Die Fuerza Aérea Argentina (FAA) sind die Luftstreitkräfte der Republik Argentinien und die zweite von drei Teilstreitkräften der Streitkräfte Argentiniens. Sie wird von Brigadegeneral Xavier Isaac geführt und ist mit 12.900 Angehörigen, davon zwei Drittel Soldaten (Stand 2022), zwar in Bezug auf den Personalbestand größer als die des benachbarten Chiles, gegenüber der Fuerza Aérea de Chile ist ihre Ausrüstung jedoch veraltet.

Geschichte mini|Der argentinische Strahljäger FMA Pulqui II Die Geschichte der militärischen Luftfahrt Argentiniens reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück, als ein am 6. Juli 1866 im Tripel-Allianz-Krieg von den Brasilianern erbeuteter Ballon von Argentinien zur Feindbeobachtung erneut zum Einsatz gebracht wurde. Die erste ausschließlich der (zivilen und militärischen) Luftfahrt dienende Organisation war der am 13. Januar 1908 gegründete Aero Club Argentino. Als Vater der militärischen Luftfahrt des Landes galt in Folge Jorge Newbery, der durch Erkundungs- und Expeditionsflüge bekannt wurde. 1922 entstand in El Palomar der 'Flugstützpunkt Nummer I'.Adolf Galland: Die Ersten und die letzten, (Erstauflage 1953; hier: Flechsig Verlag 2012, S. 11) Auch die 1920er standen weiter im Zeichen von Langstrecken- und Rekordflügen; in Córdoba entstanden 1926/7 die Fábrica Militar de Aviones und das 'Instituto Aérotecnico'.

Mit der Gründung des Comando en Jefe de Aeronáutica am 11. Februar 1944 begann in Argentinien der Aufbau einer eigenständigen Luftwaffe, und am 4. Januar 1945 kam es zur Gründung der Fuerza Aérea Argentina als unabhängiger und dritter Teilstreitkraft. Entscheidenden Anteil am Aufbau der FAA hatten nach dem Zweiten Weltkrieg deutsche Piloten und Entwickler. Zwischen 1948 und 1954 war das deutsche Fliegerass Adolf Galland Berater der argentinischen Luftwaffe unter dem damaligen Präsidenten Juan Perón. Der Flugzeugkonstrukteur Kurt Tank und sein Ingenieursteam waren von 1947 bis 1955 in Córdoba und entwickelte den Strahljäger FMA I.Ae. 33 Pulqui II. Nach dem Militärputsch gegen Juan Perón, an dem sich auch die Luftwaffe beteiligt hatte, verließen die deutschen Spezialisten aber wieder das Land. Die Luftwaffe war unter anderem an der Bombardierung der Plaza de Mayo (16. Juni 1955) beteiligt, bei der rund 300 Zivilisten ums Leben kamen.

mini|Eine auf den Falklandinseln verloren gegangene FMA IA 58 Pucará In den 1950er Jahren begann die FAA in der Antarktis Flagge zu zeigen, und in der Folge kam es 1961 und 1969 zur Einrichtung zweier permanenter Stützpunkte, Matienzo und Marambio. 1976 putschten die argentinischen Streitkräfte unter Beteiligung der Luftwaffe erneut und regierten das Land de facto als Militärjunta. Stand die Antarktis in den 1970er Jahren noch weiter im Fokus Argentiniens, richtete die Militärdiktatur verstärkt das Interesse auf die Falklandinseln (Spanisch: Islas Malvinas), ein von Argentinien beanspruchtes Territorium des Vereinigten Königreiches.

Im Jahr 1982 begann die argentinische Militärjunta den Falklandkrieg. Aufgrund der nach der argentinischen Invasion im April 1982 durch Großbritannien verhängten Blockade der Inseln waren die Invasionstruppen größtenteils auf sich allein gestellt. Die FAA hatte einige Pucarás auf den Inseln stationiert, ihre Kampfjets und die der Marine konnten jedoch nur vom entfernten Festland aus eingesetzt werden, ein entscheidender Nachteil gegenüber den seegestützten Maschinen der Briten. Dieser verlorene Krieg hatte lange spürbare Konsequenzen. Die meisten Kampf- und Transportmaschinen, die sich 2010 noch im aktiven Dienst befanden, stamm(t)en aus der Zeit von vor dem Krieg.

Seit dem Ende der Militärdiktatur kam die FAA bei einigen UNO-Friedensmissionen zum Einsatz, und zwar auf dem amerikanischen Kontinent, auf dem Balkan und Zypern, dem Mittleren Osten sowie in Afrika. Zudem durchliefen die gesamten argentinischen Streitkräfte in den Jahrzehnten nach der Militärdiktatur einen Transformationsprozess und es wurden zivilgesellschaftliche Kontrollinstanzen eingerichtet.

