Das Städtische Klinikum Karlsruhe ist ein Krankenhaus in Karlsruhe und das größte Krankenhaus im Verband Region Karlsruhe. Es befindet sich in der Karlsruher Nordweststadt und hat über 1500 Planbetten. Von insgesamt über 4900 Mitarbeitern sind etwa 680 Ärzte. Im Jahr 2023 wurden in der Klinik etwa 197.000 Personen ambulant und über 53.000 stationär oder teilstationär versorgt. Das Städtische Klinikum Karlsruhe ist ein Lehrkrankenhaus des Universitätsklinikums Freiburg.

Geschichte mini|links|Denkmalgeschützte Altbauten im Süden des Klinikgeländes Das Städtische Klinikum Karlsruhe geht auf das 1788 gegründete „Bürgerspital am Lidellplatz“ zurück. Von 1903 bis 1907 entstanden die heute unter Denkmalschutz stehenden Bauten der „Städtischen Krankenanstalten Karlsruhe“ an der Moltkestraße nach Plänen des Karlsruher Stadtbaumeisters Wilhelm Strieder. Der 1907 eröffnete Komplex galt als eine der modernsten und großzügigsten Kliniken der Jahrhundertwende in Deutschland. Im selben Jahr wurde der erste Röntgenapparat in der chirurgischen Abteilung in Betrieb genommen. Zunächst waren in zehn Gebäuden die Chirurgie, die Innere Medizin, zwei Isolierabteilungen für Scharlach, Diphtherie und andere ansteckende Krankheiten, Abteilungen für Geschlechts- und Hautkrankheiten sowie eine Abteilung für „Geisteskranke“ untergebracht. Die 600 Patienten wurden jeweils in drei Klassen behandelt. Im Februar 1934 wurde ein neu erbauter OP-Trakt eingeweiht, der bereits 1944 durch Bomben zerstört wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Klinikum kurzzeitig von den amerikanischen Streitkräften als Militärkrankenhaus genutzt.Stadtarchiv Karlsruhe, Ernst Otto Bräunche und Volker Steck: Vom Spital zum Klinikum. Städtische Gesundheitsversorgung in Karlsruhe. Info Verlag, Karlsruhe 2007.

mini|links|Häuser S (Zentrum für Kinder und Frauen), D und E im Jahr 2012. Auf der Freifläche entstand Haus M. 1964 eröffnete im Klinikum eine Intensivstation. Der noch aus der Gründungszeit stammende Gebäudekomplex im südlichen Teil des etwa 400 × 400 m großen Klinikgeländes wurde seitdem durch moderne Neubauten ergänzt. So kam im Jahr 1967 das Hochhaus hinzu, in dem u. a. die urologische Klinik ein neues Zuhause fand. 2003 bezog die Franz-Lust-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, die sich zuvor am Durlacher Tor befand,Franz Lust, auf stadtlexikon.karlsruhe.de, abgerufen am 2. Oktober 2022. zusammen mit der Frauenklinik und der Kinderchirurgie den Neubau Haus S auf dem Klinikgelände. Das neue Betten- und Funktionshaus Haus M wurde im März 2021 eröffnet. Es erstreckt sich über die gesamte Länge des Klinikcampus zwischen Haus S und Haus R und verzahnt andere klinische Gebäude mit direkten Übergängen über die sogenannte Magistrale.

1994 wurde das Klinikum in eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Seit 2012 ist die Unfallchirurgie des Klinikums überregionales Traumazentrum und Teil des von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) zertifizierten Traumanetzwerks Nordbaden. Außerdem ist das Tumorzentrum Karlsruhe Clinical Cancer Center (CCC), in dem Experten verschiedener Fachrichtungen interdisziplinär zusammenarbeiten, von der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) als Onkologisches Zentrum zertifiziert worden.Allgemeine Angaben auf klinikum-karlsruhe.de, abgerufen am 29. August 2022. Die Anforderungen der einzelnen Fachgesellschaften erfüllen auch andere medizinische Zentren im Klinikum.Zertifikate und Auszeichnungen auf klinikum-karlsruhe.de, abgerufen am 29. August 2022.

Kliniken, Institute und Zentren Das Klinikum verfügt über 22 Kliniken, fünf Institute, sowie je eine Notaufnahme für Kinder und Erwachsene. Hinzu kommen eine Blutspendezentrale, ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) mit zehn Fachgebieten, sowie diverse, teils zertifizierte Zentren.

