Der Bezirk Köpenick (bis 1990: Stadtbezirk Köpenick) ist ein ehemaliger Berliner Bezirk. Er wurde im Rahmen des Groß-Berlin-Gesetzes am 1. Oktober 1920 gegründet. Am 1. Januar 2001 wurde er mit seinem Nachbarbezirk zum Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin zusammengeschlossen. Der Bezirk umfasste die heutigen Ortsteile Oberschöneweide, Grünau, Schmöckwitz, Müggelheim, Rahnsdorf, Friedrichshagen und den namensgebenden Ortsteil Köpenick.

Geographie Die namensgebende ehemals eigenständige Stadt Köpenick liegt an der Mündung der Dahme in die Spree. Die Spree verbindet den heutigen Ortsteil Köpenick mit dem Müggelsee. Kurz vor dem Zusammenfluss von Spree und Dahme liegt in der Dahme die Schlossinsel mit dem 2004 renovierten Köpenicker Schloss.

Der Bezirk Köpenick grenzte im Norden und Westen an die Berliner Bezirke Treptow, Lichtenberg, Marzahn und Hellersdorf sowie im Osten und Süden an die Landkreise Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Dahme-Spreewald des Landes Brandenburg.

Geschichte Bereits zur Zeit der Slawen, die der Stadt mit Copnic (Inselort) den Namen gaben, standen am Zusammenfluss von Dahme und Spree Burgen. Im Jahr 1209 findet sich die erste Erwähnung in Dokumenten unter dem Namen Copenic. Als Hauptburg und Hauptansiedlung des slawischen Stammes der Sprewanen unter ihrem Fürsten Jaxa von Köpenick wurde es zum Besiedlungszentrum des Köpenicker Gebietes.

mini|Rathaus Köpenick

Im Zuge der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung der Stadt Köpenick bis 1919 auf 32.586 Einwohner.Friedrich Leyden: Gross-Berlin. Geographie der Weltstadt. Hirt, Breslau 1933 (darin: Entwicklung der Bevölkerungszahl in den historischen Stadtteilen von Alt-Berlin, S. 206) Bekannt wurde die Stadt Köpenick insbesondere durch den Schuhmacher Friedrich Wilhelm Voigt, der durch seine spektakuläre Besetzung des Rathauses im Jahr 1906 als „Hauptmann von Köpenick“ bekannt wurde.

Am 1. Oktober 1920 wurde im Rahmen der Bildung von Groß-Berlin aus den folgenden Gemeinden und Gutsbezirken der 16. Verwaltungsbezirk von Berlin gebildet:

Stadt Köpenick Gemeinde Friedrichshagen Gemeinde Rahnsdorf Gemeinde Müggelheim Gemeinde Schmöckwitz Gemeinde Bohnsdorf Gemeinde Grünau Gutsbezirk Köpenick-Forst Gutsbezirk Grünau-Dahmer Forst

Im Jahr 1920 hatte der neue Bezirk 56.910 Einwohner.

Seit 1. Januar 1931 wird Köpenick mit ‚K‘ geschrieben (alte Schreibung: Cöpenick).

Im Juni 1933 war Köpenick unter dem nationalsozialistischen Regime Schauplatz der Köpenicker Blutwoche. Bei der Änderung der Bezirksgrenzen im Jahr 1938 kam Bohnsdorf zum Bezirk Treptow, während die Wuhlheide und Oberschöneweide aus dem Bezirk Treptow zum Bezirk Köpenick kamen. Die Einwohnerzahl des Bezirks stieg durch die Grenzänderungen um 23.119 und die Fläche des Bezirks erhöhte sich um 339 Hektar.Berlin in Zahlen, 1949

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Köpenick am 23. April 1945 von sowjetischen Streitkräften eingenommen. Der Bezirk wurde anschließend Teil des Sowjetischen Sektors von Berlin und gehörte somit bis 1990 zu Ost-Berlin.

Der Bezirk Köpenick hatte mit 12.776 Hektar, das waren 14,3 % der Fläche Berlins, die größte Ausdehnung aller Berliner Bezirke. Mit seinen zuletzt rund 116.000 Einwohnern, 3,3 % der Bevölkerung Berlins, war der Bezirk Köpenick am dünnsten besiedelt. 2001 wurde der Bezirk mit dem Bezirk Treptow zum neuen Bezirk Treptow-Köpenick. zusammengeschlossen.

