mini|hochkant=2|Die Moderatorinnen Cécile Schortmann und Hadija Haruna-Oelker, (und als Gast: Alf Mentzer), im April 2026 bei den Römerberggesprächen in Frankfurt am Main Die Römerberggespräche sind eine Reihe von Podiumsdiskussionen, die seit 1973 in Frankfurt am Main ausgerichtet werden. Sie beschäftigen sich mit aktuellen gesellschaftlichen und kulturellen Fragen.
Organisation Die Römerberggespräche werden von einer Gruppe engagierter Bürger ehrenamtlich ausgerichtet. Der Eintritt ist frei.
Initiatoren der ersten Veranstaltungen waren Heinz Willi Wirth, Willi Reiß (IG-Metall-Vorsitzender, Mitglied im Magistrat der Stadt Frankfurt, später Stadtverordnetenvorsteher) und Maria Christiana Leven. Sie bildeten das ehrenamtliche Kuratorium, das die Veranstaltungen organisierte.Alle Angaben zur Geschichte der Römerberggespräche sind entnommen: sowie: Hilmar Hoffmann, der damalige Frankfurter Kulturdezernent, nahm den Vorschlag Wirths, „eine Gesprächsrunde … im aufgelockerten Rahmen als eine Art Symposium“ durchzuführen, um „brisante und aktuelle Fragen aus Kunst und Kultur“ zu erörtern, nach dem Vorbild der Darmstädter Gespräche,. im September 1971 gleich sehr wohlwollend auf.
Die Reihe wurde über viele Jahre von Erhard Denninger gemeinsam mit Wilfried F. Schoeller moderiert. Ebenfalls zu den Veranstaltern zählten bisher unter anderem Iring Fetscher, Klaus Reichert, Helmut Ridder, Alexander U. Martens und Eva Demski.
Seit 2006 hat sich der informelle Kreis, der die Gespräche derzeit organisiert, in dem Verein Römerberggespräche e. V. zusammengeschlossen. Ebenfalls von 2006 bis zuletzt 2024 lag die Moderation der Gespräche bei Alf Mentzer (leitender Redakteur für Literatur bei hr2-kultur).
Die Veranstaltungsreihe wird finanziell getragen von der Stadt Frankfurt am Main und vom Land Hessen. Außerdem wird sie von der Frankfurter Rundschau und von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung publizistisch unterstützt.
Die Dauer der Tagungen war anfangs unterschiedlich: Überwiegend wurden zunächst mehrtägige Diskussionsveranstaltungen durchgeführt. Seit einiger Zeit werden aber nur noch eintägige Veranstaltungen organisiert, die jeweils im Frühjahr und im Herbst stattfinden.
Auch der Veranstaltungsort wurde über die Jahre mehrfach gewechselt. Ursprünglich fanden die Podien im Sitzungssaal der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung im Rathaus, dem Römer, statt. Der Name der Gesprächsreihe ist von dem öffentlichen Platz vor dem Rathaus, dem Römerberg, hergeleitet, wo traditionell größere politische Versammlungen abgehalten werden. Während der 1990er Jahre wechselte man in die Paulskirche, wohingegen die Reihe seit der Jahrtausendwende im Chagallsaal des Schauspiels Frankfurt stattfindet.
Themen und Teilnehmer mini|hochkant|Thema am 3. November 2018 Die Veranstaltungen bestehen aus den Vorträgen der eingeladenen Referenten zum Thema und Podiumsdiskussionen unter Beteiligung des Publikums. Die einzelnen Vorträge mit Diskussionen finden etwa in stündlichem Takt statt und dauern inzwischen insgesamt, einschließlich der Mittagspause, sieben Stunden.
Die Römerberggespräche greifen aktuelle politische und kulturelle Probleme und Fragen auf. Teilnehmer sind Politiker und Künstler ebenso wie Wissenschaftler und Publizisten. Dementsprechend berühren die Diskussionen Punkte, die für die Entwicklung von Staat, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft von großer Bedeutung sind. In der Anfangszeit war die Studentenbewegung um 1968 ein Thema, das in der Diskussion zu verarbeiten war. Mitte der 1980er Jahre nahm der sogenannte Historikerstreit seinen Anfang anhand eines Artikels, den der Historiker Ernst Nolte in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung veröffentlichte, weil er ihn bei den Römerberggesprächen 1986 nicht als Rede habe vortragen können. In der Wendezeit um 1990 wurden Intellektuelle aus West- und Osteuropa zum Austausch eingeladen. Im Jahr 2001 reagierte man aktuell auf die Terroranschläge am 11. September 2001 in New York City. Europa war mehrfach Thema der Römerberggespräche (2019, 2014, 2003, 2002, 1997, 1992, 1990, 1988).