Kliniken

Medizinische Kliniken Die medizinischen Kliniken befinden sich in den Häusern B (MK I+II; Nuklearmedizin; Radioonkologie) und D (MK III+IV). Teile der MK III sowie die interdisziplinäre Internistische Intensivstation sind im Neubau Haus M, Teile der MK IV in Haus R untergebracht. KlinikSchwerpunkteSektionen, Zentren, MVZZertifikateLeitungMedizinische Klinik IAllgemeine Innere, Nephrologie, Hypertensiologie, Rheumatologie und PneumologieSektion PneumologieSektion RheumatologieDialyseNephrologische Schwerpunktklinik (DGfN)Hypertoniezentrum (DHL)Martin HausbergMedizinische Klinik IIGastroenterologie, Hepatologie und DiabetologieZentrale EndoskopieMVZ GastroenterologieDiabeteszentrum (DDG)Fußbehandlungseinrichtung (DDG)Liebwin GoßnerMedizinische Klinik IIIOnkologie, Hämatologie, Infektiologie und PalliativmedizinClinical Cancer CenterTagestherapiezentrum (MVZ)Sektion für StammzelltransplantationOnkologisches Zentrum (DKG)Leukämie- und Lymphomzentrum (DKG)JACIE akkreditiert (laufende Rezertifizierung)Martin BentzMedizinische Klinik IVKardiologie, Angiologie und Internistische IntensivmedizinSektion AngiologieSektion ElektrophysiologieChest-Pain-Unit Cardiac Arrest Center

ECMO-ZentrumMVZ AngiologieCardiac-Arrest-Center (DGKGRC) Chest-Pain-Unit (DGK)Vorhofflimmer-Zentrum (DGK)Stätte der Zusatzqualifikation Interventionelle Kardiologie (DGK)Stätte der Zusatzqualifikation Spezielle Rhythmologie (DGK)

Gefäßzentrum (DGG, DRG, DGA)Julian WidderKlinik für NuklearmedizinRadioiod-Therapiestation, PET/CT, SPECT/CTMVZ NuklearmedizinEARL Theranostics Center of ExcellenceJuri RufKlinik für Radioonkologie und StrahlentherapieMVZ StrahlentherapieKatja Lindel

Chirurgische Kliniken Die chirurgischen Kliniken befinden sich – mit Ausnahme der Hautklinik (Haus V) – im Neubau Haus M. KlinikSektionen, ZentrenZertifikateLeitungKlinik für Allgemein- und VisceralchirurgieAdipositaszentrum (Sektion) AnalkarzinomzentrumDarmkrebszentrum (Sektion)Leber- und PankreaszentrumMagen- und ÖsophaguszentrumSchilddrüsenzentrumAnalkarzinomzentrum (DKG) Darmkrebszentrum (DKG) Magenkrebszentrum (DKG) Pankreaskarzinomzentrum (DKG)Referenzzentrum Adipositaschirurgie (DGAV) Viszeralonkologisches Zentrum (DKG)Zentrum für Chirurgische Endoskopie (DGAV)Jochen GaedckeKlinik für Anästhesie und IntensivmedizinRegionales Schmerzzentrum ECMO-ZentrumFranz KehlKlinik für GefäßchirurgieSektion AortenchirurgieGefäßzentrumGefäßzentrum (DGG, DRG, DGA)Martin StorckHautklinikHauttumorzentrumHauttumorzentrum (DKG)Claus-Detlev KlemkeKlinik für Unfall-, Hand- und Orthopädische ChirurgieÜberregionales TraumazentrumÜberregionales Traumazentrum (DGU)Schwerstverletztenartenverfahren der DGUVChristof MüllerUrologische KlinikProstatakrebszentrumKontinenz- und Beckenboden-ZentrumProstatakrebszentrum (DKG)Dogu Teber

Kopfkliniken Die Kopfkliniken sind über den Campus verteilt. Die Augenklinik ist auf die gegenüberliegenden Häuser L (Ambulanz, OP) und H2 (Station) aufgeteilt. Die MKG-Station befindet sich ebenfalls in Haus H2, über einen Tunnel verbunden mit der Ambulanz und dem OP im Neubau Haus M. Dort wiederum findet sich auch die Neurochirurgie sowie die Neurointensivstation. Die Neurologie ist im direkt an Haus M angeschlossenen Haus D zu finden, während sich die HNO im ebenfalls angeschlossenen Haus S befindet. KlinikSektionen, Zentren, SchwerpunkteZertifikateLeitungAugenklinikAndreas Buchholz/Heink de Groot Hals-Nasen-OhrenklinikSektion Nasennebenhöhlen- und SchädelbasischirurgieSektion Plastische- und Rekonstruktive GesichtschirurgieKompetenzzentrum für SchlafmedizinAbteilung Phoniatrie und PädoaudiologieKopf-Hals-Tumorzentrum (zusammen mit MKG-Klinik)Kopf-Hals-Tumorzentrum (DKG)Schlafmedizinisches Zentrum (DGSM)Werner HepptNeurologische KlinikTeil des Karlsruher Neurozentrums KaNeZÜberregionale Stroke UnitNeurointensivmedizinGeriatrieMS-ZentrumStroke Unit und Enhanced Care Station (DSG)MS-Zentrum (DMSG)Georg GahnNeurochirurgische KlinikTeil des Karlsruher Neurozentrums KaNeZUwe SpetzgerKlinik für Mund-, Kiefer- und GesichtschirurgieKopf-Hals-Tumorzentrum (zusammen mit HNO-Klinik)SpaltzentrumMVZ ZahnmedizinKopf-Hals-Tumorzentrum (DKG)Anton Dunsche