→ Siehe auch Berlin-Köpenick, mit Details zur Geschichte der Stadt Köpenick.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner1925 bis 1933 Statistisches Jahrbuch von Berlin; ab 1946 Statistisches Jahrbuch der DDR (jeweilige Jahre) 1920 56.910 1925 65.754 1933 88.517 1939 120.446 1946 113.851 1950 119.083 1955 115.200 1960 116.319 Jahr Einwohnerab 1990 Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember (jeweilige Jahre) 1965 125.832 1970 128.781 1975 130.706 1980 125.364 1985 119.991 1990 109.370 2000 116.404

Politik

Wahlen zur Bezirksverordnetenversammlung Stimmenanteile der Parteien in Prozent:

1921–1933 Jahr SPD DVP DNVP USPD KPD DDP Zen NSDAP 1921 24,9 18,4 17,4 14,6 12,8 5,6 2,3 1925 30,2 5,7 19,4 20,8 5,4 2,2 2,6 1929 26,8 5,8 16,4 24,7 3,9 2,6 6,3 1933 19,7 13,1 18,5 1,4 3,0 42,4

1946 Jahr SPD SED CDU LDP 1946 37,9 29,2 22,8 10,1

1992–1999 Jahr SPD PDS CDU FDP Grüne 1992 38,0 23,2 15,2 4,0 12,4 1995 32,2 29,9 22,8 1,1 8,5 1999 30,3 33,5 26,0 4,1

Bezirksbürgermeister Zeitraum Name Partei 1904–1918 Georg Langerhans Deutsche Fortschrittspartei 1918–1921 Ludwig Behnke SPD Ab 1921 Bezirksbürgermeister 1921 Martin Franz parteilos 1921–1923 Unbekannt 1923–1929 Robert Kohl SPD 1929–1933 Martin Franz parteilos 1933–1945 Karl Mathow NSDAP 1945–1946 Gustav Kleine KPD, dann SED 1946–1948 Fritz Bessen SPD 1948–1951 Gustav Kleine SED 1951–1961 Fritz Schiller SED 1961–1967 Herbert Fechner SED 1967–1989 Horst Stranz SED 1989–1990 Wilfried Engel SED 1990–1992 Monika Höppner SPD 1992–2000 Klaus Ulbricht SPD Ab 2001 Bezirksbürgermeister im Bezirk Treptow-Köpenick 2001–2006 Klaus Ulbricht SPD 2006–2011 Gabriele Schöttler SPD 2011 Oliver Igel SPD Quelle: Luisenstädtischer Bildungsverein

Statistik Rund 75 % der Fläche des Bezirks bestanden aus Wald, Wiesen und Gewässern. Waldfläche: 6623 ha (etwa die Hälfte des Territoriums) Wasserfläche: 2165 ha (gut ein Sechstel des Territoriums) Wanderwege: 320 km Wasserstraßen: 65 km

Ortsteile mini|Im Ortsteil Friedrichshagen

Bei der Verwaltungsreform 2001 ist der Bezirk Köpenick mit allen Ortsteilen im neuen Bezirk Treptow-Köpenick aufgegangen.

Bezirk Köpenick → 09 Oberschöneweide → 0909   Oberschöneweide Wuhlheide Köpenick → 0910 Köpenick Spindlersfeld + Köllnische Vorstadt Wendenschloß Kietzer Feld Allendeviertel Altstadt Köpenick Dammvorstadt + Dammfeld Uhlenhorst + Wolfsgarten + Elsengrund Friedrichshagen → 0911 Friedrichshagen Hirschgarten Rahnsdorf → 0912 Rahnsdorf Rahnsdorfer-Mühle Hessenwinkel Wilhelmshagen Neu-Venedig Grünau → 0913 Grünau Müggelheim → 0914 Müggelheim Ludwigshöhe Siedlung Schönhorst Siedlung Müggelhort Schmöckwitz → 0915 Schmöckwitz Karolinenhof Siedlung Schmöckwitz Schmöckwitzwerder Rauchfangswerder

Weblinks Ausführliche Darstellung der Geschichte Köpenicks

Einzelnachweise

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