Dies ist eine Teilliste von Luftfahrt-Zwischenfällen der Jahre 2010 bis 2019 beim Betrieb von Verkehrsluftfahrzeugen. Für übrige Zeitspannen siehe Listen von Luftfahrt-Zwischenfällen.

Für militärische Zwischenfälle siehe Liste von Zwischenfällen (Militärluftfahrt) ab 1981.

Für Zwischenfälle von Luftfahrzeugen der Allgemeinen Luftfahrt siehe Liste von Zwischenfällen (Allgemeine Luftfahrt).

In diese Liste sollen nur Unfälle eingetragen werden, die den Relevanzkriterien für Zwischenfälle genügen.

Einträge mit eigenem Artikel in Wikipedia sind mit (A) gekennzeichnet.

Auflistung nach Jahr 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

Liste 2010 (A) 25. Januar – Eine Boeing 737-800 der Ethiopian Airlines (Luftfahrzeugkennzeichen ET-ANB) mit 90 Personen an Bord stürzte kurz nach 03:00 Uhr Ortszeit nach dem Start in Beirut (Libanon) ins Mittelmeer. Das Flugzeug war auf dem Flug nach Addis Abeba (Äthiopien). Die Maschine versank 3,5 Kilometer westlich des libanesischen Küstendorfes Na'ameh im Meer. Alle 90 Menschen an Bord kamen ums Leben. Unter den Opfern befand sich die Gattin des französischen Botschafters im Libanon (siehe auch Ethiopian-Airlines-Flug 409).

15. März – Eine Britten-Norman BN-2A-21 Islander der US-amerikanischen Servant Air (N663SA) verunglückte beim Start vom Flugplatz Kodiak (Alaska, USA). Das Flugzeug startete von der Startbahn 25 in Kodiak zu einem Inlandsflug zum Flugplatz Old Harbor. Sie berührte die Baumkronen hinter dem Ende der Startbahn und kam mit der Nase nach unten in einem Baumbestand zum Stillstand, wobei die Äste das Flugzeug in senkrechter Position stützten. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Alle drei Insassen überlebten den Unfall, wurden jedoch verletzt.Unfallbericht BN-2 N663SA, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 16. Januar 2025.

(A) 22. März – Eine Embraer EMB 120 der australischen Airnorth (VH-ANB) stürzte auf einem Übungsflug mit zwei Piloten an Bord kurz nach dem Start vom Flughafen Darwin ab. Die beiden Piloten kamen dabei ums Leben. Unfallursache war ein fehlerhaft ausgeführter Start mit einem simulierten Triebwerksausfall, wodurch die Kontrolle über die Maschine verloren ging (siehe auch Flugunfall der Airnorth 2010).

(A) 13. April – Um ca. 22:25 (Ortszeit) verunglückte ein Frachter des Typs Airbus A300B4-203F der mexikanischen Aerounion (XA-TUE) im Anflug auf den Flughafen Monterrey (Mexiko) bei schlechtem Wetter etwa zwei Kilometer vor der Landebahn. Sechs Menschen starben, davon einer am Boden (siehe auch AeroUnion-Flug 302).Aviation Safety Network: Flugunfall 13. April 2010 A300 XA-TUE (teilweise englisch)

(A) 12. Mai – Ein Airbus A330-200 der libyschen Afriqiyah Airways (5A-ONG) verunglückte während des Landeanflugs auf den Flughafen Tripolis (Libyen), wobei 103 der 104 Insassen starben (siehe auch Afriqiyah-Airways-Flug 771).Crash: Afriqiyah A332 at Tripoli on May 12th 2010, impacted ground short of runway The Aviation Herald

(A) 17. Mai – Eine Antonow An-24 der afghanischen Pamir Airways (YA-PIS) stürzte mit 43 Insassen (davon 5 Besatzungsmitgliedern) auf dem Flug von Kundus nach Kabul über dem Salang-Gebirge ab.Crash: Pamir AN24 near Kabul on May 17th 2010, impacted terrain on approach The Aviation Herald

22. Mai – Eine Boeing 737-800 von Air India Express (VT-AXV) überschoss aus Dubai kommend das Landebahnende auf dem Flughafen Mangalore, wobei 158 der 166 Insassen starben.

4. Juni – Mit einer Lockheed L-100-30 Hercules der angolanischen Transafrik (S9-BAT), die von der US-amerikanischen National Airlines betrieben wurde, kam es zu einem Landeunfall in Afghanistan. Auf der Sharana Air Base kam die Maschine neben der Landebahn zum Liegen. Alle Insassen überlebten.Unfallbericht L-100-30 Hercules S9-BAT, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 8. Februar 2020.