Eine ehemalige Short Skyvan der Fuerza Aérea Argentina kam 2023 als Museumsstück zurück ins Land. Das Frachttransport- und Passagierflugzeug diente während der Militärjunta zur Ermordung Oppositioneller, die im Flug aus dem Hecktor über dem Meer hinausgeworfen wurden, so dass deren Leiche spurlos verschwanden. 200 solcher Flüge sollen mit mehreren Short Skyvan stattgefunden haben. 2017 wurden zwei ehemalige Piloten zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt, ein Dritter verstarb kurz vor der Urteilsverkündung.

Im Frühling 2015 wurden Verhandlungen mit China über den Kauf eines Kampfflugzeuges bekannt, verhandelt wurde über die Beschaffung des Chengdu J-10B oder des Chengdu FC-1.Jane’s Information Group: (englisch), abgerufen am 16. Februar 2015 Im Sommer 2023 war noch immer kein neues Kampfflugzeug beschafft worden, aber der Verteidigungsminister Argentiniens weilte in Indien, um gemäß indischen Angaben über die Beschaffung von rund 15 HAL Tejas neben HAL Prachand-Kampfhubschraubern zu verhandeln, daneben ist noch immer der chinesisch / pakistanische FC-1 im Rennen sowie gebrauchte General Dynamics F-16. Bei einem Kauf von HAL Tejas müssten aber aufgrund eines britischen Handelsembargos seit dem Falklandkrieg noch rund 50 britische Komponenten inklusive des Schleudersitzes von Martin-Baker substituiert werden. Im Oktober desselben Jahres erlaubten der amerikanische Kongress und das Außenministerium den Verkauf von 24 gebrauchten F-16, nicht zuletzt um den Einfluss Chinas in Südamerika einzudämmen. Da die F-16 keine Komponente aus Großbritannien besitzt, kann der Kauf seitens Grossbritanniens auch nicht blockiert werden. Am 26. März 2024 konnte schließlich eine Absichtserklärung mit Dänemark zur Übernahme von General Dynamics F-16 unterzeichnet. werden.

Ausrüstung Die Fuerza Aérea Argentina verfügte Anfang 2026 über folgende Waffensysteme:

Flugzeuge FlugzeugFotoHerkunftVerwendungVersionAktivBestelltAnmerkungen Kampfflugzeuge A-4 Skyhawk 200px Jagdbomber A-4AR23 Im Jahr 2025 flogen die verbliebenen 4 bis 6 flugtüchtigen Maschinen nie. Im Mai 2026 verabschiedete sie das Militär offiziell. https://www.flugrevue.de/militaer/nur-noch-f-16-argentinien-schickt-fightinghawks-in-rente/ F-16 Fighting Falcon 200px|Beispielbild Mehrzweckflugzeug24 Aus dänischen Beständen gekauft. Am 24. Februar 2025 war das erste Flugzeug einsatzbereit. IA 63 Pampa 200px Leichtes Kampfflugzeug114 Flugzeuge für Spezialmissionen Learjet 35 200px Elektronische KampfführungAufklärungsflugzeug11 Lockheed P-3CLockheed P-3N 200px SeeaufklärungsSuche und Rettung in Luft- und Seenotfällen31 Für 67 Mio. US-Dollar werden die 4 Maschinen aus norwegischen Beständen gekauft. Tankflugzeuge KC-130 200px Tankflugzeug KC-130H2 Transportflugzeuge C-130 Hercules 200px Transportflugzeug C-130H3 C-390 Millennium 200px Transportflugzeug3 Fokker F28 200px TransportflugzeugGeschäftsreiseflugzeug2 Boeing 737 200x200px TransportflugzeugGeschäftsreiseflugzeug2 Boeing 757 200x200px Geschäftsreiseflugzeug B-757-VVIP1 Neues Präsidentenflugzeug. 2023 geliefert. Aero Commander 500 200px Transportflugzeug3 Beechcraft King Air 200x200px Transportflugzeug King Air 2002 Saab 340 200x200px Transportflugzeug 340B4 Schulflugzeuge FMA IA 63 Pampa 200px Schulflugzeug16 EMB 312 Tucano 200px Schulflugzeug12 G 120TP 200px Schulflugzeug8 A-4 Skyhawk 200px Schulflugzeug OA-4AR3 T-6 200px / Schulflugzeug T-6+12 Beechcraft King Air 200x200px Schulflugzeug King Air 2005 Hubschrauber Bell 212 / Bell 412 200px Mehrzweckhubschrauber13 MD 500 200px Mehrzweckhubschrauber8 SA-315 Lama 200px Mehrzweckhubschrauber5 Bell 407 200px Mehrzweckhubschrauber Bell 407 GXi12 Setzte sich als Ersatz für den SA-315 Lama gegen den H125 Écureuil durch. Sikorsky UH-60 200x200px VIP-Hubschrauber S-70A1 Sikorsky S-76 200x200px VIP-Hubschrauber S-76B2

Ehemalige Luftfahrzeuge mini|Transporter Bristol 170 der argentinischen Luftstreitkräfte mini|Transporter Vickers Viking der argentinischen Luftstreitkräfte mini|FMA I.A. 50 Guarani II der argentinischen Luftstreitkräfte

Zuvor wurden unter anderem auch folgende Luftfahrzeugtypen eingesetzt:rzjets: Fuerza Aerea Argentina (englisch), abgerufen am 20. Januar 2025.