Zentrum für Kinder und Frauen Das Zentrum für Kinder und Frauen mit der Frauenklinik, der Kinderchirurgischen Klinik, sowie der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin mitsamt Sozialpädiatrischem Zentrum ist in Haus S (Baujahr 2003) untergebracht. KlinikSektionen, Zentren SchwerpunkteZertifikateLeitungFrauenklinikPerinatalzentrum Level 1Gynäkologisches KrebszentrumBrustzentrumDysplasiesprechstundeEndometriosezentrumKontinenz- und Beckenboden-ZentrumEndometriosezentrumGynäkologisches Krebszentrum (DKG)Brustzentrum (DKG)Dysplasiesprechstunde (DKG)Kontinenz- und Beckenboden-ZentrumAndreas MüllerFranz-Lust-Klinik für Kinder- und JugendmedizinPerinatalzentrum Level 1Sozialpädiatrisches Zentrum und NeuropädiatrieKinderonkologie mit KinderpalliativzentrumNeonatologie und pädiatrische IntensivmedizinDiabetologie und EndokrinologieKinder-Pneumologie und AllergologieKinder-KardiologieKinderschutzgruppeDiabeteszentrum (DDG)Epilepsie-Ambulanz (DGfE)Sascha MeyerKinderchirurgische KlinikSektion KinderurologieSektion OrthopädieTraumatologieKinderschutzgruppeSpezialisierte Klinik für brandverletzte Kinder (DGV)Verena Ellerkamp

Psychiatrische Kliniken Diese Kliniken finden sich, ein paar hundert Meter vom Hauptcampus entfernt, auf dem Areal der ehemaligen Landesfrauenklinik in der Kaiserallee. Zudem werden mehrere Tageskliniken im Stadtgebiet sowie in Ettlingen betrieben. Die Psychosomatik sowie die stationäre Suchtmedizin befinden sich in Haus C auf dem Hauptcampus des Klinikums, ebenso die suchtmedizinische Ambulanz und Tagesklinik (Haus X).

Seit Februar 2023 befinden sich zudem zwei neu eröffnete Stationen der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Haus C auf dem Hauptcampus. Durch die Erweiterung um 20 Betten soll die psychiatrische und psychosomatische Versorgung von Kindern und Jugendlichen gestärkt werden. KlinikLeitungKlinik für Psychiatrie und psychotherapeutische MedizinHeiko GrafKinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und PsychotherapieMeike Bottlender

Institute Die Transfusionsmedizin (inkl. Blutspendezentrale), sowie das Zentrallabor (inkl. Drogenanalytik) sind in Haus D untergebracht. Im benachbarten Haus R finden sich die Radiologie und Neuroradiologie. Die Apotheke teilt sich mit der Mikrobiologie Haus I, einen Neubau aus dem Jahr 2018, während die Pathologie Haus K nutzt. InstitutSchwerpunkte/AbteilungenLeitungApothekeLogistikArzneimittelherstellungZytostatika-ZubereitungLAK-DepotRegionales Arzneimittel-Informations-Zentrum (RAIZ)Akademische AusbildungsapothekeChristian DegenhardtInstitut für Diagnostische und Interventionelle RadiologieSektion Kinderradiologie Zertifikat Muskuloskelettale Radiologie (DRG) Zertifikate Herz-CT und Herz-MRT (DRG) Zertifikat Prostatographie (DRG) Gefäßzentrum (DGG, DRG, DGA) Zentrum für Kardiovaskuläre Bildgebung (DRG) Zentrum für minimal-invasive Gefäßmedizin (DeGIR) Zentrum für minimal-invasive Therapien (DeGIR) Zentrum für minimal-invasive Onkologie (DeGIR)Peter ReimerInstitut für NeuroradiologieTeil des Karlsruher Neurozentrums KaNeZZentrum für neurovaskuläre Therapien (DeGIR/DGNR)Safwan RoumiaPathologisches InstitutMVZ PathologieThomas RüdigerZentralinstitut für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und TransfusionsmedizinAbteilung Medizinische Diagnostik/ZentrallaborAbteilung MikrobiologieAbteilung Transfusionsmedizin und HämostaseologieSpeziallabor für DrogenanalytikMVZ LabormedizinMVZ MikrobiologieMVZ TransfusionsmedizinJens Brümmer

Zentren

Zertifizierte Krebszentren Am Klinikum Karlsruhe finden sich folgende von der DKG/OncoZert zertifizierte Krebszentren. Onkologisches Zentrum Brustzentrum Gynäkologisches Krebszentrum Gynäkologische Dysplasie-Sprechstunde Hautkrebszentrum Kopf-Hals-Tumorzentrum Leukämie- und Lymphomzentrum Prostatakrebszentrum Viszeralonkologisches Zentrum mit Analkarzinomzentrum Darmkrebszentrum Magenkrebszentrum Pankreaskarzinomzentrum

Weitere Schwerpunktzentren sind in den Tabellen bei den einzelnen Kliniken gelistet.