ bildete eine Besonderheit des Bauprogramms. Dieser Trampdampferentwurf mit Zwischendeck wurde von Harland & Wolff als „Fabricated Ship“ entwickelt. Die Stahlkonstruktion war dahingehend entworfen worden, dass man fachfremde Stahlbauunternehmen, wie Brückenbauer mit der Erstellung von vorgefertigten („fabricated“) Bauteilen beauftragen konnte. Der Rumpf bestand aus einer möglichst großen Anzahl von geradlinigen Bauteilen und Abschnitten und wies beispielsweise keinen Sprung, nur eine einfach gehaltene Aufkimmung und zahlreiche andere schiffbauliche Vereinfachungen auf.Ein Konzept, das Blohm und Voss Ende der 1960er Jahre mit dem Bau des Typ Pioneer wieder aufgriff

Herkunft/Bauwerften: Vereinigtes Königreich: Armstrong-Whitworth, Newcastle, Furness Shipbuilding, Haverton Hill, Harland & Wolff, Govan, Monmouth Shipbuilding Company, Chepstow, National Shipyard No. 1, Chepstow, National Shipyard No. 2, Beachley, North of Ireland Shipbuilding, Londonderry, Swan Hunter & Wigham Richardson, Newcastle