Tschirland (italienisch Cirlano) ist eine Fraktion der Gemeinde Naturns in Südtirol (Italien) mit etwa 400 Einwohnern.

Lage Tschirland befindet sich im Vinschgau auf der orographisch rechten Seite des Etschtals. Das Dorf liegt auf einer Abflachung des Tablander Schwemmkegels, rund 1 km südwestlich von Naturns auf einer Meereshöhe von etwa . Zur nördlich vorbeifließenden Etsch sind es 200 m und zur Staatsstraße 38 ebenfalls im Norden etwa 400 m.

Geschichte

1143 wurde Tschirland erstmals als "Sirna" in einer päpstlichen Besitzbestätigung des hier begüterten Klosters Weingarten urkundlich erwähnt.Der Schlern, Ausgaben 7-12, Athesia-Verlag, 2006, S. 16 Es wird vermutet, dass sich bereits im 1. oder 2. Jh. n. Chr. sich an der Stelle des heutigen Tschirlands ein keltischer Gutsbesitzer namens Cernius ansiedelte, wovon sich auch der Name „Tschirland“ („Cernius → Cerniacum“) herleitete.Egon Kühebacher: Die Ortsnamen Südtirols und ihre Geschichte. Band 1. Bozen: Athesia 1991. ISBN 88-7014-634-0, S. 482. Er trieb dort wahrscheinlich Handel über die nördlich von Tschirland verlaufenden Via Claudia Augusta. Ein Indiz dafür könnten die Ruinen der Laurentiuskirche und der dazugehörigen Herberge zwischen Tschirland und Staben sein.

Weitere Namensnennungen und -entwicklung: 1155 Schirnon, 1278 Schirnun, 1297 Schirnan, 1317 Tschyrnan de valle Uenusta, 1369 Tschirnan, 1437 Schirnaw, 1445 Schirnach, 1638 Tschürle, 1687 Tschyrlon, 1722 Tschirland.

Zu den größten Grundbesitzern in Mittelalter und Früher Neuzeit gehörte Kloster Weingarten, das hier auch kolonisatorisch tätig wurde.Günther Kaufmann: Siedlungsgenese von Tschirland, in: Der Schlern 80, 2006, H. 11, S. 16–27.

Sehenswertes mini|St. Oswald Die dem Heiligen Oswald geweihte Kirche wird erstmals 1278 erwähnt; die ursprüngliche Kapelle wurde 1433 durch einen spätgotischen Neubau ersetzt.Josef Weingartner: Die Kunstdenkmäler Südtirols. Band 1: Bozen und Umgebung, Unterland, Burggrafenamt, Vinschgau. 7. Auflage. Bozen-Innsbruck-Wien, Athesia-Tyrolia 1998. ISBN 88-7014-642-1, S. 724. Im 17. Jahrhundert kam es zu einer Umgestaltung der mit einem eleganten Spitzturm ausgestatteten Kirche mit neuen Rundbogen- und Halbkreisfenstern. Die Wandmalereien von 1749 (Kreuz mit musizierenden Engeln und König David) und die Seitenaltarbilder (Maria mit Christkind, Hl. Valentin mit Kosmas und Damian) stammen vom Naturnser Künstler Simon Ybertracher (1694–1772).http://www.burggrafenamt.com/de/land-leute/meraner-land/naturns/tschirland.html Der Hochaltar von 1668 (mit dem Hl. Oswald an der Predella) wurde von Oswald Krad aus Bozen gestaltet.

Weblinks

Tschirland bei dervinschger.it

Einzelnachweise

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