William Sandorhazi Darling (* 14. September 1882 in Șandra, Österreich-Ungarn; † 15. September 1963Eugene Michael Vazzana: Silent Film Necrology. McFarland & Company, 2001, ISBN 978-0786410590, S. 120. in Laguna Beach, Kalifornien; eigentlich Wilmos Bela Sandorhazi) war ein US-amerikanischer Szenenbildner und Maler ungarischer Herkunft.

Leben Nach seinem Kunststudium an der Ungarischen Akademie der Bildenden Künste in Budapest und an der École des Beaux-Arts in Paris wanderte William S. Darling im Jahr 1910 in die Vereinigten Staaten aus. Gebürtig Wilmos Bela Sandorhazi, nahm er Anfang der 1920er Jahre den Nachnamen seiner Frau an. Ab 1921 arbeitete er als Art Director beim Film. Ein Jahr darauf stieß er zur Fox Film Corporation, wo er sich schon bald als führende Kraft seines Fachs etablierte.Joel Waldo Finler: The Hollywood Story. Wallflower Press, 2003, ISBN 1-903364-66-3, S. 134. Auch nach der Fusion des Studios mit 20th Century Pictures zur 20th Century Fox war er weiterhin der wichtigste Filmarchitekt des Studios, als der er sowohl für B-Filme als auch für Prestigeproduktionen zuständig war. Er bewährte sich vor allem mit Filmbauten für exotische Schauplätze, wie in Charlie Chan in Ägypten (1935) oder Nacht über Indien (1939). Besonders häufig wurde er für Filme mit dem damaligen Kinderstar Shirley Temple verpflichtet, so etwa für Der kleinste Rebell (1935), Shirley Ahoi! (1936) und Rekrut Willie Winkie (1937). Über die Jahre arbeitete er zudem unter der Leitung einiger namhafter Regisseure, darunter F. W. Murnau, Frank Lloyd, John Ford, Fritz Lang und John Cromwell. Zusammen mit anderen Szenenbildnern wurde er insgesamt siebenmal für den Oscar in der Kategorie Bestes Szenenbild nominiert. Für die drei Filme Kavalkade (1933), Das Lied von Bernadette (1943) und Anna und der König von Siam (1946) konnte er die Trophäe gewinnen.

Nebenher betätigte er sich, wie bereits vor seiner Arbeit beim Film, als Maler impressionistischer Werke. In den 1920er und 1930er Jahren fertigte er zahlreiche Aquarell- und Gouache-Bilder mit örtlichen Landschaftsmotiven an. In den 1950er Jahren bewegte er sich vornehmlich in den Künstlerkreisen von Laguna Beach und Palm Springs. In dieser Zeit malte er vor allem Ansichten von Küsten und Wüsten mit Aquarell-, aber auch mit Ölfarben. Zudem war er Mitglied der Laguna Beach Art Association. Er starb im Jahr 1963 einen Tag nach seinem 81. Geburtstag in Laguna Beach. Im Jahr 2011 wurde er zusammen mit Robert F. Boyle und Alfred Junge in die Hall of Fame der Art Directors Guild aufgenommen.Shelby Hill: Production designers honored. Trio to Art Directors Guild hall of fame. In: Variety, 20. September 2011.

Filmografie (Auswahl) 1922: Bahn frei! (A Question of Honor) – Regie: Edwin Carewe 1927: Bezahlte Liebe (Paid to Love) – Regie: Howard Hawks 1928: Blaue Jungen – blonde Mädchen (A Girl in Every Port) – Regie: Howard Hawks 1928: Vier Teufel (4 Devils) – Regie: F. W. Murnau 1929: Salute – Regie: John Ford, David Butler 1929: Die schwarze Garde (The Black Watch) – Regie: John Ford 1930: Common Clay – Regie: Victor Fleming 1931: Bad Girl – Regie: Frank Borzage 1933: Kavalkade (Cavalcade) – Regie: Frank Lloyd 1933: Revolte im Zoo (Zoo in Budapest) – Regie: Rowland V. Lee 1933: Dr. Bull (Doctor Bull) – Regie: John Ford 1934: Das Leben geht weiter (The World Moves On) – Regie: John Ford 1934: Liebesreigen (Music in the Air) – Regie: Joe May 1935: The Little Colonel – Regie: David Butler 1935: Mit Volldampf voraus (Steamboat Round the Bend) – Regie: John Ford 1935: Our Little Girl – Regie: John S. Robertson 1935: Charlie Chan in Ägypten (Charlie Chan in Egypt) – Regie: Louis King 1935: Der kleinste Rebell (The Littlest Rebel) – Regie: David Butler 1935: Der Mann, der die Bank von Monte Carlo sprengte (The Man Who Broke the Bank at Monte Carlo) – Regie: Stephen Roberts 1936: Der Gefangene der Haifischinsel (The Prisoner of Shark Island) – Regie: John Ford 1936: Die Botschaft an Garcia (A Message to Garcia) – Regie: George Marshall 1936: Shirley Ahoi! (Captain January) – Regie: David Butler 1936: Unter zwei Flaggen (Under Two Flags) – Regie: Frank Lloyd 1936: Poor Little Rich Girl – Regie: Irving Cummings 1936: Signale nach London (Lloyd’s of London) – Regie: Henry King 1936: Sonnenscheinchen (Stowaway) – Regie: William A. Seiter 1937: Gehn wir bummeln (On the Avenue) – Regie: Roy Del Ruth 1937: Im siebenten Himmel (Seventh Heaven) – Regie: Henry King 1937: Rekrut Willie Winkie (Wee Willie Winkie) – Regie: John Ford 1938: Chicago (In Old Chicago) – Regie: Henry King 1939: Jesse James, Mann ohne Gesetz (Jesse James) – Regie: Henry King 1939: Nacht über Indien (The Rains Came) – Regie: Clarence Brown 1940: Treck nach Utah (Brigham Young – Frontiersman) – Regie: Henry Hathaway 1943: Auch Henker sterben (Hangmen Also Die) – Regie: Fritz Lang 1943: Das Lied von Bernadette (The Song of Bernadette) – Regie: Henry King 1944: Schlüssel zum Himmelreich (The Keys of the Kingdom) – Regie: John M. Stahl 1946: Anna und der König von Siam (Anna and the King of Siam) – Regie: John Cromwell 1954: Der Talisman (King Richard and the Crusaders) – Regie: David Butler

Auszeichnungen Oscar – Bestes Szenenbild

Gewonnen: 1934: Kavalkade 1944: Das Lied von Bernadette (zusammen mit James Basevi, Thomas Little) 1947: Anna und der König von Siam (zusammen mit Lyle R. Wheeler, Thomas Little, Frank E. Hughes)

Nominiert: 1937: Signale nach London 1938: Rekrut Willie Winkie (zusammen mit David S. Hall) 1940: Nacht über Indien (zusammen mit George Dudley) 1946: Schlüssel zum Himmelreich (zusammen mit James Basevi, Thomas Little, Frank E. Hughes)

Weblinks

William S. Darling und seine Werke auf williamdarling.net (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Maler des Impressionismus Kategorie:Szenenbildner Kategorie:Oscarpreisträger Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1963 Kategorie:Mann