19. Juni – Eine CASA C-212-CB Aviocar 100 der Aero-Service (Republik Kongo) (TN-AFA) stürzte nahe Mintom (Kamerun) ab. Das Flugzeug befand sich auf dem Weg von Yaoundé (Kamerun) nach Yangadou (Sangha). Die Maschine war zunächst verschwunden und wurde erst zwei Tage nach dem Absturz entdeckt. Alle elf Insassen kamen ums Leben.

19. Juni – Bei einer DC-3 der Air Service Berlin (D-CXXX) kam es kurz nach dem Start zu einem Rundflug vom Flughafen Berlin-Schönefeld zu einem Schubverlust im linken Triebwerk. Bei der Notlandung in einem Feld wurde die Maschine irreparabel beschädigt. Von den 28 Insassen wurden 7 verletzt, es gab jedoch keine Todesopfer.Unfallbericht DC-3 D-CXXX, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 26. Januar 2019.

17. Juli – Bei einer Boeing 747-306M der Saudi Arabian Airlines, gemietet von der thailändischen Phuket Airlines (HS-VAC), kam es beim Start vom Flughafen Kairo-International (Ägypten) zu einem nicht eingedämmten Triebwerksschäden (uncontained engine failure) des Triebwerks Nr. 4 (rechts außen). Alle 22 Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen des Positionierungsfluges, blieben unverletzt. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt.

(A) 27. Juli – Eine McDonnell Douglas MD-11F der Lufthansa Cargo (D-ALCQ) auf dem Flug von Frankfurt nach Hongkong setzte bei einer Zwischenlandung auf dem King Khalid International Airport von Riad (Saudi-Arabien) mit einer zu hohen Sinkrate auf der Landebahn auf. Das Flugzeug brach in der Folge auseinander und brannte aus, die zweiköpfige Crew überlebte den Unfall mit Verletzungen. Der Abschlussbericht der saudischen Luftfahrtbehörde sah die Hauptursache für den Unfall in Fehlern der Cockpitbesatzung (siehe auch Lufthansa-Cargo-Flug 8460).

(A) 28. Juli – Ein Airbus A321-200 der pakistanischen Airblue (AP-BJB) wurde während des Landeanflugs auf den Flughafen Islamabad in die Margalla Hills geflogen (Controlled flight into terrain). Ursache war das Fliegen eines „selbstgestrickten“ Anflugverfahrens durch den Kapitän unterhalb der Mindesthöhe. Er reagierte dabei weder auf Hinweise des Ersten Offiziers noch auf insgesamt 21 Warnungen des Bodenwarngeräts EGPWS. Alle 152 Menschen an Bord wurden dadurch getötet (siehe auch Airblue-Flug 202).Unfallbericht A321 AP-BJB, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 14. März 2019.Crash: AirBlue A321 near Islamabad on Jul 28th 2010, impacted mountaineous terrain near the airport The Aviation Herald

31. Juli – Eine Convair CV-580 der kanadischen Conair Aviation (C-FKFY) kollidierte nahe Lytton (British Columbia) (Kanada) mit Bäumen, woraufhin es an dem Löschflugzeug zu einem Strömungsabriss und Absturz kam. Start- und Zielort für den Löscheinsatz der Maschine war der 98 Kilometer entfernte Flughafen Kamloops (British Columbia, Kanada). Beide Piloten, die einzigen Insassen, kamen ums Leben.

4. August – Eine Antonow An-24 der russischen Katekavia (RA-46524) verunglückte auf dem Weg vom Flughafen Tscheremschanka beim Landeanflug auf Igarka. Dabei kamen 12 von 15 Menschen an Bord ums Leben. Der Unfall wurde durch einen Pilotenfehler verursacht (siehe auch Katekavia-Flug 9357).Unfallbericht An-24 RA-46524, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 31. Juli 2019.

(A) 16. August – Beim nächtlichen Anflug wurde eine Boeing 737-700 der kolumbianischen AIRES (HK-4682) durch einen zu niedrigen Landeanflug auf die Insel San Andrés gegen eine 49 Meter vor der Landebahn liegende Böschung geflogen. Die Maschine brach daraufhin in mehrere Teile. An Bord befanden sich 125 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder. Zwei der Passagiere starben und neun erlitten schwere Verletzungen (siehe auch AIRES-Flug 8250).Accident: Aires B737 at San Andres Island on Aug 16th 2010, landed short of runway and broke up. The Aviation Herald, abgerufen am 14. April 2014 (englisch).