Teilnehmer waren unter anderem Pierre Berteaux, Hans Magnus Enzensberger, Erich Fried, Jean Améry, Karl Krolow, Peter O. Chotjewitz, Oskar Negt, Ernst-Otto Czempiel, Erhard Eppler, Horst-Eberhard Richter, Walter Boehlich, Claus Leggewie, Ekkehart Krippendorff, Harald Welzer und Daniel Cohn-Bendit.Vgl. die vollständige Liste der Teilnehmer:
Im November 2018 fand die Veranstaltung erstmals in Kooperation mit dem Exzellenzcluster Normative Orders der Goethe-Universität Frankfurt am Main statt.
Am Samstag, dem 22. Mai 2021, wurde die Veranstaltung erstmals online aus dem Chagallsaal, von 10 bis 17 Uhr im interaktiven Livestream, (ohne Präsenzpublikum) übertragen.49. Römerberggespräche – Die Republik auf allen Viren – wieviel Angst verträgt die Demokratie? Vor Ort waren anwesend: neben Moderatorin Haruna-Oelker und Moderator Meltzer, die Teilnehmer Brussig, Frankenberg, Groebner, Stichweh und Günther, während alle anderen Teilnehmer, sowie Ministerin Dorn-Rancke und Dezernentin Hartwig, per Videostream jeweils zugeschaltet wurden. mini|Karl Schlögel im Gespräch mit Ina Hartwig Bei den 51. Römerberggesprächen, am 30. April 2022, fand die Veranstaltung unter einem neuen, gemischten Konzept statt. Es gab wiederum ein Stehpult für die Rednerinnen und Redner – wie sonst auch – aber auf dem Podium standen nur zwei Stühle für ein anschließendes Interview sowie Diskussion der Referentin oder des Referenten mit Hadija Haruna-Oelker oder Alf Mentzer und zweimal mit jeweils einem per Internet (auf zwei Bildschirmen) zugeschalteten dritten Teilnehmer (Jurko Prochasko, aus Lwiw (früher: Lemberg) und Adam Tooze, aus New York). Die Grußworte von Angela Dorn, der Hessischen Staatsministerin, kamen ebenfalls über diese Bildschirme. Victor Jerofejew zog es vor seinen Beitrag auf einem der Stühle – statt am Pult – (auf Englisch) zu halten. Die Diskussionen mit den Besuchern entfielen diesmal ganz.
Veranstaltungen Chronologisch absteigend: 2026-10: 60. MACHTÜBERGABE? Wie geht es weiter, wenn der demokratische Liberalismus abgewählt wird. Moderation: Barbara Pieroth, Cécile Schortmann. Teilnehmer: Jens Bisky, Justus Bender, Valentina Chiofalo, Uwe Volkmann, Peter R. Neumann, Nina Kolleck, Anne Rabe, Olaf Sundermeyer. 2026-04: 59. Das Prinzip Donald Trump und die Verrohung der Welt. Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Cécile Schortmann. Teilnehmer: Johannes Völz, Ali Fathollah-Nejad, Felix Lange, Vera King, Martin Andree, Natascha Strobl, Samira Akbarian. 2025: 58. Bedingt einsatzbereit. Wehrdienst und die Pflicht zum Dienst am Staat. Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Cécile Schortmann. Teilnehmer: Ferdinand Weber, Heiko Biehl, Ole Nymoen, Hendrik Simon, Daniel Hornuff, Barbara Mittelhammer, Till van Rahden. 2025: 57. Das Ende des Westens – Wie geht es weiter?. Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Cécile Schortmann. Teilnehmer: Claus Leggewie, Annika Brockschmidt, Irina Scherbakowa, Sebastian Conrad, Katharina Nocun, Svenja Behrendt, Gunther Hellmann. 2024: 56. Wie hältst Du’s mit der Migration. Einwanderung als Schicksalsfrage?. Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Alf Mentzer. Teilnehmer: Ulrich Herbert, Gina Wollinger, Thomas Hestermann, Manuela Bojadžijev, Aladin El-Mafaalani, Gilda Sahebi, Thomas Biebricher, Volker Heins. 2024: 55. Deutsche Erinnerungskultur nach dem 7. Oktober. Zwischen Staatsräson und universellem Recht. Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Alf Mentzer. Teilnehmer: David Dilmaghani, Dan Diner, Meron Mendel, Esther Schapira, Nazih Musharbash, Asal Dardan, Alena Jabarine und Hannah Peaceman sowie Kai Ambos. 2023: 54. Hört die Signale! Vom aufhaltsamen Aufstieg des Rechtsextremismus. Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Alf Mentzer. Teilnehmer: Maximilian Steinbeis, Patrick Bahners, Hanna Pfeifer & Andreas Zick, Nadia Zaboura & Max Czollek, Michel Friedman, Stephan Anpalagan 2023: 53. Keine Diskussion! Öffentlichkeit als Verbotszone. Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Alf Mentzer. Teilnehmer: Adrian Daub, Sigrid G. Köhler, Wolfgang Ullrich, Uwe Volkmann, Julian Nida-Rümelin, Simone Dede Ayivi, Meron Mendel, Sophie Schönberger 2022: 52. Ist es das wert? – Der Preis von Freiheit und Demokratie. Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Alf Mentzer. Teilnehmer: Armin Nassehi, Marina Weisband, Martin Schulze Wessel, Ulrike Herrmann, Ramona Rischke, Matthias Quent, Teresa Koloma Beck,52. Römerberggespräche 2022 2022: 51. Nie wieder Frieden? – Der Ukraine-Krieg und die neue Weltunordnung. Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Alf Mentzer. Teilnehmer: Karl SchlögelFR, 3. Mai 2022, S. 26–27, Vortrag am 30. April 2022, bei den 51. Römerberggesprächen., Adam Tooze, Alice Bota, Charlotte Klonk, Viktor Jerofejew, Jurko Prochasko, Stefan Kadelbach,51. Römerberggespräche 2022 2021: 50. Sprache. Macht. Gerechtigkeit. – Wer darf wie reden ? Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Alf Mentzer. Teilnehmer: Paula-Irene Villa Braslavsky, Thomas Thiel, Martin Seel, Carolin Stix, Sasha Marianna Salzmann, Nele Pollatschek, Gudrun Perko, Henning Lobin, Aladin El-Mafaalani, Peter Graf von Kielmansegg. 2021: 49. Die Republik auf allen Viren. Wieviel Angst verträgt die Demokratie? Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Alf Mentzer. Teilnehmer: Ministerin Angela Dorn und Dezernentin Ina Hartwig, jeweils mit Grußworten, sowie Armin Nassehi, Thomas Brussig, Günter Frankenberg, Birgit Aschmann, Valentin Groebner, Romy Jaster, Rudolf Stichweh, Christiane Eichenberg, Nico Dragon, Klaus Günther mit eigenen Rede- und Diskussionsbeiträgen.
2020: INTERVENTION: Nur keine Angst! Zivile Unerschrockenheit in Zeiten von Hass und Hetze. Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Alf Mentzer. Diese für den 21. März geplante Veranstaltung wurde aufgrund der COVID-19-Pandemie abgesagt. 48. Zwischen Wahnsinn und Methode – Vernunft in Zeiten von Pandemie und Populismus. (Veranstaltung entfallen)
2019: 47. 30 Jahre nach dem Mauerfall – mehr Aufbruch wagen! Teilnehmer: Angela Dorn, Ivan Krastev, Gunther Hellmann, Thomas Biebricher, Steffen Mau, Patrice G. Poutrus, Manuela Bojadžijev, Jana Hensel, Stephan Lessenich. Moderation: Hadija Haruna-Oelker, Uwe Berndt, hr2-kultur.
2019: INTERVENTION: Last Exit nach dem Brexit. Ist Europa noch zu retten? Teilnehmer: Ina Hartwig, Philip Manow, Christine Landfried, Andreas Rödder, Stefan Kadelbach, Ulrike Guérot, Mara-Daria Cojocaru und Daniel Röder. 2018: 46. Die neue Lust an der Zerstörung oder wie die Demokratie ihre Fassung bewahrt. Teilnehmer: Nicole Deitelhoff, Thorsten Thiel, Ute Frevert, Christoph Möllers, Robert Habeck, Till van Rhoden, Anatol Stefanowitsch und Rainer Forst. 2018 INTERVENTION: 1968–2018: What is left? Errungenschaften und Bürde eines politischen Aufbruchs, Teilnehmer: Armin Nassehi, Priska Daphi, Ulrich Herbert, Wolfgang Kraushaar, Christina von Hodenberg, Gisela Notz, Martin Saar. 2017: 45. Was soll das Theater? Die Zukunft der Städtischen Bühnen. Teilnehmer: Erika Fischer-Lichte, Peter Iden, Dirk Pilz, Peter Böhm, Ernst Ulrich Scheffler, Yvonne Büdenhölzer, Bernd Loebe, Anselm Weber, Necati Öziri. Moderation: Insa Wilke, Alf Mentzer; 2017 INTERVENTION: Die Ohnmacht der Aufklärung und der Erfolg des Autoritären. Teilnehmer: Philipp Hübl, Artur Becker, Thea Dorn, Volker Weiß, Bernd Stegemann, Milo Rau, Jan-Werner Müller. Moderation: Alf Mentzer 2016: 44. Sehnsucht nach Grenzen – Identitätssuche in Zeiten des Populismus. Teilnehmer: Eugenio Muñoz del Rio (Stadtrat), Martin Seel, Philipp Blom, Tatjana Hörnle, Marina Münkler, Katja Petrowskaja, Priya Basil, Bassam Tibi, Claus Leggewie. Moderation: Alf Mentzer; INTERVENTION: Zur Verteidigung der Republik – Was die Gesellschaft in Zukunft zusammenhält. Teilnehmer: Felix Semmelroth, Udo Di Fabio, Philipp Ther, Robert Misik, Mely Kiyak, Martin Hellwig, Christoph Mäckler, Walter Siebel, Heinz Bude. Moderation: Alf Mentzer