Anhausen (mundartlich: Onese ) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Neuwied im Norden von Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rengsdorf-Waldbreitbach an.
Geographie Der Ort liegt am Rande des Westerwaldes auf der Anhöhe des Neuwieder Beckens im Naturpark Rhein-Westerwald. Zu Anhausen gehören die Wohnplätze Bergmannshof, Forsthaus, Forsthaus Braunsberg, Petershof und Rosenhof.
Nachbargemeinden sind Meinborn, Rüscheid und Thalhausen, die nächsten Städte sind das ebenfalls angrenzende Neuwied und Dierdorf.
Geschichte
Aufgrund von Funden fränkischer Gräber in der unmittelbaren Nähe von Anhausen (Flur „Ochsenstück“) ist anzunehmen, dass bereits im 7. Jahrhundert hier eine Siedlung war.
Erstmals wurde die Gemeinde urkundlich in einem Schiedsspruch des Generalkapitels des Prämonstratenser-Ordens in Prémontré aus dem Jahre 1204 erwähnt. In dieser Urkunde wurden Rechte der Abtei Rommersdorf für „par. hanhusen“, also für den Pfarrbezirk Anhausen, zugesprochen. Das Vorhandensein eines Pfarrbezirks lässt darauf schließen, dass es zu der Zeit bereits eine Kirche und eine Ansiedlung gab. Wenige Jahre zuvor hatte Bruno I. von Isenburg mit dem Bau der in der Nähe liegenden Burg Braunsberg begonnen. Da die Herren von Isenburg-Kobern das Patronatsrecht (1268) in Anhausen hatten, geht die Kirche vermutlich auf eine Schenkung der Herren von Isenburg zurück.
Der Name Anhausen entwickelte sich von „Hanhusen“ (auch „Hainhusen“ im Sinne von „Waldhausen“) im Jahre 1204 über „Aynhusen“ (1343) zu Anhausen (1529).
Unter Graf Johann IV. von Wied, Anhausen gehörte seit 1344 zur Grafschaft Wied, wurde Mitte des 16. Jahrhunderts die Reformation eingeführt. Die war auf den Einfluss des Kölner Erzbischofs Hermann V. von Wied zurückzuführen, der ein Onkel des Johann war. Die Gemeinde und der Pfarrer wurden nun evangelisch.
Infolge des unter Napoleon entstandenen Rheinbundes kam das Kirchspiel Anhausen zum 1806 Herzogtum Nassau und wurde 1815 nach dem Wiener Kongress preußisch.
Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Anhausen, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen: Jahr Einwohner 1815 323 1835 462 1871 506 1905 477 1939 506 1950 587 1961 670 Jahr Einwohner 1970 806 1987 1.087 1997 1.300 2005 1.355 2011 1.323 2017 1.356 mini|400px|Einwohnerentwicklung von Anhausen von 1815 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Bürgermeister Heinz-Otto Zantop wurde am 15. Juli 2019 Ortsbürgermeister von Anhausen. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 83,31 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er mit 91,3 % der Stimmen ohne Gegenkandidat für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.
Seine Amtsvorgängerin Heidelore Momm hatte das Amt zehn Jahre ausgeübt.
Wappen
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Dierdorf an der Bundesautobahn 3 (etwa 8 km entfernt). Der nächstgelegene ICE-Halt ist der Bahnhof Montabaur an der Schnellfahrstrecke Köln–Rhein/Main.
Öffentliche Einrichtungen In Anhausen gibt es eine Grundschule und einen Kindergarten. In Anhausen befindet sich auch die Stützpunktfeuerwehr Kirchspiel Anhausen, zuständig für die Gemeinden Anhausen, Meinborn, Rüscheid und Thalhausen. Die Freiwillige Feuerwehr wurde 2005 aus den Einheiten der Feuerwehren Anhausen und Thalhausen neu gegründet.
Anhausen/Meinborn verfügt über einen Tennisplatz mit drei Courts. Neben der Grundschule befindet sich eine Mehrzweckhalle, die auch als Turnhalle genutzt wird. Hinter der Mehrzweckhalle befindet sich ein Streetsports-Platz, der für Basketball, Fußball und auch Hockey genutzt werden kann.
Erholung Nahe der Ortsgrenze von Anhausen befindet sich der Limes. Den Limes entlangführt die regionale Wanderroute Rheinhöhenweg.
Persönlichkeiten Otto Hachenberg (1911–2001), Astrophysiker, in Anhausen geboren Björn Höcke (* 1972), Politiker (AfD), in Anhausen aufgewachsen
Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Anhausen Liste der Naturdenkmale in Anhausen
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Neuwied Kategorie:Ersterwähnung 1204