(A) 24. August – Eine Dornier 228 der nepalesischen Fluggesellschaft Agni Air (9N-AHE) kehrte auf dem Flug von Kathmandu nach Lukla um und wurde etwa 70 Kilometer südlich von Kathmandu in einen Berg geflogen. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 14 Personen an Bord getötet (siehe auch Agni-Air-Flug 101).Crash: Agni D228 at Bastipur on Aug 24th 2010, technical problems The Aviation Herald

(A) 24. August – Eine Embraer 190 der chinesischen Henan Airlines (B-3130) machte bei einem Inlandsflug aus Harbin, der Hauptstadt der Provinz Heilongjiang kommend bei Nebel ca. 1,5 Kilometer von der Landebahn in Yichun entfernt eine Bruchlandung. Von den 91 Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern starben 42 Menschen (siehe auch Henan-Airlines-Flug 8387).http://www.cnn.com/2010/WORLD/asiapcf/08/24/china.plane.crash/index.htmlhttp://nachrichten.t-online.de/bruchlandung-im-nebel-43-tote-in-china-/id_42636896/index

(A) 25. August – Beim Absturz einer Let L-410 der kongolesischen Regionalfluggesellschaft Filair (9Q-CCN) in Bandundu, Demokratische Republik Kongo, kamen 20 der 21 Insassen ums Leben. Laut Aussagen des einzigen überlebenden Passagiers soll ein Passagier ein Krokodil mit an Bord geschmuggelt haben, das sich kurz vor der Landung aus einer Tasche befreit hat. Bei einer anschließenden Massenpanik seien die Passagiere in den vorderen Teil der Maschine gerannt, woraufhin sich der Schwerpunkt verlagerte und diese abstürzte (siehe auch Absturz einer Let L-410 der Filair bei Bandundu).

(A) 3. September – Eine Boeing 747 der US-amerikanischen UPS Airlines (N571UP) verunglückte, nachdem an Bord Feuer ausgebrochen war. Kapitän und Kopilot der Frachtmaschine starben (siehe auch UPS-Airlines-Flug 6).

24. September – Ein vom Flughafen Rom-Fiumicino kommender Airbus A319-132 der italienischen Billigfluggesellschaft Wind Jet (EI-EDM) verunglückte bei der Landung auf dem Flughafen Palermo-Punta Raisi. Während des Anflugs gegen 20 Uhr herrschte starker Regenfall und wurden auch Windscherungen gemeldet. Die Maschine setzte 367 Meter vor der Landebahn 07 auf und rutschte noch 850 Meter weiter. Das Hauptfahrwerk des Airbus knickte dabei ab. Von den insgesamt 129 Menschen an Bord erlitten bei der anschließenden Evakuierung des Flugzeuges 34 Passagiere und 1 Flugbegleiter leichte Verletzungen.fliegerweb.com: Wind Jet A319 machte Bruchlandung Am 28. November 2014 veröffentlichte die italienische Luftunfallbehörde ANSV schließlich ihren abschließenden UntersuchungsberichtANSV: , abgerufen am 8. Dezember 2012 (italienischsprachig) und benannte Pilotenfehler als Hauptunfallursache: Der Bericht stellt zahlreiche Verstöße gegen Handlungsrichtlinien fest; so verzichtete der Flugkapitän auf die vorgeschriebene Landevorbesprechung, beschimpfte mehrfach den unerfahrenen Copiloten, der das Flugzeug anfangs steuerte, und unterstützte ihn während des Landeanflugs nur unzureichend, bis er selbst die Steuerung übernahm. Zudem kritisiert der Bericht, dass das Flughafenpersonal nur verzögert Alarm auslöste und die ersten Rettungsfahrzeuge erst 22 Minuten nach dem Unfall am Flugzeug eintrafen. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Passagiere bereits zu Fuß in das nahe Flughafengebäude gerettet.Aviation Herald: Accident: Windjet A319 at Palermo on Sep 24th 2010, touched down short of runway, abgerufen am 8. Dezember 2014 (englischsprachig)Unfallbericht A319 EI-EDM, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 31. Januar 2020.

12. Oktober – Eine Lockheed L-100-20 Hercules (5X-TUC) der angolanischen Transafrik, die im Auftrag der NATO-Truppen von der US-amerikanischen National Airlines betrieben wurde, verunglückte in Afghanistan. Die Maschine war unterwegs von der Bagram Air Base zum Flughafen Kabul 30 Kilometer östlich des Zielflughafens. Bei dem Unfall kamen alle acht Besatzungsmitglieder ums Leben.Unfallbericht L-100-20 Hercules 5X-TUC, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 8. Februar 2020.