Airspeed AS 65 Consul Avro Lancastrian Avro Lincoln Beechcraft 18 Beechcraft Bonanza Boeing 707 Bristol 170 De Havilland DH.104 Dove de Havilland Canada DHC-2 Beaver de Havilland Canada DHC-3 Otter de Havilland Canada DHC-6 Twin Otter Douglas DC-3 Douglas DC-4 Douglas DC-6 Fairchild Swearingen Metro/Merlin IV FMA I.Ae. 33 FMA I.A. 50 Guarani II FMA IA 58 Pucará Fokker F-27 Friendship Fokker F28 Fellowship Hawker Siddeley HS 748 Junkers Ju 52/3m Max Holste Broussard Mil Mi-8 Piper PA-31 Sud Aviation Caravelle Short Skyvan Vickers Viking

Waffensysteme Flugabwehrwaffen: 86× Rh 202 () 2× GDF-001 mit Skyguard ()

Luft-Luft-Raketen: AIM-9 L Sidewinder () R.550 Magic () Shafrir 2 ()

Stützpunkte mini|300px|Die argentinische Air Force One in Rio Gallegos

Die FAA hat auf folgenden Flugplätzen fliegende Verbände stationiert; bis auf der dem Ausbildungskommando (Comando de Educación) unterstehenden Flugschule in Córdoba unterstehen die Plätze dem Einsatzführungskommando (Comando de Operaciones Aéreas). Base Aérea Militar El Palomar, El Palomar, Provinz Buenos Aires, Iª Brigada, Transportfliegerbasis (C-130, F28) Base Aérea Militar Paraná, Paraná, Provinz Entre Ríos, IIª Brigada, Transportfliegerbasis (Learjet, Cessna 182) Base Aérea Militar Reconquista, Reconquista, Provinz Santa Fe, IIIª Brigada Aérea, Basis für Erdkampfflugzeuge und Transportflugzeuge (EMB-312, Bell 412EP, Cessna 182) Base Aérea Militar El Plumerillo, Mendoza, Provinz Mendoza, IVª Brigada Aérea, Platz für Fortgeschrittenen-Trainer und Basis der Cruz del Sur Kunstflugstaffel (FMA IA 63 Pampa, SA315, Su-29) Base Aérea Militar Villa Reynolds, Villa Reynolds, Provinz San Luis, Vª Brigada, Kampfflugzeugbasis (A-4) Base Aérea Militar Tandil, Tandil, Provinz Buenos Aires, VIª Brigada Aérea, Kampfflugzeugbasis (FMA IA 63 Pampa) Base Aérea Militar Moreno, José C. Paz, Provinz Buenos Aires, VIIª Brigada Aérea, Hubschrauberstützpunkt (Bell 212/412, MD500, Mi-171) Base Aérea Militar Comodoro Rivadavia, Comodoro Rivadavia, Provinz Chubut IXª Brigada, Transportfliegerbasis (Saab 340) Escuela de Aviación Militar Córdoba, Córdoba, Provinz Córdoba, Trainings- und Flugversuchszentrum (diverse Flugzeugtypen) Hinzu kommen einige weitere Stützpunkte wie Área Material Río Cuarto, Río Cuarto, Provinz Córdoba, Versorgungs- und Instandsetzungseinrichtung Base Aérea Militar Mar del Plata, Mar del Plata, Provinz Buenos Aires Base Aérea Militar Río Gallegos, Río Gallegos, Provinz Santa Cruz Base Aérea Militar Morón, Morón, Provinz Buenos Aires In der Antarktis betreibt die FAA Basen, die auch anderen staatlichen Behörden Argentiniens zur Verfügung stehen. Base Antártica Marambio Base Antártica Matienzo

Weitere Einheiten des Ausbildungs- und der übrigen Kommandos sowie weiterer Dienststellen befinden sich an anderen Standorten. Zu erwähnen ist noch die Flugbereitschaft des Staatspräsidenten, Agrupación Aérea Presidencial, die sich auf die Flugplätze El Palomar und Buenos Aires-Jorge Newbery verteilt.

Zwischenfälle In Auszügen werden hier Unfälle von Flugzeugen der argentinischen Luftstreitkräfte aufgeführt.

Am 30. November 1946 stürzte eine Vickers Viking 1 der argentinischen Luftstreitkräfte (Luftfahrzeugkennzeichen T-1) am Flughafen Buenos Aires-El Palomar (Argentinien) ab, als die Maschine nach Triebwerksproblemen zur Landung zurückkehrte und es dabei zum Kontrollverlust kam. Von den 18 Insassen kamen 5 ums Leben, alle drei Besatzungsmitglieder und 2 Passagiere.